Berichterstattung über Verkehrsunfälle

Peak Car Ihrem eigenen Anspruch von Ausgewogenheit und Wahrhaftigkeit nach, müssen die Medien viel mehr von Toten und Verletzten durch Autos berichten.
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Verkehrstote und Schwerverletzte durch den Autoverkehr erliegen auch besonders in der deutschen Medienlandschaft einer unerträglichen Ignoranz und Missachtung. Stürzt irgendwo ein Passagierflugzeug ab, so wird es weltweit in den Medien thematisiert, oft wochenlang. Wie auch bei einem Bussunglück oder das ICE-Unglück von Eschede mit 100 Toten. Politiker erscheinen am Unglücksort, die Angehörigen erfahren Anteilnahme und Mitgefühl und eine lang andauernde Debatte über Sicherheitstechnik setzt ein. Das sehr viel höhere Risiko und die sehr viel höheren Opferzahlen durch den Autoverkehr, werden dagegen buchstäblich totgeschwiegen. Entgegen der Selbstverpflichtung von Wahrheit und Wahrhaftigkeit, verweigern sich die Medien bisher kollektiv einer Berichterstattung und Debatte darüber, dass ein Tempolimit und weniger Autos und mehr ÖV, Fuß- und Radverkehr, am effektivsten und nachhaltigsten das Risiko mindern würde, im Straßenverkehr schwer verletzt, oder getötet zu werden. Erheblich weniger sog. „Individualverkehr“ und weniger „Automobile“, würde (entgegen den Begriffen!) erheblich mehr individuellen Verkehr, autonome Mobilität sowie Ruhe, Raum und Grün in den Metropolen und auf dem Lande ermöglichen! Im ÖV ist das was an technischen und menschlichen Sicherheits- und Vorsichtsmaßnahmen möglich ist, in sehr hohem Maße ausgereizt. Dem Restrisiko steht einem wirklichen Nutzen an gerecht zugänglicher Mobilität und Bewegungsfreiheit, sowie Ruhe, Raum und Grün gegenüber. Beim sog. „Auto“ (oder vielleicht besser Stauzeug?!), ist es in jeder Hinsicht genau umgekehrt: Es verhindert in der Summe viel mehr Mobilität, Autonomie und Lebensqualität und fordert noch dazu ungleich viel mehr Tote und Schwerverletzte: „Im Jahre 2000 kamen weltweit 830 000 Menschen in Folge von Kriegseinwirkungen und Gewaltverbrechen ums Leben. … Im gleichen Zeitraum starben 1.260 000 Menschen bei Verkehrsunfällen.“ (Yuval Noah Harari – Eine kurze Geschichte der Menschheit S. 447) Es sterben also sicher besonders durch „Autos“, die in der Summe viel mehr Stau als Mobilität erzeugen, sehr viel mehr Menschen, als durch Krieg und Gewalt. Ihrem eigenen Anspruch einer ausgewogenen und wahrhaftigen Berichterstattung nach, sind die Medien verpflichtet dies zu einem fortdauernden Schwerpunkt ihrer Arbeit zu machen. http://www.fuehlenunddenken.de/2011/02/16/peak-car/

12:49 17.03.2016
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