Die Säulen der Zivilisation

Symbolkraft Nein, tote Steine sind nicht wichtiger als tote Menschen. Die Zerstörung des antiken Palmyra durch den „IS“ wäre trotzdem ein Katastrophe
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 22/2015
Die Wüstenoase Palmyra ist eine bedeutende Stadt im Römischen Reich gewesen
Die Wüstenoase Palmyra ist eine bedeutende Stadt im Römischen Reich gewesen

Foto: Joseph Eid/AFP/Getty Images

Dass die antiken Straßen- und Tempelreste Palmyras von der Terrormiliz Islamischer Staat erobert wurden, ist aus mehr als einem Grund ein Ereignis und womöglich ein Wendepunkt. So ist die syrische Hauptstadt Damaskus von nun an unmittelbar bedroht. Neben allen militärischen Gründen aber wiegt die drohende Vernichtung der antiken Stätte für den Westen noch schwerer als alle Zerstörungen von Kulturdenkmälern durch islamistische Kräfte in den vergangenen Jahren. Denn erstmals ist ein Ort der eigenen westlichen Vergangenheit betroffen. Palmyra ist nicht Assyrien und es geht nicht um Buddha-Statuen wie in Afghanistan – Palmyra ist eine bedeutende Stadt im Römischen Reich gewesen. Kein Zufall, dass dieser kulturelle Gesichtspunkt in Bericht