Druckerzeugnis

Lappen verloren. Ich habe meinen „Lappen verloren“, so sagte man vor der Einführung der europaweit gültigen Hartplastikkarte lässig, falls einem einmal der Führerschein abgenommen wurde.
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Und jetzt ist da doch kürzlich ganz überraschend ein ominöser und zudem „böser Zentrallappen“ aufgetaucht. Im Gehirn. Bei einem Druckerzeugnis von zweifelhaftem Charakter.

Die Universität Bremen veröffentlichte dazu folgendes:

„Die von der BILD-Zeitung am 5. Februar 2013 unter der Überschrift „Hier sitzt das Böse“ verbreitete Nachricht, der Bremer Neurobiologe Professor Gerhard Roth habe als „Sitz des Bösen“ den „Zentrallappen“ ausgemacht, ist falsch und basiert auf einem kompletten Missverständnis von Aussagen in einem Interview. Einen „Zentrallappen“ gibt es gar nicht. Professor Roth und seine Mitarbeiter befassen sich derzeit mit den Folgen frühkindlicher Traumatisierung auf das Gehirn als mögliche Teilursache für späteres kriminelles Verhalten. Es gibt unterschiedliche Typen kriminellen Verhaltens, und diese können mit Störungen unterschiedlicher Zentren des limbischen Systems, unter anderem des unteren Stirnhirns (orbitofrontaler Cortex) aufgrund früher Psychotraumatisierungen in Verbindung gebracht werden.“

Jetzt wurde also dick und fett eines meiner "Hobbythemen" in der BILD abgehandelt und die haben nicht einmal bemerkt worum es eigentlich ging. Jedenfalls wird sich bei mir in Zukunft nun unwillkürlich der Gedanke oder das Bild von einem platten „bösen Zentrallappen“ einstellen, falls ich irgendwie verleitet werden sollte, an dieses großflächig „fehlinformierende“ Druckerzeugnis zu denken.

Es gibt halt so Lappen im Leben, auf die würde manch einer liebend gern verzichten.

13:43 11.02.2013
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Geschrieben von

Meyko

Mein BUCH DES JAHRES 2018 "Happen" wurde durch den weiteren Band "Happen II"ergänzt. (Homepagelink unten - Meyko 2018)
Meyko

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