Demystifiziert!

Terror Ein Kommentar anlässlich der Anschläge in Paris.
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Mehr als 100 Opfer. Mehr als 100 Menschen, die auf doppelte Weise zum Opfer des Terrors geworden sind.
Einmal wurden ihre Körper aus Fleisch und Blut zum Opfer dieser grauenvollen Tat. Zum Zweiten wurden sie unfreiwillig Protagonisten einer Inszenierung des Terrors, wie es der Soziologe Peter Fuchs in seinem Buch über Terror feststellt. Willkürlich ausgewählte Körper instrumentalisiert für eine Mitteilung des Terrors. Diese Willkür ist es, die immer wieder Angst und Fassungslosigkeit verbreitet.

Genauso wenig, wie wir den Terror anhand einzelner Persönlichkeiten aufzählen können - es gibt sie durchaus, die Terroristen, die medial inszeniert werden, jedoch sind auch sie lediglich ein Teil des Ganzen - genauso wenig hat der Terror Ansprechpartner in unserer Gesellschaft. Daher geht es dem Terror nicht um die Individuen. Es kommt für ihn auf möglichst viele Körper an, die getroffen werden und weniger auf die in ihnen lebenden Menschen. Was solch eine Tat noch schrecklicher und vor allem unvorhersehbar macht. In dieser Willkür liegt der große Schrecken.
Diese Angst und Unsicherheit ist es, die der Terror als seine Macht begreift. Diese Kraft gilt es zu durchbrechen.
Es ist auch Aufgabe der Medien, Terror und dessen einzelne Gesichter keinem Mythos gleichkommen zu lassen, wie es in der Vergangenheit der Fall war.

Terror richtet sich gegen eine Gesellschaft. Und, ob es uns gefällt oder nicht, er ist auch immer ein Teil von ihr. Er steht nicht nebenan, sondern ist mittendrin. Und Terror ist auch kein islamisches Problem. Solange wir das denken, werden wir dieses System weder begreifen, noch bezwingen können.
Und genau dieser Terror ist es, vor dem Tausende Flüchtlinge zu uns fliehen. Um in Sicherheit zu sein.

21:31 14.11.2015
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