Zweischneidig

Kommentar III Lokführer-Streik

Der Arbeitskampf der Lokführer stellt sogar den DGB-Vorsitzenden Sommer vor ein Dilemma. Einerseits empört er sich über den Versuch, das Streikrecht zu beschneiden, der jetzt vorerst gescheitert ist. Ja, es bleibt dabei: Ein bisschen Streikrecht ist so unmöglich wie ein bisschen Schwangerschaft. Aber Sommer ist andererseits auch über die Streikenden empört, weil sie eine Sondergewerkschaft bilden und damit, wie er sagt, die Belegschaft spalten. Beide Aussagen stehen in der Rede, die er vor dem Gewerkschaftstag der IG Metall hielt, völlig unverbunden nebeneinander. Und das ist die Rede, in der er sagt, man müsse um Hegemonie in den Köpfen kämpfen. Hegemonie erlangt man nicht, wenn man Widersprüche nicht schlichtet. Der DGB kommt um den Versuch, die Lokführer für eine Gewerkschaft aller Eisenbahner zu gewinnen, nicht herum. Dort müssten ihre besonderen Forderungen in Zukunft mehr Berücksichtigung finden, und sie selbst müssten ihre besondere Kampfkraft auch für die Kollegen einsetzen.

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