Das Edle der Wichsvorlage

Sexhefte Manch Reisender macht auf dem Weg zum Flughafen Tegel noch Stopp im Manolito Erotica. Hier gibt es gebrauchte Sexhefte zu kaufen, die einen in eine andere Zeit versetzen

Immer wieder hört man im Zusammenhang mit Taxifahrten zum Berliner Flughafen Tegel Bemerkungen über „diesen Laden“, eine Bude eher, da auf der Brücke hinter der Beusselstraße, der „Sonderangebote, Privatsammlungen“ verkauft und die Neugierde des Reisenden geweckt hat, vielleicht auch ein etwas feuchtes Sehnen nach einer Vergangenheit, in der es noch kein YouPorn gab, sondern Sexy und Schlüsselloch und Praline, und man noch den vulgären, aber korrekten Begriff der Wichsvorlage im Munde führte. Wichsvorlagen, die freilich den Reisenden für einen Moment in eine andere, gleichsam handgreiflichere Zeit hineinführen und so – was für eine schöne Täuschung (aber ist nicht alle Kultur Täuschung?) – etwas Rührendes, ja Edles gewinnen.

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Geschrieben von

Michael Angele

Ressortleiter „Debatte“

Michael Angele, geb. 1964 in der Schweiz, ist promovierter Literaturwissenschaftler. Via FAZ stolperte er mit einem Bein in den Journalismus, mit dem anderen hing er lange noch als akademischer Mitarbeiter in der Uni. Angele war unter anderem Chefredakteur der netzeitung.de und beim Freitag, für den er seit 2010 arbeitet, auch schon vieles: Kulturchef, stellvertretender Chefredakteur, Chefredakteur. Seit Anfang 2020 verantwortet er das neue Debattenressort. Seine Leidenschaft gilt dem Streit, dem Fußball und der Natur, sowohl der menschlichen als auch der natürlichen.

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