micha74

Muss ich?
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RE: Politik als Farce | 27.09.2009 | 23:26

@sachichma

Meine Antwort war an alle gerichtet, habe mich beim Kommentierbutton vertan ....

RE: Politik als Farce | 27.09.2009 | 23:24

Das käme auf den Versuch an, glaube ich. Keine Ahnung, was passiert, wenn die MLPD 50 % bekommt.

Wenn wir in Geschichte auf die Nachkriegsdemokratie zu sprechen kommen, gibt’s auch immer dieses Argument, dass sich ja nichts ändert, egal wie man wählt. Ich sage dann immer „OK – Stimmt“ (Stimmt natürlich nicht wirklich) „ Aber die Wähler haben das so gewollt.“ In Deutschland stimmen auch 2009 ca. 70 % der Wähler für CDU/ CSU, SPD und FDP und damit ganz klar für die Grundlinie dieses Staates. Das muss niemand mögen, aber zu Kenntnis nehmen.

Man kann natürlich den Wählern Verblödung vorwerfen oder an Verschwörungen aller Art glauben oder was auch immer. Aber Anderen abzusprechen, was man sich selbst natürlich zutraut, nämlich eine Wahlentscheidung nach eigener politischer Überzeugung zu treffen, halte ich zumindest für fragwürdig.

Micha74

RE: Politik als Farce | 27.09.2009 | 18:47

Hallo!

Tja, die Qual der Wahl. Daran ändert sich leider auch nichts, wenn man älter wird. Eher im Gegenteil. Das Problem ist vielleicht, dass wir alle (oder besser die meisten von uns) sich ganz gern vertreten lassen, statt selber was zu tun. Und die Parteien bieten sich nur zu gern als Lösungstrupp für alles an. Als ich 18 war, 1992, war für mich immer klar, was ich wähle, 'türlich links. Habe mich dann immer diebisch gefreut, wenn Wahlforscher mühsam erklären mussten, warum dass sture Volk jenseits der Elbe nicht kapierte, wie man richtig wählt. Wahlprogramme? Personen? Hat mich nie interessiert. Die große Linie war ja klar. Heute bin ich da skeptischer, hinterfrage mehr, schau mir an, was leisten die eigentlich, z.B. in Berlin und in Schwerin. Naja – wirklich beheimatet fühle ich mich da nicht mehr. Aber –nicht wählen kann ich auch nicht, Also …

Und die böse Jugend? Na die ist doch immer die schlechteste Jugend aller Zeiten. Ich sehe da keine Unterschiede.

soweit

micha 74

RE: Freie Schule - eine Illusion! | 12.09.2009 | 23:11

Towarisch!

Ein Gespenst geht um in Deutschland ...*

Jetzt haben Sie mich doch noch überrascht. Eine richtige Antwort, fast ohne Sticheleien. Nun, der Candide den Sie mir andichten wollen, bin ich nicht. Sehen Sie, es ist nur so. Ich mag mich einfach nicht mit allgemeinen Feststellungen abspeisen lassen.

Zur Freiarbeit: Schwierig! Das Kleben, Laminieren, Basteln etc. kenne ich auch (Brauchbares Material ist immer noch rar.). Ich stimme Ihnen zu (wenn ich Sie da richtig verstehe): Freiarbeit ist immer in Gefahr, wie GA und PA und und und und, zum bloßen Symbol zu werden. Freiarbeit der Freiarbeit willen. Weil es so reformpädagogisch ist. Und ja, FA steht bei uns nicht zur Disposition. Warum Freiarbeit? Für mich ist FA kein Lernwundermittel. Nein, es geht um andere Aspekte. In meinen Augen ist es so: Die FA versetzt die Schüler in eine Situation, dich sich vom normalen Unterricht deutlich unterscheidet: Im Idealfall einer gelungenen FA (Ob dies an staatlichen Schulen erreicht wird? Ich habe da meine Zweifel.) wird dem Schüler ein hoher Grad an Eigenständigkeit abverlangt. Da FA bei uns meist längerfristig verläuft, muss der Schüler lernen, sich zu organisieren. Er muss mit anderen Schülern kooperieren. Er soll Aufgabenstellung und Lösungsweg selbständig verstehen bzw. finden. Nun kann man da einwenden, dass all dies auch an der normalen Regelschule organsiert werden kann. Richtig! Theoretisch ja . Nur geschieht es praktisch kaum. Dis ist für mich der Vorteil einer Freien Schule. Sie gibt einen Rahmen vor, der solche Organisationsformen nicht als Ausnahme sondern als Normalfall ermöglicht. Wenn Schüler sich nach richtigem Unterricht sehnen, liegt dies, mit Verlaub, an der Qualität der FA.

Ich bin gern an einer Freien Schulen, weil ich da das Gefühl habe, dass wenigstens noch um pädagogische Fragen gerungen wird. Dass Lehrer wirklich Lehrer sein wollen und Schüler als Menschen wahrnehmen und nicht als Störfaktor auf dem Weg zur Verrentung.

Zum Einfluss des Neoliberalen. Ich sehe das halt genau anders herum. Wenn irgendwo unreflektiert Lehrpläne runter geschrubbt werden, dann an der staatlichen Schule. Meine Erfahrung (z.B.: im Referendariat) ist, dass es an staatlichen Schulen schlicht keine Reflexion über Sinn und Inhalt von Unterricht gibt. Ist vielleicht in den „alten“ Bundesländern anders. Ich mag auch im Staat keinen Garanten für die Verteidigung der Bildung gegen den Einfluss des Neoliberalen sehen. Denn dieser Staat ist selbst und wird immer mehr neoliberal.

*die Einheitsschule: Woran sollte ich das bemerkt haben? Weil es sich aus Ihrer Totalkritik am Schulwesen einfach logisch ergibt? Egal. Zumindest hier also eine klare Übereinstimmung. Schön!

So aus reinem Interesse: Sind Sie für Zentralprüfungen bzw. ganz allgemein für/ gegen Zensuren, Prüfungen (siehe auch Versetzungen), Abitur als Zugangsberechtigung für Studium?

Schönes Restwochenende wünsche ich!
Micha74

RE: Freie Schule - eine Illusion! | 12.09.2009 | 17:54

und die Antwort zu DEERRR Frage? (wenn Sie sich schon zum Rest (wierder mal) nicht äußern)

micha

RE: Das Potenzial einer demokratischen Selbstreformschule | 12.09.2009 | 00:49

Zur Implementierung:
Da bin ich jetzt enttäuscht. Dass die Schule in erster Linie hörige Sklaven für die Industrie bereitstellt, ist ja hier bei vielen Bloggern ausgemachte Sache. Und wenn ich diesen Sachverhalt nicht sehe, bin ich also naiv? Also Sie können es zwar weder erklären noch sonst wie belegen, aber der Sachverhalt ist so eindeutig, dass sogar ganz verbohrte Idealisten wie ich es verstehen müssten. Richtig? Irgendwie nicht überzeugend.

zum Duce: Lächerlich finde ich die Verstrickung Maria Montessoris im italienischen Faschismus mit Sicherheit nicht. Dies nun aber als Argument gegen Feie (Montessori) Schulen ins Feld zu führen, ist demagogisch. Dass Montessori (zu) lange glaubte, im Duce einen Gefolgsmann zu sehen, dass sie gegenüber den „Verheißungen“ der Faschisten anfällig war, kann und muss man ihr vorwerfen. Klar ist aber auch, dass Montessori 34 das Land verlassen musste, dass ihre Schulen in Italien und später Deutschland geschlossen wurden. Wichtiger noch: Spiegeln sich in der Montessoripädagogik offen oder versteckt faschistoide Weltbilder oder Erziehungsziele? Ich wüsste nicht welche. (Ok ich habe bloß an so einer Ossiklitsche Geschichte studiert, liegt wohl daran) Alle wesentlichen Bestandteile faschistischer Erziehung spielen bei Montessori keine Rolle. Sie sehen dies sicher anders, wie haben Sie es dann 15 Jahre da ausgehalten?

Migranten haben wir sehr wenig. Könnten kommen, trauen uns wohl aber nicht …
Keine Oberschicht
Mittelschicht ja (leicht überproportional schätze ich)
ALG Bezieher entsprechend der Struktur im Osten (In Leipzig offiziell 15 Prozent) Unterstüzung über den Staat. Problem?

Ein Aussieben nach Noten (im Kindergarten?) oder gar sozialer Schicht gibt es aus Prinzip nicht.
sihe Kennenlern Tage, Gespräche, Geschwisterkinder

Die genannten Phänomene gibt es sicherlich, wie überall. Was hat das mit der Diskussion hier zu tun?
Ziemlich junges Kollegium, Relevanz?

Das Gehalt orientiert sich bei kirchlichen Trägern am Staat, der es letztlich auch bezahlt. Wieder: Wo ist das Problem?

Zur Freiarbeit: Mag sein, dass es ein „alter Hut“ ist, aber dass Freiarbeit an der staatlichen Schule vergleichbar einer Montessorischule stattfindet, halte ich für die völlige Ausnahme. Klar wird jetzt auch an staatlichen Schulen auf Freiarbeit gemacht. Nur dafür braucht es Material, Raum und Zeit. Mal irgendwo ne Freiarbeit einzuschieben, ist für mich nicht vergleichbar mit 8 Stunden FA jede Woche bei uns. Von den Materien und dem Know-How mal ganz zu schweigen. Insofern, ja ich halte dies für das Besondere unserer Schule.

Gut, habe jetzt, glaube ich, alles beantwortet. Vielleicht bekomme ich als Gegenleistung auch ein paar Antworten? Siehe Beiträge weiter oben.

Ihnen mag meine Einstellung naiv erscheinen, damit kann ich leben. So lange wie sie hier bei Allgemeineplätzen bleiben und mit Schlagwörtern um sich schmeißen, habe ich keinen Grund, die Dinge zu vertiefen. Sie vermeiden es beharrlich, ihre Thesen irgendwie zu untermauern, von Belegen ganz zu schweigen. Diese Art „über den Dingen zu stehen“ und die Andersartigkeit von Erfahrungen und Meinungen Andersdenkender auf deren Mangel an Verständnis der ganz großen Zusammenhänge +natürlich Naivität zurückzuführen, ist mir allzu bekannt. Heute langweilt mich sowas bloß noch.

Also – Überraschen Sie mich doch bitte mal. Sie sind dran mit Antworten und auch wenn es ganz schwerfällt: Mich interessiert das Detail, den Rest habe ich schon tausendmal gehört.

Micha 74

RE: Das Potenzial einer demokratischen Selbstreformschule | 10.09.2009 | 22:29

@ wwalkie

Tja - da haben Sie mich jetzt erwischt. Ignoranz ärgert mich wirklich gewaltig, auch nach 20 Jahren Wende bin ich nicht cool genug, dass mit oberschlauer Rhetorik zu kaschieren. Und ich erinnere Sie an Ihren Vater? Sogar bis in die Diktion?

Nachprüfen kann ich das natürlich nicht. Ist auch egal, weil es nix zur Sache beiträgt, aber es klingt natürlich schön. Und immer weiter wie im ersten Text, immer schön von oben herab. Auch sonst, viel Empörung: Beweise keine. Sie wissen doch gar nicht, wie viel Harz IV Empfänger wir haben. Auch egal. Hauptsache dialektisch.

Dass Montessori und der Duce erst am Ende kam, hat mich gewundert, dass hätte ich Ihnen gleich am Anfang zugetraut. Soll ich jetzt gegen diese Lächerlichkeit argumentieren? Erscheint mir eigentlich sinnlos. Ihre Meinung steht fest. Bei Bedarf aber gern. Ich muss da unsere Konservativen im Osten denken, die immer gegen das gemeinsame Unterrichten sind, weil das ja auch die böse DDR gemacht hat.

Freie Ersatzschulen sind nicht frei(er): Erklärung? Keine.

Staatsknete ist böse? Warum das jetzt? Erklärung? Keine.

Schulen in kirchlicher Trägerschaft= böse. Warum? Nix.
(Sie machen mir selbst einen recht religiösen Eindruck ...)

Zitat:
„Von Bachelors und Mastern und militärstrategisch aufgestellten Bildungseinheiten unter straffem Kommando, nach denen Schulen genannte Schulleiter in permanent kontrollierter Autonomie die Ziele der Wirtschaft implementieren, will ich seitdem nichts mehr hören“

Ach bitte können sie einmal nur EINMAL konkret werden? Bitte! BEWEISE!!! Ich würde gern wissen, wo ich Ziele der Wirtschaft implementiere?

Zitat:
„Und so wie Sie die marxistischen Durchblicke nicht mehr hören und lesen können mag ich es nicht mehr, zum X-ten Male von den ach so positiven "Gegenentwürfen" der Schulreformusbewegung(en) zu lesen, von der deren Kritiker ja keine "Ahnung" haben. Ach, junger Mann, wenn Sie wüsten ...“

Sorry ich weiß nicht! Ach bitte lassen Sie mich trotzdem an Ihrer Erfahrung teilhaben.

micha74

RE: Der gute Lehrer – ein Phantom? (1) | 10.09.2009 | 01:59

„h.yuren schrieb am 09.09.2009 um 19:58
lieber bw, "Dennoch brauchen wir ein konkretes Bild, was ein guter Lehrer ist bzw. was guter Unterricht ist bzw. sein könnte."
sagst du, und ich werde nun mal versuchen, was sich machen lässt:“

Na endlich denkt man, doch dann wieder nichts. Nur Rhetorik und Zurschaustellung.
Was soll das?

Krönend die Feststellung zum Manhattan Projekt:
Stimmt natürlich - Ohne Schule keine Atombombe. Und? Ohne Schule auch kein Nutella, kein TV Müll, keine krebserregenden Farbstoffe, kein Weisichnichwasfüreinteufelszeug …

OHNE SCHULE KEIN FREITAG!!

Langsam packt mich das Grauen. Wer weiß denn, welchen Mist einer /viele meiner Schüler an unserer Schule der Marsianer (wir sollten nicht die Marsianrinnen vergessen)in Zukunft verzapft, nur weil ich ihn (und warum eigentlich nicht auch sie) nicht abhalten konnte (nicht wollte). Vielleicht habe ich Glück und er wird nur Blogger (Bloggerin) im Freitag, da kann er (sie) keinen Schaden anrichte, oder doch???

micha

RE: Das Potenzial einer demokratischen Selbstreformschule | 09.09.2009 | 21:56

@wwalkie

Besten Dank für die gönnerhafte Belehrung, war mir alles gaaaanz neu.

Sie haben zwar keine Ahnung von( Freier) Schule, aber das brauchen sie bei Ihrem Überblick natürlich auch nicht. Dass Freie Schulen seit Jahrzehnten Gegenentwürfe liefern - Schnurz! Im großen Malstrom der Geschichte unbedeutend und sinnlos. Dass optimistische Bürger versuchen (mit Erfolg), sich dem Bildungswahnsinn dieses Staates (der Industrie) zu entziehen Realitätsfremder Idealismus.

Hier ein paar schlaue Sätzchen in die Runde werfen, was soll das? Können Sie mal konkreter werden? Wie viel freie Schulen sind denn schon geschluckt wurden? Woran erkennen Sie, dass bald weitere Schulen folgen werden. Wenn es geht bitte mit Name und Adresse. Woran (bitte wieder an Beispielen) machen Sie fest, dass Freie Schulen gar nicht so frei sind. Oder haben Sie dafür gar keine Belege? Is das alles nur Gedankengebäude aus dem Ideologie- und Schwafelbaukasten.. Für alle und alles anwendbar. Bildung, Wirtschaft, Emanzipation, Umwelt … Kein Problem, passt immer. Das große Ganze immer im Blick.

Auf der einen Seite immer dieser moralische Apell, die ganz große Forderung. Und die Kinder von heute, morgen und übermorgen? Lohnt es sich nicht für die zu streiten und sich zu engagieren? Auch wenn dies das System nicht änder wird? Wo soll den die kritische Masse von Menschen herkommen, die uns dereinst in die lichte Zukunft führt?

Was ist denn ihr Masterplan für unser Bildungssystem im Hier und Heute? Abwarten und Teetrinken und mit paar Texten die Revolucion herbeischreiben?

Mit Hoffnung auf Antwort meiner diversen Fragen, verbleibe ich freundlichst …

Micha74

RE: Das Potenzial einer demokratischen Selbstreformschule | 09.09.2009 | 18:23

@ h.yuren

Ich habe da nix falsch verstanden. Ich kann nur mit dieser Einstellung "Wenn nicht alles gleich geht, bringst alles nix." einfach nichts anfangen.

Was dir vorschwebt in allen Ehren, aber was geschieht bis dahin? "Kinderhaus" - übrigens eine DER zentralen Ideen von Montessori.

Alleinseligmachend? Ja mein Gott! Wenn DAS der Anspruch ist, tja dann wird es wirklich schwierig. Ich glaube auch nicht, dass Schulen immer Abbild der wichauchimmerbösen Gesellschaft sind. Auch da gibt es genügend Schulen, die sich Strukturen und Aussortierungsmechanismen entziehen. Die staatlichen Schulen werden dies, jedenfalls in absehbarer Zeit, jedenfalls nicht leisten.

Und letztlich. Bitte: Warum nicht mal selber anfangen? Bürgerinitiative gründen, Schule gründen, zumindest darüber diskutieren. Möglichkeiten im hier und jetzt ausloten.
So weit

micha