katastrophales Theater ?

Medienkritik: Anmerkungen zum „Streitgespräch“ in der Schaubühne
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Sonntags finden in der Schaubühne, monatlich sogenannte Streitgespräche statt.

Diesmal lief das Gespräch unter dem Thema “Misstrauen und Öffentlichkeit” und wurde wie folgt angekündigt:

Erleben wir gerade eine ernsthafte Vertrauenskrise des Journalismus? Ausgerechnet in Zeiten, in denen die Verlage um Anzeigenerlöse und ihre Zukunft bangen, schreiben immer mehr Verschwörungstheorien »den Medien« eine unkontrollierte Macht zu. Ob in Protesten wie denen von Pegida oder in Leserbriefen, es entlädt sich ein genereller Verdacht gegen die öffentlichen Selbstverständigungsdiskurse. Woher kommt das? Welche politische, aber auch demokratische Bedeutung haben diese Angriffe gegen Journalistinnen und Journalisten – ob sie nun über Russland und die Ukraine schreiben oder über den Islam und kulturelle Vielfalt? Ist, was anfangs als Demokratisierung und zunehmende Partizipationsmöglichkeiten im Internet gefeiert wurde, mehr und mehr auch eine Art Megaphon für Hass und Ressentiment? Lässt sich das Vertrauen wiedergewinnen?” (1)

Zu Gast waren Heinz Bude ein Soziologe, Bernhard Pörksen ein Medienwissenschaftler und Sonja Zekri, Journalistin unter anderem bei der Süddeutschen zu den Themen Nahost, Osteuropa, Kultur und Religion. Moderiert wurde die Veranstaltung von Carolin Emcke welche in der Vergangenheit für die Zeit und auch den Spiegel arbeitete.

Es stellte sich jedoch heraus, und dies wurde von der Moderatorin zu Anfang auch gleich verkündet, dass es sich bei der Veranstaltung um kein Streitgespräch handle.

schwadronieren und polemisieren , statt analysieren

Gestritten wurde dann auch kaum. Vielmehr wurden oberflächlich die vielen Fragen und Punkte abgehackt welche die Moderatorin in den Raum warf. Was intelligentes Nachhaken betrifft – Fehlanzeige.

Die bitter nötige Selbstkritik bezüglich der Qualität der etablierten Medien wurde somit umgangen, und die Veranstaltung beschränkte sich weitestgehend darauf, die sogenannten Qualitätsmedien in einem möglichst gutem Licht darzustellen.

Weniger und vor allem streitbarere oder provokativere Fragestellungen hätten der Runde sicherlich gut getan und zumindest die Chancen erhöht, dass es dann bei dem einen oder anderem Punkt doch noch ein wenig in die Tiefe geht. Auch ein verstärktes Nachhaken wäre angebracht gewesen, da sich insbesondere die beiden Herren der Schöpfung gerne im pseudointellektuellem schwadronieren verloren haben. Auch wäre eine Intervention der Moderatorin in Anbetracht der häufigen Falschaussagen der Gäste, wünschenswert gewesen. Dadurch hatte die Veranstaltung einen sehr desinformativen Charakter, Nicht Entschuldbar angesichts der offensichtlichen Mängel in der Qualität der Berichterstattung bei den etablierten Medien.

Auf die Idee mal den Gedanken ernsthaft in den Raum zu stellen, ob denn die harsche Kritik so vieler Leser berechtigte Ursachen habe, kam keiner der Anwesenden.

Erschreckenderweise blieb es oft nicht nur beim abwiegeln der Leserkritik. Die Gäste machten sich sogar über diese Menschen lustig, anstatt sich in Empathie zu üben und ernsthaft den Versuch zu wagen zu verstehen.

Verwunderlich war dies jedoch nicht, da ein verstehen von Kritik, auch wenn sie grob und wütend daherkommt, natürlich ein Mindestmaß an Selbstreflexion insbesondere in Bezug auf die Arbeit als Journalist vorausgesetzt hätte. Die suchte man bei den Gästen dieser Veranstaltung jedoch vergebens.

Natürlich wurde auch gewisse Inhalte besprochen und irgendwie auch „analysiert“. Insbesondere der wütende Rezipient war dabei das Untersuchungsobjekt. Doch geschah dies, zumeist reduzierend, abwertend ohne jegliche intellektuelle Tiefe und zudem kaum differenzierend. Es wäre sicherlich nicht schwer gewesen den Inhalt der gesamten zweistündigen Rederunde, das sich bestenfalls auf dem intellektuellem Niveau von durchschnittlichen Studienanfängern der Medienwissenschaften bewegte, in 5-10 Minuten zusammenzufassen. Im übrigen sind hier vor allem Studienanfänger gemeint, die mit umständlich gekünstelten und wenig Aussagekraft bestückten Sätzen Ihre Professoren zu beeindrucken suchen. In diesem Fall wurde wohl das Publikum mit diesem verwechselt.

Für den gestutzten Intellekt des heutigen Bildungsbürgers mag das eventuell eine herausfordernde Veranstaltung gewesen sein. Für politisch mündige Bürger, den aufmerksamen Medienkenner oder einem ernstzunehmende Medienwissenschaftler gab es hier nichts interessantes zu holen außer mal zu analysieren, wie wohl die Blase beschaffen ist, in der die Gäste auf der Bühne, wie auch so viele andere Journalisten, gefangen sind.

Es soll allerdings der Fairness halber nicht unerwähnt bleiben, dass sich zumindest die Moderatorin um Sachlichkeit bemühte und zumindest vorsichtig versuchte ein paar medienkritische Ansätze in die Runde zu werfen.

Diese wurden jedoch von den Gästen kaum aufgegriffen, so dass es letztlich doch darauf hinauslief dem Publikum im großen und ganzen zu suggerieren, dass es wohl kaum ernstzunehmende Medienkritik seitens der Leser gibt.

Elitendenken ?

Das neben den Kritikern, auch der „normale“ Rezipient intellektuell nicht ernst genommen wird, offenbarte sich auch in der Reaktion auf die Kritik eines Zuhörers gegen Ende der Veranstaltung. Der Zuschauer beschwerte sich unter anderem über die fehlenden Quellenabgaben in den Onlineausgaben der Zeitungen.

Die lässige Antwort von Frau Zekri, bei gleichzeitigem mitschwingen von Unverständnis; hier sinngemäß wiedergegeben: “Ich werde doch nicht extra Fußnoten von jedem Kaffeegespräch machen“, spricht denke ich Bände und könnte wohl auch übersetzt werden als: „Der Leser hat gefälligst zu schlucken was ich schreibe, auch ohne die Möglichkeit der Überprüfung.“

Die Angabe von Quellen mag vom Boulevard, bei Populärwissenschaftlichen Abhandlungen oder einer Schülerzeitung zu recht nicht erwartet werden. Für Journalisten die ernst genommen werden wollen und sich überdies selbst zuschreiben bei sogenannten Qualitätsmedien tätig zu sein ,sollte dies jedoch Standard sein.

Das bereits bestehende und durchaus auch aktuelle Analysen wie z.B. die Doktorarbeit von Dr. Uwe Krüger „ Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten - eine kritische Netzwerkanalyse“ überhaupt nicht erwähnt wurden, verwundert da nicht. Geben Analysen wie jene von Herrn Krüger doch vielen vor Wut und Ohmacht schäumenden Leserbriefen intellektuelle und faktengestützte Rückendeckung.

Aha! - Warum Wohl?

Auf eine weitere Frage, warum man sich denn bei den Medienkritikern, nur auf streitbare weil chauvinistisch und sozialdarwinistisch argumentierede Personen wie Sarrazin oder einen Islamophobie verbreitenden Udolf Ulfkotte bezog, erwiderte die Moderatorin, nachdem Herr Bude der Frage schwadronierend auswich, dass es in dieser Runde vor allem um jene wütende unreflektierte Kritik von Lesern wie z.B. Pegida Anhängern oder Putinverstehern gehe.

Übersetzt heißt dies dann wohl: Wir reden hier nur über jene Kritiker die sich schwer tun ihre Kritik vernünftig und faktenunterlegt zu artikulieren. Aha!

Mit der von zahlreichen nicht dran zu rüttelnden faktenunterlegten Kritiken wie der von Gabriela Krone Schmalz, eines Frieder Wagner, Harald Schuhmann, Naom Chomsky, Andreas von Westphalen, Dr. Sabine Fischer, Christoph Hörstel, Peter Scholl Latour, Dr. Daniele Ganser, Dr. Dr. h.c. Bernd Hamm,Stefan Enderle, und vielen anderen mag man sich dann wohl doch nicht auseinandersetzen.

Warum wohl ?

Es ist nämlich sehr einfach, undifferenzierten, grob und einem mit ohnmächtiger Wut geschriebenen Leserbrief auszuweichen oder diesen als nichtig abzutun als jener fundierten Kritik zu begegnen die von gut gebildeten Rezipienten bzw. Medienprofis stammt.

Dabei hätte gerade die zwar von den Leitmedien ignorierte, aber zu Hauf existierende fundierte Medienkritik herbeigezogen werden können, um den Ursachen der eventuell unsachlich artikulierten Wut von weniger gebildeten Kritikern auf die Spur zu kommen. Letztlich hätte man also so dem ernsthaft nachgehen können, wofür die Veranstaltung angeblich angedacht war. Nur müssten dann die Protagonisten auf dem Podium, auch mal ihre Elfenbeintürme verlassen.

Erklären kann ich mir diese Unprofessionalität und den Versuch einer echten Diskussion über den sehr bedenklichen Zustand der Leitmedien aus dem Weg zu gehen nur durch eine Kombination von Arroganz, kognitiver Dissonanz, Angst und Inkompetenz.

O Töne

....Dieses Milieu der geschatzten Journalisten....“ (Pörksen)

... Dieser Mensch Udolf Ulfkotte ist der Kronzeuge darüber das wir handwerklich versagen....“ (Zekri)

...Ihr glaubt irgendwelchen Bloggern die sich im Kapuzenpulli morgens vor der Tür von BBC ihren Videokanal zurechtgefrickelt haben....“ (Zekri)

Ich denke diese pauschalisierenden Aussagen sprechen für sich. Ein islamophober Udolf Ulfkotte, nicht ein schwer angreifbarer Harald Schuhmann oder eine Gabriele Krone Schmalz wird als als Kronzeuge für Medienkritik angeführt. Und die Journalisten die sich in radikaler Medienkritik üben, sind eben nur sauer weil sie nicht mehr da oben (bei den etablierten Medien) mitarbeiten dürfen. Das viele da gar nicht mehr arbeiten wollen, bleibt unerwähnt. So einfach können also Erklärungen sein, wenn man nicht gewillt ist in die Tiefe zu gehen. Hmm!

Und die Bloggerscene? Sie wird hier rhetorisch auf den scheinbar durchgeknallten? Kiffenden? Kapuzenpulliträger reduziert.

Fast schon ironisch wirken auch solche Sätze:

.... Hier geht es um entfesseltes Bestätigungsdenken“ (Pörksen)

Sicher mag es stimmen, dass der eine oder andere “Medienkritiker” unter den Rezipienten , in genau jenem Bestätigungsdenken festhältst. Doch ist es sehr einfach, geradezu platt und vor allem unseriös das Klischee des vom Bestätigungsdenken gefangenen Lesers pauschalisierend auf alle Kritiker zu stülpen. So richtig peinlich wird diese Behauptung, wenn man bedenkt, dass genau dieses Bestätigungsdenken zwei Stunden auf der Bühne stattgefunden hat.

Es geht überhaupt nicht darum in eine Auseinandersetzung darüber einzutreten die in irgendeiner Weise mit Empirie hantiert oder Standards oder Handwerk oderMaßstäben mit Dingen die wir brauchen um die Welt zu begreifen...“ (Bezug nehmend auf Leserbriefe und Kommentare von Rezipienten und wohl auch Bloggern) (Zekri)

Genau jene Standards werden aber in den deutschen Qualitätsmedien vermisst und existieren schon lange nur noch in Nischen, was auch von vielen Medienwissenschaftlern und auch immer wieder von Journalisten die den Betrieb nicht mehr mitmachen, artikuliert wird und wurde.

Mich frappiert dieses oft beschriebe Ohnmachtsgefühl der Leser ... Als könne mans ich nicht artikulieren.. auch den Vorwurf den ich nach 4 Jahren mit-ansehen gelenkter Demokratie in Russland und gelenkter Medien in Ägypten habe, wenn Leute hier sagen: Wer sagt Dir denn eigentlich was Du schreiben sollst... und dann sag ich dass gibt e bei uns nicht....“ (Zekri)

Es ist schon dreist zu behaupten eine Beeinflussung und Zensur in den deutschen Medienanstalten gäbe es nicht. Das es diese seid Gründung des Coca Cola Hinterlandes BRD gab, erschließt sich ganz einfach, wenn man sich ernsthaft mit der Kultur und Mediengeschichte der Bundesrepublik beschäftigt. Interessant auch die Worte von Harald Schuhmann zur inneren Zensur in den deutschen Medien. (2)

Und es geht weiter:

Wenn sich dann ein Herr Bude rühmt zwei Tageszeitungen zu lesen und auch noch die zweite Seite der Bild, dann muss, so denke ich, der ernstzunehmende Teil der Blogger doch überlegen schmunzeln, wohl wissend, das er oder sie bei Recherche zu einem Artikels täglich 5- 20 oder sogar mehr Zeitungen national wie international durchforstet.

Ich kann mich ja leicht in eine Wirklichkeitsblase hinein googlen ... Noch ein Beweis warum das dritte Gebäude gesprengt wurde... Noch ein Indiz warum Putin MH17 nicht abgeschossen hatte....“ (Pörksen)

Hier verschlägt es einem wieder die Sprache, denn hier behauptet Pörksen also indirekt das Putin den Abschuss von MH17 veranlasst hatte, wofür es keinen einzigen Beweis gibt. So kritisierte erst kürzlich der niederländischen Opferanwalt John Beer, dass die veröffentlichten Dokumente nicht das enthalten, was die Angehörigen wirklich interessiere: Antworten auf die Frage nach dem Grund der Tragödie.(3)

Das das dritte Gebäude gesprengt wurde, sollte mittlerweile zur Allgemeinbildung gehören, denn ein Haus fällt nicht einfach so in Fallgeschwindigkeit in sich zusammen, wie weltweit tausende Ingenieurebestätigen, falls man seinem eigenem Verstand und dem Physikunterricht in der Schule nicht trauen sollte. (4)

Mit der sogenannten Wirklichkeitsblase meinte Herr Pörksen sicherlich die von ihm mehrfach erwähnten Verschwörungstheorien.

Mehr als dreimal viel dieses Wort, zumeist abfällig intoniert. Allerdings wurde hierauf nie eingegangen. Deswegen mag ich das hier kurz tun. Eine Verschwörung ist zunächst ein Zusammenschluss von mindestens zwei Personen im Geheimen um eine Idee bzw. einen Plan umzusetzen. In der Politik und Wirtschaft etwas Alltägliches wie jeder schon im Geschichtsunterricht erfahren kann. Cäsars Tod kam aufgrund einer erfolgreichen Verschwörung zustande. Konzerne planen im stillen Übernahmen. Staaten täuschen den Feind bevor sie Krieg führen. Verschwörungstheorien sind somit für Journalisten und Historiker ein alltägliches Geschäft, genauso wie für den Polizeikommissar bei der Ermittlung eines Mordes oder geplanten Raubes. Diesen Begriff als Schimpfwort zu benutzen , bestätigt die teilweise orwellsche Sprachumdeutung der etablierten Medien. Eine Umdeutung die kürzlich auch das Wort verstehen erfahren durfte, durch das von den Medien und der Politik benutzte Schimpfwort Putinversteher. Ist das verstehen denn keine Vorraussetzung für sinnvolles handeln?

Ein erschreckendes Beispiel für eine der vielen Falschaussagen ist die Aussage Frau Zekris mit Ihrer Behauptung Nicht malSchirinowski hätte sich die Krim genommen“ Nein! Schirinowski hätte sich ganz sicher nicht die Krim genommen. Er hätte sich die ganze Ukraine genommen. Was Frau Zekri nämlich vergaß zu sagen, das es von Schirinowski sehr schnell zu der Forderung kam im Falle einer Bitte von Janukowitsch in die ganze Ukraine einzumarschieren. (5) Und später als Janukowitsch schon geflohen war, forderte er sogar den Einmarsch, ganz ohne Einladung. Und dass gerade „Putins“ Partei die Ultranationalisten an der kurzen Leine hält und Schirinowski als politischer Gegner Putins gilt, sollte für jemanden der als Journalist vier Jahre in Moskau verbracht hatte, bekannt sein.

Auch ist die Formulierung „Nicht mal“ eine unangebrachte Abwertung Putins, in dem Frau Zekri Putin moralisch noch unter Schirinowski ansiedelt, ohne das angemessen zu begründen. Darauf, dass dies eine Beleidigung für die russischen Wähler und den Journalismus an sich ist, mag ich jetzt nicht näher eingehen, soll aber hier nicht unerwähnt bleiben.

Kann nicht sein was nicht sein darf ?

Es erscheint zunächst lobenswert, dass in der Schaubühne, für einen Eintritt von 2,50 Euro politische Gesprächsrunden zu aktuellen Ereignissen und zu mehr oder weniger gesellschaftsrelevanten Themen geführt werden. Doch erfüllt es einem mit grausen, dass angesichts der Tatsache von Überschriften wie:

„Wer stoppt Putin“, „Putin, NATO, Griechenland Wer spaltet Europa?“, „Gefährlicher Flirt mit Moskau“, „Putins Russland auf den Weg in die Diktatur“ , „Moskau droht mit Atomwaffen“, „Putins Machthunger – Wie weit wird Moskau gehen?“,

welche die Leitmedienlandschaft beherrschen, so unkritisch über die Medien geredet wird und so herablassend über die frustrierten Kritiker, von denen nicht wenige einfach „nur“ Angst haben von der EU und den USA in einem großen Krieg gezogen zu werden. Aber auch andere Themen werden mit grobschlächtigen Überschriften und hanebüchenen Behauptungen und unzureichenden, weil einseitigen oder sogar fehlerhaften „Analysen“ abgehandelt.

Auch hat man sich mit der „Bundeszentrale für politische Bildung“ einen Partner für die Veranstaltung gesucht, der alles andere als aufklärerisch agiert und leider nur selten zu einer differenzierten Debatte bei wichtigen Themen beiträgt. (6) Über das „Warum?“ des sich bewussten oder unbewussten anbiedern an das System bei dieser Veranstaltung, kann man sicherlich viel spekulieren. Ob dies einer erschreckenden politischen Naivität geschuldet ist, oder ob die Angst eine Rolle spielt das ein Intendantenvertrag nicht verlängert wird, kann hier nicht mit Sicherheit beantwortet werden. Ich persönlich denke, dass ersteres mit großer Sicherheit eine Rolle spielen dürfte. Letzteres möchte ich jedoch nicht ausschließen.

Die Aufgabe eines Theaters sollte jedenfalls sein, im Dreck zu wühlen - nicht ihn zu verdecken! Aber scheinbar hat sich, die von den Leitmeiden unterstützte kapitalistische Verdummungsmaschinerie, auch schon in die Köpfe vieler Theaterschaffender eingeschlichen.


Dass es auch ganz anders geht, selbst in großen Theatern und es auch noch mutige und politisch mündige Theaterschaffende gibt, zeigt mal wieder die Volksbühne. (7)

Den Mitarbeitern der Schaubühne mag ich noch folgendes auf den Weg geben:

Das Theater sollte nicht dazu da sein, um zu gefallen, sondern um den Finger in die Wunde zu legen – genau da wo es weh tut. Sonst kann es gleich als Partyservice anhauern. Prost!

(1) http://www.schaubuehne.de/de/produktionen/streitraum.html/ID_Vorstellung=1118
https://vimeo.com/123152379

(2) https://www.youtube.com/watch?v=AzFF4ChX0A4

(3)http://www.focus.de/politik/ausland/ukraine-krise/mh17-569-dokumente-veroeffentlicht-ukraine-krise-kommentar_id_6349711.html

(4) http://www.ae911truth.org/

(5) http://www.heise.de/tp/artikel/41/41081/1.html

(6) http://www.hintergrund.de/201412193367/politik/welt/instrumente-deutscher-machtpolitik.html

(7) https://vimeo.com/107171296

17:09 22.04.2015
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Michael Haferkorn

pragmatischer und realistischer Anarchist
Schreiber 0 Leser 6
Michael Haferkorn

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