Die Phantasie an die Macht

CHARTA 2000 Pierre Bourdieus Karneval der Symbole
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Bourdieu hat auch in Berlin Aufmerksamkeit auf sich gezogen und also Erfolg gehabt. Wie schon in Zürich waren nicht zuletzt junge Leute auf ihn gespannt. Die Neoliberalen behaupten, der Spaß "der" Jugend bestehe darin, zu ihnen überzulaufen, aber das scheint doch nur die halbe Wahrheit zu sein. Was macht den Pariser Soziologen so interessant? Wie kommt es, dass man zeitgeistresistente Jugendliche viel weniger in knochentrockenen Versammlungen der Parteien, Gewerkschaften, Bildungswerke sieht als hier oder auch - das ist, wie man sehen wird, keine willkürliche Assoziation - auf Kirchentagen? Es hängt mit dem zusammen, was Bourdieu propagiert: dass wir "symbolische Politik" machen sollen. Wenn gewisse neoliberale Kampfblätter darauf setzen, dass es langweilig is