MH277

Schreiber 0 Leser 0
Avatar
RE: Wer weiß noch, was ein Reifezeugnis ist? | 13.10.2012 | 15:48

Ich habe zwar auch schon gehört, dass es westlich der Elbe durchaus üblich sei, die Uni als Heiratsmarkt zu betrachten, aber die verschwinden dann ja meist nach ein paar Semestern und gehen dann vielleicht als Hausfrau den Lehrern und Erziehern auf die Nerven, weil sie ja Pädagogin sind. (In dieser Rolle hab ich schon einige kennen gelernt.)
ist Für Berlin ist die These, dass jeder mit Abitur Grundschulehrer werden kann absoluter Unfug. Der NC lag in den letzten 15 Jahren immer um die 2 herum, zur Zeit ist er selbst bei Grundschulpädagogik bei 1,7. Hinzu kommt noch der NC für das Erstfach, das übrigens komplett gemeinsam mit Studienrats- und Masterkandidaten absolviert wird. Ob ein gutes Abitur allein für einen Beruf ausreicht, ist eine andere Frage. Das gilt aber sicher auch für Ärzte oder Ingenieure. http://www.fu-berlin.de/studium/docs/DOC/ncliste.pdf?1348472793
Das einzige, was man wohl aus der Studie herauaslesen kann ist, dass es besser ist, wenn Lehrer nicht fachfremd unterrichten. Aber in der Spitzengruppe sind nun mit Sachsen und Thüringen Länder, in denen viele Lehrerinnen statt an der Uni am IFL ( einer Art Fachschule) ausgebildet sein dürften. Ach und verbeamtet sind die auch nicht. Trotzdem halte ich die akademische Ausbildung für alle Lehrer für absolut erforderlich - auch wenn ich im Alltag das Fachwissen aus der Uni nicht unbedingt brauche. Diese ständige Abwertung von Grundschullehrern und Erziehern - nicht zuletzt durch Studiendirektoren oder durch die Politik (Schleckerfrauen, Langzeitarbeitslose zu Erziehern...) nervt aber ungemein - und schreckt vermutlich auch engagierte Leute ab.

RE: Wer weiß noch, was ein Reifezeugnis ist? | 13.10.2012 | 15:48

Ich habe zwar auch schon gehört, dass es westlich der Elbe durchaus üblich sei, die Uni als Heiratsmarkt zu betrachten, aber die verschwinden dann ja meist nach ein paar Semestern und gehen dann vielleicht als Hausfrau den Lehrern und Erziehern auf die Nerven, weil sie ja Pädagogin sind. (In dieser Rolle hab ich schon einige kennen gelernt.)
ist Für Berlin ist die These, dass jeder mit Abitur Grundschulehrer werden kann absoluter Unfug. Der NC lag in den letzten 15 Jahren immer um die 2 herum, zur Zeit ist er selbst bei Grundschulpädagogik bei 1,7. Hinzu kommt noch der NC für das Erstfach, das übrigens komplett gemeinsam mit Studienrats- und Masterkandidaten absolviert wird. Ob ein gutes Abitur allein für einen Beruf ausreicht, ist eine andere Frage. Das gilt aber sicher auch für Ärzte oder Ingenieure. http://www.fu-berlin.de/studium/docs/DOC/ncliste.pdf?1348472793
Das einzige, was man wohl aus der Studie herauaslesen kann ist, dass es besser ist, wenn Lehrer nicht fachfremd unterrichten. Aber in der Spitzengruppe sind nun mit Sachsen und Thüringen Länder, in denen viele Lehrerinnen statt an der Uni am IFL ( einer Art Fachschule) ausgebildet sein dürften. Ach und verbeamtet sind die auch nicht. Trotzdem halte ich die akademische Ausbildung für alle Lehrer für absolut erforderlich - auch wenn ich im Alltag das Fachwissen aus der Uni nicht unbedingt brauche. Diese ständige Abwertung von Grundschullehrern und Erziehern - nicht zuletzt durch Studiendirektoren oder durch die Politik (Schleckerfrauen, Langzeitarbeitslose zu Erziehern...) nervt aber ungemein - und schreckt vermutlich auch engagierte Leute ab.

RE: Nach oben offene Bepunktungsskala | 12.01.2011 | 21:26

Der Artikel formuliert aus,was ich und auch viele Kolleginnen und Kollegen schon eine Weile ahnten. Im Grundschulbereich kommt noch hinzu, dass offenbar in der Regel vergessen wird, dass Lehrer/-innen studierte Leute sind und keine Kleinkinder.
Dieser ganze pseudowissenschaftliche Firlefanz, der sich zudem alle 10 Jahre komplett ändert, geht mir schon seit dem Studium auf die Nerven. Klafki und Hilbert Meyer fand ich ja noch ganz nett, aber bei Klippert und OpenSpace, Coaching, Supervision und was es da alles für einen Plunder gibt, schüttelt es mich nur. Da lob ich mir doch ordentliche Dialektik.

RE: Sexueller Missbrauch | 14.03.2010 | 23:07

Das ist eindeutig sexueller Missbrauch, der da geschildert wird. Die Entschuldigung, er/sie wollte ja auch, können - so glaube ich Richter und Staatsanwälte schon nicht mehr hören. Auch typisches Täterverhalten: Dem Opfer ein schlechtes Gewissen einreden, weil das ja schweinisch oder verboten war. Klar, Jungen/Männer sehen sich nicht so gern in der Opferrolle - schon gar nicht als Opfer einer Frau. Die Taten entschuldigt das nicht. Da hat Hermanitou völlig Recht.

Ich hatte vor ein paar Monaten eine Fortbildung zum Thema. Die zitierten Passagen wären meiner Meinung nach als Lehrbeispiel gut geeignet gewesen, alle wesentlichen Punkte von Missbrauch zu beleuchten.

Missbrauch muss vom Gesetzgeber klar definiert sein - wie jedes andere Vergehen auch. Es gibt sicher auch dann Grenzfälle, aber dafür gibt es dann Richter. Die ganze Debatte von Definitionsmacht (hier "Erleben des Kindes" usw. bringt da nix- weder in der einen noch in der anderen Richtung.

RE: Erhellende Diskussion mit dunklem Zuschauerraum | 23.01.2010 | 20:46

Ich bezog mich auf Ihren Blogeintrag über mir. Genau wie sich meine Vermutung über das Auftreten von Frau Kaiser sich auf andere Auftritte von ihr bezog. Was Sie beim Salon dazu gesagt haben, weiß ich nicht, ich habe es nicht geschafft, zu kommen. Durch Ihre Äußerung da oben konnte dieser Eindruck aber durchaus entstehen.
Wie gesagt halte ich den Umgang der Brandenburger Linke-Spitze für nicht aufrichtig, weil hier einerseits Sündenböcke kreiert, andererseits SED-Funktionäre geschützt werden. Ehrliche Aufarbeitung sieht anders aus.
Danke für die Antwort, ich wäre als treuer Freitag-Leser und Gärtner-Fan wirklich erschüttert gewesen.

RE: "Rädchen im System" | 23.01.2010 | 14:07

Also um weiteren Missverständnissen vorzubeugen:

Auch ich halte es nicht für erforderlich, dass Aufarbeitung über die Bild-Zeitung erfolgen muss. Im Gegenteil, ich finde, dass diese Hexenjagd von den Problemen des Landes ablenkt und deshalb beendet werden muss.

Frau Kaiser ist aber vorzuwerfen, dass sie sich genau an dieser beteiligt. Statt ihre Kollegen zu verteidigen oder gar nichts zu sagen, hat sie diese Kampagne noch durch diverse Interviews angeheizt - wohl in der Hoffnung, dass wenn es sich auf Einzelpersonen konzentriert, sie und die Partei Ruhe vor kritischen Fragen haben. Das macht mich gerade eben in der Politik stutzig, wenn eine Partei eigene Leute so schnell fallen lässt. Abgesehen finde ich ihre Legendenbildung um ihren "offenen Umgang" mit der Vergangenheit durchaus peinlich. Warte schon darauf, dass sie die Parteihochschule an der sie tätig war als Widerstandsnest verkauft. Finde der Herr Diestel hat das irgendwo, glaub im Spiegel ganz gut auf den Punkt gebracht ("Stasi jagt die Stasi" oder so ähnlich war die Schlagzeile).

An Grundgütiger:
Meine Äußerung über Parteisekretäre bezog sich darauf, dass Frau Stobrawa scheinbar einen Kollegen im Rahmen einer Zersetzungsmaßnahme verpetzt hat, weil er den Parteisekretär Arschloch und Parteiversammlungen Zeitverschwendung genannt hat. Das war im Jahre 1988 nun selbst in "systemnahen" Kreisen kein Geheimnis, dass sich auf gewissen Posten in der DDR nicht immer die charakterstärksten Menschen befanden. Was dann eben zwangsläufig zu diesem Befehlsempfängerverhalten und dem Muff führte. Ich glaube, Sie interpretieren da zu viel hinein.
Vor Ihnen als jemanden, der für seine Überzeugung auf eine Karriere verzichten musste, habe ich größten Respekt. Einig sind wir uns scheinbar in dem Punkt, dass Leuten, die sich für wirklich für eine bessere Welt engagieren, Anerkennung gebührt. Auch dann, wenn sie sich manchmal irren.

RE: Erhellende Diskussion mit dunklem Zuschauerraum | 22.01.2010 | 23:09

Herr Augstein, mich erschüttert persönlich am meisten, dass sie sich vor Kaisers Karren spannen lassen und auf den zum Sündenbock Auserkorenen auch noch einprügeln.

Hoffmann wurde wochenlang von der versammelten Presse gejagt, nach kurzer Zeit beteiligte sich die Partei auch daran - voran natürlich die Leute, die schlimmere IM-Geschichten und vor allem hohe Funktionen in der SED zu bieten hatten und diese allesamt nicht freiwillig offen gelegt haben.
Seine Äußerungen vor der Presse mögen in dieser Situation nicht ganz so aalglatt und eingeübt gewesen sein wie die von Kathrin Kaiser, aber das ist ja wohl nicht der wesentliche Punkt - oder?

RE: "Rädchen im System" | 22.01.2010 | 21:14

Soweit ich informiert bin, wurde Frau Kaiser nach ihrer Wahl in den Bundestag enttarnt. Deshalb konnte sie das Mandat nicht antreten. Mitnichten hat sie sich frühzeitig bekannt.

Mit anderen Worten: IM Kathrin lügt.

Besonders infam ist, wie nun Hoffmann und Adolph zu Sündenböcken gemacht werden. Besonders brisant dabei: Sie sind so ziemlich die einzigen ihrer Altersgruppe in der Fraktion, die nicht SED-Kader waren, also nicht an der Parteihochschule, Parteisekretär, Schulleiter, Rat des Bezirkes usw. waren. Besonders interessant ist, dass die Funktionäre Stobrawa und Scharfenberg(man könnte auch SED-Bonzen sagen) geschützt werden, während der Außenseiter und potentielle Querulant Hoffmann sofort freigegeben wird (über Frau Adolph weiß ich wenig, Herr Hoffmann wurde ja in dieser Zeitung bereits m.E. zutreffend charakterisiert).

Wenn wir schon bei differenzierter Bewertung sind: Ich finde auch, es ist ein Unterschied, ob man als idealistischer Schüler oder Soldat für den Verein gearbeitet hat, als wenn man selbiges als Funktionär tut.

Abgesehen davon war die politische Lage in den 80ern anders. Dass Parteisekretäre in der Regel Arschlöcher waren, war damals ja wohl allgemein bekannt. Jemanden deswegen zu verpfeifen, ist nicht nur moralisch verwerflich, sondern zeugt auch von Mangel an politischen Urteilsvermögen.

Ich hoffe, dass Frau Kaiser diesbezüglich gestern von Herrn Augstein auch kritische Fragen gestellt wurden - dieser Text hier könnte von ihrem Pressesprecher stammen - hat mit dem Journalismus, für den ich den Freitag und Herrn Augstein schätze, aber wenig zu tun.