Wir können auch anders

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Ein äußerst bemerkenswerter Aspekt der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise ist die erstaunliche Stabilität des Konsumklimas in Deutschland.

Der Chart des GfK-Konsumklimaindikators zeigt eine stabile Aufwärtsentwicklung seit Mitte 2008, die schärfste Krise seit 1929 scheint also nahezu spurlos am privaten Verbrauch vorbeizugehen. Hierzu passen auch die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes, dass im zweiten Quartal 2009 wieder leicht gewachsen ist, wesentlich gestützt durch staatliche und private Konsumausgaben.

Die Gründe für diese stabilen Konsumausgaben sind sicherlich vielfältig, so sorgen etwa kräftig fallende Energie- und Nahrungsmittelpreise für steigende Realeinkommen, aber letztlich ist nichts so günstig für Otto Normalverbraucher und Erika Mustermann wie die Koinzidenz von Krise und Bundestagswahlen. Mit der Abrwackprämie, der massiven Ausweitung der Kurzarbeit, dem Gesetz zur Verhinderung sinkender Nominalrenten werden die Krisenfolgen zumindest bis zum 27.09. mit aller Macht von Heim und Herd abgehalten.

Man kann sich zwar getrost darauf verlassen, dass die Rechnung dann nach der Wahl präsentiert wird, aber eines zeigt diese Politik dann doch: es gibt eine Alternative zur Dominanz der Exportwirtschaft. Eine Veränderung der Wirtschaftsstruktur hin zu einem starken Binnenmarkt, der die Abhängigkeit von weltwirtschaftlichen Einflüssen reduziert - eine Option, die bedauerlicher Weise in der veröffentlichten Meinung keine Rolle spielt.

12:58 17.08.2009
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Geschrieben von

mephisto

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