Trübe Semantik

SPD-PROGRAMMDEBATTE Wolfgang Clement plädiert für "begrenzte Ungleichheit"
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Zur Eröffnung der Programmdebatte schlägt Wolfgang Clement, Ministerpräsident und stellvertretender SPD-Vorsitzender, einen neuen Gerechtigkeitsbegriff vor: die Partei müsse lernen, dass Wirtschaftswachstum die Voraussetzung für mehr Verteilungsspielraum sei. Predigt sie das nicht seit Jahrzehnten? Bisher freilich nicht mit der Konsequenz noch niedrigerer Steuern für Unternehmer und eines Billiglohnsektors. Die neue SPD-Avantgarde schreckt vor nichts zurück. Reicht es nicht, sich den Mächtigen anzupassen? Nein, sie müssen es auch noch "gerecht" nennen.

Sprechen wir also über Gerechtigkeit. Was für ein Fortschritt: bisher sollte der Reichtum notfalls ungerecht produziert werden, damit er anschließend gerecht verteilt werden kann; je