"Recht haben macht keinen Spaß"

SPD-Wahlkampf Auch in diesem Wahlkampf warb Günter Grass auf mehreren Veranstaltungen für die Sozialdemokratie, obwohl er aus der Partei ausgetreten ist. Was treibt ihn an?
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Freitag: Der Nobelpreisträger macht Wahlkampf – wie nah dürfen sich Kunst und Politik Ihrer Meinung nach denn überhaupt kommen?

Günter Grass: Es darf zwischen dem einen und dem anderen keine Abhängigkeit entstehen. Ich spreche ja, zwar Schriftsteller und Grafiker von Beruf, vor allem aus der Position als Bürger dieses Landes heraus. Da ist ein mittlerweile jahrzehntelanges kritisches, aber von Sympathie getragenes Verhältnis zur Sozialdemokratie, das meinen politischen Überzeugungen entspricht. Die müssen nicht zu hundert Prozent deckungsgleich sein. Ich bin auch mit mir selbst nicht immer hundert Prozent einverstanden, wie sollte ich es denn mit einer Partei sein?

Dieser Wahlkampf erinnert mich ein bisschen an die 1969er Situation, als Wil