Manche Partner der USA widersprechen dieser Macht oder handeln unabhängig von ihr, dass man sich die Augen reibt. Liegt es daran, dass US-Präsident Bush in den letzten Monaten seiner Amtszeit nicht mehr ernst genommen wird? Wenn der afghanische Präsident Karzai damit droht, in Pakistan einzumarschieren, wobei er behauptet, die Taliban hätten dort ihren "Ursprung" - wären also ein äußerer und kein innerer Feind -, so ist das mit dem Rechtfertigungsdiskurs der USA für ihre regionale Präsenz kaum vereinbar. Aus Syrien und der Türkei wird gemeldet, beide Länder strebten eine Energie-Zusammenarbeit an, die auch den Bau von Atomkraftwerken einschließen könnte; zum gleichen Zeitpunkt bekräftigt Bush in Paris, er schätze Syrien als einen Staat ein, der mit Terroristen zusammenarbeite. In Bagdad warnt Ministerpräsident Maliki die USA öffentlich vor einer Verletzung der irakischen Souveränität, zu der es nach seinen Worten käme, wenn die Bewegungsfreiheit der Besatzungsarmee nicht künftig eingeschränkt würde. Die Gespräche befänden sich in der Sackgasse, fügt er noch hinzu - die USA lassen also nicht locker. Bush nicht mehr ernst zu nehmen, könnte sich noch als Fehler erweisen.
Verbündete
Geschrieben von
Michael Jäger
Redakteur (FM)
studierte Politikwissenschaft und Germanistik. Er war wissenschaftlicher Tutor im Psychologischen Institut der Freien Universität Berlin, wo er bei Klaus Holzkamp promovierte. In den 1980er Jahren hatte er Lehraufträge u.a. an der Universität Innsbruck für poststrukturalistische Philosophie inne. Freier Mitarbeiter und Redaktionsmitglied beim Freitag ist er seit dessen Gründung 1990. 1992 wurde er erster Redaktionsleiter der Wochenzeitung und von 2001 bis 2004 Betreuer, Mitherausgeber und Lektor der Edition Freitag. Er beschäftigt sich mit Politik, Ökonomie, Ökologie, schreibt aber auch gern über Musik.

Was ist Ihre Meinung?
Kommentare einblendenDiskutieren Sie mit.