Täter oder Opfer? Der Fall Johann König

Metoo Die „Zeit“ hat den Galeristen Johann König als Grapscher vorgeführt. Zu Recht? Bei genauer Lektüre zeigt der Artikel vor allem die Schwierigkeiten von Journalismus, wenn kein Raum für Ambivalenzen mehr bleibt
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 37/2022
Aus Angst vor Konsequenzen wollen viele Betroffene nicht an die Öffentlichkeit gehen – Johann König schweigt zu den Vorwürfe
Aus Angst vor Konsequenzen wollen viele Betroffene nicht an die Öffentlichkeit gehen – Johann König schweigt zu den Vorwürfe

Foto: Nikita Teryoshin

Der einundvierzigjährige Galerist Johann König veröffentlichte 2019 eine Autobiografie, in der zwei Motive dominierten: sein sagenhafter Aufstieg in der Berliner Kunstwelt und eine starke Sehbehinderung, die eng mit diesem Aufstieg verschränkt ist, weil sie einerseits seinen Ehrgeiz antrieb und ihm andererseits Grenzen setzte; so gehörten bis zu einer erfolgreichen Hornhauttransplantation keine Maler zu seinen Klienten, die er zu Stars machte, später kam dann Katharina Grosse hinzu, von der es heißt, sie habe die Malerei quasi neu erfunden.

Nur am Rand lässt sich der Blinde Galerist über ein drittes Motiv aus, das seit einem Artikel im Feuilleton der Zeit vom 1. September im Begriff ist, Königs Erfolg zu zerstören und den Umgang mit sei