merdeister
20.10.2012 | 10:04 3

Professor Walach gewinnt 'Das Goldene Brett'

Preis Unermüdliche Arbeit für den Fortschritt in der Pseudowissenschaft kumulierte Freitag Abend in Wien.

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied merdeister

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Es ist der Höhepunkt einer beispiellosen Karriere, die Professor Harald Walach, das kann man neidlos anerkennen, aus dem Nichts erschaffen hat. Dabei war es keine einfache Konkurrenz in diesem Jahr, einem guten Jahr für die Pseudowissenschaft, deren größte Errungenschaft ‘Das Goldene Brett‘ auszeichnen soll. Zu oft bleiben sonst große Entdeckungen in diesem Bereich unbemerkt. Hatte im letzten Jahr noch Peter Arthur Straubinger abgeräumt, dessen Dokumentation über Lichtnahrung bei einigen ZuschauerInnen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte, war in diesem Jahr das Who is Who, die Avantgarde der Pseudowissenschaft, nominiert.

Dieter Broers, ewiger Mahner vor dem kommenden Weltuntergang und Erfinder des Lebensfeldstabilisators, ist Kennern der Szene natürlich ein Begriff. Auch er wäre ein würdiger Preisträger gewesen. Sicher spielte bei der Entscheidung auch eine Rolle, dass unklar ist, ob Herr Broers seinen Aufstieg in die Liga des Lichts nach dem 21.12.12 weiter fortsetzen können wird. Pseudowissenschaft ist eine hartes Geschäft.

Überrascht war die Öffentlichkeit von der Nominierung der Österreichischen Ärztekammer, die ihren Mitgliedern Zertifikate für innovative imaginäre Therapien anbietet. Dabei reicht es nicht aus, Programme in Pastellfarben zu drucken, die Qualitätswächter der Ärztekammer fordern mindestens die Nutzung der Begriffe: Ganzheitlich, sanft, Selbstheilungskräfte, integrativer Ansatz. Standards genössen bei der Kammer einen hohen Stellenwert, so ein Sprecher, egal welche. Der Ärztekammer Österreich kann man nur mehr Erfolg im nächsten Jahr wünschen.

Herr Walach war leider nicht persönlich anwesend und hat eine Kollegin vorgeschickt, die sich für die Nominierung bedankte. Ganz in der Tradition der Pseudowissenschaft erzählte sie einige eher dröge Anekdoten und berief sich auf Goethe und Freud. Feinstoffliche Größe bewies Walach durch seinen Gegenpreis, ‘die silberne Schere’ (im Kopf), der in diesem Jahr an psiram.com ging. Herzlichen Glückwunsch an die Wissenschaftstaliban.

Am Ende hat sich jedoch Professor Harald Walach (Hogwarts an der Oder) in einem hochkarätigen Teilnehmerfeld durchgesetzt. Der Sieg ist verdient und seiner unermüdlichen Arbeit für Pseudowissenschaften zu verdanken. Dabei zeigte Professor Walach seine Begabung nicht nur, als er die Führung von Hogwarts an der Oder (Früher: Europauniversität Viadrina) davon überzeugte, es sei eine hervorragende Idee, ihm die Leitung eines Instituts zu übertragen. Schon vorher hatte er mit der Betforschung ein von vielen Fachkollegen gemiedenes Feld betreten und machte deutlich, dass physikalische Gesetze kein goldenes Kalb sind, um das man tanzt. Stattdessen ging er in bester wissenschaftssäkularer Manier voran und ignorierte, was ihm nicht passte.

An welchem Punkt der Pharmakonzern Heel auf Professor Walach aufmerksam wurde, werden wahrscheinlich nur Nutzer des Kozyrev-Spiegels je erfahren. Die Zusammenarbeit war bis zum heutigen Zeitpunkt fruchtbar für beide Seiten und gipfelte in der Verleihung des “Goldenen Bretts” im Wiener Naturhistorischen Museum. Ohne Heel, soviel ist klar, wäre Professor Walach die pseudowissenschaftliche Karriereleiter nie so weit hinaufgeklettert. Er zeigte sich durch die Postulierung der Schwachen Quantentheorie erkenntlich, bei der es sich um des Professors Meisterstück handelt.

Fachleute und Kollegen haben von der Speerspitze der Aufklärung nichts weniger erwartet. Die Schwache Quantentheorie könnte durchaus das Ende der pseudowissenschaftlichen Forschung bedeuten, denn sie erklärt alles mit nichts. Und damit kennt Professor Walach sich aus.

Zum Weiterlesen:

Näheres zur Preisverleihung gibt es (wahrscheinlich bald) im GWUP-Blog.

Die Laudatio auf den Gewinner hielt Sixtus.

Die Videos der Preisverleihung gibt es hier (folgt).

Ein Dankeschön des alternativen Preisträgers Psira.com.

Der Standard war auch da.

Ein Kommentar im Mathlog.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (3)

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Ehemaliger Nutzer 20.10.2012 | 10:51

Werter merdeister,

während beim einem maskulinem Pferde die Extraktion der Hoden zu einem willfährigen und gehorsamen Reit- und Arbeitstier führt (el Wallach), scheint der Benennung eines Menschen mit dieser Wesenskorrektur eine Hirn- oder Teilhirnextraktion vorangegangen zu sein, als deren Ergebnis eine wallachische Intelligenzstufe erreicht wird. Inwieweit dies mit einer eingeschränkten Ford-pflanzungsaktivität einher kommt ist derzeit noch unbekannt jedoch wünschenswert. Wir werden das pferdfolgen bzw. wallachieren.

Gruß