Abschaffen lässt sich die Atomgefahr nicht

Abrüstung Obamas Politik folgt der Logik des militärischen Gleichgewichts. Doch erst wenn die Atommächte ihre Unangreifbarkeit verlieren, lassen sich alle Kernwaffen verschrotten
Exklusiv für Abonnent:innen

Präsident Obamas Abrüstungsvorstoß, am 5. April in seiner Prager Rede formuliert, offenbart ein Dilemma: Ihr Ziel scheint utopisch, ihre Methode ist bescheiden. Die Vision einer Welt ohne Atomwaffen nimmt alle Herzen für ihn ein. Aber bei Licht gesehen schlägt er nur vor, die USA und Russland sollten ihr Arsenal von über 5.000 beziehungsweise fast 14.000 Atomsprengköpfen auf je 1.000 senken. Damit können immer noch mehrere Gesamtselbstmorde der Menschheit inszeniert werden. Da fragt man sich, was Obamas wirkliches Ziel sein mag. Angenommen, es gelänge ihm, eine Abrüstungsdynamik in Gang zu bringen, würde ihr Hauptnutzen nicht der sein, den Druck auf Iran zu erhöhen? Dafür spricht, dass er im gleichen Atemzug die friedliche Nu