„Wir schaffen das“

Sahra Wagenknecht wurde wieder einmal kritisiert - nicht ganz zu unrecht
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Ein bisschen Kritik verdient Sahra Wagenknecht aber schon. Nicht die heftige, mit der man sie gleich in die rechte Ecke hat stellen wollen. Aber sie könnte sich einmal vornehmen, weniger zweideutig zu sprechen.

Die „Aufnahme und Integration einer großen Zahl von Flüchtlingen und Zuwanderern“, hat sie gesagt, sei „ mit erheblichen Problemen verbunden und schwieriger [...], als Merkels leichtfertiges ‚Wir schaffen das‘ uns im letzten Herbst einreden wollte“. „Der Staat“, fuhr sie fort, müsse nun „alles dafür tun, dass sich die Menschen in unserem Land wieder sicher fühlen können“.

Was soll denn an Merkels Satz „leichtfertig“ gewesen sein? Es steht doch wohl völlig außer Frage, das ein so extrem reiches Land wie Deutschland mit der „großen Zahl von Flüchtlingen“ ohne weiteres fertig werden könnte, wenn es nur die dazu notwendigen Maßnahmen ergreifen wollte. Dazu gehört, das nicht nur der Flüchtlinge gedacht wird, sondern auch der schlechter gestellten Deutschen. Das wäre selbstverständlich zu schaffen. Dieses ist die Linie der Partei, der Wagenknecht angehört. Warum muss sie stattdessen behaupten, der Satz „Wir schaffen das“ habe als solcher schon nicht gestimmt? Und eben gegen diese Behauptung richtet sich ja jetzt die Kritik. Die Kritik ist insoweit völlig berechtigt.

Der Kontext von Wagenknechts Behauptung waren die Terroranschläge. Die Gefahr solcher Anschläge würde aber auch bestehen, wenn Deutschland nur 100.000 Flüchtlinge aufgenommen hätte. Dem Asylrecht folgend. Da hätte der IS auch Kämpfer einschleusen können. Wäre das auch schon eine „große Zahl mit erheblichen (zu großen?) Problemen verbunden“ gewesen? Aber sogar unabhängig von Flüchtlingen welcher Zahl auch immer gibt es in Deutschland lebende Menschen, die zum IS hin aufbrechen und die genauso gut gleich hier einen IS-Auftrag entgegennehmen könnten oder sich selbst geben können. Also, Frau Wagenknecht, was genau wollten Sie uns mitteilen?

20:09 01.08.2016
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