Michael Angele
19.09.2011 | 21:56 313

White Trash - Piratenpartei ohne Migranten

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Michael Angele

Okay, vergessen Sie diesen Vergleich gleich wieder. Was haben die Piratenpartei und die NPD gemeinsam? Nun, die Mitglieder beider Parteien sind fast durchweg männlich, jung und deutsch. Die Köpfe der Piratenpartei in Berlin heißen Baum, Spieß, Herberg, Weiss, Reinhard, Hönfinghoff, Delius, Schlosser, Pabst etc. Im Fußball fände man eine ähnliche Aufstellung vielleicht noch in der Kreisliga der Herren von Nordvorpommern.

Aber wie gesagt, vergessen Sie diesen Vergleich bitte gleich wieder, denn die Piratenpartei rekrutiert sich natürlich nicht aus dumpfen Blut- und Bodenmief wie die NPD, sondern aus einem urbanen, großstädtischen Milieu. Ihre Mitglieder sind gebildet und aufgeschlossen. „Sie bewegen sich sehr stark im künstlerisch-kulturellen Milieu“, wird der Parteienforscher Uwe Jun von der Universität Trier in der FAZ zitiert. Die Piratenpartei gilt ja für recht vieles zu Recht als Ausdruck und mögliche Antwort: Für die Vernachlässigung von Netzthemen in der etablierten Politik, für die Krise der Linken, überhaupt für den Verdruss einer jungen Wählerschicht am Politikstil der etablierten Parteien, aber sie zeigt doch auch eins sehr deutlich:

Wie homogen unsere ach so toleranten, so liberalen „künstlerisch-kulturellen Milieus“ sind. Wie sehr die Webszene es ist. „Piratenerfolg in Berlin- jung, männlich engagiert“, titelt Spiegel Online gerade. Das ist, so gesehen, nur die halbe Wahrheit. Wie oft habe ich mich schon aufgregt, wenn in den Genderstudies und den ihnen angeschlossenen Deutungsinstituten die „jung, weiß, männlich (und hetero)“- Welt in ihrer Borniertheit angeprangert wurde. Ich fand das selbst borniert. Aber vielleicht ist ja doch was dran, wenn sogar die aktuell vermeintlich fortschrittlichste der deutschen Parteien derart jung, weiß und männlich ist.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (313)

Nietzsche 2011 20.09.2011 | 00:37

" . . .männlich, jung und deutsch. . . .".
Ich weiß nicht, auf welcher empirischen Grundlage diese Aussage beruht. Vielleicht irgendwo abgeschrieben. Sieht man sich nämlich in den bezirklichen Crews um, so erfährt man, dass dort über 60-Jährige verankert, durchaus Frauen und vornehmlich die Dekade 30-40 Jahre vertreten sind.
Aber es sollte wohl passen zum Vergleich mit der NPD.

Magda 20.09.2011 | 00:40

Da gabs verschiedene Debatten. Und die gingen nicht allein um Genderfragen, sondern darum, dass die "Männerrechtler" die Piratenpartei als Chance erkannt haben. Und viele Maskulisten haben ein -sagen wir vorsichtig - rechtslastige Tendenz.

Ich habe - das Buch von Andreas Kemper hier besprochen.

www.freitag.de/community/blogs/magda/die-maennerrechtler-entern-die-piratenpartei

Hier gibts eine interessante Debatte um das Büchlein von Kemper.

rechtekerle.blogspot.com/p/diskussionen-und-kritik.html

Immerhin Arne Hoffmann, der auf dieser Website
www.wgvdl.com/

sehr aktiv war, will sich wohl ein bisschen zurückziehen. Ich denke, er will lieber bei den Piraten mitmischen und bei den Maskulisten nicht mehr so augenfällig in Erscheinung treten. Hat er auf seiner Website auch begründet.

Dass so wenig Frauen dabei sind, kann für den Anfang vielleicht noch durchgehen, aber es erhöht auf die Dauer die Chancen der Partei nicht.

Michael Angele 20.09.2011 | 00:40

Nee nicht abgeschrieben, beobachtet! Natürlich stimmt es, dass auch ältere Männer dabei sind und ein paar Frauen, nicht viele. Und die Migrationshintergründigen zeigen sie mir mal, einen Italiener (mutmasslich) habe ich gefunden, und dann zwei, drei Namen, die darauf hindeuten, dass ihre Vorfahren aus Polen kamen, aber kommen sie mir nicht damit. Es lenkt nur vom Problem ab, das meines Erachtens wirklich besteht.

Dabularasa 20.09.2011 | 00:41

Mhhh....haben wir ein zweite Arische Bruderschaft entdeckt.
Oder was bezwecken diese Assoziationen beider zueinander.
Piraterie bezieht seine Bezeichnung von "nehmen/wegnehmen".
Auch ist die Geschichte der Piraterie von der multikulturellen Vielfalt gezeichnet.
Somit hat die Piratenpartei eine fundierte Grundlage.;-)

jung, weiß und männlich



Mit der Formulierung kann man leben.

Solange folgende Assoziation nicht entsteht:

hart wie Kruppstahl
zäh wie Leder
schnell wie Windhunde
Michael Angele 20.09.2011 | 00:47

Interessant, Magda, aber: sind denn Männerrechtler auch nur Deutsche? Meines Erachtens sind die Piratenpartei ein Symptom, das tiefer geht: Es zeigt sich halt, wie homogen kulturelle Milieus sind, ein "Ballhaus" in der Naunynstr. reicht da eben nicht, um mehr Offenheit und Durchlässigkeit zu erzielen. Zum Beispiel, bevor einer drauf kommt: Schauen Sie doch bitte nicht ins Impressum dieser Zeitung (quasi als Selbstbestrafung für den NPD-Nicht-Hinweis)

Uwe Theel 20.09.2011 | 00:55

Wäre die Umwälzung der bestehenden Verhältnisse eine Kissenschlacht zu der man sich per Twitter oder Facebook anonym - was von den Anhängern mit frei verwechselt wird - verabredet, um sich dann am "angesagten" Platz zu treffen, um genauso wieder auseinanderzugehen, dann könnte die Piratenpartei vielleicht eine Hoffnung sein, aber so?

GeroSteiner 20.09.2011 | 01:38

Piratenpartei.
Wieso Pi raten? Das weiß man doch!

Daran werden wir uns wohl gewöhnen müssen, dass es Menschen gibt, die von der Kreiszahl Pi nichts wissen, sondern diese raten müssen. Genug gecherkst.

Was hat dieser Wahlsieg eigentlich mit „jung, weiß, männlich (und hetero)“ zu tun?
Nichts.
Aber diese Jungs kommen in ihrer Unbedarftheit ziemlich sympathisch rüber.

Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Aktentat.

Irgendwann sind die Frauen auch mit dabei und dann geht es politisch rund mit der Paula. Ringel-twittern.

Die Piraten sind so ganz anders als die polierten, mit Seidenkrawatten und Armani zugestopften Hochglanzpolitiker, die ihre Worte abwägen müssen und es in ihrer Unverbindlichkeit schaffen, keinem weh zu tun, niemanden zu entsetzen und alle darüber im Unklaren lassen, was denn nun nach der Wahl passieren wird, wenn sie denn mal die Mehrheit der wählenden Bevölkerung (diesmal immerhin fast 60%) dazu gebracht haben, das Kreuz an der richtigen Stelle zu machen.

Die Piraten rekrutieren ihre Wählerschaft hoffensichtlich zum großen Teil aus dem Fundus der 40% Nichtwähler. Das wäre ja mal was.

Das kann noch interessant werden - zumindest solange die FDP den USP der Piratenpartei den freien Zugang ins Internet und "WLAN für alle" nicht opportunistisch wie eh und je in ihr Wahlprogramm aufgenommen hat.

Fro 20.09.2011 | 02:27

Dieser Beitrag sieht nach billigster Stimmungsmache aus, - unglaublich, dass hier die NPD-Mitgliederstruktur als Vergleich angeführt wird – und Mitglieder der Piraten als Trash bezeichnet werden, nur weil sie keine Einwanderer oder Frauen sind.

Und Sie schreiben:
„Wie oft habe ich mich schon aufgregt, wenn in den Genderstudies und den ihnen angeschlossenen Deutungsinstituten die „jung, weiß, männlich (und hetero)“- Welt in ihrer Borniertheit angeprangert wurde. Ich fand das selbst borniert. Aber vielleicht ist ja doch was dran, wenn sogar die aktuell vermeintlich fortschrittlichste der deutschen Parteien derart jung, weiß und männlich ist.“

Was soll das?: „Borniertheit...“„Aber vielleicht ist ja doch was dran...“ „...vermeintlich fortschrittlich...“

Die Mitgliederstruktur ist aus unterschiedlichen Gründen so wie sie ist – Ausgrenzung von irgendjemandem, außer Rechtsradikalen konnte ich noch nicht beobachten. Jeder der in Deutschland wohnt kann ab dem 16. Lebensjahr Mitglied bei den Piraten werden. Wo ist das Problem?

Und aus dem Grundsatzprogramm der Piraten zur „Integration und Migration“:

„Das Ziel von Integration ist das friedliche Zusammenwachsen zu einer Gemeinschaft, in der die demokratische, kulturelle und wirtschaftliche Teilhabe jedes Einzelnen nicht von Herkunft, Geschlecht, sexueller Identität, Lebensalter, religiöser Überzeugung, körperlichen und geistigen Fähigkeiten oder finanzieller Lage abhängt. Die Verantwortung für Gelingen oder Scheitern dieses Prozesses obliegt der Gesamtheit unserer Gesellschaft und damit jedem Einzelnen.
Solidarität und Verständigung zwischen allen Menschen, unabhängig von ihrem rechtlichen Status und ihrer Herkunft, sind für uns ein hohes Gut. Rassismus jeder Art und andere Formen der Ausgrenzung lehnen wir ab. Berlin lebt von der Vielfalt seiner Einwohner und übt dabei auch eine bundesweite Vorbildfunktion aus. Die Grundrechte sind auf alle Menschen auszudehnen, die in Berlin ihren Lebensmittelpunkt haben. Bestehende Benachteiligungen, die diese Menschen unverhältnismäßig einschränken, müssen beseitigt werden.“
mehr

Die Piraten müssen zeigen, was sie drauf haben, und die Wähler sollten ihnen sachdienliche Hinweise geben, wie sie ihre Arbeit optimieren können – das ist von den Piraten ausdrücklich – also auch von alle Einwanderern und Frauen – ausdrücklich gewünscht:

„Nicht zuletzt wollen wir, dass die Bürger sich außerhalb der parlamentarischen Arbeit schon im Vorfeld zu Themen äußern können, sodass wir als Piraten mit unseren Stimmen die Dinge ins Parlament einbringen, zu denen wir uns vorher zusammen mit den Bürgern eine Meinung gebildet haben.“ Quelle

Man sollte den Piraten eine Chance geben – und in der Kritik fair bleiben - auch wenn sie den (linken?) Spießernormen nicht entsprechen.

Uwe Theel 20.09.2011 | 02:46

@ Fro am 20.09.2011 um 00:31

Lieber Fro,

bei den Piraten ist doch noch vieles sehr unausgeoren. Wenn ich da im Programmm lese:

"Demokratische Beteiligung

Menschen sollen an Entscheidungen, von deren Folgen sie unmittelbar betroffen sind, und den vorbereitenden demokratischen Prozessen möglichst umfassend beteiligt werden. Deshalb haben alle Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt in Berlin haben, das Recht auf umfassende demokratische Mitbestimmung auf allen Ebenen der städtischen Politik. Das bezirkliche Wahlrecht ein sollte nicht den Besitz einer EU-Staatsangehörigkeit voraussetzen.

Darüber hinaus ist die Möglichkeit des Erwerbs der deutschen Staatsangehörigkeit deutlich zu erleichtern. Der Erwerb der Staatsangehörigkeit durch Geburt in Deutschland ist anzustreben. So wird das Wahlrecht auch auf Landes- und Bundesebene ermöglicht."

dann wird da erst Integration ohne Ansehung der Nationalität gefordert - klingt irgendwie links -, um dann -klingt irgendwie rechts - die hohe Wichtigkeit der deutschen Staatsangehörigkeit mit Verve nachgeschoben, auf dass sie doch alle haben sollen.

Ja was denn nun?

zelotti 20.09.2011 | 04:16

Das ist aber arg Bauchgefühl. Irgendwas kann man sich immer ausdenken, die Piratenpartei kann nichts für die Leute, die sich in ihr engagieren. Sie ist auch nicht schuld an der Grauheit und Betonkopfisierung der Linkspartei, die viele junge politisch engagierte Menschen vergrault. Die Frage nach der Solidarität sollte man trotzdem stellen.

Popkontext 20.09.2011 | 10:02

Solidarität? Mit den Menschen, die auch in dieser Gesellschaft leben, und nicht jung, weiß, heterosexuell, männlich sind? Sehr großzügig. Man sollte sich eher Gedanken machen, was da schiefläuft, wenn niemand außer den Genannten sich so richtig da engagieren mag und das offenbar auch in der Partei nicht als Problem reflektiert wird. Für mich deutlich ein Zeichen völliger politischer Unreife.

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fahrenheit-451 20.09.2011 | 11:49

Okay, wenn Sie meinen, produziere ich mich woanders. Allerdings glaube ich, dass Sie meine Äußerung falsch eingeschätzt haben. Meine Erklärung war kein Flirtversuch, sondern ernst gemeint und es ging dabei nicht um erotische Liebe, sondern um Liebe als Idee. Wenn Sie die Kommentare und Blogs von Don Quijote und GEBE anschauen, werden Sie nachvollziehen können, was ich meinte... meine ironische Untertöne sind damit zu erklären, dass ich mit GEBE und D.Q, schon früher deswegen gestritten habe.

indyjane 20.09.2011 | 11:57

" die Stimmbezirke, in denen Die Linke mit 4,5 bis 6,6 Prozentpunkten die stärksten Verluste einfuhr (Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenick): Hier kamen die Piraten auf 8,7 bis 9,3 Prozent...
Der Erfolg in diesen Bereichen hat mich wirklich erstaunt, da hier nicht wirklich das "künstlerisch-kulturelle Milieu" vorhanden ist ...

Michael Angele 20.09.2011 | 12:02

Lieber Streifzug, wer immer Sie sind, Sie waren ja noch nie so mutig, hier mit Klarnamen zu schreiben. Ich wette, Sie haben einen deutschen Pass und ich wette, dass Sie mit den Piraten sympathisieren. Und das ist mein Thema, wie ich finde, ein Thema, das sich diskutieren läßt. Wenn sie nicht diskutieren wollen, nun denn. Ihre ungezählten Witzchen unter Artikeln haben ja schon den einen oder anderen Redakteur resignieren lassen. Ich möchte mich nicht dazu zählen müssen.

memyselfandi 20.09.2011 | 12:11

Lieber Herr Angele, danke für diesen Text. Zu White Trash kann ich nichts sagen, mir ist nur diese überhebliche Art der Piraten aufgestoßen, und natürlich deren Ignoranz gegenüber anderen Themen als Netz, Plagiat usw.

Hier ein interessantes Video über den Spitzenkandidaten:
www.youtube.com/watch?v=q-cDewZk7wo

Diesen Verein aus etwas anderes als Protest zu wählen, ich meine in denen eine wirkliche Alternative zu sehen... keine Ahnung, dazu muss man sein Denken schon arg abstellen.

memyselfandi 20.09.2011 | 12:11

Lieber Herr Angele, danke für diesen Text. Zu White Trash kann ich nichts sagen, mir ist nur diese überhebliche Art der Piraten aufgestoßen, und natürlich deren Ignoranz gegenüber anderen Themen als Netz, Plagiat usw.

Hier ein interessantes Video über den Spitzenkandidaten:
www.youtube.com/watch?v=q-cDewZk7wo

Diesen Verein aus etwas anderes als Protest zu wählen, ich meine in denen eine wirkliche Alternative zu sehen... keine Ahnung, dazu muss man sein Denken schon arg abstellen.

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Ehemaliger Nutzer 20.09.2011 | 12:17

@Michael Angele
Sorry, aber das nervt. Ich habe hier einen Blog zu einem bestimmten Thema geschrieben. Wenn Sie damit nichts anfangen können, produzieren Sie sich doch bitte woanders. Danke.

Danke für den Verweis und die direkte Aufforderung, zum Thema zurückzukehren. Gerne.

Daß die Piraten fast durchweg männlich, jung und deutsch sind, ist doch einzig und alleine dem Umstand geschuldet, daß die Verhätnisse Menschen hervorgebracht haben, die Biographien haben, die es ihnen erlaubt (und Geisteskräfte, die es von ihnen fordern) sich auf die Art und Weise zu engagieren, wie sie es tun.

Der Kernpunkt Ihres Blogs erscheint mir deshalb genauso absurd wie etwa die Frage "Warum gibt es so wenig Konzertpianisten unter den Fußballern?"

Umgekehrt stellt sich die Frage, warum so wenige Sprößlinge anderer Bevölkerungsgruppen nicht im ach so toleranten, so liberalen „künstlerisch-kulturellen Milieu“ zu finden sind, aus welchen Gründen? Nun, mit vielen dieser Gründe beschäftigen sich die Piraten. Viele Diskussionen sind dort noch offen, offener als bei den etablierten Parteien.

saludos,
Q.

PS: weil ich gerade Ihre Replik an Streifzug lese - Klarname Georg Moritz. Wollen Sie noch Anschrift und Telefonnummer? Können Sie leicht ergoogeln. Tipp: "Mappus".

Andreas Zainal 20.09.2011 | 12:19

Hallo Leute! Ich hab mich extra wegen diesem Beitrag registriert. Ich freue mich auf anregende Diskussionen!

Meiner Meinung nach, liegt die Asymmetrie weiblich-männlich auch an dem sehr starken Themenschwerpunkt Internet und digitale Technologie. Es gibt einfach mal mehr männliche Spezialisten auf diesem Gebiet, und ich will NICHT darüber spekulieren, warum das so ist, aber Tatsache, dass auch am ehesten solche sich erstmal in die Partei einbringen (ihre Stammwählerschaft sind auch immer noch diejenigen, die sie wegen den Internetthemen wählen). Sogar die einzige Dame unter den 15 Kandidaten, Fr. Graf, hat eine Ausbildung zur technischen Assistentin für Datenverarbeitungstechnik gemacht. Die männlichen Kandidaten haben größtenteils auch Berufe in dem Gebiet. Demzufolge müsste ja das weib.-männ. Verhältnis unter den Kandidaten/-in gleich ungefähr dem sein, wie das in der IT Branche ist, also 7%? Bei der Unschärfe von einer Menge von 15, auch gut das Doppelte. Weiß da jemand eine Website für die Statistik von Berufen im IT Bereich? Die IAB ist, entschuldigung, beschissen, was das angeht. Lediglich für Datenverarbeitung was gefunden:
bisds.infosys.iab.de/bisds/result?region=19=BO774=2
Frauen bei 18,8%, Tendenz fallend. Also gut, ich gebs zu, vielleicht hätten zwei Frauen auf der Liste sein sollen.

Weiterhin im Spiegel Interview mit der Fr. Graf ( www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,787114,00.html ) erzählt sie, es seien mehrere Kandidatinnen von der Liste abgesprungen. Gründe nennt sie aber leider nicht.

Ich selber bin mit PCs aufgewachsen (habe meinen ersten mit 11 zusammengebaut) und arbeite heutzutage auch sehr viel mit Computer, und leider muss ich feststellen, dass ich insgesamt auch mehr männliche Mitmenschen von der Wichtigkeit von neutralen Netzen, Vorratsdatenspeicherung, etc... überzeugen könnte...

Aber man gebe den Piraten Zeit. Soviele Menschen stellen schon (zwei Tage nach der Wahl?) soviele Prognosen und angebliche Fakten auf, die Gerüchteküche brodelt über von selbsternannten Köchen. Wir wissen, was das fürs Essen bedeutet.

Ich glaub auch, dass sich das Geschlechtsverhältnis eher den der anderen Parteien annähern wird, wenn die anderen Themen der Piraten verstärkt aufgreifen. Dazu muss man sie aber erstmal lassen.

blubb

Streifzug 20.09.2011 | 12:19

Lieber Michael Angele,

mir kommen gleich die Tränen. Ihre Vernüpfung von Klarnamen mit Mut ist nicht nur trashig, sie ist nicht nur spießig, sondern passt zu den Ergüssen von Hans-Peter Friedrich, CSU, ist also ein Zeichen völliger Ahnungslosigkeit. Kein Wunder, dass Ihnen der Erfolg der Piratenpartei unverständlich ist und Sie nun mit solch lächerlichen Phrasen als Artikel verkleidet daherkommen.

Ich wette, solch eine Einstellung, besonders denen gegenüber, die sich kritisch, ungewohnt, nicht den eigenen engen Vorstellungen entsprechend, aber langfristig, einbringen, ist der Grund, warum die Linke in Berlin 50% der Stimmen verloren hat. Waren Sie beratend dort tätig?

mmitt 20.09.2011 | 12:26

Sie sagen nun viel über männlich-weiblich, das kann man sich auch denken, dass es politische Nerds sind, die sind meistens männlich.

Aber warum die (Sie bitten um Zeit) es in 5 Jahren nicht schaffen sich über die Wirtschaft, Außenpolitik und Sozialpolitik eingehend Gedanken zu machen ist damit nicht erklärt. Wenn ich nicht ganz falsch liege ist das aber die Arbeit einer Partei, die Präsenz im Netz ist ein Weg, sollte aber nicht das Hauptanliegen sein.

Also bitte.

dame.von.welt 20.09.2011 | 12:30

@Michael Angele um 10h02
Als Provokatiönchen habe ich Ihren Blog auch gelesen, was aber ernsthafte Diskussion für mich nicht ausschließt. Ebenso wenig wie Streifzugs Kommentar.

Mich würde ja neben den von Magda thematisierten Maskulisten auch interessieren, wie es mittlerweile um den Stand der 'Islamkritik' bei den Piraten bestellt ist, nachdem Stefan 'Aaron' Koenig zu 'Die Freiheit' wechselte, immerhin war er im Vorstand der Piraten. Und ihm wurde auch beim Freitag eine recht große Bühne für seine Intransparenzen und seinen aus extrem unseriösen Quellen bezogenen Positionen geboten.
www.freitag.de/positionen/0952-direkte-demokratie-schweiz-minarette Dazu auch der Pantoffelpunk blog.pantoffelpunk.de/brechmittel/geh-denken-stefan-koenig

Mich berührt, ehrlich gesagt, etwas unangenehm, auf welche Weise Sie Streifzug angehen. Der eine oder andere resignierte Redakteur kann das ggbf. nicht selbst mit ihm abmachen? Möglichst nichtöffentlich?

Mein Eindruck von den Piraten ist, daß sich dort noch allerhand zurecht ruckeln muß, ähnlich wie bei den Grünen anno dunnemals. Mich freut der Wahlerfolg sehr, wählen konnte ich sie - noch - nicht.

Herr Zhao 20.09.2011 | 12:35

Ich will seit langen eine digitale Do-it-Yourself lostreten. Das Hauptproblem ist, dass die Leute keine Organisationserfahrung haben und eher damit beschäftigt sind einen Platz auf dem Arbeitsmarkt zu finden als sich mit politischer Ökonomie zu beschäftigen. Es gibt immer noch das falsche Bewußtsein sich mit imaginierten Entitäten zu identifizieren wie Nation Religion.

Es wird noch eine Weile dauern bis sich die transnationale Migrationsforschung, Stadtforschung, Anthropologie, transnationale Geschichte und die multi-sided ethnography die geistige Hegemonie erobert haben und das Bewußtsein bestimmen. Da müssen noch viele Debatten und Bücher aus den europäischen und den amerikanischen Universitäten diskutiert werden.

Die Medien und die Bildungsinstitutionen organisieren eine gesellschaftliche Hegemonie. Der Dialog mit den Islam blendet andere geistige Strömungen aus. Konservatives, reaktionäres hat es immer leichter als progressives Denken, weil sie versuchen sich aus der Tradition zu legitimieren. Progressives Denken muss erst einmal nachweisen, dass die Traditionen erfunden sind und durch eine sehr selektive Wahrnehmung entstehen.

Selbstverständlich ist die Informationstechnologie die Zukunft der Immigranten. Um die Profileration zu unterstützen braucht man spezielle Wagniskapitalgeber, die sich über Versicherungen und Pensionsfonds refinanzieren. Die Refinanzierer erhoffen sich hohe Renditen durch Beteiligungen an risikoreichen Technologiefirmen. Die Immigranten haben aber überhaupt keine Kontrolle über die Portfolio-Strategie ihrer eigenden Rücklagen. Sogar die Kreditvergabe durch Geschäftsbanken ist nicht reibungslos. An technischer Modernisierung fehlt es einfach an Institutionen !

Medienpolitik

Aufbau von "citizen journalism" nach dem Vorbild von OhMyNews - vielleicht mit einem funktionierenden Geschäftsmodell.

Bildung

Kostenlose Nachhilfe über Video-Lectures unter creative commons Lizensen. Digitale Bereitstellung von Bildung nach dem vorbild von OpenCourseWare. Komplette Schulbücher könnten im Netz bereitgestellt werden. Integrationskurse könnten in SecondLife abgewickelt werden.

Politik

Grasswurzelorientierte Politikmodelle nach dem Vorbild von MeetUp.

Banken

Banken können daran gehindert werden, Gentrifizierung zu finanzieren. Aufbau eigener P2P Lending Banken.

Tourismus

Intelligenter Reisen durch Erschließung der Welt über migrantische P2P Travelplaformen nach dem Vorbild von couchsurfer.

High-Tech Manufakturen

Aufbau von High-Tech Eigenproduktionskapazitäten mit Hilfe von Personal Fabricator.

Herr Zhao 20.09.2011 | 12:35

Ich will seit langen eine digitale Do-it-Yourself lostreten. Das Hauptproblem ist, dass die Leute keine Organisationserfahrung haben und eher damit beschäftigt sind einen Platz auf dem Arbeitsmarkt zu finden als sich mit politischer Ökonomie zu beschäftigen. Es gibt immer noch das falsche Bewußtsein sich mit imaginierten Entitäten zu identifizieren wie Nation Religion.

Es wird noch eine Weile dauern bis sich die transnationale Migrationsforschung, Stadtforschung, Anthropologie, transnationale Geschichte und die multi-sided ethnography die geistige Hegemonie erobert haben und das Bewußtsein bestimmen. Da müssen noch viele Debatten und Bücher aus den europäischen und den amerikanischen Universitäten diskutiert werden.

Die Medien und die Bildungsinstitutionen organisieren eine gesellschaftliche Hegemonie. Der Dialog mit den Islam blendet andere geistige Strömungen aus. Konservatives, reaktionäres hat es immer leichter als progressives Denken, weil sie versuchen sich aus der Tradition zu legitimieren. Progressives Denken muss erst einmal nachweisen, dass die Traditionen erfunden sind und durch eine sehr selektive Wahrnehmung entstehen.

Selbstverständlich ist die Informationstechnologie die Zukunft der Immigranten. Um die Profileration zu unterstützen braucht man spezielle Wagniskapitalgeber, die sich über Versicherungen und Pensionsfonds refinanzieren. Die Refinanzierer erhoffen sich hohe Renditen durch Beteiligungen an risikoreichen Technologiefirmen. Die Immigranten haben aber überhaupt keine Kontrolle über die Portfolio-Strategie ihrer eigenden Rücklagen. Sogar die Kreditvergabe durch Geschäftsbanken ist nicht reibungslos. An technischer Modernisierung fehlt es einfach an Institutionen !

Medienpolitik

Aufbau von "citizen journalism" nach dem Vorbild von OhMyNews - vielleicht mit einem funktionierenden Geschäftsmodell.

Bildung

Kostenlose Nachhilfe über Video-Lectures unter creative commons Lizensen. Digitale Bereitstellung von Bildung nach dem vorbild von OpenCourseWare. Komplette Schulbücher könnten im Netz bereitgestellt werden. Integrationskurse könnten in SecondLife abgewickelt werden.

Politik

Grasswurzelorientierte Politikmodelle nach dem Vorbild von MeetUp.

Banken

Banken können daran gehindert werden, Gentrifizierung zu finanzieren. Aufbau eigener P2P Lending Banken.

Tourismus

Intelligenter Reisen durch Erschließung der Welt über migrantische P2P Travelplaformen nach dem Vorbild von couchsurfer.

High-Tech Manufakturen

Aufbau von High-Tech Eigenproduktionskapazitäten mit Hilfe von Personal Fabricator.

Michael Angele 20.09.2011 | 12:41

@ DonQuijote. Ihre Reaktion finde ich gut. Kommt nicht so oft vor. Also, Sie schreiben:

"Daß die Piraten fast durchweg männlich, jung und deutsch sind, ist doch einzig und alleine dem Umstand geschuldet, daß die Verhätnisse Menschen hervorgebracht haben, die Biographien haben, die es ihnen erlaubt (und Geisteskräfte, die es von ihnen fordern) sich auf die Art und Weise zu engagieren, wie sie es tun."

Die Biographien sind das eine, das Millieu das andere. Die Piraten agieren doch in diversen "Szenen". Aber diese Szenen scheinen mir eben nicht sehr durchläßig. Die Piraten sind doch nicht die einzigen, die hier unentwegt die Mehrheitsgesellschaft im Kleinen weiterreproduzieren. Bei ihnen fällt es nur eben, jedenfalls mir, gerade sehr unangenehm ins Auge.
Best

Andreas Zainal 20.09.2011 | 12:43

Weil das die schwierigsten Themen einer jeden Partei ist, und weil die Piraten basisdemokratisch funktioniert, glaube ich auch, dass sie erstmal die Programmpunkte zu Tisch bringen, bei der sie sich einig sind.

Zugegeben, sie haben keine konkreten Vorschläge in diesen Bereichen, aber ist das jetzt so wichtig? Sie haben ja selber nicht geglaubt, dass sie soweit kommen (die Kandidatenliste und die Tatsache das einige Sitze in den Bezirksparlamenten freibleiben wird, ist ja wohl mehr als Beweis). Sie haben sich bei der ihrer ersten Bundestagswahl auch als Protestpartei verstanden. Inwiefern das nun entschuldigt oder nicht, das ist jedem selber überlassen.

Weiterhin glaube ich auch, dass sich eine Festlegung auf eine bestimmte Politik so früh dann doch wieder abschreckend wird. Niemand hat und vermutlich wird auch vorerst niemand die Piraten wählen, wegen Themen in Wirtschaft-, Außen- und Sozialpolitik. Ich glaube, die meisten Piratenwähler haben sie auch wegen einer frischen Opposition gewählt.

Arm und traurig jedoch wäre es, wenn sie bei der kommenden Bundestagswahl in diesen Punkten auch keine Vorschläge haben. Aber jetzt, ich persönlich kann es ihnen verzeihen. Ist doch etwas wie ein Praktikum, was die jetzt machen. Und es gibt Menschen, die behandeln Praktikanten wie den letzten Dreck, weil sie noch nichts bewiesen haben, und es gibt solche, die greifen den unter den Armen, aus dem gleichen Grund. Ich bevorzuge die Letzteren.

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Ehemaliger Nutzer 20.09.2011 | 12:53

@Michael Angele
Ihre Reaktion finde ich gut. Kommt nicht so oft vor.

Ja nee, is klar Murat. Ich komme ja auch nicht oft vor.

Aber diese Szenen scheinen mir eben nicht sehr durchläßig.

Wie kommen Sie darauf? Haben Sie selbst diese Szenen betreten wollen und wurden nicht eingelassen?

Die Piraten sind doch nicht die einzigen, die hier unentwegt die Mehrheitsgesellschaft im Kleinen weiterreproduzieren.

Ja, so ist das. Säufts. Kommen Sie mal nach Baden-Württemberg und schauen Sie, was sich da für schrulliges Gewächs dauernd reproduziert, was dann zu so verstiegen Blödsinnigem wie Stuttgart 21 führt. Man kriegt Heulkrämpfe, die direkt in Lachanfälle münden.

Wenn man aber alles durchdenkt, kommt man immer wieder dazu, daß man sich in Gottes Namen der einzig wahren Weltmacht zuwenden muß. Ich weiß, das nervt. Ohne das nervt aber alles noch viel mehr.

saludos,
Q.

Vaustein 20.09.2011 | 12:58

@dame.von.welt
Sie schreiben: "Mein Eindruck von den Piraten ist, daß sich dort noch allerhand zurecht ruckeln muß, ähnlich wie bei den Grünen anno dunnemals".

So sehe ich das auch.

Schaut man sich die Fotos und die dazugehörigen Lebensläufe an, wird manches erklärlich. Die Leute sind grösstenteils noch ziemlich jung, befinden sich häufig mitten in der Ausbildung und arbeiteten sich politisch sozusagen "nebenberuflich" ein. Das ist nicht nur lobenswert, das ist äusserst positiv zu werden.

Zugeben zu können, dass man das Eine oder Andere (noch) nicht weiss, ist kein Makel, sondern schlichtweg ehrlich, also etwas, das man den etablierten Anzug-und Krawattenträgern der Etablierten nicht gerade nachsagen kann.

Ich seh noch den Josef Fischer bei seiner Turnschuhvereidigung mit Holger Börner vor mir.
Das war nicht anders als die Piraten 2011. Und heute? Mit Smoking und Gattin beim Presseball.
;-))

Die Piraten haben eine Chance zu wachsen. Also ...Glückauf Piraten!

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fahrenheit-451 20.09.2011 | 13:02

Nur so zur Information: Einen Redakteur habe ich (intern) schon mal gefragt, ob er unsere Späße mit Streifzug als störend empfindet, weil es in seinem Thread um ein sehr ernsthaftes Thema ging, und wir mit Streifzug haben da ein bisschen Quatsch gebaut (aber nicht nur, sondern nebenbei, d.h. es wurde auch viel zum Thema geschrieben). Der Redakteur hat mir geantwortet, dass er unsere Scherze in seinem Thread gerne liest und sich über unser Humor freut. Resigniert wirkte er dabei nicht.

feminismus 20.09.2011 | 13:26

Man sollte schwarze Frauen mit Migrationshintergrund zwingen bei den Piraten mitzumachen,..... die Taz zu abonieren...und ein Glaubensbekenntnis auf den Feminismus abzulegen.

Weisse Frauen gab es bei den Piraten übrigens auch.
Erinnert sich jemand noch an Lena?
Hochdiplomatisch, Bescheiden aber ihrer vielen Stärken bewußt und nutzend und so gar nicht "Opferin".

plusman 20.09.2011 | 13:27

Denken Sie jetzt nicht an einen roten Elefanten... Aber die Beobachtung hat es in sich, das vergisst man sowieso nicht so schnell. --- Freilich ist der NPD-Vergleich überzogen, aber der Verweis auf das weiß-männlich-usw.-Klientel ist sicher richtig; nur weil jemand zu diesem Klientel gehört, MUSS das keine bedenklich ideologischen Folgen haben, könnte es aber; und wenn man mal in die Geschichte guckt: die bösen Buben waren meist die männlich weißen Mittdreißiger mit Bildungshintergrund, was natürlich nicht zu einem Umkehrschluss führt.

R. Wagner, Frankfurt, 33 Jahre, weiß, männlich, deutsch, Doktorand ((aber bitte daraus keine Schlüsse ziehen...))

dame.von.welt 20.09.2011 | 13:29

Hallo Vaustein...;-)...ich dachte beim zurecht ruckeln bei den Grünen Anfang der 80er weniger an Fischers Turnschuhe oder strickende Männer im Bundestag, sondern an die Blut-und-Boden-Truppe der AUD de.wikipedia.org/wiki/Aktionsgemeinschaft_Unabh%C3%A4ngiger_Deutscher und auch an einige Protagonisten aus Herbert Gruhls GAZ (später ÖDP) de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCne_Aktion_Zukunft

Was die Piraten angeht, habe ich seit der Auseinandersetzung mit Koenig den Faden verloren/nix dergleichen mehr vernommen - insofern war die Frage nach dem Stand der 'Islamkritik' schon ernst gemeint.

Koenig bediente sich bei (und verlinkte vorübergehend auf seinem Blog) Bat Yeor, Gudrun Eussner, Pax Europa und einen fiesen Propagandafilm 'What the West needs to know', den er in der verlinkten Diskussion beim Freitag als seriöse Information zu Islam zu verkaufen versuchte etc.etc. - was eher 'Ausländer raus!' als 'Islamkritik' bedeutet.

Und das ist nix, was ich wählen kann.

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Ehemaliger Nutzer 20.09.2011 | 13:30

Wenn Herr Angele hier mit einem fundierten, gut recherchierten Blogbeitrag angetreten wäre und nicht wieder mit der nächsten plumpen Provokation, dann würde ich seine Attacke auf Streifzug noch unter humorlos einordnen. So aber finde ich sie anmaßend. Und wenn dann abermals der Mut des KlarnamensUsers ausgerufen wird, frage ich mich, ob Herr Angele eigentlich weiß, dass der Freitag auch maßgeblich ein Netzprojekt ist. Mich würden die resignierten Redakteure allerdings auch interessieren.

koslowski 20.09.2011 | 13:32

Michael Angeles freudvolle Grätsche gegen die jüngste, fortschrittlichste und digitalste der Parteien ist ein erfreuliches Beispiel für Resistenz gegen aktuelle Stimmungen. Auf ihn trifft zu, was Kurt Scheel im aktuellen „Merkur“ über das „Auslaufmodell Nonkonformismus?“ schreibt:

"Wer im kleinen oder großen Kreis etwas sagen will, was vermutlich Ärger machen wird, sollte es sich vorher noch einmal überlegen: Steht es dafür? Wenn es ihm dann wirklich wichtig ist ("ein Anliegen"), muss er eben seine Wahrheit sagen und im Guten wie im Bösen die Folgen auf sich nehmen. Und dann kann es ihm nicht einmal mehr etwas ausmachen, wenn er berechtigt Prügel bekommt, weil er (nicht zum ersten Mal, fürchte ich) Unsinn gesagt hat: Er ist und bleibt auch als ehrlicher, aufrechter, mutiger Tor ein existentieller Nonkonformist, an dem alle Menschen guten Willens (und guten Widerspruchs) ihr Wohlgefallen haben."

In diesem Sinn: Sie haben mein Wohlgefallen, Herr Angele - auch wenn Ihre Entlarvung der Piraten als White-Trash sich als falsch oder als nur momentane Wahrheit erweisen sollte.

Streifzug 20.09.2011 | 14:10

Zur Sachkritik, was nicht ganz einfach ist, da der Artikel selbst keine Sachkritik an der Piratenpartei aufweist, sondern nur dumpfe Vorurteile aufwärmt.

-Angela Merkel sagt auf dem jüngsten Kongress den Verlegern ihr Leistungsschutzrecht zu.
-Anonymität im Internet, anonymes Bezahlen im Internet, selbst kleinster Beträge, soll verboten werden.
Und und und

Ganz Deutschland befindet sich in der Hand dieser Internetnichtversteher und Freiheitsvernichter. Ganz Deutschland? Nein, da gibt es eine kleine Gruppe, die sich diesem Trend entgegenstellt. Die deshalb in den Massenmedien kleingeschrieben wird. Die trotz dieses konservativen Gegenwindes in Berlin ein sensationelles Ergebnis einfahren konnte.

Eine Gelegenheit zur Kooperation, auch und gerade für die Linke, die in dem Bereich nun wirklich nicht durch Kompetenz auffällt. Die 50% ihrer Wähler verloren hat.

Und nun so ein Artikel der "Leitung Kulturredaktion". Billigster Stammtisch. Natürlich bejubelt von denen, deren Ideologie, meist gescheiterte Ideologie, immer schon über solch alltägliche Kleinigkeiten erhaben war und ist.

Wenn Herrschaft sich auf etwas verlassen kann, dann darauf, dass man sich lieber gegenseitig die Augen aushackt, statt gemeinsam gegen sie vorzugehen.

Streifzug 20.09.2011 | 14:28

Nun lieber Oberlehrer Angele,

wenn meine Sendung beim Leser nicht so ankommt, wie ich es mir gedacht habe, dann übernehme ich als Sender die Verantwortung (nachlesbar praktiziert).

Bei Ihnen scheint das anders zu sein. Gibt es in der Politik auch, solange, bis die Wähler/Leser mit den Füßen abstimmen, weil sie von Bevormundung die Nase voll haben.

In jeder Kritik liegt auch eine Chance.

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shalako 20.09.2011 | 14:42

Michael Angele schrieb am 19.09.2011 um 22:40
"Nee nicht abgeschrieben, beobachtet! Natürlich stimmt es, dass auch ältere Männer dabei sind und ein paar Frauen, nicht viele. Und die Migrationshintergründigen zeigen sie mir mal, einen Italiener (mutmasslich) habe ich gefunden, und dann zwei, drei Namen, die darauf hindeuten, dass ihre Vorfahren aus Polen kamen, aber kommen sie mir nicht damit. Es lenkt nur vom Problem ab, das meines Erachtens wirklich besteht."

Je stärker Menschen mit Migrantenhintergrund gesellschaftlich integriert und etabliert sind, desto häufiger finden wir sie auch bei entsprechendem Engagement in den etablierten Parteien; passiv und aktiv. Das ist doch nur folgerichtig.

Und weshalb dort so wenige Frauen zu finden sind?
Fragen Sie doch mal die Frauen.

Vaustein 20.09.2011 | 14:44

@dame.von.welt
Danke für die Hinweise auf die Grundlagen Ihrer Überlegungen. Nun dazu nur ein Kommentar: Der Herr König ist ja nicht mehr bei den Piraten. Und der Herbert Gruhl hat immerhin das Verdienst, als einer der ersten den Umweltschutzgedanken in die Politik eingebracht zu haben. Sein Buch "Ein Planet wird geplündert" war Anstoss für Viele, sich um die Erhaltung der Natur Gedanken zu machen.

1981 hatte ich das Vergnügen, im Rahmen einer Trainingsmassnahme über dieses Werk referieren zu dürfen. Es machte viel Freude, sich damit auseinanderzusetzen.

Dass das Thema Islamkritik bei den Piraten derzeit keine grosse Rolle spielt, ist mir schon klar. Die sehen das derzeit vermutlich als unwichtigen "Nebenkriegsschauplatz", was bei ihrem Hauptanliegen, dem Umgang mit dem Internet, auch verständlich ist.

memyselfandi 20.09.2011 | 14:47

Also, ich mische mich mal ein. Schauen Sie sich den Auftritt eines Spitzenkandidaten an, der Partei, die Sie wohl gewählt haben:

www.youtube.com/watch?v=q-cDewZk7wo

Und erklären eventuell welche Prioritäten die seit 2006 bestehenden Piraten nun haben. Politik machen oder im Netz leben? Wer noch nicht mal über die eigene Stadt was weiß der sollte vor dem Mund aufmachen etwas lernen oder den Mund nicht aufmachen.

memyselfandi 20.09.2011 | 14:56

Lieber streifzug, es ist lustig, dass Sie von Ideologie sprechen, wo Ihre doch das Ideologie ist "Netz per se Freiheit", das passt, da Sie scheinbar im Netz wohnen. Aber, Freiheit ist Ausdruck einer Qualität, die ich weder in Ihren Ausführungen sehe noch in Ihrer Kritik. Zur Freiheit gehört Kritik + Denken.

Betroffene Hunde bellen, Sie bellen schon durch den ganzen Thread.

Jaja, ich weiß, Sie finden Ihre eigenen Einlassungen unwahrscheinlich lustig und schlau, für jemanden, der sich auch hin und wieder mal ausloggt ist das aber nicht mehr als virtuelles Pöbeln.

Streifzug 20.09.2011 | 15:01

Liebe Popkontext,

Fakt ist, dass sich die Abgeordnete der Piraten, Susanne Graf, 19, sicherlich über die Bezeichnung kaumFrau freuen wird.

Der Spiegel fährt auch die Masche: Jung, männlich...

Susanne Graf sagte zu dem Thema im Interview (Hervorhebung von mir):

"SPIEGEL ONLINE: Ihre Partei gilt als Männerverein, auf der Landesliste der Piraten waren Sie die einzige Frau. Warum ist das so?

Graf: Ich finde es schade, dass darauf so viel Wert gelegt wird. Auch ich hätte gern mehr Frauen auf der Liste gehabt, aber viele Mitstreiterinnen haben sich von sich aus dagegen entschieden, zu kandidieren. Immerhin haben wir 100 Prozent unserer Frauen auf der Liste ins Abgeordnetenhaus bekommen. (lacht) Mich stört das nicht - auch in meiner Schulklasse war ich eins von zwei Mädchen." Aber was zählt schon die Aussage einer 19jährigen, Hauptsache man kann seine Vorurteile pflegen, gilt auch für Oberlehrer Lämpel.

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shalako 20.09.2011 | 15:01

Alle Parteien in der Berliner Landespolitik (die neofaschistische lasse ich mal außen vor) - die Linke incl. - machen stramm neoliberale Politik. Wer nicht allein auf die außerparlamentarischen Kräfte setzen, sondern sich auch parlamentarisch vertreten lassen möchte, um sich für Tranzparenz und echte Demokratie einzusetzen, kann mit den Piraten eine gute Wahl treffen - weshalb Frauen diese neuen Perspektiven bisher noch nicht so stark für sich entdeckt haben? Gute Frage, finde ich.

Magda 20.09.2011 | 15:02

@ Fro - "Die Mitgliederstruktur ist aus unterschiedlichen Gründen so wie sie ist – Ausgrenzung von irgendjemandem, außer Rechtsradikalen konnte ich noch nicht beobachten. Jeder der in Deutschland wohnt kann ab dem 16. Lebensjahr Mitglied bei den Piraten werden. Wo ist das Problem? "

Das Problem ist - oben habe ichs verlinkt - dass sich bei den Piraten die in einer Studie der Ebert-Stiftung als reichlich restlastig eingeschätzten Männerrechtler engagieren.
Mit Linken Spießernormen hat das nichts zu tun. Es gab bundesweit im Netz dazu Kritik und das ist auch gut, denn an den Statements der Piratentruppe spürte man, dass diese Kritik offensichtlich bei denen angekommen ist. Sie sind jung und weiß, ob sie hetero sind, weiß ich nicht.

Uwe Theel 20.09.2011 | 15:02

@ Blackbird schrieb am 20.09.2011 um 01:04
Tja , Herr Theel, manchmal ist es halt schwerer.

Es ist sogar noch schwerer: Staatsrechtlich ist die Hürde einem Nichtstaatsbürger aktive oder passive Beteiligungsrechte an staatlichen Institutionen und/oder Prozessen zu geben auf regionaler d.h. kommunaler Ebene um nichts geringer als auf nationaler: Die jeweilige konstitutive Legislative muß dem zustimmen.

Etwas auf kommunaler Ebenen zu fordern und es auf nationaler Ebenen nicht gleichzeitig zu fordern ist mindestens nicht durchdacht.

Dass die Piraten nicht im Bundestag oder in den Landtagen sitzen, wo sie konstitutionell das Recht hätten, das Wahlrecht zu ändern, ist kein Grund, deshalb andere politische Forderungen aufzustellen als auf kommunaler Ebene, wo sie nun vertreten sind.

Zudem: "Nur" das an die Eingebürgerung gekoppelte Wahlrecht auf z.B. Bundesebene zu fordern hieße Wähler zweiter Klasse zu schaffen, die mit ihrem passiven Wahlrecht - falls das aktive und alle sonstigen bürgerlichen Rechte deutscher Bürger nicht eingescheingeschlossen wäre - ihre "Rechte" doch nur wieder an "echte", von ihnen "gewählte" Deutsche delegierten.

Das alles sind abstruse Gedanken, gegenüber der einzig sinnvollen Forderung nach regulärer mehrfacher Staatsbürgerschaft, bei vorliegen minimaler Anforderungen hinsichtlich Aufenthaltsdauer und Einbindung in reale Lebens- und Arbeitsverhältnisse.

Von dergleichen Reflexionen zeigt sich der Feld-Wald-und-Wiesenprogrammentwurf der Piraten weit entfernt.

poor on ruhr 20.09.2011 | 15:04

Ich finde die Kritik an den Piraten in dem Blog zu streng.
Mir sind jedenfalss keine frauenfeindlichen oder fremdenfeindlichen Äußerungen der Piraten bekannt.

Die nur eine Frau bei den 15 Abgeordneten ist ein Fehler.
Da geht heute nicht mehr und es hätten wenigstens 6 oder 7 sein müssen. Am besten wäre die Hälfte gewesen. Die ist ja bei 15 Abgeordneten schwierig. ;)

Nichts desto trotz kennt man die Enstehungsgeschichte der Piraten nicht. Vielleicht ist diese Netzfokkusierung hinsichtlich seiner politischendimension der Piraten ja immer noch leider überwiegend ein Thema der Männer.

Vielleicht sind sie Piraten sogar eine Chance, dass sich noch mehr Frauen für die politischen Dimensionen des Netz interessieren.

Also ruhig Blut.

Man und auch frau sollte trotz der Frauensingularität bei den 15 von Berlin den Piraten eine Chance geben.

Manache Physiker sagen ja, dass die Singularität den Urkanall ausgelöst hat.

Vielleicht geht es ja den Piraten mit den Frauen nach dem Berliner Ergebnis so ähnlich. ;)

Maria Jacobi 20.09.2011 | 15:06

Also, ich muss schon sagen, für so schnell hätte ich die Erhaltungs- und Abwehrmaschinerie des politischen Establishments nun doch nicht gehalten. Erst heute morgen schrieb ich in einem anderen Blog, dass die Systemparteien, sollten sie sich von den Piraten echt bedrängt fühlen (so etwa bei 20%), sich mit Sicherheit ein Hinweis auf die Verbindung der Piraten mit den Rechtsextremen fände, um sie in die einzige Ecke zu stellen, die "unser" Wertesystem hat. Die Wahllokale sind noch nicht einmal 24 Stunden geschlossen - und siehe da! - die Nazikeule arbeitet schon, und das bereits bei 9 %. Das zeigt, wie blank die Nerven liegen. Es ist in diesen Tagen doch schön, wenn man seinem politischen Instinkt trauen kann. Er erhöht die Überlebensfähigkeit.

Magda 20.09.2011 | 15:09

Verehrter Streifzug, Du hast Dich mal mir gegenüber auch als einer bezeichnet, der "Genderfragen" auch zumindest kennt. Angele hat sicherlich - wie er so ist - was angetippt auf seine Weise. Aber, sorry, er hat in die richtige Ecke geguckt dabei. Er hatte es gewissermaßen "im Urin", was seit Monaten im Netz kritisiert und diskutiert wird. Die Piraten sind eigentlich keine Partei, sondern eine männerbündelnde Berufsgenossenschaft mit weiblicher Hilfstruppe und das ist Mist.

Das könnte - aus meiner Sicht - auch eine Initiative, eine AG oder was weiß ich sein - aber eine Partei ist der Laden nicht.

Amanda 20.09.2011 | 15:10

Man muss auch gönnen können. Ich habe Sonntag 18 Uhr "Willkommen in der Realität" gesagt. Lassen wir sie Politik machen, sie sind gewählt. Und dann schaumer.

Überlegt nicht wirklich, eine Partei für Frauen UND Männer UND alle anderen zu gründen, die das Verweigern / Verändern bestimmter Strukturen zum Inhalte hat:

A.

Magda 20.09.2011 | 15:11

"Erst heute morgen schrieb ich in einem anderen Blog, dass die Systemparteien, sollten sie sich von den Piraten echt bedrängt fühlen (so etwa bei 20%), sich mit Sicherheit ein Hinweis auf die Verbindung der Piraten mit den Rechtsextremen fände, um sie in die einzige Ecke zu stellen, die "unser" Wertesystem hat."

Vor einem Vierteljahr schon gabs eine Debatte darum und - oben habe ichs verlinkt - aus gutem Grund.

Popkontext 20.09.2011 | 15:18

@streifzug
Welchen Fakt widerlegt diese "Aussage einer 19jährigen" gerade wieder? Und wo waren konkret die Vorurteile? Wenn die von sich aus gegangen sind, belegt es doch, dass sie sich aus irgendeinem Grund da aben nicht richtig aufgehoben gefühlt haben und sich für diese Partei nicht engagieren wollten...und wie viele "Mitstreiterinnen" waren das? Tausende, die entsetzt das weite gesucht haben? Also bitte...

poor on ruhr 20.09.2011 | 15:27

Ich bin schon dafür, dass jeder / jeder sagen kann was er oder sie will, solange niemand runtergemacht wird.
Was mir heir aber auffällt ist ist diese Verbssenheit in den Kommentaren, die oft einen Tonfall haben, der so viel Hektik und manchmal auch Hysterie in die Diskussion reinbringt.
Sachte Leute. Ruhig Blut. Wenn die Piraten sich wirklich als Frauen und Fremdenfeinde erweisen sollten, werden die jungen Frauen die jungen Männer die sie diesmal wohl alle offensichtlichgewählt haben, schon die Meinung geigen und in 4 Jahren haben sie dann keine Chance mehr. Warum regt man sich hier so auf! Ruhig Blut! ;)
Ich denke , es geht um Meinungsaustausch und nicht um virtuele Saalschlachten. :)

Liebe Grüße

an Alle

por

Uwe Theel 20.09.2011 | 15:33

@ white trash

@popkontext hat o. schon einen kleinen Definition gegeben, die englischsprachige Wikipedia liefert erste Details nach.

Aber erst eine methaphorische interpretation des soziologischen Begriffes, im Sinne einer systemisch unzuverlässigen Subversion durch netzaffiner Leute, die sich ihrer "Freiheit", oder was sie dafür halten depraviert fühlen, führt hier m.E. weiter.

Inweiweit wir es hier mit einem im Kern apolitischem Abenteuerertum einer tendenziell vom sozialen Abstieg bedrohten Generation zu tun haben, oder dem Ursprung für etwas anderes, wird die Zeit weisen.

Bis dahin sei aber darauf hingewiesen, dass es - mindestens in Berlin - eine "White-Trash" Scene gibt, die soziologisch der Piratenpartei durchaus näher zu stehen scheint als den poor white der USA:

Man lese hier:

www.berlin.de/orte/club/white_trash/

In einem ehemaligen Irish-Pub an der Schönhauser Allee und mit dem Mobiliar aus dem zuvor genutzten China-Restaurant an der Torstraße hat das White Trash eine neue Heimat gefunden, um größer als je zuvor Western-, Punkrock- sowie Trash-Atmosphäre zur gleichen Zeit und am selben Ort zu bieten.

und hier:

www.max.de/cityguide/city/berlin/nightlife/club-disko/163171,1,cg_tip,2,White+Trash.html

Das White Trash bedient die Bedürfnisse der Szene unter einem Dach... Wer hip und stylish clubben will, muss sich natürlich erst mal ein Tattoo stechen lassen, danach wird man gekonnt frisiert und letztlich verputzt man ein paar schnelle Happen, bevor man sich ins Nachtleben stürzt. Jetzt kann man sich allerdings weite Wege sparen, weil sich all dies im White Trash abspielt. Party-Kultur-Konzept No.1

Uwe Theel 20.09.2011 | 15:46

@ lisi stein schrieb am 20.09.2011 um 13:21

"Die Piratenpartei lehnt die Erfassung des Merkmals “Geschlecht” durch staatliche Behörden ab. Übergangsweise kann die Erfassung seitens des Staates durch eine von den Individuen selbst vorgenommene Einordnung erfolgen." (aus dem Parteiprogramm, Link von Fro)

Was soll denn der Blödsinn: Erst verzichtet der Staat auf die eigene Erfassung eines "Merkmals", das dann durch die mehr oder weniger freiwillige (???) Angabe eines "frei gewählten" Datums durch den Betroffenen selbst bloß ersetzt werden soll.

Früher nannte man das Vorauseilenden Gehorsam, der Kälber, die sich ihre Schlächter selber wählen.

Im übrigen hängt die Verwendung des erfassten Datums nicht vom Wort im Datenfeld des von Staats wegen gespeicherten Datensatzes ab.

Aber solche Stufe der Reflexion übersteigt des gewöhnlichen Programmierers à la Piratenpartei offensichtlich schon.

Schließlich sei daran erinnert, dass Daten, die erhoben werden dürfen, immer einem konkreten, überprüfbaren Zweck dienen müssen zu dem sie erhoben werden. Eine konsequente Durchsetzung bestehenden Rechts zu erreichen, wäre hier wesentlich sinnvoller, als phantasiereiche Selbstorganisation der Netzdaten ohne Ziel und Zweck und damit Sinn zu fordern.

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shalako 20.09.2011 | 15:48

Uwe Theel schrieb am 20.09.2011 um 13:33

"...apolitischem Abenteuerertum."

Apolitisches Abenteurertum finden Sie vermutlich eher bei der einzig auf Gewinn spekulierenden Hochfinanz, ihren treuen Angestellten (Ackermann, etc.) und der zum neoliberalen Verwalter und Vermittler der Interessenlagen der Reichen und Superreichen degradierten Politiker jeglicher Couleur, die verantworungslos dem Treiben Weniger gegen die Interessen einer ausgewogenen Zivilgesellschaft zuschauen.

Streifzug 20.09.2011 | 15:57

Ach J.A.-P.,

wir haben doch ausführlich festgestellt, dass die Piraten keine Partei sind, als Piraten auch nie sein können, sondern:

-White Trash
-eine männerbündelnde Berufsgenossenschaft mit weiblicher Hilfstruppe
-jung, weiß und männlich
-Internettruppe
-Freaks
-ein Messer zwischen den Zähnen haben
...

alles beste Voraussetzungen, die Herrschaft mal so richtig bei den Eiern zu packen, wenn ich es mal so plastisch männerfreundlich formulieren darf.

Danach werden Parteien und Nationen entsorgt, sozusagen in einem letzten Arbeitsprozess.

Fro 20.09.2011 | 16:11

Wenn jemand kritisiert, dass nur eine Frau auf der Piratenliste kandidierte, dann heißt es ja auch, dass er meint, eine Frau könnte ihre Themen gegenüber 14 Männern nicht überzeugend vertreten – oder Männer würden per se Frauenthemen/interessen unterdrücken.
Was für ein antiquiertes Frauen-und Männerbild steht dahinter?

Schon vor einigen hundert Jahren sah die Welt anders aus als in den selbstüberschätzenden männlichen Chauvi-Hirnen heute:



Wenn die Piraten gute Arbeit leisten, werden sie sicher massenhaft Zulauf von frustrierten Frauen und Einwanderern aus den in Routine erstarrten Parteien erhalten...;-)
Politische Konkurrenz belebt das Geschäft – zum Vorteil der Bürger...
Uwe Theel 20.09.2011 | 16:18

shalako schrieb am 20.09.2011 um 13:48

Apolitisches Abenteurertum finden Sie vermutlich eher bei der einzig auf Gewinn spekulierenden Hochfinanz

Wo hätte ich das geleugnet? Wir sollten aber nicht vergessen, dass Marx seine Kritik dieser Form von Ökonomie (= Kapitalismus) eine "Kritik der poltischen Ökonomie" nannte; dies unter Verwendung des genitivus objectivus.

Wenn ich also apolitisch sagte, dann meinte ich damit nicht das subjektive Empfinden bei Piraten und mehr noch deren Wählern, die sich in Ihrer Alternative mindestent als von der herrschenden Politik abgewandt begreifen, was objektiv natürlich hoch politisch ist, sondern den im marx`schen Sinne ideologischen Charakter ihrer Analyse, ihres Bewußtseins.

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shalako 20.09.2011 | 16:20

>„Wir Piraten sehen uns außerhalb der Gerade zwischen den Extremen 'rechts' und 'links'“, schreibt die Partei selbst auf ihrer Seite. Über die althergebrachte, eindimensionale Betrachtungsweise von politischen Positionen sei man hinaus.

Quelle:
www.taz.de/Streit-der-Woche/!78459/

Ein derartiges Selbstverständnis übersteigt vermutlich die Möglichkeiten derer, die stark auf klare Strukturen und lineares Denken angewiesen sind; und - es macht so manchem Angst.

poor on ruhr 20.09.2011 | 16:21

@Michael Angele

Danke für die Konkretisierung, die mir persönlich klarer macht, was Sie meinen. ;) Ich verstehe auch das Problem, dass Sie dahinter sehen. Sicher werden die Piraten auch in dieser Hinsicht (Frauen, Migranten) kritische Begleitung brauchen, aber sie laden nach ihrer Ankündigung ja auf ihrer Homepage demnäschst ja ausdrücklich dazu ein. Nehmen wir sie beim Wort. ;)

Lieber Gruß

por

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shalako 20.09.2011 | 16:31

Uwe Theel schrieb am 20.09.2011 um 14:18

"Wenn ich also apolitisch sagte, dann meinte ich damit nicht das subjektive Empfinden bei Piraten und mehr noch deren Wählern, die sich in Ihrer Alternative mindestent als von der herrschenden Politik abgewandt begreifen, was objektiv natürlich hoch politisch ist,..."

Ich erlaube mir mal eine Zusammenfassung.

Was beim ersten Hinschauen dem einen oder anderen durchaus apolitisch erscheinen mag, ist bei näherer Betrachtung ein hochpolitischer Prozess im Werden, der potentiell eine erhebliche Brisanz in sich birgt.

ed2murrow 20.09.2011 | 16:37

Ich bin weiß, männlich, arbeite viel am/mit dem Computer und habe einige recht dezidierte Gedanken dazu, dass die noch existierende (cum grano salis) Freiheit des Netzes beispielgebend sein könnte für die Erweiterung von Freiheiten in anderen öffentlichen Räumen. Bin ich nun „white Trash“?

Da ich Angeles Antwort kenne, erlaube ich mir die Frage: Hält er es aus, wenn ich ihn dank seiner Einordnungen nicht als Kulturschaffenden sondern als Buchhalter bezeichne? Ich denke schon, denn er muss. Erstens, was er kategorisch schreibt, verteidigen. Zweitens von all dem leben. Das alleine wäre trauriger Befund genug, würden die Ansätze (!), für die die Piraten in Berlin stehen, mit seinen Schubladisierungen nicht gleich mit in die Tonne getreten werden.

Dabei kann man sich getrost die Suche nach den Motiven (nachvollziehbare Sachargumente sucht man im Blog ohnehin vergebens) sparen. Angebliche Undurchlässigkeiten und fehlende Pluralität kann auch der als Argument anwenden, der die auf die Piraten entfallenen Stimmen lieber woanders hätte landen sehen wollen. Also Hauptsache Feindbild. Das kennen wir aus dem Main-Stream und ist gerade auf ein Novum angewandt witz- wie brotlos.

Gelegentlich wäre es mal gut, in das Laboratoire des Idées der französischen Sozialisten zu schauen und sich fragen, warum Leute unterschiedlicher Provenienz, politischer wie geographischer, kein Problem haben, auf den gleichen Trichter zu kommen. Vorsitzender des Ideenlabors ist ein Mann, sein Vordenker ebenfalls, beide sind weiß, also auch nur Trash wie der Verfasser dieser Zeilen?

Herr Angele mag keine Überraschungen, das merkt man bei jedem Luft- und anderen Zügen, wenn sie ihn streifen. Darin ist er Schweizer, durch und durch, verlässlich wie ein Uhrwerk. Nur um die Mittagszeit, wenn das Türchen aufgeht … aber auch das ist nur ein Klischee.

Michael Angele 20.09.2011 | 16:46

Lieber ed2murrow,
"Buchhalter des Geistes" klingt doch super, wäre ich gerne.

Was ich dagegen nicht so mag ist, wenn man hier irgendwelche Verhaltensweisen aus meiner Herkunft ableitet: "verlässlich wie ein Uhrwerk". Sehen Sie und Kollege Streifzug, in solchen Momenten zeigt sich eben eine Asymmetrie zwischen einem Redakteur, der mit Namen zeichnet, und einem Blogger, der unter Pseudonym publiziert. Der eine steht im Licht, der andere agiert aus einem Dunkel heraus.

Uwe Theel 20.09.2011 | 16:50

@ shalakozitierte die Piraten am 20.09.2011 um 14:20

... Über die althergebrachte, eindimensionale Betrachtungsweise von politischen Positionen sei man hinaus.

und kommentierte:

"und - es macht so manchem Angst."

Nö, Angst machen tut es mir weniger, allerdings läßt es mich letzlich uninformiert zurück, solange mir die/eine neue Dimension - letzlich lassen sich die Piraten alle, d.h. tendenziell unbegrenzt viele unbestimmt offen - nicht mindestens anschaulich, d.h. konkret beschrieben wird.

Eine Formulierung, wie "man sei über die eindimensionale Betrachtungsweise hinaus" - als wenn linke Theorie, als dialektische nicht mindestens schon zweidimensional wäre - erweckt bei mir zunächst nicht mehr oder weniger Phantasie als der Vorspann zu einer beliebigen Star-Treck-Folge oder der wunderbare Spruch von Captain Buzz Lightyear of Star Command "To infinity... and beyond!" - Mehr oder weniger gute Unterhaltung.

memyselfandi 20.09.2011 | 16:58

ed2murrow demonstriert, wie man eigenes Verhalten auf andere projiziert. Er nennt den anderen, der sich kritisch mit einer Sache auseinander setzt einen Kleingeist, um sich, aus der sicheren Deckung des www, als derjenige zu produzieren, der hier über alles Bescheid weiß. Das einzige was ein wenig stört ist der fehlende Inhalt, wo Angele was tut und wo die Piraten etwas sind oder nicht sind. Aber daran hat sich ein echter Kleingeist noch nie gestört.

memyselfandi 20.09.2011 | 16:58

ed2murrow demonstriert, wie man eigenes Verhalten auf andere projiziert. Er nennt den anderen, der sich kritisch mit einer Sache auseinander setzt einen Kleingeist, um sich, aus der sicheren Deckung des www, als derjenige zu produzieren, der hier über alles Bescheid weiß. Das einzige was ein wenig stört ist der fehlende Inhalt, wo Angele was tut und wo die Piraten etwas sind oder nicht sind. Aber daran hat sich ein echter Kleingeist noch nie gestört.

ed2murrow 20.09.2011 | 17:03

Dazu gehörten zwei Dinge, Herr Angele: Der Hinweis der Redaktion, Blogger mögen sich tunlichst vor Veröffentlichung unter bürgerlichem Namen darum kümmern, alle persönlichen Bezüge aus dem Netz verschwinden zu lassen wie etwa ausTelephonbüchern. Und sich eine Büroanschrift zulegen, auf dass etwaige Reaktionen nicht die eigenen vier Wände trifft. Ich nehme an, Sie haben so ein Büro.

Was Ihre Vorlieben oder Abneigungen aufgrund von Herkünften angeht: Ich habe das ausdrücklich als Klischee bezeichnet. Sie dagegen sind mit keiner Silbe vom Trash abgewichen, auch nicht von white. Also kein Grund zum künstlichen Aufregen: Ich habe Sie sogar privilegiert.

Für Lichtgestalten wenden Sie sich bitte an Franz Beckenbauer. Salü, und alles was dazu gehört.

Fro 20.09.2011 | 17:03

"Es gab bundesweit im Netz dazu Kritik und das ist auch gut, denn an den Statements der Piratentruppe spürte man, dass diese Kritik offensichtlich bei denen angekommen ist."

Ja, so muss es laufen. Die Piraten scheinen recht beweglich - das hat Vorteile, kann aber auch bedeuten, dass die Aufgeklärten öfter gefordert sind, weil sich da interessensgeleitete Grüppchen breit machen wollen.

Ullrich Läntzsch 20.09.2011 | 17:10

"noch existierende (cum grano salis) Freiheit des Netzes"

Lieber ed2murrow,

die Freiheit des Netzes - das ich nicht lache. Es dieser Mythos einst ersonnen in dern USA von rechtslastigem sogenannten Thinktanks ist doch längst ein Witz. Microsoft, Apple, Google und Co wissen alles über Sie und Ihren Blechtrottel, was die nur wissen wollen. Haben in einer Weise Zugriff auf ihre persönlichen Daten, wie Orwell es sich nicht hätte vorstellen können. Tendenz? - inflationär.

Wenn ich aus diesem Blickwinkel über die Piraten nachdenke, graut es mir!!!

Allerbeste

Michael Angele 20.09.2011 | 17:19

@ed2murrow

ich bin vor allem auch Philologe. Sie schreiben:

"Darin ist er Schweizer, durch und durch, verlässlich wie ein Uhrwerk. Nur um die Mittagszeit, wenn das Türchen aufgeht … aber auch das ist nur ein Klischee."

Das "Klischee" läßt sich eben auch nur auf das "Türchen zur Mittagszeit" beziehen. Aber egal, ich habe keine Lust mehr auf diesen Kinderkram.

Und wieso soll ich mich von "White Trash" distanzieren? So viel Spott wird die Anhängerschaft einer Partei, die im Berliner Wahlkampf ihre Humorkompetenz eindringlich bewiesen hat ("Religion privatisieren", "Wieso hänge ich hier, ihr wählt mich ja doch nicht?"), ja wohl noch verkraften.

Andreas Zainal 20.09.2011 | 17:26

Sie haben Recht! Der Mann ist inkompentent, was wirtschaftliche Fragen angeht. Aber war es notwendig, die polemische, editierte Version zu verlinken? Hier das Original:
www.youtube.com/watch?v=e-M3P8ioweQ

Ich hätte gerne auch die gesamte Sendung von den kleinen Parteien gesehen, nur leider finde ich sie im Internet nicht... nur die von den Großen. Es wäre interessant zu sehen, genau welche Fragen zu welcher Partei sie stellen. Selbstverständlich werden sie immer die Fragen stellen, die für die Kandidaten am schwierigsten zu beantworten sind, und die Sendung hat klug gewählt.

Und da hat er sich gar nicht mal schlecht geschlagen. Das Zugeben, dass er von Wirtschaft noch wenig Ahnung hat, und sich einarbeiten will, dass finde ich toll. Das ist ehrlich. Und mir allemal lieber, als irgendeine politische 08/15 Antwort, die eh nicht eingehalten wird und nur da ist, um dem Publikum zu gefallen.

Aber in fünf Jahren kann man sich sehr wohl in das Thema einarbeiten, da haben Sie Recht. Aber in den fünf Jahren kann man auch erstmal andere Programmpunkte erarbeiten, was auch getan wurde. Dass die Wirtschaft nicht so präsent ist, ist doch eigentlich selbstverständlich. Sich aufzuregen, dass die Piraten keine Programmpunkte hier haben, ist wie sich über die mangelnden Internetthemen der anderen Parteien zu beschweren. Einige finden die Wirtschaft wichtiger, und die wählen dann eben die etablierten Parteien. Andere sagen, da wird eh noch von den Großen entschieden, da machen wir uns erstmal keine Gedanken, schauen wir mal lieber zur Opposition. Und das finde ich auch berechtigt. Sie haben andere Themenschwerpunkte, welche sie eigen machen, deswegen wählt man sie auch. Wie sie diese finanzieren, dass wird sich dann zeigen, wenn sie mal, wenn je, regieren und ihre Ideen umsetzen wollen. Und wenn sie kurz davor stehen, dann erwarte auch ich Vorschläge zu diesen Bereichen.

Man braucht eine Idee am Anfang, das ist noch der Anfang. Und die Idee ist reif genug um Opposition zu machen, aber lange nicht genug um zu regieren, aber das tun sie ja nicht. Fünf Jahre Parteigeschichte ist lächerlich wenig. Und in fünf Jahren ein *komplettes* Parteienprogramm zu machen, da würde die Qualität am Ende leiden. Schauen Sie doch mal lieber, was sie in fünf Jahren geschafft haben, statt was sie nicht geschafft haben.

Vielleicht brauchen Sie aber noch einen Wirtschaftsexperten? Die wird es in der Partei aber wohl weniger geben. Warum... hahaha, ist ja klar, oder?

Ich selber will, oder wohl eher wollte, eine Partei gründen. Und ich hätte auch erstmal sie angemeldet, statt ein komplettes Programm zu machen. Ich habe eine Idee, eine Grundrichtung, und diese verbreite ich, eher ich allzu konkret werde. Weil dazu will ich mir noch die Meinung meiner Stammwählerschaft anhören, die mit mir gemeinsam die Idee teilen.

Und das werden die Piraten jetzt hoffentlich auch tun. In diesen vier Jahren werden sie reifen, und sie werden noch alles nachholen. Ansonsten verlieren sie alles wieder, und das wollen sie glaub ich auch nicht. Man will ja wenigstens wissen, ob man gehört werden will, bevor man seinen Mund aufmacht. Jetzt wissen sie das. Und sie werden sich mit ihren Mitgliedern dann demnächst einigen müssen bei den, für sie zwar keine Kernthemen, aber nichtsdestotrotz sehr wichtigen Themen.

Ach, übrigens, ich wohne leider nicht mehr in Berlin und hab folglich auch nicht gewählt. Ich hab keinen dort keinen Job gefunden und bin weggezogen.

ed2murrow 20.09.2011 | 17:33

Ullrich Läntzsch schrieb am 20.09.2011 um 15:10

"dieser Mythos einst ersonnen in dern USA von rechtslastigem sogenannten Thinktanks"
Fragen Sie gelegentlich bei CERN nach, ob die sich als Thinktank sehen ;)

"in einer Weise Zugriff auf ihre persönlichen Daten"
Die haben auch Sie, in dem Moment, da sie Suchbegriffe zu einer Person in eine Suchmaschine eingeben. Eine andere Frage ist aber, ob und inwieweit Daten zu einer Person führen, die sie nicht veröffentlichen will. Es gibt nämlich einen Unterschied, ob in einem social Network Foto und andere Identifikationsmerkmale freiwillig (!) offenbart werden (und man sich entsprechend der AGB entkleidet) oder aber sein Pseudonym pflegt.

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shalako 20.09.2011 | 17:39

Uwe Theel schrieb am 20.09.2011 um 14:50

"Eine Formulierung, wie "man sei über die eindimensionale Betrachtungsweise hinaus" - als wenn linke Theorie, als dialektische nicht mindestens schon zweidimensional wäre - erweckt bei mir zunächst nicht mehr oder weniger Phantasie als der Vorspann zu einer beliebigen Star-Treck-Folge oder der wunderbare Spruch von Captain Buzz Lightyear of Star Command "To infinity... and beyond!" - Mehr oder weniger gute Unterhaltung."

Naja, vielleicht einfach hier mal schauen.

"Die Soziokybernetik fasst die Anwendung kybernetischer Erkenntnisse auf soziale Phänomene zusammen, d. h. sie versucht, soziale Phänomene als komplexe Wechselwirkungen mehrerer dynamischer Elemente zu modellieren. Eine wichtige Problemstellung der Soziokybernetik liegt in der Kybernetik zweiter Ordnung, da Soziokybernetik eine gesellschaftliche Selbstbeschreibung ist."

de.wikipedia.org/wiki/Soziokybernetik

ed2murrow 20.09.2011 | 17:41

Uwe Theel schrieb am 20.09.2011 um 15:07

" Wer suchet der findet"
Jau, wenn man das Bloggen wie Angele begreift, nämlich erst Mal einen Stein ins Wasser werfen, um festzustellen, was für Kreise das zieht. Damit wir uns verstehen: Das ist nichts Verwerfliches oder Anrüchiges. Aber mir unter mittlerweile 150 Kommentaren das eine oder andere Korn herauszupicken, das ggfs. als Sachbeitrag gelten könnte, ist mir einfach zu mühsam und unübersichtlich. Dazu ist der Blog selbst auch nicht angetan, nähere Recherche in Rechtfertigungsthreads zu investieren. Oder wühlen Sie gerne in jedem Müll (Trash), der Ihnen geboten wird?

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shalako 20.09.2011 | 18:05

Michael Angele schrieb am 20.09.2011 um 15:44

>Ich "werfe den Piraten" nichts vor.

"Okay, vergessen Sie diesen Vergleich gleich wieder. Was haben die Piratenpartei und die NPD gemeinsam? Nun, die Mitglieder beider Parteien sind fast durchweg männlich, jung und deutsch."

Richtig, Sie werfen nicht vor. Sie hetzen. Und zwar auf recht unangenehme Weise. Ist das jetzt der neue Stil beim Freitag?

In ähnlich polemischer und substanzloser Weise ist der Schlag gegen Wikileaks gestaltet.

www.freitag.de/openleaks

Hat man beim Freitag und seinen Kooperationspartnern derartige Manschetten vor innovativen Strömungen, dass man sich zu solch üblen Kampagnen hinreißen läßt?

Fro 20.09.2011 | 18:38

Es wäre wahrscheinlich hilfreich gewesen, einen Piraten und eine Piratin der ersten Stunde zu befragen... wenn man wirklich wissen wollte, was die Ursachen der heutigen Mitgliederstruktur sind. Oder ein paar junge Frauen und Einwanderer befragen, was sie da abschrecken könnte zu den Piraten zu gehen.
Und dieses Ungleichgewicht wird sich ausgleichen, wenn die Piraten ihr Themenspektrum ausweiten – was ja jetzt zwangsläufig der Fall sein wird, wenn die (noch immer) Männerdomäne „Netzpolitik“ die Verbindung zur realen Welt findet, - da werden sich dann auch Frauen und Einwanderer aktiv „andocken“.
Hauptsache die Piraten bleiben locker und lassen sich keine Weltbilder aufschwatzen..oder irgendeine verhältnismäßige Geschlechter-und Einwandererverteilung...

Uwe Theel 20.09.2011 | 18:56

@ ed2murrow schrieb am 20.09.2011 um 15:41

Oder wühlen Sie gerne in jedem Müll (Trash), der Ihnen geboten wird?

... hätte ich den Eindruck erweckt?

Ich habe es bewußt vermieden, mich mit dem in der Tat politisch geschmacklosen Witz des Blogtextes, damit auch mit dessen Autor als Person zu beschäftigen - das taten andere zur genüge - , sondern habe mich dem Inplikat "white trash", dass sich nun nicht notwendig nur auf Faschisierbare beziehen muß, aber kann, vor dem Hintergrund einer realen Szene und mindestens widersprüchlichen programmatischen Texten der Piratenpartei genähert. In der Tat erscheint mir ein Niedergang der Piratenpartei noch vor einem wirklichen Aufstieg - was immer das hieße - noch wahrscheinlicher, als mich die Wirklichkeit der Geschichte der Grünen über Jahre lehren mußte. - Was nicht heißt, dass ich mich irren könnte ;-)

Henrie Schnee 20.09.2011 | 19:30

Soll ich mich etwa darüber aufregen? Du schreibst dir einen Artikel zusammen, der darauf angelegt ist, die Intelligenz deiner Leserschaft zu beleidigen... und dich vor deinem eigenen Publikum wie ein hinterwäldlerisches Opfer von gefährlichem Halbwissen darstehen zu lassen.

Wenn du meinst, dass das deiner Auflage deiner Karriere weiterhilft, lass dich doch von mir nicht aufhalten.

Magda 20.09.2011 | 19:38

"Hauptsache die Piraten bleiben locker und lassen sich keine Weltbilder aufschwatzen..oder irgendeine verhältnismäßige Geschlechter-und Einwandererverteilung..."

Hauptsache locker und - das wird man doch mal sagen dürfen- weg mit diesem Frauen - und Migrantenaquatsch. Na, da sagts doch mal einer. Und natürlich haben die Piraten ein Weltbild, ein eigenes und das ist "männerzentriert".
Glauben Sie mir, mit der Intention sind die Männerrechtler in die AG Männer dort gestürmt. Weil sie nämlich - wachsam wie sie sind - eine Frauen AG dort ausgemacht haben. Und dann gabs noch die Piratin.
Und die mussten dann ein bisschen aufpassen mit ihren postings und sind jetzt gar nicht mehr so leicht zugänglich, weil sie da Ärger gekriegt haben.

dishwasher.blogsport.de/2011/03/31/jungenbenachteiligung-super-gau-bei-der-piratenpartei/

Fro 20.09.2011 | 20:02

@Magda

Ja, sehr unlocker, was da abgeht – das meine ich, sollte vermieden werden.

„...weg mit diesem Frauen - und Migrantenaquatsch.“

So war das nicht gemeint, es wird sich natürlicherweise einpegeln (wenn die Piraten locker bleiben). Es will doch da niemand eine Bevölkerungsgruppe ausschließen. (?)
Feminismus und Maskulismus sollten eine vorübergehende Erscheinung sein – jede Seite sollte einfach einmal sachlich darlegen was sie will und dann muss man ins Gespräch kommen - was soll das sonst?
Bei Differenzen müssen in der Zeitung beide Seiten zu Wort kommen – locker eben...

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shalako 20.09.2011 | 20:03

>1. Demokratie als bestmögliche Herrschaftsform

Die PIRATEN bekennen sich zur Demokratie als bestmögliche Herrschaftsform. Sie drängt auf eine Ausweitung der direkten und indirekten Mitbestimmung durch die Bürger, unter Einbeziehung moderner Techniken und betont die wichtige Bedeutung einer uneingeschränkten Publikative in der medialen Öffentlichkeit.

Damit der Bürger eine wohl überlegte Entscheidung treffen kann, benötigt er eine gute, dezentrale, möglichst unabhängige, vielstimmige und stets wachsame Publikative aus Presse, Blogs und anderen Formen von medialer Öffentlichkeit. Sie ist daher für das einwandfreie Funktionieren der Demokratie unabdingbar. Diese kritische Publikative zu ermöglichen und vor Einschränkungen zu schützen, sehen wir als wichtige Aufgabe des Staates und eines jeden Demokraten an.

Quelle:
www.freitag.de/community/blogs/aredlin/berlin-hat-gewaehlt-wer-sind-die-piraten

Fundiert und niveauvoll dieser Artikel. So geht`s auch.

Uwe Theel 20.09.2011 | 20:57

Sie reden an der sache vorbei:

Es geht mir nicht darum, zu diskutieren, ob kybernetische Modelle, oder sonstige systemtheoretische Elemente (nach Luhman et. al.) zur Beschreibung oder gar Erklärung gesellschaftlicher Realität geeignet seien oder nicht, sondern darum, dass sich auch die Piratenpartei in jedem Fall, bei jeder gewählten Analysemethode präziser Ausdrucksweise und nicht umgangssprachlichem Meinen in dessen Unbestimmtheit zu befleißigen hätte. Nicht vergessen: Unbestimmtheit in der Wissenschaft ist etwas anderes, als Unbestimmtheit umgangssprachlich ausgedrückten Meinens und das kann man jeweils unterscheiden, bzw. bestimmen, wenn man es kann.

Azenion 20.09.2011 | 21:01

Herr Angele wird als Philologe die Bedeutung des Wortes "vermeintlich" genau kennen, wenn er von der "vermeintlich fortschrittlichste(n) der deutschen Parteien" schreibt. "Vermeintlich" heißt, daß jemand im Irrtum ist. Hier: daß die Partei eben nicht die fortschrittlichste Partei ist, sondern daß man es nur von ihr meint.

Aus seinen weiteren Äußerungen darf man wohl entnehmen, daß für Herrn Angele "fortschrittlich" bedeutet, wenn eine Partei es auf irgendeine Weise hinbekommt, daß "Migranten" und Frauen ihrem Bevölkerungsanteil entsprechend in der Partei vertreten sind -- und sei es per Quotenregelung.
Die politische Programmatik scheint für die Angelsche Fortschrittlichkeit keine Rolle zu spielen, denn an der hat er offenbar nichts auszusetzen.

Gegenthese: Fortschrittlich ist es, Menschen nicht mehr aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Geschlechtes unterschiedlich zu behandeln, sondern sie (in der Politik) an ihrer demokratischen Gesinnung, Einsatzbereitschaft, rhetorischem Talent zu messen -- eben an den Eigenschaften, die für die zugedachte Aufgabe von Belang sind.

Fortschrittlich ist es übrigens auch, Menschen nicht nur deshalb als "White Trash" zu schmähen, weil sie männlich, jung und "weiß" sind. In Herrn Angeles Milieu geht das offenbar als "lustig" durch, was einiges über dieses aussagt.

ChristianBerlin 20.09.2011 | 21:12

@Dame von Welt

Danke für den nochmaligen Hinweis auf die Zeilen des Expiratenkönigs. Hab ich damals nicht ernst genommen. Eine totalitäre These hätte mich sofort provoziert:

Sinnvoller als ein pauschales Verbot von Bauwerken ist es, alle religiösen Gruppierungen einer kritischen Prüfung zu unterwerfen: Stehen ihre Lehren im Einklang mit den Werten der Aufklärung? Werden dort Frauen, sexuell anders Orientierte und Andersdenkende diskriminiert und diffamiert? Wird die eigene Religion als die einzige Wahrheit betrachtet, die allen anderen überlegen ist und sich möglichst auf der ganzen Welt durchsetzen soll?

Religionsgemeinschaften, die einer solchen Prüfung nicht standhalten, egal ob islamisch, christlich oder scientologisch, verdienen es nicht, von der Religionsfreiheit geschützt zu werden.

S.A. König fordert hier eine globale Inquisition im Namen einer "einzigen Wahrheit, die allen anderen überlegen ist", der sog. "Aufklärung". Was ihr widerspricht, darf nicht geglaubt werden, da endet die Religionsfreiheit.

Religionsfreiheit besteht aber gerade darin, dass jeder glauben darf, dass im Himmel Jahrmarkt ist, wenn er will, und dass er der einzige ist, der das weiß und dadurch allen anderen überlegen - solange er den anderen nicht durch Gewalt, auch nicht Staatsgewalt, die Freiheit nimmt, das Gegenteil zu glauben. Erst an dieser Grenze zur Gewalt, zu der auch die Täuschung oder Desinformation gehört, endet die Religionsfreiheit.

LG Christian

miauxx 20.09.2011 | 21:41

@Michael Angele schrieb am 20.09.2011 um 10:23

"@indyjane. Sie haben Recht. Die von ihnen genannten Berliner Bezirke sind nicht gerade bekannt für ein "künstlerisch-kulturelles Milieu". Aber halt doch für ein homogenes."

Da die Piraten nun aber in diesen Bezirken solch markanten Stimmengewinne einfuhren, wäre nun Ihre eingehende These vom homogenen „künstlerisch-kulturellen Milieu" zumindest etwas angekratzt.

klagefall 20.09.2011 | 21:59

Zu einer Qualitätszeitung wie dem Freitag gehört es offenbar, dass ein leitender Redakteur
a) Doppel-s und ß nicht unterscheiden kann,
b) keine Recherche betreibt.
Ich empfehle mal, nach der politischen Geschäftsführerin der Piratenpartei zu googeln, bevor man hier seinem Bauchgefühl freien Lauf lässt.

[Was ist nur aus dieser feinen Zeitung geworden?]

Magda 20.09.2011 | 22:03

Hallo, das Interview mit Graf hat als Überschrift: "Man muss kein Nerd sein" und man brauche nur Grundkenntnisse.

"dass ich insgesamt auch mehr männliche Mitmenschen von der Wichtigkeit von neutralen Netzen, Vorratsdatenspeicherung, etc... überzeugen könnte..."

Das kann ja alles sein, aber es ist andererseits auch so, dass Frauen, wenn sie sich im Netz engagieren auch so ihre Erfahrungen haben - und ich meine damit jetzt nichts Sexuelles. Man ignoriert sie, sieht ihre Themen als unwichtig oder macht sich lustig.

miauxx 20.09.2011 | 22:29

Heute Morgen hörte ich mal wieder die Presseschau des Berliner inforadios und da fiel mir besonders der Kommentar der SZ auf:

"Viele müssen - anders als ihre Eltern - schnell studieren, schnell einen Job finden, dann schnell weiter nach oben, damit noch Zeit zur Familiengründung bleibt. Sie leben mit dem Gefühl, um ihre wilden Jahre betrogen worden zu sein, auch mit der Angst, abgehängt zu werden. Manche sind es schon, hatten aufgehört zu wählen, fühlen sich heimatlos in einem System, das sie erleben wie einen Rechner, der nicht mehr reagiert. Die Piraten geben dieser Ungeduld einen Hafen, auch der Sehnsucht nach Freiheit, die viele nie genossen haben."
(tinyurl.com/6778fjt)

Die Piraten als gewissermaßen Revoluzzerpartei einer um ihre Freiheit und wilden Jahre betrogenen Jugend. Romantischer Entdeckungs- und Lebensdrang eingehegt in die Sichtachse eines Bildschirms oder Smartphones. Es mag ja Realität sein - aber meine Romantik wird das nie werden.

Passt zwar nur mittelbar zum Thema des Blogs ... aber trotzdem!

ChristianBerlin 21.09.2011 | 01:11

@miauxx
@magda
@michael angele
@all

Ich bin ebenfalls sicher, dass die Rätsel der Piraten (inzwischen) - und die Berliner im Besonderen - mit einem Generationensprung zu tun haben.

Das Paradox:

Eine Generation, meine zum Beispiel, kämpft für bestimmte Standards, wie Frauen- und Migrantenquoten. Die nächste Generation sieht dann nicht mehr die ehemals störenden, inzwischen beseitigten Defizite, sondern eher die störenden Schutzmaßnahmen, die arg hinderlich sein können.

Positiver Sexismus ist eben auch Sexismus, positiver Rassismus auch Rassismus.

Nichts nervt z.B. bei attac-Diskussionen mehr, als wenn dort jemand auf die Anwendung der alten attac-Regel besteht, dass immer erst eine Frau gesprochen haben muss, bevor wieder ein Mann drankommt. Kann man mal machen, ist aber auf die Dauer er lästig und diskussionshemmend. Kein Wunder, wenn die nächste Generation nicht mehr den Hintergrund einer solchen Regel versteht.

Zu Frauenquoten in Politik oder Unternehmen äußerten sich gestern die frisch gewählten Berliner Piraten auf der PK vor allem mit Ironie. "Volle Gleichberechtigung werden wir dann haben, wenn genausoviele inkomptente Frauen wie inkompetente Männer auf den Posten sitzen."

Um das zu vermeiden, gab es für die Wahlliste eine Vorauswahl in direkter Abstimmung über jeden, der kandidieren wollte, aber keine Vorauswahl nach Flügel-, Frauen-, Alters-, Migrantinnen-, Randgruppen-, oder Bezirksproporz. Wer die Versammlung mit seiner/ihrer Kandidatur überzeugen konnte und mehr als die Hälfte der Stimmen bekam, war auf der Liste, wer sie nicht bekam, war draußen. Erst danach ging es um die Reihenfolge.

Zwei Frauen, die kandidieren wollten, überzeugten, eine trat gleich wieder zurück (Studium), die andere ist die 19jährige Susanne Graf. Die Bürde einer Frauenquote hätte unter diesen Bedingungen bedeutet, dass die Piraten nur zwei Leute auf ihrer Liste gehabt hätten.

Das Frappierende ist: Sie wurden trotzdem gewählt, auch von Frauen.

Sie wurden auch von Migranten gewählt, obwohl - außer vielleicht Pavel Mayer, kein Migrant unter den Aufgestellten war.

Vielleicht sagen die sich ja, wir sind hier angekommen, wenn wir nicht mehr in Stimmbezirken mit starkem Migrationshintergrund von den Plakaten deutscher Parteien lächeln müssen, solch positiven Rassismus könnte eine nachwachsende Generation auch wieder als diskriminierend erleben.

Ich bin mir bei der folgenden Autorin nicht sicher, ob sie nicht bloß eine (Horor-)Fantasie (für sie Horor-Fantasie) als Realität schildert.

In meinem Neuköllner Wahlkreis mit einer Wahlebteiligung von 36,6 % liegen die Piraten bei 18,9%. Hier gibt es viele WählerInnen mit Migrationshintergrund.

Am Wahllokal versammelte sich eine Gruppe derartiger junger Wähler und sie bekannten sich ganz offen zu den Piraten. Auf meine Frage, warum sie denn diese Gruppierung wählen kam als Antwort: Na die wollen, dass wir ohne Arbeit monatl. 1.500 € erhalten, Schwarzfahren abgeschafft wird, wir legak Software "klauen" können und freies Kiffen erlaubt ist.Quelle

Möglich wärs. Denn "Leute für uns" können in der Politik den Wählern noch wichtiger sein als "Leute von uns".

Klüger wären wir, wenn wir wissen, wieviele Migrantinnen oder Migranten oder Personen mit Migrationshintergund in Berlin die Piraten gewählt haben. Zahlen gibts bestimmt irgendwo, aber die hätten m.E. schon in den Beitrag gehört, wenn nicht nur (zum Nachdenken) provozieren, sondern auch informieren will.

LG Christian

Streifzug 21.09.2011 | 01:31

Christian,

jetzt wird es doch recht, ich sage es mal nett, schräg. Soso, Piraten werden also gewählt, weil

"...die wollen, dass wir ohne Arbeit monatl. 1.500 € erhalten, Schwarzfahren abgeschafft wird, wir legak Software "klauen" können und freies Kiffen erlaubt ist"

? Warum erzählst du nicht, warum die ev. Kirche gegen die Piraten ist?

"Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am Sonntag hatte die Piratenpartei mit 8,9 Prozent der Stimmen erstmals den Sprung in ein Landesparlament geschafft. Eines ihrer Wahlplakate trug den Slogan "Religion privatisieren jetzt". Im Wahlprogramm fordern die Piraten unter anderem, die Erfassung der Religionszugehörigkeit durch staatliche Stellen aufzuheben.

"Ein staatlicher Einzug von Kirchenbeiträgen kann nicht gerechtfertigt werden", heißt es. Zudem sollen "finanzielle und strukturelle Privilegien einzelner Glaubensgemeinschaften" bei der Übertragung von Aufgaben abgebaut werden, fordern die Piraten in ihrem Programm." Hier sehen wohl bestimmte Kreise ihren Obulus ohne Arbeit in Gefahr.

ChristianBerlin 21.09.2011 | 02:06

@Streifzug

#offtopic

? Warum erzählst du nicht, warum die ev. Kirche gegen die Piraten ist?

Warum soll ich etwas erzählen, was hier offtopic wäre und wonach bislang keiner gefragt hat?

Ich kann Dir aber zu dem Link sagen, dass der (erst nach der Wahl veröffentlichte) auf die auf evangelisch.de wiedergegebene epd-Meldung nicht die Information enthält, dass "die Ev. Kirche gegen die Piraten ist".

Ich lese da nur, dass dort namentlich zitierte Parteienforscher diese Forderung der Piraten nicht für durchsetzbar halten, und dann noch diverse Gründe, woran das scheitern wird.

Die größte Hürde wird freilich nicht genannt: Um den Steuereinzug zu kippen, benötigt man z.B. eine verfassungsändernde Mehrheit auf Bundesebene.

Etwas einfacher könnte dagegen sein, bestimmte Staatsleistungen zumindest zu überprüfen, ob sie von der Höhe her gerechtfertigt sind. Das planen die Piraten mit kleinen oder größeren Anfragen, soweit es Berlin betrifft, jetzt öffentlichkeitswirksam aufzuklären - und sollte in seiner Wirkung nicht unterschätzt werden, wenn es da tatsächlich Diskrepanzen gibt.

Dagegen kann aber die Ev. Kirche nicht sein. Unrechtes Geld oder eine unbillige Bevorzugung, egal, ob historisch gewachsen oder irgendwie erkauft, verstößt gegen das christliche Ethos.

Diesem Ethos zufolge müsste die Ev. Kirche, genau wie die Piraten, auch dafür eintreten, dass alle Religionen und Weltanschauungen, die gleiche Bedingungen erfüllen und gleiche Leistungen für den Staat erbringen oder erbracht haben, auch gleich behandelt werden.

Etwas Besseres, als dass über sie diskutiert wird, kann der Ev. Kirche gar nicht passieren. Es sei denn, sie hätte Leichen im Keller, die ausgebuddelt werden - aber auch das kann ihr meiner Meinung nach nur helfen.

LG Christian

weinsztein 21.09.2011 | 05:27

@Fro schrieb am 20.09.2011 um 14:11: "Wenn jemand kritisiert, dass nur eine Frau auf der Piratenliste kandidierte, dann heißt es ja auch, dass er meint, eine Frau könnte ihre Themen gegenüber 14 Männern nicht überzeugend vertreten – oder Männer würden per se Frauenthemen/interessen unterdrücken."

Werter Fro, ganz bewusst segelst Du am Blog-Thema vorbei. Und das so zynisch. Warum?

Es geht u.a. um parlamentarisches Teilnehmen von mehr Frauen, um ein gesellschaftliches Anliegen also, dem die Piraten bei der Wahl ihrer Kandidaten nicht gerecht wurden. Haben sie PiratINNEN ermuntert, zu kandidieren? Oder versucht, Menschen "mit Migrationshintergrund" für eine Kandidatur zu gewinnen?

Was ist mit den "Männerrechtlern", die trotz NPD-Jargon eine Heimat bei den Piraten fanden (siehe @Magda ) und dort akzeptiert werden?

ChristianBerlin 21.09.2011 | 06:31

@Streifzug

Jetzt müssen wir nur noch Michael Angele überzeugen, wenn er denn noch mit liest.

Ich lege noch mal nach mit einer kleinen Bildmeditation:

@Michael Angele

http://4.bp.blogspot.com/-H4nLiiilvUw/TnDEkCzhizI/AAAAAAAAAtQ/rJlWiaNzFlY/s1600/PP-poster.jpg

Was ist die Botchaft dieses Plakates?

Das Bild des Migranten, das hier verwendet wird, gleicht mit dem Turban eher dem des rassistischen NPD-Plakates "Guten Heimflug", als den von Styling und Gestus her europäisiert-zivilisiert wirkenden Migranten auf den Kandidatenpostern anderer Parteien. Dafür macht die indirekte Aussage "Ich bin ein Berliner" aus dem scheinbaren Integrationsverweigerer einen, der hier längst angekommen ist und nur die Freiheit nutzt, ein Unikum unter Unikümmern zu sein. Und schwupp - wird aus dem beängstigenden Exoten ein Sympathieträger.

Das ist sowas von geschickt, das könnte mehr überzeugt haben als die Quoten-Migranten.

Allerdings lässt sich aus der Tatsache, dass in den Bezirken mit hohem Migrantinnen-Anteil (Wedding, Kreuzberg, Neuköln) auch die meisten Piraten-Hochburgen liegen, nicht zwingend schließen, dass sie von vielen Migrantinnen gewählt wurden.

Eins lässt aber sich sicher feststellen: Sie sind in Berlin ohne Migranten- oder Frauen-Quote auf 8,9 Prozent gekommen. Das ist möglich, es gibt also genügend Wähler, die das nicht abschreckt, um in Parlamente zu kommen. Im Gegenteil hätten viele von denen die Piraten ganz sicher nicht gewählt, wenn sie alles imitieren würden, was die Etablierten vormachen und als Wahnsinns-Errungenschaften ausgeben. Protest-Potenzial muss anders abgeschöpft werden.

LG Christian

Streifzug 21.09.2011 | 09:37

Christian,

Quoten sind in meinen Augen Hilfskonstrukte. Warum nicht auch in jeder Partei eine Seelsorgerquote? Dann wären wir wieder bei obigem Thema :) Ich persönlich will in einer Demokratie lieber Dich als direkten Demokraten und keinen Repräsentanten und mit Sicherheit keinen QuotenRepräsentanten.

Mir gefällt die Kombination Gender und Migrant mit Quote nicht. So eine Sichweise trägt die Gefahr einer umgestülpten "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen."-Denke in sich und spielt letztendlich jenen in die Hand, die im Artikel auch erwähnt sind, und die eine Unterteilung thematisieren. Besser: Mensch bleiben.

Michael Angele 21.09.2011 | 11:28

Lieber Christian
danke für deine vielen Anmerkungen. Sehr schön deine Auslegung des Turban-Plakats. Da fehlt mir allerdings eine Kleinigkeit. Der Turban-Träger ist eben erkennbar kein "Exot" respektive Migrationshintergründiger. Das spricht doch einmal mehr für das, was ich mit homogenem Milieu meine. Mal abgesehen davon, dass ich wieder einmal gemerkt habe, wie schwer man es in dieser Community mit Ironie und Selbstironie hat und einige Mitglieder Sinn und Form einer polemischen Glosse nicht verstehen wollen oder können: Ich bin schon ein wenig enttäuscht, wie wenig man bereit ist, über den einfachen Sachverhalt, dass Migranten unterrepräsentiert sind, nachzudenken.

Er gilt ja nicht nur für die Piratenpartei. Der Satz vom 'ach so liberalen künstlerischen und kulturellen Milieu' trifft doch auf die Community zu, ja auch auf uns, die Redaktion des Freitag. Wie viele Menschen mit türkischen, libyschen, indischen, vietnamesischen etc. Wurzeln arbeiten denn bei uns? Schau ins Impressum. Schau aber auch ins Impressum der Konkurrenz.

Fast noch Bedenklicher an dem Plakat finde ich indes die Aussage "unabhängig von Alter". Sollen nach Meinung der Piratenpartei Zweijährige wählen gehen dürfen? Es ist einfach nur dumm.

Ist aber ein anderes Thema.

Streifzug 21.09.2011 | 12:12

Lieber Michael Angele,

Migrant = Migrationshintergründiger = Turban-Träger = Exot = erkennbar?
Wie schon erwähnt, eine umgestülpte "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen."-Denke

In Ihrer Oberlehrerhaftigkeit sind Sie es doch, der nicht bereit ist, über andere Meinungen nachzudenken, welche reichlich geäußert wurden. Den Trash-Text stilisieren Sie nun zur polemischen Glosse und flüchten sich in angebliche Ironie und Selbstironie, nachdem Sie anfangs andere Beiträge und meinen Hinweis auf ein "Provokatiönchen" als "Witzchen" bezeichneten, welche Sie sich verbitten. Und natürlich sind all die Kritiker zu dumm. Solch Nachtreten des Verfassers einer umstrittenen Botschaft steht eher für beleidigte Leberwurst, ohne Sinn für Humor, Ironie und Selbstironie, geschweige Selbstkritik. Wie war das noch mit dem Schattenspringen?

lebowski 21.09.2011 | 12:22

In "Platoon" wurde Charlie Sheen von einem Schwarzen gefragt, wieso er nach Vietnam gegangen sei, obwohl er sich doch leicht hätte drücken können, worauf Sheen eine reichlich idealistische Antwort gab. Darauf antwortete der Schwarze, dass man Weisser sein müsse, um über solche Probleme nachdenken zu können.
Leute, die schon Probleme damit haben, den Kopf über Wasser zu halten, interessieren sich nicht für Luxusprobleme.
Wer kaum weiß, wie er was zu essen auf den Tisch bringt, dem geht der Datenschutz am Arsch vorbei.

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fahrenheit-451 21.09.2011 | 13:01

Lieber Streifzug, es geht nicht darum, ob "Luxus-Ziele" richtig und wichtig sind, sondern darum, dass alle diese Gerede über Solidarität in die Richtung gesteuert werden, dass man eben die Leute für Solidarität für solche Luxus-Ziele mobilisieren, auch die Leute, denen es richtig dreckig geht und die anderes zu bewältigen haben, als solche Luxus-Probleme, und, ja, von mir aus, auch die Leute, denen es richtig dreckig geht, müssen in der Lage sein, solche Luxus probleme nachvollziehen und unterstützen können, why not, das Problem ist dabei, dass diese Solidarität permanent als eine Einbahnstraße ausgelegt wird, d.h. es wird von allen, auch von den Menschen mit wirklichen Problemen, erwartet, dass sie in den Luxus-Fragen Solidarität leisten (ansonsten sind werden sie ja als unpolitisch und als unaufgeklärt abgestempelt), es wird aber keine Solidarität zurück gegeben, es steht keiner den Menschen mit wirklichen Problemen bei, es interessiert sich keiner für sie, solange man sie nicht für eigenen politische Ziele instrumentalisieren kann (sei diese Ziele auch so erhaben). Das nenne ich zynisch. Und es platzt mir andauernd den Kragen z.B. bei solchen Sachen wie Proteste gegen S21, denn ich halte das alles auch für grenzenlos zynisch. Diese Proteste an sich mögen gut und berechtigt sein, aber bei diesen Protesten treten nachvolziehbareweise die Menschen aus gehobenen Schichten, Akademiker, Professoren, Gymnasiasten, die ein bisschen mehr Komfort in ihrem Leben haben wollen (sei es ihnen auch gegönnt) und ein paar alte Bäume retten wollen (an sich selbst ehrenwert und richtig), nun, was ist denn mit den Menschen, die ebenso in dieser Stadt (oder auch woanders) leben, aber nicht in gehobenen Schichten, und deren Leben systematisch zerstört wird... sind diese Menschen denn weniger wert als Bäume? Wo sind dann all diese Professoren und Gymnasiasten, wenn es darum geht, sich für diese Menschen einzusetzen, und zwar nicht für alle irgendwie abstrakt, sondern ganz konkrete für konkrete menschliche Schicksale? Dabei erwarten diese Professoren und Gymnasiasten aber, dass sie von diesen vernachlässigten Menschen Unterstützung für ihre Ziele bekommen... und wenn sie diese Unterstützung eben nicht bekommen, dann heißt es, die Bevölkerung ist noch nicht aufgeklärt und - hört, hört - noch nicht politisch aktiv, weil kein richtiges Verständnis hat, dann muss man sie also aufklären... geht es noch zynischer? Solche Luxus-Menschen müssen in erster Linie sich selbst aufklären, damit sie begreifen, was sie eigentlich in dieser Gesellschaft einrichten... und Solidarität haben sie gar nicht verdient. Erst mal muss man sich von "bösen Kapitalisten" ausnutzen lassen und dann von "guten Revoluzzer"? Nee, macht es Euch selber...

memyselfandi 21.09.2011 | 13:09

Mal abgesehen davon, dass diese Art von Artikeln das ist was ich vom Freitag erwarte, womit der Freitag sich auch propagiert, also kritisches Hinterfragen; mal abgesehen davon, muss man sich schon verwundert die Augen reiben über viele Reaktionen hier, die ein wenig an eingeschnappte Kindergartenkinder erinnern, denen das Lieblingsspielzeug weggenommen wurde.

Statt Meinungsfreiheit Meinungsdiktatur, statt sachlicher Auseinandersetzung peinlichste Beleidigungen.

Und dann noch die Tatsache, dass Piraten-Sympathisanten alles können aber eines nicht: Sich wirklich mit ihren Heros auseinandersetzen, geschweige denn reflektieren. Das hat was von Trittbrettfahrerei, kommt die nächste hippe, coole "politische" Cloud um die Ecke ist es dann die und die alte ist passe.

Also, das ist nur lächerlich und armselig. Na dann ahoi.

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fahrenheit-451 21.09.2011 | 13:22

P.S.: Man wird immer wieder mit den Behauptungen konfrontiert, dass die regierende Politiker/Wirtschaftsbonzen die verschiedene Bevölkerungsschichten absichtlich gegeneinander hetzen, um sie zu trennen und dadurch widerstandsunfähig zu machen und dass man sich zueinander halten muss. Das ist aber, sorry, Quatsch, denn es geht nicht darum, was Politiker und Wirtschaftsbonzen tun, sondern darum, wie man sich selbst in verschiedenen Lebenssituationen zu einander verhält, das bestimmen die Politiker nicht, sondern das entscheidet jeder für sich selbst... und gerade die Menschen, die so groß für Zusammenhalt gegen böse Politiker auftreten, gerade diese Menschen sind nicht in der Lage, in konkreten Lebenssituation Solidarität zu leisten und mit konkreten Menschen zusammen zuhalten, insbesondere wenn dabei ihre eigene Position bedroht ist. Und dafür muss man nicht Politiker und Wirtschaftsbonzen verantwortlich machen, dafür ist man selbst verantwortlich. Und wenn man im Endeffekt auch keine Solidarität und kein Zusammenhalt bekommt, dann muss man das nicht darauf schieben, dass Politiker und Wirtschaftsbonzen die Bürger zerrütten und auseinander treiben... nein, das haben nicht Politiker und Wirtschaftsbonzen gemacht, das schafft man auch selbst.

dame.von.welt 21.09.2011 | 14:02

@ChristianBerlin
Zu diesem Umgang mit der Aufklärung - der 'einzigen Wahrheit, die allen anderen überlegen ist' schrieb Stefan Weidner 'Affekt und Ressentiment' www.sueddeutsche.de/politik/islamkritiker-affekt-und-ressentiment-1.953021 beim Freitag in zwei lesenswerten Blogs von Alem Grabovac bespiegelt www.freitag.de/community/blogs/alem-grabovac/islamkritik-als-aufklaerungsfaschismus und www.freitag.de/community/blogs/alem-grabovac/islamkritik-als-aufklaerungsfaschismus-teil-2-

Es ist keine gute Idee, die Errungenschaften der Aufklärung zum vermeintlichen Schutz der Aufklärung abschaffen zu wollen. Genau das möchten aber Herr Koenig und Konsorten.

@Vaustein
Herbert Gruhl hat eine ganze Menge Verdienste, gar keine Frage. Nichtsdestotrotz tummelte sich damals in seinem Umfeld reichlich Blut und Boden.

Mir wird ja immer ein bißchen schwindlig, wenn tödlicher Beifall von der bräunlichen Seite in Kauf genommen wird - denken Sie z.B. an Ralph Giordano, der sich kaum vor dem Zuspruch von pro-köln retten konnte, an Henryk Modest Broder, Alice Schwarzer, Necla Kelek usw. usf., die diesen Beifall ganz ohne größere Abstoßungserscheinungen hinzunehmen scheinen.
In Berlin warb eine der rechten Parteien mit 'Sarrazin hat recht' (vergessen, welche es war) - Sarrazin untersagte in der jüngeren Vergangenheit der NPD einmal die Vereinnahmung seiner Person, im gerade vergangenen Wahlkampf wurde mir nichts dergleichen bekannt.

Dazu kommt der Eifer, mit dem Protagonisten von u.a. 'Die Freiheit' Portale im Internet nutzen - hier ein Beispiel von Parteienwerbung auf ZO, wo erst nachträglich von der Redaktion gelöscht wurde community.zeit.de/user/phrasenweise/beitrag/2010/10/20/warum-horst-seehofer-kein-rechtspopulist-ist lesen Sie mal die Diskussion.

Mit anderen Worten - es überrascht mich nicht wirklich, daß Rechte auf verschiedene Weisen versuchen, neue Parteien zu unterwandern und die Öffentlichkeit auf jede, sich bietende Weise zu manipulieren. Mir wäre wohler, wenn u.a. in den Redaktionen damit etwas aufmerksamer umgegangen würde - weder finde ich rechtsextreme Parteienwerbung bei ZO tolerabel noch bin ich der Meinung, daß Figuren wie Herr Koenig beim Freitag eine Bühne bekommen sollten für ihre - ChristianBerlin sagte es bereits - totalitären Thesen.

Mir ist nach wie vor unklar, wie es mit der 'Islamkritik' bei den Piraten nach Koenigs Abgang bestellt ist - ich vermute eher, daß dieses Thema in der Öffentlichkeit derzeit vermieden wird. Die geäußerten 'islamkritischen' Positionen einiger Piraten der ersten Stunde hier und bei ZO lassen jedenfalls diesen Schluß zu.

Womit die Piraten für mich bis auf weiteres unwählbar bleiben, was ich ehrlich bedaure.

ChristianBerlin 21.09.2011 | 14:07

@ich

Könnte es sein, dass der Mensch auf dem Plakat einfach nur ein Kopftuch trägt, weil er sich als PIRAT darstellen möchte?

Dagegen sprechen aus meiner Sicht vier Argumente:

1) Diese Intention würde einen anderen Text erfordern. Was soll denn dann "Herkunft" bedeuten? Wahlrecht auch für Berliner, die zur See fahren?

2) und das Bandana hätte m.E. anders gebunden werden müssen, etwa so wie bei Gerwald, das ist piratentypisch (fehlt nur die Augenklappe).

3) Welcher Pirat soll denn ca. 50jähige "Mensch auf dem Plakat" ggf. sein? Zumindest keiner von denen, die da zur Wahl standen, Martin Delius, der noch die größte Ähnlichkeit hätte, ist deutlich jünger.

4) Spontan fasst man dieses Plakat - von der Gesamtwirkung her - anders auf. Auf Deine Theorie kommt man erst, wenn man nachdenkt.

@Michael Angele hat schon recht, da passt immer irgendetwas nicht logisch zusammen, wenn man es auf die Goldwage legt. Ich vermute nur, dass das Absicht ist, man soll nicht bei der Werbung stehen bleiben. Piratenwerbung soll provozieren, sich zu informieren: "Meinen die das ernst? Wollen die wirklich ...?"

Und wo informiert man sich heute? Klar, im Internet. Und schwupp - ist man in deren Reich eingetreten. Im Ranking der meistbesuchten Parteien-Repräsentanzen lagen die Piraten immer auf Platz 1

http://1.2.3.12/bmi/andere-parteien.de/wp-content/uploads/2011/08/Unbenannt.jpg

Quelle

Wir wundern uns über diesen Wahlsieg der Nerds, nachdem wir früher schon im Vorwahlkampf Obamas Chancen für gering hielten und auf den arabischen Frühling nicht wirklich vorbereitet waren.

Wenn wir aus diesen Überraschungen eine Lehre ziehen sollten, dann die, dass im digitalen Zeitalter auch die politischen Uhren anders gehen, weil in der jetzt möglichen Selbstorganisation manchmal Masse und nicht Klasse entscheidet, jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinn.

Das hat Vor- und Nachteile, auch für Journalisten, die sicher sein konnten, etwas zu bewirken, wenn sie für "Entscheider" schrieben. Die Monopole dieser Entscheider zerbrechen gerade, die Meinungsmonopole der Meinungsmacher sowieso.

LG Christian

PS: Den Kampfbegriff "white trash" (gebräuchlich für die rassistische Unterschicht der Südstaaten) finde ich für die Piraten unpassend - ist aber die gleiche Hingucker-Provo-Methode.

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shalako 21.09.2011 | 15:50

Uwe Theel schrieb am 20.09.2011 um 18:57

"Sie reden an der sache vorbei:"

Kann ich durchaus nachvollziehen, dass Sie den Eindruck haben, ich redete an der Sache vorbei.

Wenn Sie in der Argumentation (These - Antithese - Synthese) verharren, so mag dieses Denken mal revolutionär gewesen sein, reicht aber nicht mehr. Komplexe Zusammenhänge bedürfen der räumlichen Betrachtung.

Ich hatte diesen Aspekt weiter oben schon im Zusammenhang mit der Gewöhnung an feste Strukturen und lineare Perspektiven angerissen.

Der Empfänger hat dann eine Bandbreite, die nur Fetzen der Gesamtnachricht vermittelt. Das mag beim einen oder anderen durchaus zu dem Eindruck führen, die Nachricht rausche vorbei, was ja letzten Endes auch geschieht, einfach weil der (veraltete) Empfänger zu eng ist, um die komplexe Thematik in Gänze zu empfangen.

Aber was soll`s - Hauptsache Sie fühlen sich in den Ihnen vertrauten Strukturen zu Hause. Das ist doch auch wichtig.

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Ehemaliger Nutzer 21.09.2011 | 16:36

@Magda, Christian Angele

Ich hatte ja mit dem Gedanken gespielt, die Piraten zu wählen, es aber nicht getan, weil ich zum einen die Maskulistenblogs hier verfolgt habe und mir der Anteil der Frauen in der Partei tatsächlich zu gering war. Ein anderer Grund war dann noch, dass ich mir die Sitzungsprotokolle der Crews in meinem Bezirk angeschaut habe und diese doch als recht amateurhaft empfand - und dann noch dieser verunglückte Auftritt des Spitzenkandidaten im RBB. Insofern hat mir die Transparenz der Piraten bei meiner Wahlentscheidung sehr geholfen, wenn auch nicht zu deren Nutzen. Ich fände das wäre eine besserer Ansatzpunkt für einen Artikel gewesen, auch wenn JA sich wohl freut wenn hier wieder mal die Keule geschwungen wird.

Magda 21.09.2011 | 16:51

Aus dem Interview mit Regina Frey in der oben verlinkten taz:
"Stattdessen arbeitet die AG Männer mit den Männerrechtlern von Agens und Manndat zusammen, die Männer vor allem als Opfer von Frauenpolitik thematisieren.
Ja, das ist ein großes Problem für die Partei.
Diese AG widerspricht komplett dem postmodernen Ansatz des Programms. Die Partei macht sich mit dieser AG für die rechte Szene anschlussfähig.
Man kann mit einem Klick von der Seite der AG Männer zu "eigentümlich frei" gelangen. Das ist ein ultrarechtes Organ. Ich lese Ihnen das "Zitat des Tages" von dieser Seite vor: "Die muslimische Invasion Europas brächte nicht nur Nachteile: Feminismus, Gender Studies und Regietheater würden immerhin verschwinden."
Diese antifeministische Gruppe ist derzeit sehr sichtbar bei den Piraten. Diejenigen, die eine geschlechterpolitisch ausdifferenzierte Haltung haben, sind in der Partei wohl derzeit in der Minderheit."

Die Alarmrufe erfolgen sehr zu Recht.

Und hier noch ein taz-Link: Ich hoffe diesmal direkt:

https://www.taz.de/Kommentar-PiratInnen/!78500/

Dabularasa 21.09.2011 | 17:10

Ihre Ansichten sind reichlich verschoben.
Typisch Frau -> alles in einen Topf und kräftig rühren.
Haben Männer kein Anrecht auf ihre eigenen Ansichten.
Oder müssen sich die Männer dem Alice Schwarzer Narzissmus unterordnen.
Welche Frechheit besitzen Sie eigentlich hier einen Verein und Partei zu diffamieren.
Dann noch viel Spaß beim kochen ihrer Gedanken.

P.S.:Das die TAZ sich mokiert ist doch klar.;-)

GeroSteiner 21.09.2011 | 17:59

"Warum ist es wichtig, dass mehr Frauen in die Piratenpartei gehen?"

Ist das eine ernstgemeinte Frage?
Immerhin sind ca. 50% der Bevölkerung Frauen und fast 50% aller Eheleute sind Frauen...

Vielleicht hängt es ganz simpel mit dem Namen der Partei zusammen. Piraten sind nun mal männlich.

Hätte Sie sich bei gleichlautenden Zielen und gleichlautendem Programm "Vernetzte Putzhilfen Deutschlands" genannt, dann wäre das Verhältnis von Männern zu Frauen genau andersherum und der Migrantenanteil würde 98% betragen - möchte ich für wetten.

ChristianBerlin 21.09.2011 | 19:49

@Magda

Liebe Magda,

was meinst Du: Weiß Frau Frey nicht - oder weißt Du nicht - dass das "Zitat des Tages" aus einer Sammlung ironischer Aphorismen von Focus-Redakteur Michael Klonovsky stammt?

2008 erschienen in "Jede Seite ist die falsche".

Im Original ein ganz normaler Fall von Satire - und Frau Frey will in der Zitation einen Beweis für ein "ultrarechtes Organ" sehen?

Ist das ein wissenschaftlich seriöser Umgang mit Zitaten, wie wir ihn zu Recht von und zu Guttenberg erwarten, oder wenigstens seriöser Journalismus von unserer Schwesterzeitung? In beiden Fällen hat man m.E. nur die Wahl zwischen schlechter Recherche oder bewusster Irreführung.

Noch weitergehende Kritik zu der von Dir zitierten Stelle aus dem taz-Artikel äußerte heute schon der Kommentator Simon:

Leider wird natürlich auch unterschlagen, dass Arne Hoffman[der Pirat, der für das vermeintlich "ultrarechte Organ" schreibt und darauf verlinkt hat] unermüdlich die letzten Jahre gegen Islamophobie und Ausländerfeindlichkeit aktiv war.

https://www.taz.de/Politologin-ueber-Piratenpartei/Kommentare

Wie passt denn das logisch zusammen?

Von Anfang an roch mir die zitierte Passage nach dem klassischen T-Argument, dem Nazi-Vergleich. Damit kann man jeden Gegner erledigen oder enorm unter Druck bringen, auch die Beweisführung, derzufolge diese Feminismuskritiker immer auch Faschos sind, alles andere als Stichhaltig sind.

Genaueres kann ich leider nicht prüfen, denn die Seite www.ag-maenner.de/ ist gerade abgeschaltet ...

Trotzdem danke für den Hinweis auf das aktuelle Interview von Heide Oestreich. Das Thema wird sicher noch eine Weile Konjunktur haben.

LG Christian

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shalako 21.09.2011 | 20:34

"Bei der Piratenpartei kommt aber eine Besonderheit hinzu: Sie ist radikal basisdemokratisch. Jene die Ämter innehaben, auch die Vorstände, sind lediglich Verwalter und haben wenig Einfluss auf das Programm. Einerseits ist die Partei dadurch weniger anfällig für Machtmissbrauch, andererseits sind ihre Strukturen dadurch träge, und sie hat Probleme, auf Veränderungen und aktuelle Entwicklungen schnell zu reagieren."

ef-magazin.de/2011/06/20/3045-piratenpartei-die-katze-ist-endlich-aus-dem-sack

Magda 22.09.2011 | 00:55

Ne,ne Christian, es ist schon ein bisschen Kampf im Netz jetzt.
Über Arne Hoffmann äußere ich mich jetzt hier nicht. Der ist "wendig". Mehr will ich nicht sagen.

Und Klonovsky ist nicht ganz unbekannt bei rechtslastigen Internetpublikationen wie "Blaue Narzisse". Und ob das wirklich ein Zitat aus diesem Buch ist, wer kann das denn jetzt so schnell "belegen".

Frau Frey kennt sich gut aus und war - u. a. - auch zugange auf einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung, auf der die Verbindung der "Männerrechtler" - zu denen sich auch Hoffmann zählt oder zählte - ins reichlich rechte Terrain - ein Thema war.

Ich bin dort auch gewesen und habe drüber geschrieben .

Dort referierte Thomas Gesterkamp über seine Untersuchung.

"Geschlechterkampf von rechts"

Zitat aus dieser Arbeit: "Die in den Foren Diskutierenden sind überwiegend keine Neonazis. Allerdings ergeben sich immer wieder Überschneidungen und Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen und Publikationen. So versorgt Arne Hoffmann, der Betreiber des Blogs Genderama, die maskulinistische Seite
„Wieviel Gleichberechtigung verträgt das Land“ regelmäßig mit Artikeln aus der Jungen Freiheit. Das Forum wgvdl.com wiederum ist mit der Seite
de.altermedia.info verlinkt. Deren homophobe Betreiber riefen 2009 zu „nationalen Protesten“ gegen den Christopher Street Day in München auf und unterstellten Oberbürgermeister Christian Ude, schwul zu sein - aus ihrer Sicht offenbar ein beträchtliches Manko. "

Erst in letzter Zeit hat Hoffmann seine Arbeit dort eingestellt, wahrscheinlich weil er sich von den Piraten mehr verspricht. Und auf einmal ist er ein Vorkämpfer gegen Islamophobie.

Die Arbeit, für die sich Thomas Gesterkamp den Spitznahmen "lila Pudel" eingefangen hat, ist hier zu finden.

library.fes.de/pdf-files/wiso/07054.pdf

Die Sachen sind alle gut recherchiert. Es ist nur - mal wieder - so, dass diese, auch hier im Freitag reichlich thematisierten Probleme nicht genug wahrgenommen oder - wie ich und andere immer wieder erleben - belacht oder bespottet werden.

Die Piraten müssen einfach über die eigene Spezialisierung hinaus "politischer" werden und dazu gehört auch ein Sinn für Geschlechtergerechtigkeit. Niemand würde erwarten, dass die jetzt eine Quotenregelung oder so einführen, aber ein Bewusstsein sollte sich einstellen statt zu erklären, das Geschlecht spiele im Netz keine Rolle. Demnächst ist wieder Barcamp der Frauen, da hört frau dann anderes. barcampfrauen.mixxt.de/networks/events/show_event.46508

Gruß Magda

d353rt 22.09.2011 | 01:04

Nun, erlauben Sie mir folgende Interpretation:

Darüber hinaus ist die Möglichkeit des Erwerbs der deutschen Staatsangehörigkeit deutlich zu erleichtern. Der Erwerb der Staatsangehörigkeit durch Geburt in Deutschland ist anzustreben. So wird das Wahlrecht auch auf Landes- und Bundesebene ermöglicht."

1. Satz: der Anspruch auf die Staatsangehörigkeit einer der (führenden) Wirtschaftsnationen wird erleichtert, damit die vermeintliche Besonderheit relativiert.
2. Satz: dieser Gedanke ist nicht national, er ist sogar global: jede Nation auf diesem Globus muss in der Lage sein, einem Neugeborenen innerhalb seiner Grenzen, unabhängig der Herkunft, pauschal, die Staatsangehörigkeit zu gewähren. Sollte darüber hinaus ein Wechsel erwünscht sein, siehe Satz 1. Nebenbei gesagt, diese Doktrin würde ich persönlich gerne bei der UNESCO und UNO vortragen.
3. Satz: kein Kommentar notwendig

Wenn Sie sich über allzu deutliche Hervorhebung des „deutschen“ wundern, nun, ich erinnere Sie gerne an diese Stelle an die Tatsache, dass das Fischen in fremden Gewässern , politisch gesehen, grundsätzlich erstmal durchaus „ok“ ist.

OPEN YOUR MIND

Magda 22.09.2011 | 01:07

Nochmal @ Christian -
Klonovskys ironische Aphorismen sind auf seiner Website zu besichtigen :

"Die Abtreibungskliniken sind die Kathedralen des Feminismus."

"Der Schlachtruf des Feminismus: Arbeit macht frei."

"Die Ökumene ist das Gender-Mainstreaming der Kirchen."

"Mit einer gewissen Vorfreude erwartet man den Tag, an welchem unsere Schwulen, Lesben und Feministinnen zum Endkampf gegen die muslimischen Machos antreten."

Da hast Du dessen Weltbild. Nix Ironie weit und breit.

ed2murrow 22.09.2011 | 02:09

Trotz und gerade wegen der Threads: Die Überschrift bleibt im Raum. Der Kulturchef der Wochenzeitung der Freitag bezeichnet die als Piraten bekannte, neu in das Berliner Parlament gewählte Partei als White Trash.

Eine Injurie, die landläufig mit weißer Abschaum übersetzt wird. Lt. Wiki eine rassistisch und klassistisch motivierte abwertende Bezeichnung für Mitglieder der weißen Unterschicht in den USA. Ist das auch die Intention des Michael Angele? Natürlich nicht, wiki ist nur fürs Volk.

Er hat sich als Philologe bezeichnet. Vor allem auch, so die dazu gehörende bezeichnende, weil von ihm stammende Redewendung. Er hat nicht präzisiert, ob ggfs. in Sachen Amerikanistik. Vielleicht meint er auch nur die Liebe zur Sprache selbst, sozusagen als l’art pour l’art; vielleicht will er nur spielen.

Wäre da nicht, dass eben dieser Michael Angele genügend Anlass gegeben hat, über sein Menschenbild nachzudenken. Frauen wies er schon mal ganz nebenbei eine Hauptverantwortung für den Ausgang in der Schweizerischen Volksbefragung zu Minarettbauten zu („Die Frauen natürlich“). Irrsein ist bei ihm Dauerthema: Ob als Paranoia auf Buchmessen oder Paranoia in der Mediengesellschaft oder das schlichte Irrsein eines Verlegersohnes („Wie irre ist das denn“). Um eben diesen dann doch als Special Guest (eigentlich: Tanzbären) zu einem Podium bei einem Medienkongress zu laden, das Angele selbst geleitet hat. Sogar in der Selbstironie offenbart er, was er von Foren (also den Stimmen seiner eigenen potentiellen Leser) hält (Originalzitat per copy&paste): „Mein Ziel ist es, das ich endlich zu einer klaren Haltung komme, allein, es gelingt mich nicht.“ Kunstvoller kann es nicht ausgedrückt werden.

Also alles am besten nicht mal ignorieren, alleine schon um der Liebe zur Philologie willen? Geht nicht, Michael Angele ist Kulturchef in einem Meinungsmedium, und das im Zentrum von Berlin. Sowas färbt ab.

SuzieQ 22.09.2011 | 04:43

ja, und immer Vorsicht walten lassen, auch im Real life, wenn jemand einen Satz sagt, der mit drei weiteren Sätzen 'erklärt' werden muss, weil ihn niemand so verstanden hat, wie er gemeint war.
Statt dreier Erklärungssätze wahlweise drei Smilies machen es auch nicht leichter.
Oder sich um Fragen und Antworten winden oder gar nicht drum kümmern, was die anderen sagen.
Es lebe die Kultur!

poor on ruhr 22.09.2011 | 12:25

@Fahrenheit451

"Warum ist es wichtig, dass mehr Frauen in die Piratenpartei gehen? Diese ganze verdorbene kapitalistische Parteisystem gehört zu vernichten, zu zerbrechen... und hier wir diskutiert, wer sich in welche Partei integrieren sollte!"

Naja , 21tes Jahrhundert, Emazipation, Fortschritt u.s.w. Ich finde eine Frau unter 15 Abgeordneten schon etwas wenig.

Wenn das kapitalistische Parteiensystem vernichtet werden soll, was soll dann an seiner Stelle kommen?

"Vernichten" und "zerbrechen" sind harte Wörter, die an Gewalt erinnern.

Ich denke auch, dass viele der gewalttätigen Strukturen in dieser Gesellschaft abgeschafft gehören (z.B.Bundeswehr) , aber Gewalt bei der Abschschaffung wird immer wieder nur neue Gewalt erzeugen. In solchen Zuständen möchte ich noch weniger leben als in dieser Gesellschaft.

Lapis 22.09.2011 | 12:58

Eine reißerische Aussage mit bösartig verleumderischem Inhalt gleich zu negieren, das dann noch zu wiederholen und anschließend die Borniertheit von Genderstudies zu geißeln, um ihnen anschließend zuzustimmen, bedeutet nichts anderes als argumentationslose Stimmungsmache mit Vorurteilen, zu denen der Autor sich nichtmal offen bekennt.
Das hätte die Bildzeitung auch nicht besser machen können.

Michael Angele 22.09.2011 | 14:32

Lieber ed2murrow,

als Philologe schaut man doch auch in Nachschlagewerke. Zu "white trash" finde ich im "urban dictionary" folgenden Eintrag:

"anyone who goes by the name Paris Hilton, wants to be Paris Hilton, knows Paris Hilton, or has spent one night in Paris Hilton".

Könnte auf die Piraten zutreffen :)

Viele weitere Definitionen hier:

www.urbandictionary.com/define.php?term=white%20trash

Bitte nicht so böse schreiben.
Freundliche Grüße

ChristianBerlin 22.09.2011 | 14:58

@Magda

Da hast Du dessen Weltbild. Nix Ironie weit und breit.

Das ist doch der gleiche Streit, den Du schon mit Henrik M. Broder hattest.

Ich sehe in beiden nur politisch gewollt unkorrekte "Her-mit-den-Tabus-wir-brechen-sie!"s, rechts im Sinne von reaktionär, aber nicht rechtsextrem, und das ist etwas anderes.

Rechtsextrem ist, wenn man den Holocaust leugnet und/oder sich zum Führer und den Nazis bekennt.

Politisch inkorrekt ist dagegen, wenn man die Singularität des Holocausts leugnet und/oder andere Schurken und ihre Schergen mit Hitler und den Nazis vergleicht.

Letzteres macht er, ersteres aber nicht.

Indem er die Untat schlichtweg bestreitet, bewegt sich der Holocaust-Leugner immer noch im Kraftfeld der traditionellen Moral. Die trostlosen Figuren mit ihren "Bomber Harris, do it again!"-Plakaten haben sie hinter sich gelassen und unmittelbar zu den Nazis aufgeschlossen.

Die Konstanz völkischen Denkens bei den extremen Rechten korreliert aufs Drolligste mit der Konstanz der völkischen Mentalität bei den Kämpfern "gegen rechts".

Es fragt sich, warum man in seinem Ekel Unterschiede machen soll zwischen einem NPD-Aufmarsch und einem Rap-Video, zumal der Rapper womöglich nur der Vorbote der ethnischen Sturmabteilungen von morgen ist.

In diesen Zitaten sind "Nazis" und "Holocaustleugnung", "Rechtsextrem" und "völkisch" oder " NPD-Aufmärsche" Negativ-Begriffe. So würde sich kein echter Rechter (im Sinne von rechtsextrem) äußern.

Sein Sakrileg ist, dass er links mit rechts vergleicht. Das treibt er auf die Spitze und mäht mit dieser Umkehrung DES T-Arguments alles nieder, was als Bekenntnis politischer Korrektheit daherkommt:

Das Niedersinken am Kreuz, welches Nietzsche an Wagner so verzweifelt rügte, jenes unter die Fittiche Christi schlüpfen, sich nicht mehr allein dem Gegenwind aussetzen, endlich zur Gemeinde gehören, hat viel gemein mit dem Nachgeben gegenüber dem Druck des aktuellen Zeitgeistes. Warum nicht das Knie beugen und das Mantra mitmurmeln: Alle Menschen sind gleich, es gibt keine Plebs, Genie ist ein Mythos, keine Kultur ist der anderen überlegen, die Demokratie ist das Endziel der Geschichte, der Holocaust kann mit keinem anderen Verbrechen verglichen werden, der Kommunismus war wenigstens gut gemeint, der Geschlechtsunterschied ist ein soziales Konstrukt, Gewalt löst keine Probleme, Verbrechen haben ausschließlich soziale Ursachen, die Klassiker waren Rassisten, Sexisten, Nationalisten und „Wegbereiter“ und die deutsche Geschichte bis 1945 ein Irrweg...

Das Paradox ist, dass jede Kritik, die ihm dafür entgegenweht, nur seine These von der Intoleranz der Toleranzprediger bestätigen kann. So macht man sich unangreifbar.

Wie trefflich sich doch ein Mensch verachten lässt, nachdem man ihm unterstellt hat, seine Ansichten seien menschenverachtend!

Das ist Kritikresistenz in höchster Perfektion, weil Zustimmung wie Widerspruch nur als Bestätigung angesehen werden können.

Nicht meins (weil solche Selbstvergötterung uns nicht weiterbringt).

Aber auch nicht rechts (im Sinne von rechtsextrem) und damit noch diesseits der Grenze des Legitimen und irgendwie (als Denkanstoß) Nützlichen.

Oder findest Du noch was, womit wir ihn überführen, nicht nur politisch korrekte Selbstgerechtigkeit ad absurdum zu führen, sondern selbst einem ernst gemeinten "Weltbild" anzuhangen?

LG Christian

ed2murrow 22.09.2011 | 15:19

Nähmen Sie das Füllmaterial aus meiner Stellungnahme, blieben … Zitate aus Ihren Schriftstücken. Böses böses Füllmaterial. Aber ok, das nächste Mal gehe ich es minimalistischer an.

So wie Sie ein Phänomen in deutscher Politik mit dem Kulturgut (sub)urbanen Sprachschatzes eines ganzen Kontinents jenseits des Atlantiks vorgeben, erschließen zu wollen. Wo ich dann Schlagworte wie „White Trash bitch“ oder „White Trash ‘latte“ finde.

Oder Everlast, alias Whitey Ford aka Erik Schrody


Das nächste Mal wird über Schuhgrößen geschrieben. In Inches.
Lethe 22.09.2011 | 15:52

Christian, was spricht dagegen, das Konzept von Religionsfreiheit zu modifizieren und aus unbedingter Religionsfreiheit eine bedingte zu machen? Das Maß an Toleranz, das eine Religion in ihrem Einflussbereich anderen Religionen und - most important - säkularen Weltanschauungen entgegenbringt, sei das Maß an Toleranz, das dieser Religion im Geltungsbereich säkularer, aufgeklärter Gesellschaften entgegen gebracht werde. Was spricht dagegen?

Davon abgesehen geht es nicht nur um Religionsfreiheit, es geht auch um Privilegien, die Religionen beanspruchen. Aufgrund welches Rechtsanspruchs?

Erst an dieser Grenze zur Gewalt, zu der auch die Täuschung oder Desinformation gehört, endet die Religionsfreiheit.

wenn der Gewaltbegriff weit genug gefasst wird, gerne. Wie steht es mit frühkindlicher Indoktrination? Wer schützt Kinder gegen die Aufnahme religiöser Inhalte, gegen die sie sich noch nicht aus eigener Kraft wehren können? Wer schützt Menschen in Lebenskrisen davor, sich Heilsversprechungen anzuvertrauen, die sie ohne ihre Depression lächelnd beiseite schieben würden?

ChristianBerlin 22.09.2011 | 16:25

@Magda

Liebe Magda,

Und ob das wirklich ein Zitat aus diesem Buch ist, wer kann das denn jetzt so schnell "belegen".

wenn Du mit dieser Frage herausfinden willst, ob ich das Buch im Regal hatte: Nein. Ich habe das in einer Rezension gelesen. Die kann ich Dir aber raussuchen, wenn Dir das als Beleg genügt.

Oder möchtest Du die Seitenzahl? Dann würde ich in eine Bibliothek gehen, das schaffe ich aber erst nächste Woche.

Überhaupt wird es mir ein bisschen viel, dass wir jetzt mit einer Sprachanalyse das Weltbild vs. die Ironie von Klonovsky analysieren müssen, wenn es um die Piraten geht.

Ist das nicht um zwei Ecken über Bande gespielt? Die ganze Argumentation läuft immer auf so ein "guilty by association" hinaus, wie wenn das LKA jemanden hochnimmt, weil er mit jemandem geredet hat, der mit jemandem geredet hat.

Die Sachen sind alle gut recherchiert.

Kann ich nicht ausschließen, dann hat sie aber anders informiert, als recherchiert. Der Name "Klonovsky" hätte zu dem Zitat gehört, auch wenn es nur wiederzitiert wird. Das ist nicht nur Grundsatz wissenschaftlichen Arbeitens, sondern auch urheberrechtliche Regel.

Ich beurteile damit nur das, was mir hier vorgeführt wurde und kann natürlich nicht "alle" Sachen von Frau Frey nachlesen, das wieder ein Aufwand, in den ich nicht getrieben werden muss, wenn es um die Piraten gehen soll.

Auch die Argumente, die Du von Thomas Gesterkamp wiedergibst (alles zu lesen, um Besseres selbst zu finden, ist leider keine Zeit), funktionieren immer nur "by association", also vermittels von "Überschneidungen und Verbindungen":

"Die in den Foren Diskutierenden sind überwiegend keine Neonazis. Allerdings ergeben sich immer wieder Überschneidungen und Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen und Publikationen. So versorgt Arne Hoffmann, der Betreiber des Blogs Genderama, die maskulinistische Seite
„Wieviel Gleichberechtigung verträgt das Land“ regelmäßig mit Artikeln aus der Jungen Freiheit. Das Forum wgvdl.com wiederum ist mit der Seite
de.altermedia.info verlinkt. Deren homophobe Betreiber riefen 2009 zu „nationalen Protesten“ gegen den Christopher Street Day in München auf ...

Also wieder ein "Link", der einem das Genick brechen kann, wenn die von der anderen Website irgendwelchen Unsinn machen, und ein zitieren bzw. copy paste aus der falschen Quelle.

Hätte Arne Hoffmann für die JW geschrieben, hätte er das gleiche getan wie Franz Alt, Peter Scholl-Latour oder Hans-Olaf Henkel, hätte er der JW ein Interview gegeben, hätte das gleiche getan wie Rolf Hochhuth, Egon Bahr oder Peter Glotz - alles Rechtsextremisten durch "Überschneidung und Verbindung", guilty by association?

Absurd! - Aber warum soll das dann Arne Hoffmann sein, allein weil er aus der JW kopiert oder zitiert hat, hängt das nicht ggf. von Inhalt ab?

Außerdem stellt sich die Frage nach der seriosität der Bewertung dieser Quellen/Seiten als "rechtsextrem". Wenn ich mich richtig erinnere wurde diese Einstufung der JW durch Verfassungschützer mit Urteil des Bundesverfassungsgerichts wieder korrigiert und aus dem Bericht gestrichen werden. Trotzdem scheint die Einstufung ganz selbstverständlich für - sorgfältig recherchierende, aber auch sorgfältig berichtende? - Autorinnen und Autoren immer noch als Einschätzung zu verwenden.

Zu Deiner Beruhigung: Ich lese die JW nicht, ich schreibe nicht für sie, was ich weiß, finde ich größtenteils abwegig, allerdings von der Pressefreiheit noch gedeckt (wie Dany nach dem Feministinnen-Bomben-Anschlag), was aber nicht ausschließt, dass ich das Schlimmste gar nicht kenne und auch nicht kennen kann, weil ich eben kein Leser der JW bin. Ich kann und will auch nicht ausschließen, dass Arne H. ein Wasweisich sein könnte, dass es da schwerwiegende Dinge gibt, die Du noch gar nicht erwähnt hast, die das glasklar beweisen.

Nur: Was Du hier zitierst, und nur darauf kann ich mich beziehen, das ist für meine Ansprüche zu dünn. Um jemanden verurteilen zu können, möchte ich schon handfeste Beweise sehen und immer nur solche Esels-Brücken durch Überschneidungen und Verbindungen oder Verlinkungen.

Für die Piraten zeigt sich einmal mehr: Sie können und wollen nicht nach den politisch korrekten Regeln unserer Generation spielen, dazu sind sie zu liberal. Mal sehen, ob sie sich die aufzwingen lassen oder ob der Versuch, sie wegen dieser Weigerung in die rechte Ecke zu stellen, eher ihre Anti-Haltung noch verstärkt, frei nach dem maskulinistichen Motto: Die p.c. ist tot - es lebe der PC! ;)

LG Christian

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Ehemaliger Nutzer 22.09.2011 | 16:30

@ed2murrow
So besehen paßt das ... noch viel besser ...

Ich habe aufgehört zu lesen, nachden ich in der Bildunterschrift las:

Der Troll ist ein unheimliches Wesen im Web. Sein historisches Vorbild gehört nicht, wie oft angenommen wird, zur nordischen Mythologie, sondern zum Volksglauben.



Bitte was? Volksglauben? So ein Blödsinn!

Der Troll hat kein historisches Vorbild, kommt aus dem Usenet und entstand durch die Substantivierung eines Gerundiums, nämlich aus der Phrase trolling for bites, die der Anglersprache entlehnt ist: damit ist gemeint einen Köder durch's Wasser zu ziehen in der Hoffnung, daß etwas anbeißt.

Der Satz you're just trolling for bites wurde immer dann geschrieben, wenn jemand einen provozierenden oder offensichtlich blödsinnigen vermeintlich nur in der Absicht veröffentlichte, Widerspruch zu erregen.

Daraus wurde abkürzend der Troll als Bezeichnung für einen, der das immer wieder tat, denn der Satz you're a troll ist kürzer und kommt der solchem Tun gegenüber angemessenen Schreibfaulheit entgegen.

Wenn also Michael Angele diesen Blog geschrieben hätte, um einen meistkommentierten Blogbeitrag zu erhalten, dann wäre er ein Troll - zumindest diesmal.

saludos,
Q.
SuzieQ 22.09.2011 | 16:38

@ ed2murrow
Fazit? Tritratrollolo? Uneingeschränkte Zensur? Oder wer setzt wo die Grenze, was denn zensiert werden darf/muss? Wo ist der Unterschied zwischen Meinungsmedium und privater Website? Oder doch nach etlichen Diskussionen generelle Zensur aus Bequemlichkeit? Oder wegen der Anzeigenkunden? Oder doch lieber (moderierte) Meinungsfreiheit? Oder markierte Trolle? Und markierte Edelblogger? Und Werbung ohne Ansehen des Produkts? Oder das Gegenteil?

Liesse sich ewig fortsetzen, Lagercrantz' Fazit:
Der Troll an sich ist einsam und traurig (und verfügt über viel Freizeit). Und Lagercrantz hat das Gefühl, gescheitert zu sein,
weil er nicht früher und entschlossener zensierte.

ed2murrow 22.09.2011 | 16:48

@ SuzieQ

Vor ziemlich langer Zeit schrieb ich sinngemäß, dass man sich auch hier wird Gedanken machen, was "Tendenzbetrieb" auch für so ein offenes Medium wie der Freitag eigentlich bedeutet. Mir wurde attestiert, ich besäße Humor. Lagerkrantz hat den seinen definitiv verloren.

@ Don
dieausrufer.wordpress.com/2011/04/07/mehr-als-nur-asthetik-trolle-ein-medienkongress-und-die-ethik-im-netz/

ed2murrow 22.09.2011 | 16:49

@ SuzieQ

Vor ziemlich langer Zeit schrieb ich sinngemäß, dass man sich auch hier wird Gedanken machen, was "Tendenzbetrieb" für so ein offenes Medium wie der Freitag eigentlich bedeutet. Mir wurde attestiert, ich besäße Humor. Lagerkrantz hat den seinen definitiv verloren.

@ Don Quijote

dieausrufer.wordpress.com/2011/04/07/mehr-als-nur-asthetik-trolle-ein-medienkongress-und-die-ethik-im-netz/

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edmurrow 22.09.2011 | 22:21

Gerade ed2murrow mus hier über Trolle pöbeln.

Hier seine Tarnamen:

ed2murrow,merdeister,goezak

Mit solchem Artikel lenkt er von seiner verdeckten Tätigkeit ab.
www.freitag.de/community/blogs/ed2murrow/trolle-voraus
Lieblingsthema Troll

Des weiteren nutzt er Freitag.de nur als Promo Plattform.
Ein Selbstdarsteller erster Güte.

https://twitter.com/ed2murrow
und
https://ed2murrow.wordpress.com/
und
https://dieausrufer.wordpress.com/
und
community.zeit.de/user/ed2murrow
und
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Columbus 22.09.2011 | 22:35

Neben White meat and White trash, den Wasps, Dinks und Bobos, den Blue- and blackberries empfiehlt es sich, bei so viel Angst vor Piraten, auch den durchschnittlich gebildeten White noise des mittleren Westens unserer Leitnation und unserer geliebten Bundesrepublik zur Kenntnis zu nehmen, der immer und überall eine Meinung hat, aber nicht genau angeben kann, wie er zu ihr kam.

Literarisch geht das mit Don DeLillo und politologisch steht nun bis kurz vor Weihnachten, eine neue Spießerdiskussion ins Haus.

Denn die größte Gefahr ist doch, dass die Piraten das Schicksal der bekanntesten Oberleaker teilen. Technisch bestens gerüstet, verfügen sie über mutige und dynamische, überzählige junge Männer, die, vom Auftrag ergriffen, sich als selbstausbeutende Arbeitskräfte Tage, Nächte und Monate lang ins Zeug legten, und nun einige Mandatsjahren im Forum der Öffentlichkeit bestehen müssen.

Ob sie dann nur noch aus der Marke, der Flagge, dem Marketing und rostig- jugendlichem Charme bestehen, aber keine handfesten Ergebnisse abfallen, bleibt doch abzuwarten. 2040 könnten sie dann sogar Teilthema der nächsten Rede eines Papstes im deutschen Bundestag sein.

Allerdings ist die Gefahr groß, sich, wie die Leaker und die Linke, nur noch gegenseitig zu sichern, -ruhig zu stellen, würde ich es nennen-, aber nichts mehr Wesentliches leaken, bzw. sagen zu können.

Das Transparenzversprechen der Piraten wird schwer einzulösen sein, ist man erst einmal im Vorsitz einiger städtischer Ausschüsse und kontrolliert Beamte, BVB, die Müllabfuhr und das Stadtwasser.

Diese ausufernde Plage mit den Genderfragen sollen einmal jene beantworten, die seit Jahr und Tag eine ganze freie und offene Gesellschaft mit Trashromanen und Selbstbespiegelungen in die Therapie schicken wollen und doch überall nur als Eigenmarken aufteten (Schwarzer, Roche). - Ich kann das Wort Gender nicht mehr hören, es hängt wie eine gammelige Wurst im ungeputzen Kühschrank, es riecht, hat Geschmäckle und vernebelt die Hirne.

Genderama und Genderdrama, so diskutieren "Sie, Er und Es", bemerken aber nicht, wie ihnen die Hühnerdiebe vom medialen Chartmarketing das letzte Kleingeld für Alltagstrash abknöpfen. -Einmal Aufregung gibt es mittlerweile überall gratis.

LG
Christoph Leusch

Magda 22.09.2011 | 22:57

"Ich sehe in beiden nur politisch gewollt unkorrekte "Her-mit-den-Tabus-wir-brechen-sie!"s, rechts im Sinne von reaktionär, aber nicht rechtsextrem, und das ist etwas anderes."

Also Du hast gründlich dort gelesen bei dem Klonovsky. ich will den gar nicht weiter deuten, denn auch Gesterkamp macht den Maskulisten den Vorwurf des Rechtsextremismus nicht - nur der Anfälligkeit .

Wie auch immer: Reaktionär ist auch nicht gut für die Piraten. Und für deren Verhältnis zur Geschlechtergerechtigkeit ist es kontraproduktiv.

"Rechtsextrem ist, wenn man den Holocaust leugnet und/oder sich zum Führer und den Nazis bekennt."

Na, dann ist dieses hier gerade verlinkt worden.

www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/11287

Rechte Trends bei den Piraten. Glaub mir mal einfach was, auch wenn es einem Pastor schwerfällt.:-))
Da gibts ziemlich gut ausgeleuchtete Hintergründe und viele Männer und Frauen sind am Thema.

Die sind zu flockig die "Piraten" in allem, was jenseits der Freiheiten im Netz vorgeht. Und damit ein "Einfallstor" für solche Leute, die ziemlich nach rechts auslegen. Und damit sind sie auch für viele Leute nicht mehr wählbar oder sie machen rechtes Gedankengut zum Mainstream, was auch nicht wünschbar ist.

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shalako 23.09.2011 | 16:26

Columbus schrieb am 22.09.2011 um 20:35

"Neben White meat and White trash, den Wasps, Dinks und Bobos, den Blue- and blackberries empfiehlt es sich, bei so viel Angst vor Piraten, auch den durchschnittlich gebildeten White noise des mittleren Westens unserer Leitnation und unserer geliebten Bundesrepublik zur Kenntnis zu nehmen, der immer und überall eine Meinung hat, aber nicht genau angeben kann, wie er zu ihr kam.

(...)

Diese ausufernde Plage mit den Genderfragen sollen einmal jene beantworten, die seit Jahr und Tag eine ganze freie und offene Gesellschaft mit Trashromanen und Selbstbespiegelungen in die Therapie schicken wollen und doch überall nur als Eigenmarken aufteten (Schwarzer, Roche). - Ich kann das Wort Gender nicht mehr hören, es hängt wie eine gammelige Wurst im ungeputzen Kühschrank, es riecht, hat Geschmäckle und vernebelt die Hirne.

Genderama und Genderdrama, so diskutieren "Sie, Er und Es", bemerken aber nicht, wie ihnen die Hühnerdiebe vom medialen Chartmarketing das letzte Kleingeld für Alltagstrash abknöpfen. -Einmal Aufregung gibt es mittlerweile überall gratis."

Ihr Kommentar gefällt mir. Ich unterschreibe zu 100%.

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shalako 23.09.2011 | 17:00

"Piratenpartei und FDP bundesweit gleichauf

"Liberale und Piraten liegen im Politbarometer bei etwa vier Prozent. Unter dem Zugewinn der Piraten leiden vor allem Linkspartei und Grüne.Der Erfolg der Piratenpartei bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus hat die Wähler bundesweit aufmerksam werden lassen: 19 Prozent der Befragten gaben im ZDF-Politbarometer an, sich eine Stimmabgabe für die Piraten vorstellen zu können.

(...)

Die Piratenpartei findet laut Umfrage besonders Interesse bei linksgerichteten Wählern: Knapp jeder dritte Anhänger der Linkspartei könnte sich eine Stimmabgabe für die Piraten vorstellen. Bei den Grünen war es fast jeder Fünfte. ..."

www.zeit.de/politik/deutschland/2011-09/piratenpartei-fdp-unfrage

Das schmeckt natürlich vielen - auch hier - nicht.

Wer sich ein eigenes Bild über die Piraten machen will, sollte sich vielleicht einfach an der Quelle informieren. Hier - auch in diesem Thread- gibt es doch recht unterschiedliche Interessenlagen, was einerseits verständlich ist, andererseits aber nicht dazu geeignet, sich ein ausgewogenes Bild über diese Partei zu machen.

www.piratenpartei.de/

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shalako 23.09.2011 | 17:12

"Als Piratenpartei bezeichnen sich in verschiedenen Ländern gegründete Parteien, welche in ihrem Programm die Reform des Urheber- und Patentrechts,[1] freien Wissensaustausch, besseren Datenschutz, mehr Informationsfreiheit, mehr direkte Demokratie,[2] freie Bildung und verwandte Themen propagieren.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Programm
2 Öffentliche Wahrnehmung und Kritik
3 Geschichte
4 Internationale Organisationen
4.1 Pirate Parties International
4.2 Piraten ohne Grenzen
4.3 Parti Pirate Francophone
5 Nationale Piratenparteien
5.1 Piratpartiet (Schweden)
5.2 Piratenpartei Deutschland (PIRATEN)
5.3 Piratenpartei Schweiz (PPS)
5.4 Piratenpartei Österreichs (PPÖ)
5.5 Partido Pirata Peruano (PP.pe)
5.6 Piratepartei Lëtzebuerg
5.7 Kalózpárt
5.8 Weitere registrierte Piratenparteien
5.9 In Gründung befindliche Piratenparteien
6 Weblinks
7 Einzelnachweise"

de.wikipedia.org/wiki/Piratenpartei

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shalako 23.09.2011 | 17:40

"Von allen Parteien haben die Piraten Wähler abgezogen, vor allem von den linken: Laut Infratest kamen 14.000 von der SPD, 13.000 von der Linken, 17.000 von den Grünen – und immerhin 6.000 von der FDP. Die neuen Piraten-Wähler kamen aus nahezu allen gesellschaftlichen Schichten: 14 Prozent sind junge, gut gebildete Selbstständige, sonst eher die Klientel von FDP und Grünen. Aber auch Arbeiter und Angestellte (21 Prozent) oder Arbeitslose (13 Prozent) sind unter den Piraten-Wählern – die nun der SPD fehlen. Auch 23.000 frühere Nichtwähler zogen die Piraten an die Wahlurnen."

www.zeit.de/politik/deutschland/2011-09/piraten-gruene-liberale

ChristianBerlin 23.09.2011 | 21:26

@Magda

Rechte Trends bei den Piraten. Glaub mir mal einfach was, auch wenn es einem Pastor schwerfällt.:-))

Vor allem dem Journalisten fällt das schwer, nicht nur dem Pastor. Eine Schlagzeile für sich allein beweist nichts, allenfalls der Artikel, wenn er denn die Behauptung einlöst.

Welche Fakten führt die JA zum Beweis des rechten Trends denn an?

Elke Wittig erwähnt immerhin ganze 3 :

1) Einen tweet von @webrebell aus Augsburg

2) Die (vermeintliche) Entsendung von Bodo Thiesen als Delegierter der Pfälzer

3) Die (echte) Berliner Piraten-Forderung "Religion privatisieren"

Fangen wir mit dem letzten an

zu 3)

"Religion privatisieren", will heißen, staatliche Geldflüsse zu den Religionsgemeinschaften überprüfen und sie alle gleich behandeln, das wollen die Berliner Piraten tatsächlich - aber ist das
rechts ????????

Ja, natürlich: Juden sind doch auch eine Religion, und denen irgendwas noch mal wegzunehmen, das ist no go weil antijüdisch, das wissen die Piraten selbst - und rudern zurück.

Und das Zurückfahren der Überwachungskameras?

dto. - die bewachsen schließlich auch jüdische Einrichtungen.

Von solchen Parteifreunden hat sich der Berliner Landesverband stets distanziert. In die öffentliche Kritik ist er aus anderen Gründen geraten: Die »strikte Trennung von religiösen und staatlichen Belangen« fordert das Parteiprogramm. Vor allem die finanzielle Unterstützung des Staates für Glaubensgemeinschaften soll abgeschafft werden.

Man habe da besonders an die christlichen Kirchen gedacht, sagt Pavel Mayer, einer der neugewählten Berliner Abgeordneten. »Jüdische Gemeinden sind ein Sonderthema, mit dem wir uns, offen gestanden, bisher noch gar nicht befasst haben«, sagt Mayer, der auch Generalsekretär der Berliner Partei ist. »Aber klar ist: Aufgrund der besonderen Geschichte müssen wir die staatlichen Zuschüsse für jüdische Institutionen gesondert betrachten.« Der Staat habe hier eine »besondere Fürsorgepflicht«.

SICHERHEIT Das gelte auch für die Sicherheitsmaßnahmen rund um jüdische Einrichtungen. Obwohl man gegen die exzessive Über- wachung öffentlicher Räume sei, wolle man keinesfalls, dass etwa jüdische Gemeinden ohne Schutz bleiben. »Natürlich dürfen diejenigen, die besonders gefährdet sind, nicht in besonderen Maße mit den Ausgaben für diese Sicherheit belastet werden.«

Aber beweist dieser Dialog wirklich, dass die Piraten rechts sind? Oder soll das damit gar nicht behauptet werden? Aber in welche Kritik ist der Landesverband dann geraten, wenn nicht in die hier aufgeführte?

Wurden hier 50 % des Artikels am Thema vorbeigeschrieben, wie man das bei Bild kennt: Heftige Schlagzeile, aber kein Beleg im Text?

zu 2)

Der Artikel behauptet:

Zu einer Parteitagung wollten die Rheinland-Pfälzer ausgerechnet Bodo Thiesen entsenden.

Das ist schon deshalb falsch, weil es keine Delegierten gibt, sondern jeder kommen kann, der Mitglied ist.

Da Silva hatte somit nicht seine "Endsendung" durch die Pfälzer beanstandet, sondern seine Akkreditierung als stimmberechtigtes Mitglied, obwohl der Bundesvorstand mehrheitlich das Ruhen seiner Mitgliedschaftsrechte verfügt, bis das Schiedsgerichts über seinen Ausschluss entscheidet.

Vorige Woche reichte Mirco da Silva einen Antrag ein, in dem er forderte, Thiesen bis zur Entscheidung des zuständigen Landesschiedsgerichts auszuschließen. Mit Ausnahme des Parteivorsitzenden Jens Seipenbusch stimmte der Vorstand dafür. Thiesen hätte keine Akkreditierung für den Parteitag erhalten dürfen. Er kam trotzdem und erhielt ein Teilnehmerbändchen. Das ihm, übrigens im Beisein eines Piratenvorstands, von da Silva vom Arm gerissen wurde.Quelle



Das Verhalten von Klaus Schimmelpfennig wird in der JA nicht erwähnt, deshalb gehe ich darauf nicht ein. Wichtig ist vielleicht noch, dass Thiesens einziger Unterstüzter im Bundesvorstand auf dem Parteitag dann abgewählt wurde.

zu 1)

Nach dem Wahlerfolg der Berliner Piratenpartei hatte ein Funktionär des Parteibezirks Schwaben etwas zu twittern: »Zionisten und Anti-Islamisten schwafeln wieder Amok auf Twitter gegen die Piraten.«



Das stimmt.

twitter.com/#!/webrebell

Aber was beweist das, außer schlechten Manieren?

Wenn er Antisemit wäre, warum retweeted er dann immer wieder tweets von der politschen Geschäftsführerin der Piraten, einer Jüdin?

Als Frau und Jüdin ist es schwerer in den Medien zu Wort zu kommen, als bei Piraten. Niemand will hören, dass ich nicht diskriminiert werde.

Die Frau, die das schreibt, heißt Marina Weisband.

Aktuell ist sie politische Geschäftsführerin der Piratenpartei. Sie wurde 1987 in Kiev geboren. Sie trinkt ihren Kaffee mit vier Stück Süßstoff und halber Tasse Milch. An Freitagen ist sie immer in der Synagoge. Außer manchmal, dann nicht. Man hat sie auch schonmal russisch sprechen hören.Quelle

LG Christian

Jan Fremder 23.09.2011 | 21:45

@lebowski

Zitat: Wer kaum weiß, wie er was zu essen auf den Tisch bringt, dem geht der Datenschutz am Arsch vorbei.

Das ist ja nicht unabhängig voneinander.
Gerade in prekären Situationen werden viele Leute verstärkt gezwungen, sich "nackt zu machen" und damit die Situation zu zementieren. Datenschutz erlaubt Souveränität. Weiß beispielsweise die Arge / das Jobcenter (und die damit verbundenen Firmen), dass man in einer Notsituation ist, verschlechtert sich die Verhandlungsposition dramatisch.
Wenn man „gezwungen“ ist zu vertrauen, dass die andere Seite schon verantwortungsvoll damit umgeht, dann ist man ausgeliefert und dann geht`s auch nach unten (zu nahezu 100%).

Wobei Datenschutz und die Piraten zwei paar Schuhe sind, denn da treiben sich derart unterschiedliche und widersprüchliche Strömungen herum, dass letztlich offen ist, welche Interessen tatsächlich am Ende raus kommen.

Uwe Theel 24.09.2011 | 02:39

@ shalako am 21.09.2011 um 13:50

Ich gestehe, dass ich Ihre ausführungen jetzt ganz und gar nicht mehr verstehe, außer dass ich bemerke, dass Sie der methode des diialektischen denkens einen absage erteilen, da sie veraltet sei.

Was Sie mit ihrem "breitbandigeren Empfänger" meinen, kann ich höchstens ahnen. Es scheint ein postmoderner zu sein, dessen einzelne AntennenSYSTEMmodule, wenn denn genügend da sind, jeweils ein mehr oder weniger stimmiges aktuelles Gesamtbild einfangen, das für irgendwie kongruentes Handeln dann gerade ausreicht, ohne das die "ganze" "Narrative" erzählt werden muß, dh., es braucht kein "Gesamtsystem" angenommen werden.

Kurz: Z.B. Luhman und natürlich Derrida, die Postmoderne eben lassen grüßen.

Ich gestehe nochmal: da bleibe ich tatsächlich beim mir Vertrauten.

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shalako 24.09.2011 | 14:18

Uwe Theel schrieb am 24.09.2011 um 00:39

"Ich gestehe, dass ich Ihre ausführungen jetzt ganz und gar nicht mehr verstehe, außer dass ich bemerke, dass Sie der methode des dialektischen denkens einen absage erteilen, da sie veraltet sei."

Ich möchte präzisieren, lieber Herr Theel.
Keine Absage.
Dort, wo die dialektische Methode in entsprechenden Sachzusammenhängen zu angemessenen Resultaten führt, hat sie nach wie vor durchaus ihren Platz. In Kontexten, in denen sie nicht ausreicht, sind halt weiterführende Methoden erforderlich - s.o. -. (Ist mir fast peinlich, an dieser Stelle eine so banale Aussage auszuführen ;-). )

Uwe Theel 25.09.2011 | 21:39

@ shalako am 24.09.2011 um 12:18

leider, lieber Shalako, präzisieren sie nichts, sondern bleiben, wie sie selbst es bedauern in einer banalität stecken.

Wenn ich von "dialektischem denken" sprach, dann meinen ich nicht nur die Logik Hegels, sondern den historisch-dialektischen Materialismus.

Aber vielleicht geben Sie einmal Ihre "kybernetische" Analyse der Krtitikpunkte, die ich hier schon versuchte im Ansatz abzuhandeln und hier:

www.freitag.de/community/blogs/michael-angele/white-trash----piratenpartei-ohne-migranten#comment-314887

auflistete und machjen mir den Unterschied konkret deutlich.

Danke

UT

Calvani 04.10.2011 | 14:15

Lieber Michael,

ach, wie schön könnte doch das Leben sein, gäbe es da nicht diese Nervensägen, zu denen ich vermutlich gehöre. Ich lese Ihre Texte und Kommentare nämlich meist sehr aufmerksam - das können Sie durchaus als Kompliment verstehen. Zu allem Überfluss habe ich aber auch noch ein verhältnismäßig gutes Gedächtnis. In Ihrem Blog "Cem Özdemir und der Migrationshintergrund" schreiben Sie Migranten und deren Abkömmlingen bestimmte Fähigkeiten und Eigenschaften zu und statuieren gar die These, dass es dumm mache, diese "Erfahrungswerte" auszublenden:

"Nun ist es in der Tat so, dass noch der schlechteste unserer Türken technisch besser ist als der beste der Urdeutschen. Wahr ist aber auch, dass sie sehr oft einmal zu viel dribbeln, statt den sicheren Pass zu spielen, und hängen bleiben. Ganz wie es das Klischee will. Unabhängig davon, ob man diese Auffälligkeit nun den Genen meiner Mitspieler oder ihrer Sozialisation zuschreibt, ist das kein "Konstrukt" (oder doch nur in einem sehr, sehr allgemeinen und somit unnützen Sinn). Es ist eine Tatsache."

Da Sie selbst zu Protokoll geben, aus der Schweiz zu stammen und vermutlich in Berlin leben, sind auch Sie Migrant, nicht wahr?
Und was schreiben Sie hier, Sie schweizer Migrant ohne Herz und Verstand? Dass Sie es nicht mögen, wenn man irgendwelche Verhaltensweisen aus Ihrer Herkunft ableitet.
Na, sowas!
Die Ableitung von Verhaltensweisen aus der Herkunft müssen sich also nur andere Migranten gefallen lassen?

Und noch was: Migration, Integration und nicht zuletzt Verheiratungen bringen Wechselwirkungen und Verschmelzungen mit sich, von einem deutsch klingenden Namen auf die Herkunft und die Biografie des Namensträgers schließen zu wollen, ist so oberflächlich wie einfältig.

Sollte dieser Kommentar allzu impulsiv daherkommen, liegt das wahrscheinlich an meinem südländischen Temperament...

Kurz vor der Schnappatmung

Calvani

Moewenort 05.10.2011 | 03:06

passt vielleicht nicht ganz zum Thema, aber offenbar haben die Piraten nicht nur ein Problem mit Frauen, sondern auch mit Ostdeutschen ( zumindest auf der Ebene der Mandatsträger): 13 der 15 neu gewählten Abgeordneten in Berlin sind männlich und westdeutsch sozialisiert. Erstaunlich in einer Stadt wo ja (abgesehen mal vom Prenzlauer Berg inzwischen) ja doch noch eine ganze Menge Ostdeutscher leben. Und erstaunlich auch, dass das noch noch niemandem aufgefallen ist. Denn ohne das Thema überbewerten zu wollen, stellt sich auch an der Stelle die Frage der Repräsentanz bestimmter Gruppen. bei Frauen, Migranten und Ostdeutschen sieht es da wohl bei den Piraten eher schlecht aus. Weiß, männlich, westdeutsch triffts schon eher.