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Als ich 11 oder 12 Jahre alt war hatte ich eine Freundin. Ihre Hand zu halten war das größte, und wenn ich den Arm um sie legte, war ich der Größte. Klein wurde ich ganz schnell wieder als sie "Schluss machte". Die Stille die danach zwischen uns folgte, war für mich nur schwer zu begreifen und auszuhalten, denn sie ging von Ihr aus. Mein Schmerz verflog kurze Zeit, nachdem ich erfahren hatte, dass sie "Schluss gemacht" hatte, weil ich noch Benjamin Blümchen Kassetten hörte. Das fand ich etwas oberflächlich.





Doch mir wurde auch klar, dass es sich dabei wohl um eine Extravaganz handeln musste, die einen Mangel darstellen konnte. Leider interessierte Musik mich nicht sonderlich, ich mochte Geschichten und die Geschichten, die Musik erzählte verstand ich nicht oder sie waren doof:





Was hört man denn eigentlich. Die ganzen Namen und Richtungen schreckten mich ziemlich ab, alles sehr unübersichtlich. Zum Glück gab es einen Freund, dessen Eltern Musiklehrer waren und der mir auf einer Kirchenfreizeit ein Mixed-Tape vorspielte. So lernte ich Modern Talking kennen und Sting lieben. Der Freund wird sich heute an dieses Tape nicht mehr erinnern, er dürfte dessen Existenz verdrängt haben. Kurze Zeit später widmete er sich dem Crossover. H-Blockx wurden zu dem Zeitpunkt gerade sehr erfolgreich. Wir standen eines Nachmittages in seinem Zimmer und er spielte mir die CD vor. Meine Begeisterung legte sich schnell, als er mir eröffnete, die könne man leider nicht mehr hören, weil alle sie jetzt hörten. Alle, das war nun auch ich.





Benjamin Blümchen hatte sich mittlerweile -vier Jahre später- in die Zimmer meiner Geschwister zurückgezogen, wir haben uns in Freundschaft getrennt. Über Satellit konnte ich "Radio Sputnik" hören, ein Sender des MDR, der mir die Hoffnung ins Radio wiedergab. Was dort täglich veranstaltet wurde, riss die Wolken auseinander und zeigte mir den musikalischen Himmel*. Die Ossis haben mich befreit, musikalisch. Nicht unerwähnt soll hier die Furchtlosigkeit mit der auch neue Bereiche der Comedy** ausgelotet wurden. Hier lernte ich " Moby" kennen. Den meisten dürfte "Why does my heart feel so bad" ein Begriff sein. Moby kann aber mehr.





Moby bin ich bis heute treu geblieben, hat er doch genug Musik gemacht um jede Stimmung zu unterlegen, die Soundtrack für den Tag sein kann. Manchmal liegt sie monatelang auf meiner Festplatte und wird auf meinem MP3-Player durch die Welt getragen, um wenn ich sie brauche, zur Stelle zu sein. Wut, Trauer, Freude, Melancholie, jede dieser Stimmungen und Gefühle kann er in ein Stück gießen, manchal auch mehrere in eins.





Gerade stolperte ich über eine alternative Version eines seiner Musikvideos und dachte, das wäre doch was feines für den Feierabend, anstatt es einfach einzustellen schrieb ich obigen Text. Hier nun beide Versionen des Videos für den Feierabend, das diesem Blog den Titel gab.









*Pop-, und Rockmusik ;-)

** gibt es ein passendes deutsches Wort?

18:18 03.05.2010
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Geschrieben von

merdeister

Ein guter Charakter erzieht sich selbst. - Indigokind - Blogtherapeut
merdeister

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lausemaedchen | Community
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