RE: Hat das was mit links zu tun? | 12.07.2017 | 15:27

Dass die Inhalte, die etwa SPD und Grüne aktuell vertreten, sich nicht ausreichend vom status quo abgrenzen, finde ich auch. Das belegt aber nicht die Unmöglichkeit eines Wandels von innen, sondern allenfalls die politische Unentschlossenheit der Spitzen von SPD und Grünen. Durch personelle Erneuerung, Druck durch zivilgesellschaftliches Engagement und Druck durch innerparteiliche Kritik kann sich selbstverständlich auch die Ausrichtung von Parteien ändern.

Wie radikal der Wandel ist, den ein Regierungswechsel herbeiführt, ist aber immer auch eine Frage der gesellschaftlichen Zustimmung. Nur ein Zusammenspiel von gesellschaftlichen Forderungen und der Bereitschaft der Politik, diese umzusetzen, kann einen erfolgreichen und nachhaltigen Wandel in Gang setzen.

RE: Hat das was mit links zu tun? | 12.07.2017 | 12:32

Großbritannien ist - wie Deutschland - eine Demokratie, in der Wandel von innen heraus möglich ist, wie die Bewegung um Jeremy Corbyn zeigt. Corbyn ist ja auch keineswegs ein militanter Haudegen, sondern der gewählte Oppositionsführer in einem parlamentarischen System. Auch ich fände es sehr wünschenswert, wenn es ihm gelänge, seine Ziele durchzusetzen!

In Demokratien wie Großbritannien oder Deutschland also, in denen Wandel von innen ohne Gewalt möglich ist, lehne ich die Gewalt ab. Sie nutzt niemandem und, wie man sieht, sorgt sie sogar dafür, dass nachher nicht über die Anliegen der G20-Kritiker gesprochen wird, sondern nur darüber, wie man "Linksterrorismus" besser bekämpfen könnte.

Dass gewaltsamer Protest in autoritären Staaten, in denen auf friedlichem Weg kein Wandel möglich wäre, unter Umständen eine Option sein kann, darauf können wir uns wahrscheinlich einigen. Die Bundesrepublik ist aber kein autoritärer Staat, sondern eine Demokratie. Hier ist Gewalt grundsätzlich abzulehnen!