Michael Angele
Ausgabe 0116 | 07.01.2016 | 06:00 29

Ein Krampf

Tabu Wie gefährlich ist Adolf Hitlers Buch „Mein Kampf“?

Wir stehen am Ende einer Welt, die zutiefst vom Buch geprägt ist. „Gutenberg-Galaxis“ hat der Medienphilosoph Marshall McLuhan diese Welt einmal genannt. In ihr ist ein Buch nicht einfach ein Träger von Schriftzeichen, sondern mehr, nicht selten ein Fetisch. Und umgekehrt ein gefährlicher Gegenstand, den man konkret oder auch nur in Gedanken besser nicht „berührt“. Adolf Hitlers Buch Mein Kampf wurde nach dem Ende der Nazidiktatur mit einem solchen Tabu belegt. Im Land der Täter war zwar nicht der Besitz, aber der Nachdruck verboten, was mit dem Urheberrecht begründet und aus nachvollziehbaren Gründen von den Opfern begrüßt wurde.

Dieses Recht endete nun gut 70 Jahre nach dem Tod des Autors Adolf Hitler. Gleichwohl soll auch künftig ein Nachdruck verboten werden, begründet wird das Verbot jetzt aber mit der Verbreitung verfassungsfeindlicher Propaganda und Volksverhetzung. Und so kommt diese Woche erst einmal eine kommentierte Ausgabe des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) in den Handel. Wir werden berichten.

Es gibt allerdings längst eine „subversive“ Erzählung zu diesem Verbot, sie lautet: Wer will, kann Mein Kampf im Internet auf Deutsch lesen. Aber wer wollte das bisher überhaupt? Etwas grob gesagt: Wissenschaftler und Neonazis. Während die Wissenschaft ihrem Geschäft nachging, ist von einer Wirkung des Buchs auf die rechtsextreme Szene nichts bekannt. Wie auch? Es ist so wenig eine Bombe wie irgendeines, sondern besonders öde, wenngleich es diese Art von Büchern, halb Autobiografie, halb Weltanschauungstraktat, tausendfach gab. Es hat einzig durch die schreckliche Karriere seines Autors eine Bedeutung erlangt. Aber diese Karriere wäre ohne das Buch nicht anders verlaufen.

Bis heute ist noch nicht einmal ganz klar, warum Hitler es während seiner Haft 1924 überhaupt geschrieben hat, nicht der geringste Grund war wohl: Geldnot. Hitler selbst sah sich jedenfalls als Redner, nicht als Schriftsteller, einer, der dem geschriebenen Wort im Unterschied zum gesprochenen nur eine geringe Wirkung auf die Massen zutraute; darin kannte er sich aus, bis heute sind die einzig interessanten Stellen in seinem Buch jene, die von der Propaganda handeln. Dennoch wirkt Mein Kampf im kollektiven Bewusstsein als gefährliches Buch weiter. Bedroht wird ein solcher Nimbus durch die Parodie.

Das gefährlichste Buch am Beginn der Gutenberg-Galaxis ist darum nur scheinbar paradoxerweise ein Buch, das einen das Lachen lehren soll: der zweite Teil von Aristoteles’ Poetik, der von der Komödie handeln soll. Wer es lesen will, bezahlt mit dem Tod. Jedenfalls im Namen der Rose ist das so. Umberto Ecos historischen Krimi hat man im Unterschied zu Mein Kampf verschlungen, das zwar in der Nazizeit nicht ungelesen blieb, aber millionenfach nur angelesen wurde.

Daran wird sich nichts ändern. Aber man kann auf ein spannendes Buch verweisen, das die Lektüre des öden ersetzt: „Mein Kampf“. Die Karriere eines deutschen Buches von Sven Kellerhoff, letztes Jahr zu früh erschienen. Es hat seine massenhafte Lektüre verdient. Nicht nur erspart es durch eine genaue Nacherzählung des Inhalts den Direktkontakt mit dem Original. Es erzählt auch seine Schicksale. Unter anderem war schon um 1930 herum eine Parodie geplant. Der Titel verstand sich von selbst: Mein Krampf. Dieses Buch von Hans Reimann ist nie erschienen.

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 01/16.

Kommentare (29)

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Ehemaliger Nutzer 07.01.2016 | 08:34

Was sollte schreckliches passieren, wenn jemand dieses Buch liest welches es ohnehin im Internet frei zu lesen gibt? Wir Leben in einem Land wo fast jegliche Perversion erlaubt ist bzw. vermarktet wird. Warum würde niemand auf die Idee kommen einen Karl Marx zu verbieten? Warum ist Pornographie in fast jeglicher auch noch so abartigen Form legal? Haben wir in Österreich wirklich keine anderen "Gefahren" als irgendwelche veralteten Bücher? Werde ich ein Nazi wenn ich die Zahl 88 auf einem Autokennzeichen sehe? Im Mittelalter war man eindeutig weniger abergläubisch wie in dieser modernen "aufgeklärten liberalen" Wsoterik-Welt.

Richard Zietz 07.01.2016 | 10:01

Es ist richtig: Wir reden hier über einen Kultgegenstand – ähnlich etwa wie ein Original-SS-Dolch oder vergleichbare Gegenstände aus dem Graumarkt der NS-Devotionalienwirtschaft. Die gute Frage ist immer: Wo soll man aufhören, wo fängt ein Verbot an, kontraproduktiv zu wirken (und beschädigt eventuell andere Güter wie etwa die Meinungs- und Publikationsfreiheit)?

Die pauschale Abwertung, die mit speziell diesem Buch verbunden ist, kann man sich m. E. gut sparen. Ich geb’s zu: (Auch) ich habe es – internetweise und in einer Passagenlänge von glaube ich ungefähr 50 Seiten – gelesen. In meinen Augen ist der Inhalt durchaus interessant – wenn man ein Faible hat für Cracks, für beschädigte Psychen, für Demütigungen, Entfremdungstraumata sowie darauf begründete ideologische Paranoia mitsamt geschlossenem Weltbild. M. E. wirft MK ein Spotlight auf eine Welt wie in einem Druckkessel – und auf ein Kleinbürgermilieu, dass diese Erfahrungen letztlich ähnlich verarbeitet hat wie der Protagonist, der da schreibt. Genau dies ist jedoch die Gefahr.

Soll das verboten sein bzw. bleiben? Ich denke: Ja. Zum einen, ganz simpel, wegen der Opfer und ihrer Nachfahren. Zum zweiten wegen dem Symbolgehalt, der diesem Buch eigen ist. Wie in den meisten Dingen sind postmoderne Erklärer wie McLuhan da wenig geeignet, den Sachverhalt zu erkennen (sie bewegen sich dazu zu viel bzw. ausschließlich auf der Erscheinungsebene). Politisch gesehen ist MK indess nach wie vor Saurons Lade. Holen wir sie hervor, überlassen wir den Rassisten, den notorischen Menschenfeinden und den (mittlerweile wieder veritabel hervorlugenden) Antisemiten ein nicht unbeträchtliches ideologisches Besteck, dass darüber hinaus Kult-Status genießt.

Wäre das Thema tatsächlich Geschichte, wäre MK ein Zeitdokument – ähnlich etwa wie die Romane des Marquise de Sade. Weil es das nicht ist, ist ein Verbot (leider) weiterhin absolut angebracht. Nicht, weil MK besonders »schlecht« oder »uninteressant« wäre (die Geschichte lehrt: offensichtlich war dies nicht der Fall). Sondern deswegen, weil wir Neonazis und Rassisten nicht auch noch die Waffen an die Hand geben.

Joachim Petrick 07.01.2016 | 13:40

"Im Land der Täter war zwar nicht der Besitz, aber der Nachdruck verboten, was mit dem Urheberrecht begründet und aus nachvollziehbaren Gründen von den Opfern begrüßt wurde."

Das klingt mir irgendwie zu milde, wollten und wollen doch auch jene das Buch "Mein Kampf" weiter als Nachdruck verboten wissen, die nicht direkt Opfer des NS- Verbrecher Regimes waren, die auch als Nachgeborene niemals verstanden haben und verstehen, warum das Buch nicht bereits in der Weimarer Republik auf den Index kam, bzw. als das verstanden und behandelt wurde, was es in Wirklichkeit ist, die ungestüm wüste Selbstanzeige eines gewissen Herrn Adolf Hitler, der Schwarz auf Weiss vollmundig verkündete, dass er Verbrechen gegen die Menschheit planen, organisieren, begehen wollte, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung seines Buches 1924 nicht deutscher, sondern als Asylsuchender mit Duldungsrecht in München noch österreichischer Staatsbürger war.

Nach Vorlage dieses Buches "Mein Kampf" wäre es ein Leichtes gewesen, rechtlich begründet, Adolf Hitler als Asylsuchenden mit Duldungsrecht in München wg. politischer Tätigkeit, Volksverhetzung u. u. , ohnehin rechtskräftig verurteilt wg. versuchtem aber gescheitertem Staatsstreich mit einem bewaffneten Marsch auf die Feldherrenhalle zu München 1923 im Bunde mit dem, völkisch umwölkt unseligen Generalquartiermeister a. D. Erich Ludendorff in Landsberger Haft, begleitet nach Österreich abzuschieben.

Wie soll das gehen, was für ein anmaßender Anspruch, eine kritische Edition des Buches "Mein Kampf" von Adolf Hitler, das in ihren Kernaussagen eine ungestüm wüste Selbstanzeige dokumentiert, Menschheitsverbrechen in Serie von Amtswegen zu planen, zu organisieren, zu exekutieren, den imperialen Angriffs Beutekrieg, den Zweiten Weltkrieg, millionenfache Zwangsarbeit, den Holocaust, die sogenannte "Endlösung der Judenfrage" auf europäischem Boden mithilfe kohabitierend europäischer Staaten binnen 12 Jahren, egal ob Sieg oder Niederlage, abschließend hinter sich bringen zu wollen.

Da braucht es keine Kritiker des Buches "Mein Kampf", da braucht es Ankläger in einem International besetzt posthumen Srafprozess auf europäischem Boden!

Wo sind da die Ankläger im Editions Team, Linguisten, Psychiater als Gutachter, Rechtshistoriker, Religions- und Sprachwissenschaftler, Politiologen, Soziologen, Verfassungs- , Staats- , Verwaltungs- , Finanz- und Wirtschaftsjuristen, denn selbst nach damaligem Rechtsverständnis wäre Hitler mit seiner wüsten Selbstanzeige als Volksverhetzer, Anstifter zu Verfassungs- , Staatsrechts- und Völkerrechtsbruch, Menschheitsverbrechen hinter Gitter gekommen, wenn es denn klagewillige Staatsanwälte in der Weimarer Republik, im beginnenden Dritten Reich mit der noch bestehenden Weimarer Verfassung, trotz Ermächtigungsgesetz 1933, bis 1935 im Deutschen Reich, dazu im und beim Völkerbund, gegeben hätte.

- 1935 trat das Dritte Reich aus dem Völkerbund aus, die UdSSR trat in diesen im selben Jahr ein -

Der bayrische Justizminister hält das Verbot der Veröffentlichung des Buches "Mein Kampf" aufrecht. Dem Editionsteam des IfZ wurden 500 000 € Zuschuss wg. juristischer Mängel entzogen, trotzdem wird die Edition mit dem lapidaren Hinweis aufrechterhalten, der Nachdruck der Edition mit einer ersten Auflage von 4000 Exemplaren sei ja weiterhin mit einem Verbot belegt.

Wie das denn? Die Edition erfolgt, trotz Verbots, der Nachdruck wird dann aber, anders als die Edition, die ja in weiten Teilen notwendig ebenfalls ein Nachdruck ist, strafrechtlich sanktioniert?

http://www.sueddeutsche.de/kultur/debatte-das-absolut-boese-1.2806681?utm_source=Maileon&utm_medium=email&utm_campaign=SZ+ESPRESSO+AM+ABEND+Mi+06.01.2016&utm_content=http%3A%2F%2Fwww.sueddeutsche.de%2Fkultur%2Fdebatte-das-absolut-boese-1.2806681&utm_term=html

Kultur > Debatte - Das absolut Böse
6. Januar 2016, 15:58 Uhr
Debatte
Das absolut Böse
"Mein Kampf": Gegenüber dieser Spottgeburt von Wahn und Mord hört jedes Kommentieren auf - das kann auch eine kritische Ausgabe nicht ändern.
Von Jeremy Adler

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Ehemaliger Nutzer 08.01.2016 | 08:32

Dieses Buch ist gerade für die psychologische Forschung interessant. Meiner Meinung nach mehr noch als für die Geschichtsforschung. Der Autor zeigt in diesem Buch seine extrem kranke und abartige Psyche und wie man als "Psychopath" das Kleinbürgertum beeinflussen kann.

Es gibt unzählige andere ähnliche abartige Bücher auch für "Intellektuelle" (von Karl Marx zum Beispiel) und wen man dieses Buch verbietet, dann bitte auch abartige "Pornoromane" und ähnliches. Es gibt derart viel abartige und kranke Literatur, dass man es kaum mehr erfassen kann.

Bücherverbote haben noch nie etwas gebracht. Angeblich sind wir in der jetzigen Zeit "aufgeklärt". Warum brauchen wir dann Bücherverbote wie im Mittelalter? Muss der Staat wirklich das Kleinbürgertum vor den "Bösen Büchern" schützen?

Sind zum Beispiel die Katholiken vom Glauben abgefallen, weil sie Zugang zu "Bösen"Büchern" haben? Auf der einen Seite soll alles frei sein und dann versucht man mit Methoden wie "Bücherverbrennung" die Masse zu schützen um gleichzeitig auf das "finstere Mittelalter" hinzuweisen. Pharisäertum pur!!!

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Ehemaliger Nutzer 08.01.2016 | 08:36

Genau das ist das Problem. Informationen sollten frei sein damit man sich eben informieren kann. Alles verdrängen und vertuschen hilft niemandem. Wie sollten wir dann aus unserer Vergangenheit lernen können? Waren Lenin, Stalin, Mao und Genossen etwa keine Ideologen welche ihrer Menschenverachtung freien Lauf gegeben haben? Es ist genau wie Sie es sagen. Deutscher Verdrängungsmist bzw. pathologische Angst/Zwangsstörung.

Moorleiche 08.01.2016 | 08:55

Hallo Cuber333.

Der Autor zeigt in diesem Buch seine extrem kranke und abartige Psyche und wie man als "Psychopath" das Kleinbürgertum beeinflussen kann.“

Christian Hartmann, der Mann aus dem "Tischgespräch", der jeden Satz von „Mein Kampf“ mindestens vier mal umgedreht hat, kommt freilich zu einem anderen Ergebnis. Hilter ist nicht das irre Vieh, sondern erschreckend normal. Hartmann glaubt, er habe eine Borderline-Persönlichkeit gehabt, was nicht stimmt. Hitler litt nach allem, was man weiß an dem Syndrom des malignen Narzissmus (bei dem es zu einem Narzissmus, der ansonsten sozial gut adaptiert ist, auf offenem Borderline-Niveau kommt). Das entspricht dem (oder einem Teil dessen), was man heute Psychopath nennt, das stimmt.

Aber auch Psychopathen sind in vielerlei Hinsicht erschreckend normal. Die kringeln sich nicht wiehernd am Fußboden oder speicheln ein oder schneiden unablässig Grimassen, sondern sie sind oft funktionale Menschen, leider, wie der verlinkte Artikel erklärt. Und gar nicht so selten in gesellschaftlichen Spitzenpositionen.

Man hält sich Hitler und die irgendwie außerirdische Führungsclique der Nazis so hübsch vom Leib, aber das ist zu einfach. Thomas Mann nannte ihn „Bruder Hitler“ und es bringt nichts so zu tun, als sei es komplett unverständlich wie sowas überhaupt jemals passieren konnte. Littells „Die Wohlgesinnten“ ist in dem Kontext erhellend. Hitler war weder so unbegabt und hysterisch, wie man immer tut, noch war er immer ein blutrünstiges Monster, was schon zum Frühstück rohe Eichhörnchen gefressen hat. Nein, der Vegetarier Hitler konnte nett sein, linkisch vielleicht, aber gewiss war er zuweilen auch ein Gentleman. Seine Psychopathologie ist erheblich, das will ich gar nicht bestreiten. Nur von dem Kaliber rennen heute ebenfalls genügend Menschen durch die Welt.

Nicht nur narzisstische Ideale durchziehen unseren Mainstream, zuweilen sind es auch pychopathische. Da gilt es tatsächlich gegen zu steuern.

Richard Zietz 08.01.2016 | 09:25

»… andere ähnliche abartige Bücher auch für "Intellektuelle" (von Karl Marx zum Beispiel)«

Der große Philosoph aus Trier in einer Reihe mit dem größten Menschheitsverbrecher? Da muß man den Kreis tatsächlich weit ziehen. Churchill, als Täter wie Protagonist in den Kolonialkriegen des britischen Empire? Der sklavenhaltende Washington? Oder auch, um Deutschland nicht über Gebühr zu exculpieren, die Freikorps-Romantik etwa von Ernst Jünger, die schwergewichtigen Schriften von Spengler, Heidegger und anderer Apologeten des Dritten Reichs?

All das – obwohl teils hochbedenklich – fällt nirgends unter ein Verbot, auch in Germany nicht (übrigens im Gegensatz zu den ersten Jahren der Besatzungszeit, als insbesondere die Amerikaner in der Beziehung durchaus tabula rasa durchführten). Fazit: Demokratie dient immer einem »warum« – auch wenn das Spektrum des Akzeptierten in Demokratien naturgemäß viel weiter gesteckt ist als in autoritären oder gar totalitären Systemen. Nichtsdestotrotz gibt es Grenzen. Pamphlete zur Sezession und Sklaverei-Wiedereinführung würden in den USA à la longue wohl ebensowenig toleriert wie allgemein etwa das »Manifest« von Breivig oder der neonazistische Gewaltporno Die Turner-Tagebücher. Beschaffen kann man sich – wegen nicht allzu hoher Permissivität – das meiste trotzdem. Allerdings: Würde nicht gewisse Schleusen eine Vorfilterung übernehmen, wäre die (offene) Apologetik von Menschenverachtung, Mord und Totschlag allgegenwärtig.

Auch wenn man als kritischer Demokrat die Grenzen stets kritisch unter Beobachtung haben sollte: Ganz unsinnig sind sie sicher nicht.

Magister 08.01.2016 | 21:04

Sweet like Money

Bildungsministerin Wanka will Hitlers Erstlingswerk "bundesweit im Unterricht einsetzen", der schulverwaltungsdeutsche Euphemismus für "Pflichtlektüre", bei 60 Euro pro Buch sicherlich ein großartiges Geschäft für den Verlag, der dieses "Geschenk" bestimmt nicht ganz umsonst bekommen hat. Rein rechnerisch dürfte es dann diesmal nicht 12 Jahre dauern, um den Auflagenrekord des Dritten Reichs (12,4 Mio. Exemplare) zu brechen.

Bei dem aktuellen Niveau der Kommerzialisierung der Allgemeinbildenden Schulen, werden wir also dank dreier schulpflichtiger Kinder bald auch zwangsweise drei Exemplare dieses Werkes im Hause haben.

Erfahrungsgemäß dauert es dann noch 1-2 Jahre zur offiziellen Rehabilitierung des Autors und etwa 5 Jahre, bis in jeder deutschen Großstadt ein A.H.-Triumphbogen steht, wie seinerzeit von J. Fernau schon befürchtet. Na immerhin etwas länger als bei Napoleon hätte es dann doch gedauert, bis Deutschland sich einen "Alten-Neuen Helden" leistet.

Mal klar gesprochen, das Buch mag lesen wer es noch nicht getan hat, aber die Zwangsvermarktung in den Schulen ist ebenso dumm wie geldgierig und wird letztlich genau da enden wie beim ersten Mal: Führer befiel..., Marsch auf Moskau, Stunde Null!

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Ehemaliger Nutzer 09.01.2016 | 12:44

Hallo Moorleiche

Danke für die interessante Rückmeldung. Ich meine abartig nicht im Sinne einer Geisteserkrankung oder ähnlichem. Persönlichkeitsstörungen und ähnliche angebliche psychische Erkrankungen haben keine wissenschaftliche Grundlage. Die Psyche eines Menschen ist unbegreiflich komplex und vielfältig. Diese in ein Diagnoseschema pressen zu wollen ist unmöglich.

Symptome und Vehaltensweisen von Menschen lassen sich durchaus erfassen. Nehmen wir einfach als Hilfsbegriff für Menschen mit Psychopathischen Verhaltensmustern (Robert D. Hare Psychopathie Checklist). Sonst wird das diskutieren schwierig.

Psychopathen sind gut funktionierende und intelligente Menschen und nicht irgendwelche sabbernden Grimassenschneider, welche Serienmördere sind.

Psychopathen besitzen die Fähigkeit Emotionen, Gesellschaftliche Zusammenhänge und Verhaltensweisen zu analysieren und zu ihrem Vorteil auszunutzen. Für diese Menschen spielt es keine Rolle ob jemand dabei zugrunde geht oder welche Konsequenzen es für seine Mitmenschen hat. Er hat zwar die Fähigkeit diese Gefühle zu analysieren kann sie aber nicht empfinden.

So eine Fähigkeit ist notwendig um Macht und Einfluss zu bekommen. Ein Mensch welcher in seinem Mitmenschen etwas anderes sieht wie ein Objekt kann unmöglich viel Macht erlangen.

Damit die Öffentlichkeit und das Umfeld es nicht merkt lernen Psychopathen sämtliche sozialen Normen und Verhaltensweisen um sich anzupassen. Aus diesem Grund wirken diese Menschen sympathisch, angenehm und zuvorkommend.

Managern in Spitzenpositionen verbringen zum Beispiel sehr viel Zeit in NLP und Kniggeseminaren. Machen die das um mehr Empathie und Einfühlungsvermögen zu erlangen aus Liebe zu den Mitmenschen?

Das gleiche gilt auch für sämtliche Diktatoren und abartige Denker wie Lenin, Stalin, Karl Marx und eben auch dem Buchautor des oben benannten Buches. Es ist so wie Sie es sagen. Psychopathie ist ein Massenphänomen und normal geworden. Um angesehen, berühmt, von allen geehrt und reich zu werden muss man über Leichen gehen. Psychopathie ist Mainstream und die Ausnahme sind Menschen mit Empathie und einem menschlichen Menschenbild.

Moorleiche 09.01.2016 | 13:07

Hallo Cuber333.

Persönlichkeitsstörungen und ähnliche angebliche psychische Erkrankungen haben keine wissenschaftliche Grundlage. Die Psyche eines Menschen ist unbegreiflich komplex und vielfältig. Diese in ein Diagnoseschema pressen zu wollen ist unmöglich.“

Das ist grundfalsch, aber für einen Szientisten, ist alles, was man nicht messen und wiegen kann nicht existent, ich weiß das. ;-)

Nehmen wir einfach als Hilfsbegriff für Menschen mit Psychopathischen Verhaltensmustern (Robert D. Hare Psychopathie Checklist). Sonst wird das diskutieren schwierig.“

Können wir machen.

Psychopathen besitzen die Fähigkeit Emotionen, Gesellschaftliche Zusammenhänge und Verhaltensweisen zu analysieren und zu ihrem Vorteil auszunutzen. Für diese Menschen spielt es keine Rolle ob jemand dabei zugrunde geht oder welche Konsequenzen es für seine Mitmenschen hat. Er hat zwar die Fähigkeit diese Gefühle zu analysieren kann sie aber nicht empfinden.“

Richtig, das davor auch.

So eine Fähigkeit ist notwendig um Macht und Einfluss zu bekommen. Ein Mensch welcher in seinem Mitmenschen etwas anderes sieht wie ein Objekt kann unmöglich viel Macht erlangen.“

Das ist vollkommen falsch.

Otto Kernberg: Und eine gewisse Dosis an normalem Narzissmus gehört bei Führungspersönlichkeiten dazu: Ehrgeiz natürlich, aber auch Selbstsicherheit und die Unabhängigkeit von der Meinung anderer. Jede wichtige Entscheidung wird ja in einer Situation der Unsicherheit gefällt. Das Problem bei narzisstischen Persönlichkeiten besteht darin, dass sie grosse Defizite haben, unter denen dann die Unternehmen leiden.“

(Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/diverses/Narzissten-gehen-uebertriebene-Risiken-ein/story/26698396 )

Damit die Öffentlichkeit und das Umfeld es nicht merkt lernen Psychopathen sämtliche sozialen Normen und Verhaltensweisen um sich anzupassen. Aus diesem Grund wirken diese Menschen sympathisch, angenehm und zuvorkommend.“

Das stimmt nur zum Teil. Der Kern ist, dass Psychopathen tatsächlich nicht verstehen können, dass es Menschen gibt, die nicht den Wunsch haben andere auszubeuten, sie zu kontrollieren, zu manipulieren und über sie sadistisch zu triumphieren. Sie denken – in projektiver Identifikation – der andere würde genau das wollen, aber nur sie wären, klug, gerissen oder tollkühn genug auch ernst zu machen.

Ihnen fehlt es also an dieser Stelle an echter Empathie.

Managern in Spitzenpositionen verbringen zum Beispiel sehr viel Zeit in NLP und Kniggeseminaren. Machen die das um mehr Empathie und Einfühlungsvermögen zu erlangen aus Liebe zu den Mitmenschen?“

Teils teils. Es gibt Schnittmengen, aber nicht jeder Mächtige ist ein Psychopath und nicht jeder Psychopath ist mächtig.

Das gleiche gilt auch für sämtliche Diktatoren und abartige Denker wie Lenin, Stalin, Karl Marx und eben auch dem Buchautor des oben benannten Buches. Es ist so wie Sie es sagen. Psychopathie ist ein Massenphänomen und normal geworden.“

Der Narzissmus ist es, der immer weiter um sich greift. Psychopathie (eine Eskalationsform des Narzissmus') noch nicht, aber die Ideale sind in der Welt, das ist gefährlich.

Sie sollten bitte nicht persönliche Vorurteile oder Ideologie mit Psychopathologiediagnostik oder Wissenschaft vermischen, das macht nie einen guten Eindruck.

Um angesehen, berühmt, von allen geehrt und reich zu werden muss man über Leichen gehen.“

Nein. Warum denn auch? Manchmal reicht es gut (also fähig) zu sein.

Psychopathie ist Mainstream und die Ausnahme sind Menschen mit Empathie und einem menschlichen Menschenbild.“

Nein, so weit sind wir längst noch nicht, aber es wäre schön, wenn wir da auch nicht hinkommen.

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Ehemaliger Nutzer 09.01.2016 | 13:09

Es gibt Verbrecher im Publizieren (Rufmord, Verleumdung, Diskriminierung, ...) und Verbrecher im Handeln (ideologisierte Soldaten, Henker). Die Philosophie von Karl Marx und diversen anderen war eine wichtige Grundlage für die unzähligen kommunistischen Ideologien.

Es braucht für die großen Verbrechen immer mehrere Dinge. Psychopathische Denker und Psychopathen, welcher diese Ideen in die Tat umsetzt. Damit diese zwei zur Macht kommen braucht es noch Steigbügelhalter oder wie Lenin sie genannt hat nützliche Idioten.

Das Kleinbürgertum kann man mittels emotionaler Reden für sich gewinnen und schon haben wir die teuflische Grundlage für die ideologische Massenvenichtung von Menschen unter dem Deckmantel zum "Wohle der Menschheit" bzw. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Gemeinwohl, Seelenheil, ....

Der Kreis wie Sie es sagen ist sehr weit. Der Buchautor von Mein Kampf ist ein Zahnrad von vielen gewesen welches diesen ideologischen Menschenhass enfacht haben. Ohne einen Goebbels, nützliche Idioten, primitives Kleinbürgertum und ähnliche Faktoren wäre so etas nicht möglich.

Ich muss Ihnen Recht geben. Es muss Grenzen geben. Besonders wenn es um "Hardcore" Pornographie und besonders um Tierpornographie oder gar Kinderpornographie geht ist jegliche Grenze überschritten. Da kann man sich nicht mehr auf Wissenschaft, Forschung, Kunst oder irgendetwas berufen. Da hilft nur mehr noch ein absolutes Verbot und eine Bestrafung der Täter.

Was ist die Realität in Österreich? Das ansehen von Tierpornographie ist erlaubt und jeglicher auch noch so abartige hochgradig perverse Pornofilm bzw. Gewaltfilm darf frei gekauft und besessen werden mit ein paar wenigen Ausnahmen.

Bei einem Buch, welches ohnehin im Internet für jedermann frei zugänglich ist, der Zahl 18, 88, ... auf Autokennzeichen und ähnlichen Dingen hat man die Panik, dass diese die Gesellschaft negativ beeinflusst werden kann?

Das ist Pharisäertum pur. Wenn Verbote, dann aber bitte auch Gerechte. Wenn Mein Kampf verboten wird, dann aber bitte auch unzählige andere Schriften wie zum Beispiel die von Ihnen genannten. Der Nationalsozialismus war nicht das einzige Übel der Menscheit. Es war ein großes Übel unter vielen.

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Ehemaliger Nutzer 09.01.2016 | 13:43

Für mich ist vieles existent was man nicht messen kann. Ich glaube zum Beispiel an Gott, Intuition, Romantik, Mitmenschlichkeit, ... obwohl man diese Dinge nicht messen kann.

Die Behauptung alles nicht messbare würde nicht existieren wäre unwissenschaftlich und ideologisch. Praktisches Beispiel ist der Atheismus. Diese Ideologie erhebt es zum Dogma, dass Gott nicht existiert.

Das ist keine Grundlage für Wissenschaft, weil es nicht einmal für möglich gehalten wird. Man muss die Existenz von etwas wenigstens für möglich halten um wissenschaftlich arbeiten zu können. Sonst wird man zum Ideologen.

Der Mensch ist eben mehr als ein messbares Stück Materie. Genau deshalb ist es falsch ohne einen Beweis einen Menschen in Diagnosekriterien zu klassifizieren. Wenn man das macht, dann bitte mit nachvollziehbarer Beweisführung oder als Arbeitshypothese.

Danke für die Bestätigung einiger meiner Thesen. Die These von Otto Kernberg ist sehr allgemein geschrieben. Wir brauchen ein gewisses Mass an Selbstbewusstsein und Ehrgeiz. Doch dieser Ehrgeiz darf nicht schädlich sein für Andere sein.

"Ihnen fehlt es also an dieser Stelle an echter Empathie. Teils teils. Es gibt Schnittmengen, aber nicht jeder Mächtige ist ein Psychopath und nicht jeder Psychopath ist mächtig."

Genau so sehe ich das auch. Die künstliche Empathie besitzen diese Menschen in einem hohen Grade (Knigge, NLP). Sie haben schon wieder Recht. Meine These ist zu allgemein. Es ist selbstverständlich auch möglich Mächtig zu sein ohne ein Psychopath zu sein. Es ist nicht so, dass in der Menschheitsgeschichte alle Mächtigen immer Psychopathen waren. Danke für die Korrektur.

"Der Narzissmus ist es, der immer weiter um sich greift. Psychopathie (eine Eskalationsform des Narzissmus') noch nicht, aber die Ideale sind in der Welt, das ist gefährlich."

Genau das ist das Grundproblem der heutigen "modernen, zivilisierten und aufgeklärten" Menschen.

"Sie sollten bitte nicht persönliche Vorurteile oder Ideologie mit Psychopathologiediagnostik oder Wissenschaft vermischen, das macht nie einen guten Eindruck."

Ist auch nicht meine Absicht gewesen. Dr. Hare hat einfach die Grundlegenden Charaktermerkmale eines Psychopathen anschaulich zusammengefasst. Würde mir niemals anmassen Diagnosen zu erstellen. Ist auch nicht mein Beruf oder mein Arbeitsgebiet. Wenn man nur wissenschaftlich korrekt diskutieren dürfte, dann wird das Diskutieren unmöglich. Das macht nicht einmal der hartgesottenste Scientologe.

"Nein. Warum denn auch? Manchmal reicht es gut (also fähig) zu sein."

Stimmt auch wieder. Das ist aber eher die Ausnahme. Wer wird von der Masse meistens geehrt? Waren diese ganzen Ideologen und Massenmörder wirklich so gute Menschen, dass sie diese Verehrung und einen "Gotteskult" verdient hätten?

Muss Ihnen schon wieder Recht geben. Der Narzissmus und nicht die Psychopathie ist ein Massenphänomen. Danke vielmals für Ihre Ansichten und Korrekturen. Genau das ist das schöne am diskutieren. Man kann seine eigene Ansicht prüfen bzw. korrigieren. Dadurch kann man sich gegenseitig weiterentwickeln. Schönen Tag noch und alles Gute (^__^).

Moorleiche 09.01.2016 | 13:57

Hallo Cuber333.

Seltsam.

Sie brauchen keine Angst zu haben, wenn Sie als gläubiger Mensch auftreten, es besteht m.E. kein Grund sich da an die exakten Wissenschaften ranzuschmeißen, falls das Motiv sein sollte, dass Sie befürchten nicht ernst genommen zu werden.

Ich schenke Ihnen was zum neuen Jahr, wenn Sie das hinter sich und verstanden haben, werden Sie manches vermutlich besser verstehen können, evtl. auch Hitler und seine Anhänger. Meine ich ohne Ironie und ich hoffe, Sie können es mit gebührenden Genuss hören.

Geschenk.

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Ehemaliger Nutzer 09.01.2016 | 17:09

Gläubige Menschen werden von der Religion der Atheistien oft als potentiell gefährlich eingestuft. Um diese Gefahr zu rechtfertigen instrumentalisiert man eine ideologische bzw. religiöse Form der Psychotherapie, Psychiatrie und Psychologie.

Wer irgendetewas ernsthaft mit Religion zu tun hat wird nicht mehr ernst genommen. Gerade Ideologien wie der Nationalsozialismus und der Kommunismus (Opium für den Pöbel) haben diese Psychoreligionen genutzt um ihre Gegner als verrückt zu erklären. Selbstverständlich unwissenschaftlich und willkürlich. Genau deshalb ist es wichtig sich an der exakten Wissenschaft zu orientieren wenn es Lebenswichtige Entscheidungen geht wie das bei Gericht oft der Fall ist. Die Praxis zeigt leider, dass Gefühlsschwallungen, Pseudowissenschaft, das Ansehen irgend eines angeblichen "Experten", gesellschaftliche Stellung und ähnliche Faktoren ausschlaggebend sind. Im Zweifel muss der Angeklagte frei gesprochen werden und bei einem wissenschaftlichen Beweis (Forensik) muss er verurteilt werden. Dies gilt auch für Kardinäle, Beamten, hochrangige Politiker und ähnliche "wertvolle" Menschen. Nur so lässt sich eine menschenwürdige Rechtssprechung verwirklichen. Die Praxis ist das exakte Gegenteil. Ein Beweis für diese Praxis direkt auf der Seite des Parlamentes:

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/J/J_01666/imfname_353235.pdf

Gerne nehme ich Ihr Geschenk an. Vielleicht kann ich dann endlich verstehen warum in Österreich fast alles Möglich ist außer Menschenrechte, Wissenschaft und Vernunft (^__^).

Moorleiche 09.01.2016 | 20:35

Hallo Cuber333.

Mein Geschenk ist kein Fake. Ich will hier nicht off topic schreiben, darum nur kurz: Kernberg, ein gebürtiger Wiener, ist der bedeutendste Analytiker der Gegenwart, ein Mann, der sich explizit der Wissenschaft zurechnet und obendrein jemand, der – als Freudianer – Freud in puncto Religion widerspricht. Und Otto Kernberg hat die besseren Argumente.

In dem Vortrag kommt eine Menge mehr zur Sprache, darunter auch die narzisstische PST über die wir im Zusammenhang mit Hitler und seinen Anhängern reden müssen.

ch.paffen 10.01.2016 | 06:16

thx @ kampf krampf * wirklich erfreulich ist die print is back nummer nicht * gestehe hab den krampf in der "erbmasse" geht wohl vielen so * die freude über das orginal hiel sich aber schwer in grenzen * mit dem ersten gg mit anmerkungen sieht es ganz anders aus, feines teil * beim netwal hab ich dies hier entdeckt Buchvorstellung: "Hitler, Mein Kampf. Eine kritische Edition" am 08.01.2016 - YouTube * im hinterkopf poppte dazu 500.000 €, die bayrische staatskanzlei, das horsti, ein doch kein auftrag, irgendwie bayowarisches networking as usual * die obergrenze einer verzeihenskultur @ tückische weißwurst dödel ist da mehr als ausgreizt * feinstes restweekend cp

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Ehemaliger Nutzer 10.01.2016 | 11:23

Als Analytiker würde ich diesen Mann nicht bezeichnen. Er vermischt Wissenschaft (Produktion von Wissen) mit Hyptohesenkonstrukten der Psychotherapie, Psychologie und sogar Psychiatrie. Auf der einen Seite zweifelt er diese Systeme an um sie dann für seine Argumentation selbst zu benutzen.

Wie er spricht und die Form seiner Argumentation hat nicht viel mit Analytik, Wissenschaft bzw. Logik zu tun. Dem Hörer mag es angenehm sein und vieleicht auch unterhaltsam, doch mit Fachwissen hat das nicht viel zu tun.

Die "Freudsche Religion", welche in "Psychokreisen" immer noch in Österreich die Norm ist gilt als dogmatisch und unanzweifelbar. Wissenschaft bedeutet Wissen und genau deshalb handelt es sich bei Freud und vielen anderen nicht um Wissenschaftler sondern um Ideologen oder im besten Fall Hypothensen-Erfindern welche ausnahmsweise auch mal etwas Richtiges gesagt haben.

Die narzistische PST ist eine mächtige Waffe und wird oft gegen jene verwendet welche eine eigene Meinung haben. Im Nationalsozialismus bzw. Kommunismus galten diejenigen als narzistisch gestört welche ihr eigenes ich über jendes der Gemeinschaft stellten. Ab wann ist man ein Narzist? Wie lässt sich das beweisen? Gibt es überhaupt eine narzistische Störung? Das wären Fragen für eine wissenschaftliche Forschung und nicht die Dogmatisierung das es so etwas geben muss ohne Beweisführung.

Genau so dogmatisch handeln leider die meisten Psychotherapeuten, Psychologen und Psychiater in Österreich. Eine Beweisführung was in Österreich in Psychokreisen alles möglich ist siehe:

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/J/J_01666/imfname_353235.pdf

Der genannte Herr welcher dieses Gutachten geschrieben hat würde mir wahrscheinlich eine narzistische Persönlichkeitsstörung diagnostizieren, weil ich sein Gutachten anzweifle. Wer ist da der Narzist. Der Akademiker welcher seinen unwissenschaftlichen Schwachsinn zum Dogma erhebt oder derjenige welcher sein Gutachten anzweifelt? Man kann es mit dem Narzismus derehen und wenden wie man will und im Endeffekt aus jedem einen Narzisten machen. Wissenschaft ist das keine.

Moorleiche 10.01.2016 | 12:03

Hallo Cuber333.

Schade, dass Ihnen das nicht gefallen hat, aber ich muss es akzeptieren.

Eine längere Antwort von mir würde zur sehr in den Bereich off topic gehen und das möchte ich vermeiden.

Ich biete Ihnen an die Diskussion, an anderer Stelle sehr gerne fortzusetzen, weil ich zum einen ahne, an was Sie da leiden (damit meine ich jetzt explizit keine Diagnose) und ich halte mich da für kenntnisreich genug um einige der vermeintlichen Widersprüche auflösen zu können.

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Ehemaliger Nutzer 10.01.2016 | 17:40

Ich habe mich aber trotzdem gefreut, dass Sie mir im guten Willen etwas zeigen wollten (^__^). Gerne würde ich mit Ihnen diskutieren, weil Sie teilweise interessante Ansichten haben.

Sie können mich gerne kontaktieren unter: cuber333@yandex.com

Ich leide an nichts Speziellem. Individuell bzw. kritisch zu sein ist keine Erkrankung und kein Leiden. Wie kommen Sie auf die Idee, dass ich an etwas leide? Würde mich freuen, wenn Sie einige Wiedersprüche auflösen bzw. mir zeigen wo ich falsch liege. Vielleicht gelingt mir das bei Ihnen auch und wir können beide neue Erkentnisse gewinnen. Hier weiter zu machen wäre auf jeden Fall Off-Topic.

Columbus 10.01.2016 | 19:39

Sie sind ein guter Cicerone, wenn Sie sogar Hans Reimann und Kellerhoff erwähnen. Nur weiter so im ganzen Jahr, Michael Angele.

Zu Hitlers Schreibmotiv fällt mir noch ein, dass eben Festungshaft für eigentliche Landesverräter damals zwar ehrenhaft war (die ewige Deutsche Justiz, es steht bei Tucho und Gumbel), aber eben auch furchtbar langweilig blieb.

Zudem hatte Hitler um diese Zeit schon reichlich Kontakte, zu einer durchaus nicht unvermögenden und an Gedrucktem sehr interessierten nationalen und völkischen Gesellschaft. Dazu kam, das war er eben auch, horrible dictu, ein Leser oder Anleser vor dem Herren und nicht ohne Gedächtnis, dem vom Ostara- Heftchen bis zu Wagnerianer- Quark nichts zu übel wurde, der sich dann seiner Früchte versichern wollte, wo es mit dem freien Auftritt kurzzeitig nicht klappte. - Allerdings war dieser Mann, eben kein Bruder, sondern letztlich nur von sich selbst wirklich begeistert.

Später, als alles nur noch eine große Rede und Geste war, hat er dann wohl exzessiv auf die Bilder aus Tinseltown (US) und Defa- Studios gelinst. Das wäre interessant, wenn man eine Timeline der Lektüren des Gröfaz und Verbrechers, Mithilfe der kommentierten Ausgabe zustande bekäme.

Beste Grüße

Christoph Leusch

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Ehemaliger Nutzer 11.01.2016 | 08:46

Kärnten ist in Deustchland sehr bekannt ^__^. Schön das Sie das auch so sehen. Eine Inquisition, welche Bücher verbietet ist in der jetzigen Zeit Wahnsinn.

Ich kann mich wahrscheinlich in Ihre Situation einfühlen. Erlebe seit über 5 Jahren anonyme Anzeigen und Verleumdungen. Am schlimmsten ist es, wenn diese Anzeigen und Verleumdungen durch Beamte erfolgen.

Beamte haben in Kärnten noch immer Narrenfreiheit und dürfen praktisch gesehen weder zivilrechtlich noch strafrechtlich belangt werden. Bei jeder Kleinigkeit wie ein falsches Facebook-Posting, dummes Gerede, Besitz "verbotenen Bücher" gibt es als Ausgleich Überwachung durch den Verfassungsschutz, Cobra-Einsätze und Ermittlungsverfahren. (Spreche aus meiner beruflichen Praxis). Eines bin ich mir sicher. Österreich ist ein Paradies für Kriminelle.

Haben Sie einen Link zu diesem Justizverbrechen? Der Fall würde mich interessieren.

Hoffe das bei Ihnen alles Gut wird. Solche positiven Einstellungen kann ich mir leider nicht leisten.

Gunnar Jeschke 29.02.2016 | 20:56

Wer will, kann Mein Kampf im Internet auf Deutsch lesen. Aber wer wollte das bisher überhaupt?

Ich finde Bücher bequemer, als im Internet zu lesen und muss mich jetzt wohl outen: Ja, ich hatte mir das Buch vorher besorgt und habe es gelesen. In Grossbritannien wurde nachgedruckt, auch auf Deutsch und zumindest in die Schweiz konnte man es sich schicken lassen.

Ehrlich gesagt verwundert mich eher, dass so wenige Leute die Primärquelle lesen wollen. Sicher hat Hitler auf die Massen nicht über das Buch gewirkt, aber das Buch gibt einen viel detaillierteren Einblick in sein Denken als seine aufgenommenen Reden.

Das Buch beschreibt eine Strategie, die erfolgreich und höchst verderblich war. Wenn man verstehen will, warum und wissen will, unter welchen Umständen Aehnliches wieder geschehen könnte, dann sollte man es lesen.

Ja, öde ist es auch. Aber wenn man es im Licht der eigenen Geschichtskenntnisse liest, schläft man beim Lesen nicht ein.

Sie glauben, das sei alles veraltet und es gäbe keine Parallelen zur heutigen Zeit? Sie würden sich wundern. Ich hoffe nur, Sie werden sich nicht einmal wundern müssen.