Die Opfer der Agenda 2010

Kundgebungen Eine "Kreuzaktion" für die Opfer findet morgen ab 17 Uhr auf dem Berliner Alexanderplatz neben der Weltzeituhr statt. Andere Berliner und bundesweite Demos werden folgen
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In diesen Tagen sind Friedensdemonstrationen im Zusammenhang der Krim-Krise wichtig. Daneben sollten andere Themen nicht vergessen werden. Eine Demonstration In Gedenken an Rosemarie F. und die Opfer der Agenda findet am 11. April 2014 in Berlin, 11 Uhr ab U-Bf. Schönleinstraße in Kreuzberg statt.

Bereits morgen, am Montag den 24. März, gibt es auf dem Berliner Alexanderplatz, 17 Uhr neben der Weltzeituhr, eine Kreuzaktion.

Der Erste bundesweite Gedenktag für die Opfer der Agenda 2010 ist für den 2. September geplant.

Weltweit sterben täglich ca. 25.000 Menschen den Hungertod. Das muss zuerst in Erinnerung gerufen werden, immer wieder. Weil es nicht sein müsste. Die soziale Kälte in Deutschland ist mitverantwortlich dafür, dass diese Katastrophe einfach so hingenommen wird. Auch diese soziale Kälte muss immer wieder beim Namen genannt werden. Jedes Hartz-IV-Opfer ist ein Opfer zu viel. Es würde solche Opfer nicht geben, wäre das bedingungslose Grundeinkommen in Höhe des auch kulturellen Existenzminimums eingeführt.

Die unsortierte und unvollständige „Opferliste als Kurzübersicht“ der Veranstalter möchte ich hier wiedergeben:

Ehepaar Monika und Michael Stahl
Verstorben Ende Januar 2005 in Zerpenschleuse bei Berlin
Das Ehepaar vergaste sich im Auto auf Grund großer Zukunfstangst nach den “Hartz-Reformen”

Andreas H.
Verstorben in der Nacht vom 22. auf den 23. Februar 2005
in Potsdam-Babelsberg
Andreas ist nach einer Zwangsräumung auf einem Stück Teppich im Park erfroren

Eine unbekannte Frau
Verstorben im November 2005 in Schwerfen
Sie beging Selbstmord während der Zwangsräumung ihrer Wohnung

Andre K.
Verstorben am 11. April 2007 in Speyer
Andre ist als Hartz-IV-Empfänger an Unterernährung gestorben

Eine unbekannte Frau
Verstorben am 19. November 2007 in Neumarkt St. Veit
Weil die unbekannte Frau ihre Stromrechnung nicht bezahlen konnte und Kerzen benutzte, verbrannte sie in ihrer Wohnung

Hans-Peter Z.
Verstorben im Dezember 2007 in Uslar
Der 58jähriger Hans-Peter Z. geht zum sterben durch Verhungern in den Wald und führt darüber auch noch Tagebuch

Unbekannter
Verstorben am 06. Dezember 2008 in München
Der 62-jährige unbekannte Architekt erschoss sich kurz vor der Zwangsräumung seiner Wohnung

Fabian Rappel
Verstorben am 31. Oktober 2009 in Ainach
Getrieben von Hoffnungslosigkeit nahm sich Fabian das Leben

Hartmut R.
Verstorben am 22. Dezember 2009 in Dippoldiswalde
Hartmut R. ist zwei Tage vor Weihnachten an sozialer Kälte zerbrochen, in dem er sich die Kehle durchschnitt und sich anzündete

Michael Kolrcziks
Verstorben am 27. April 2010 in Nördlingen
Michael verstarb an Herzversagen obwohl ein Freund das Jobcenter schriftlich anflehte, auf sein Herzleiden Rücksicht zu nehmen

Hajo Prokop von Betzen
Verstorben am 26. Juli 2010 in Höxter
Hajo verstarb als pflegebedürftiger Rollstuhlfahrer nach seinem Zwangsumzug in eine unangemessen kleine Wohnung

Jörg G.
Verstorben am 28. November 2010 in Höxter
Jörg G. nahm sich das Leben in dem er sich erhängte

Unbekannte Mutter mit ihrem Kind
Verstorben im August 2011 in Burbach
Die Mutter und ihr Kind sind in ihrer Wohnung vermutlich verhungert

Jobcenter-Sachbearbeiterin
Verstorben am 26. September 2012 in Neuss
Die Sachbearbeiterin wurde in einem Jobcenter von einem Kunden erstochen

Marius S.
Verstorben am 13. Oktober 2012 in Berlin
Auf Grund von unzumutbaren Studienbedingungen tötete sich Marius vor dem Reichstag selbst, in dem er sich erstach und anzündete

Unbekanter Vater und seine drei Kinder
Verstorben im November 2012 in Otterstedt (Thüringen)
Der Vater und seine drei Kinder vergaste sich unabsichtlich, weil er wegen einer Zwangs-Stromabschaltung ein Notstromaggregat unsachgemäß betrieb

Udo Sch.
Verstorben am 05. Dezember 2012 in Berlin
Der 62jährige zündete seine ihm gekündigte Wohnung an und sprang danach in den Tod

Rosemarie Fliess
Verstorben am 11. April 2013 in Berlin
Rosemarie Fliess (67) verstarb zwei Tage nach der Zwangsräumung ihrer Wohnung in den Räumen der Berliner Kälte Nothilfe, wo sie eine Notunterkunft hatte

Frau K.
Verstorben im Mai 2013 in Essen
Frau K. verstarb einen Monat nach ihrer Zwangsräumung

13:56 23.03.2014
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