RE: Wenn alles in Scherben fällt | 31.01.2019 | 19:06

Du bist nicht „böse“ – so denke ich doch nicht. Wir tragen eine Meinungsverschiedenheit aus, weiter nichts. Und natürlich kann ich mich irren, genauso wie du dich irren kannst.

Zur Faschismusgefahr: Es gibt in Deutschland die AfD, deren Übergang zum Faschismus mindestens an den Rändern, teilweise aber auch im Kern fließend ist. Wenn ich über sie in dieser Zeitung geschrieben habe, dann immer mit der Ansage, man solle sich keine Angst von ihr einjagen lassen. Aber es ist doch auch wahr, daß vor dem Hintergrund einer ernsten Wirtschaftskrise aus einem kleinen faschistischen Keim ein Großbrand werden kann. Und dann ist es besser, schon vorher gewappnet zu sein und das eben auch intellektuell. Ist das Alarmismus? Ich kann mir im Grunde gar nicht vorstellen, daß wir über diese Dinge wirklich verschiedener Meinung sind. Aber wenn wir es sein sollten, ich nehme deine Auffassung immer mit Respekt zur Kenntnis (und wenn ich mich mal drastisch ausdrücke, dann nur im Versuch, die „Fronten“ zu klären, d.h. die genaue Linie der Auffassungsverschiedenheit).

RE: Wenn alles in Scherben fällt | 30.01.2019 | 18:10

Mit dem, was Du sagst, ist unsere Differenz nicht hinreichend beschrieben. Die Frage, ob es in den USA eine Faschismusgefahr gibt oder nicht, ist das Eine. Nur darüber sprichst Du jetzt, aber nicht über das Andere: daß Du es ablehnt, die Beseitigung der normalkapitalistischen Verfassungswirklichkeit per Ermächtigung der Exekutive als Kriterium der Faschisierung anzuerkennen.

RE: Wenn alles in Scherben fällt | 30.01.2019 | 18:05

Die ersten beiden Absätze unterschreibe ich. Da bin ich mit Ihnen einer Meinung.

Aber wenn Sie dann fragen „Wer also sollte «man» sein und etwas stoppen wollen/können?“: Das ist doch leicht zu beantworten. „Man selbst“ ist die Antwort. Sie können sich selbst stoppen und ich kann mich selbst stoppen. Darüber, daß es ganz nebenbei auch noch nötig wäre, das Kapital zu stoppen, ich meine diejenigen, die Eigentümer der Produktionsmittel sind und die die Arbeiter*innenklaase ausbeuten, das ist die Definition, werden wir uns dann wahrscheinlich auch noch einigen können.

RE: Wenn alles in Scherben fällt | 30.01.2019 | 13:33

Komisch, wie verschieden es ist, was für verschiedene Leute ein Witz ist. „Das Kapital marschiert weiter, bis alles (der ganze Planet) in Scherben fällt“ – wenn man es nicht stoppt -, für mich ist das eine Grundtatsache, einschließlich der NS-Konnotation, und für Sie ist es ein Witz (wir leben offenbar auf v e r s c h i e d e n e n Planeten).

RE: Wenn alles in Scherben fällt | 30.01.2019 | 12:46

Obwohl mir klar ist, daß ich hier zu tauben Ohren rede, will ich es doch noch einmal sagen: Ich mache nicht die „praktische Einwanderungspolitik“ zum Gradmesser der Faschisierung, sondern den Umstand, daß ein Präsident versucht, seine Politik unabhängig von der Legislative zu betreiben. Das Äquivalent dazu in der deutschen Politik war das Ermächtigungsgesetz. Wenn die demokratische Partei in der Mauerfrage e i n k n i c k e n sollte – nicht: wenn sie in der M a u e r f r a g e einnicken sollte (die Mauerfrage ist das Exempel, es könnte auch etwas anderes an ihrer Stelle stehen) -, hätte Trump einen wichtigen Faschisierungsschritt geschafft.

Das Problem ist, daß hier viele und auch du keinen Unterschied machen zwischen einer normalkapitalistischen Verfassungswirklichkeit / Gewaltenteilungswirklichkeit und einer faschistischen. Ob da nun auch noch eine Ermächtigung dazukommt, sagen sich diese Zeitgenossen, das ändert doch gar nichts. Nun, was man bei Trump erlebt sind nur erste Schritte. Aber wenn du meinen Text noch mal lesen würdest, würde dir auffallen, daß mich noch mehr als Trump die Reaktionen auf Trump interessieren. Und da werde ich von diesem Thread hier leider bestätigt. Wenn in Deutschland mal eine faschistische Gefahr entstünden, Leute wie du würden sie noch befördern, indem sie sagen, da ist doch gar nix.

RE: Wenn alles in Scherben fällt | 29.01.2019 | 20:02

Trump sei sofort in die Schranken verwiesen worden, so daß man sich an ihm nicht abarbeiten müsse, und zur Begründung führen Sie an, daß die herrschenden Eliten jetzt zu Bündnissen mit Neofaschisten gezwungen sind, das heißt mit Figuren wie Trump? Können Sie diese Ihre logische Schlußfolgerung bitte mal erläutern?

RE: Wenn alles in Scherben fällt | 29.01.2019 | 14:40

Ich habe nicht geschrieben “Mehrwertverlangen“, sondern „Mehrwerterlangen“ und das ist systemisch.

RE: Wenn alles in Scherben fällt | 29.01.2019 | 14:39

Was meinen Sie mit „Schlag nach bei MEW“? Ich habe den zentralen Satz von Marx zitiert, den Satz, der seine Theorie in nuce zusammenfaßt. Darf ich nicht Marxist sein? Sorry, ich bin es nun mal! Und verlange von Ihnen ja nicht, es auch zu sein.

RE: Wenn alles in Scherben fällt | 29.01.2019 | 13:42

Ich wollte natürlich in der zweiten Zeile schreiben "Relativierung des NS-Unrechts", sorry.