Im Hinterland der Cash-Ökonomie

Indien Das Land ist unter die Lokomotiven der Weltwirtschaft geraten, bleibt jedoch ein Aufsteiger ohne Sozialstaat. Die Hälfte der unter 14-Jährigen ist chronisch unterernährt
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Nach fünf Boomjahren hat die Krise Indien 2009 voll getroffen. Davor wuchs die nationale Wirtschaft mit gut neun Prozent pro Jahr fast in chinesische Dimensionen hinein. Dann jedoch, im Dezember 2008, begann die Industrie zu schrumpfen, was sich besonders bei den Software-Herstellern bemerkbar machte – Millionen Jobs gingen verloren. Gleichzeitig schmolz der Zustrom ausländischen Kapitals von gut 100 Milliarden Dollar pro Jahr auf knapp zehn Milliarden, während der Kurs der Rupie einbrach. Die Unionsregierung reagierte mit einer Serie von Konjunkturprogrammen, so dass im Haushaltsjahr 2009 die Neuverschuldung bei 6,7 Prozent des Bruttosozialproduktes lag. Dieser Einbruch scheint überwunden, wird doch die Wirtschaft 2010 wieder um sieben bis acht Prozent wachsen. W