Ein "bierernster" Abend mit Lara Liqueur

OB-Wahl Dresden 2015 .... wieviel Humor braucht neben aller Ernsthaftigkeit die Politik? Wieviel verträgt sie? Welche Rolle spielt dabei Bier? Kurzum: wieviel Bier verträgt die Politik?
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Man kann über Frank Richter, Leiter der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung (SLpB) mit Sitz in Dresden, sagen was man will. Man sein Engagement im für Dresden mitunter heiklen Umgang mit der PEGIDA-Bewegung kritisieren oder gar verurteilen, doch eines kann man ihm nicht unterstellen: dass er nichts für die politische Bildung der Dresdner und Sachsen tun würde. Was schwierig genug ist, denn im Gegensatz zu manch anderer Stadt in Deutschland liegt das Haus der SLpB nicht mitten im Stadtzentrum, sondern am Dresdner Stadtrand, d.h. Straßenbahnendhaltestelle "Wilder Mann" aussteigen, dann 10 Minuten Fußweg und gefühlte 50 Stufen bergan zur in der Tat sehr schönen Villa der Institution.

Am 9. März 2015 hatte die SLpB nun unter dem Motto "Ober-)Bürgermeister werden, ist nicht schwer, Bürgermeister sein, hingegen sehr ..." zu einem "exquisiten Abend der besonderen Art" – u.a. mit der OB-Kandidatenbewerber(in?) Lara Liqueur – eingeladen. Anwesend waren ein gutes Dutzend PARTEI-ler, zahlreiche "richtige" PolitikerInnen, einige MedienvertreterInnen sowie rund 30 InteressiertInnen.

Aus einer Schnapsidee wurde (Bier)Ernst

Kurz vorweg ... Dass Richter vor einigen Wochen der PEGIDA-Spitze einen Raum der SLpB für eine Pressekonferenz zur Verfügung gestellt hatte, brachte einige Mitglieder der Dresdner "Filiale" der Partei DIE PARTEI bei einer entspannten Runde auf die Idee, auch mal einen Abend dort veranstalten zu wollen. Ein schwieriges Unterfangen, denn die SLpB darf sozusagen keine Parteiwerbung betreiben. Also lud man mehrere Politiker mit dazu, Politikwissenschaftler Prof. Werner Patzelt von der TU Dresden ebenso und fertig war das Konzept der Veranstaltung.

Die Veranstaltung war von vornherein bewusst halb-ernst, halb-spaßig gehalten. Bereits bei der Voranmeldung und am Eingang wurde man darauf hingewiesen, dass man nicht alles so ernst nehmen müsse, was an diesem Abend gesagt werden würde. Das machte einerseits insofern Sinn, weil der "Normalbürger" Politik landläufig vermutlich als trocken und humorfrei empfindet. Andererseits gibt es jede Woche unzählige Satiresendungen im Fernsehen, so dass dieser Hinweis vielleicht auch gar nicht unbedingt notwendig gewesen wäre.

Eine Satire auf die Satirepartei?

Nachdem Richter einige einleitende Worte zum Abend gesprochen hatte – die Hälfte habe ich verpasst, da sich das akademische Viertel bei mir wohl auf Lebzeiten festgesetzt hat –, erhob der in Dresden und mindestens sachsenweit bekannte Politikwissenschaftler Prof. Werner Patzelt seine Stimme, um auf DIE PARTEI (für ...) eine Laudatio zu sprechen. Aus meiner Sicht war diese äußerst gelungen, denn eine Satirepartei zu karikaturieren, bedarf eines gewissen Könnens – sowohl im Was als auch im Wie. Wer da den Ton nicht genau trifft, macht sich schnell lächerlich. Patzelt, selbst CDU-Mitglied, verstand dies außerordentlich gut, las u.a. einen nicht ganz ernstzunehmenden 10-Punkte-Plan für die PARTEI vor (Punkt 2 – "Mauerbau um Dresden") und schloss mit dem Gedicht „Galgenberg“ aus Christian Morgensterns "Galgenlieder" (siehe auch Ende des Artikels).

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Werner Patzelt bei seiner Laudatio auf DIE PARTEI

Was macht denn ein OB nun wirklich?

Anschließend war es an dem mittlerweile 82jährigen Ex-OB von Leipzig, Hinrich Lehmann-Grube (SPD), in aller Kürze zu erklären, was er denn als die Hauptaufgabe eines OBs ansehen würde. Freilich konnte man in der Kürze der Zeit keine großen Einsichten bzw. vielmehr Einblicke erwarten, doch ums auf den Punkt zu bringen seien folgende drei Aspekte aus Lehmann-Grubes Redebeitrag festgehalten – "Chef nach innen", "Vertreter der Stadt nach außen" und last but not least "Bleibe du selbst".

Das mag simpel klingen – ist es theoretisch auch –, doch in der Praxis scheitern vermutlich viele an mindestens einem der drei Punkt, als erstes wahrscheinlich am Punkt "Bleibe du selbst".

Neben diesen drei tendenziellen OB-Maximen erwähnte Lehmann-Grube sämtliche Bereiche der Stadtpolitik, in denen man firm sein müsse. Bekannte Angelegenheiten könne man deligieren, Neues muss man selbst erst einmal verstehen, sprich "sich drum kümmern". Kurioserweise gab Lehmann-Grube einige Minuten später zu, dass er von der PARTEI bis dato noch nichts gehört hatte und wenn es einen Gott gibt, hatte dieser (oder diese Göttin) ihm wohl in Form der PARTEI gleich etwas Neues geschickt, um das er sich kümmern könne.

Die PARTEI übernimmt den Laden ...

Eigentlich war es nicht der Laden, sondern zunächst der Fishbowl-Tisch. Sachsen-PARTEI-Vorsitzender Steffen Retzlaff und der/die OB-KandidatIn Lara Liqueur setzten sich an den selbigen, der mit vier Mikrophonen bestückt war und taten das, was sie von vornherein vermutlich so geplant hatten: ihre Show durchzuziehen. Solange sich kein anderer hinzusetzen würde, könnte man die Veranstaltung für sich nutzen. Gedacht, geplant, getan.

Retzlaff machte von Anfang an kein Hehl daraus, dass es der PARTEI um Machtergreifung gehen würde. Ein offenes Bekenntnis, welches man sich wohl auch von manch etabliertem Politiker wünschen würde. Nur würde dieser dann vermutlich nicht gewählt werden – also beschränkt man sich häufig auf Floskeln mit "Wir ..." und "Für ...". Zudem kritisierte Retzlaff mit den Worten "Wir arbeiten nicht für Bier, sondern mit Bier", dass das Bier erst nach der Veranstaltung ausgeschenkt werden würde.

Die Dialoge mit Lara Liqueur wirkten etwas eingespielt, doch nicht aufgesetzt. Beispiel gefällig?
Lara Liqueur: "Die CDU? ... ist das die andere Satirepartei?"
Retzlaff: "Nein, das war die FDP."

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Sachsen-PARTEI-Chef Steffen Retzlaff & Lara Liqueur

Ich gebe es gern zu, dass ich, seitdem ich die PARTEI kenne, nach einer brauchbaren politischen Idee suche. Für mich ist sie eine 100%ige Satirepartei und daran zweifelt vermutlich auch kein Mensch. Doch wie sich später herausstellen sollte – in einem Gespräch mit einer PARTEI-lerin – würde man in den Ortsbeiräten wohl tatsächlich Sachpolitik betreiben. Entweder habe ich da den Politikansatz der PARTEI vollkommen missverstanden oder jene PARTEI-lerin. Oder wir beide? Oder ... auch möglich: es droht ein interner Putsch innerhalb der PARTEI und der Slogan "Inhalte überwinden" kippt in Richtung ... ja, wohin, weiß ich auch nicht so recht.

Apropos Parlamente etc. – da fällt mir gerade so ein: was macht eigentlich Martin Sonneborn im EU-Parlament den ganzen Tag so?!?!

Kurze Abschweifung ...

Bisher hatte ich noch gar nicht geschrieben, weshalb ich eigentlich zu dieser Veranstaltung gegangen war. Ja, ein Grund mag das Freibier gewesen sein, doch dafür fahre ich nicht eine reichlich halbe Stunde durch die Stadt und gebe noch Geld für die Bahnfahrten aus. Da ist ein Gang zum Supermarkt oder Spätshop um die Ecke wesentlich preiswerter.

Der eigentliche Grund war, dass ich mich selbst vor nunmehr sieben Jahren als OB-Kandidat beworben hatte. Zwar war ich damals – in Vor-Facebook-Zeiten – bereits an der Einstiegshürde der 240 Unterstützerunterschriften gescheitert (so viele Dresdner konnte ich einfach nicht mit Personalausweis ins Rathaus bewegen), doch mich interessiert, wie andere KandidatInnen ihr Glück versuchen.

Ich hatte ja selbst überlegt, wieder anzutreten, doch es sagte nur mein Kopf ja, nicht mein Bauch. Zudem gibt es einen weiteren Kandidaten mit dem Nachnamen Winkler, auch noch mit demselben Geburtsjahr wie ich. Und ein Winkler pro OB-Wahlkampf reicht für Dresden. Darüberhinaus gibt es mittlerweile neben den drei "Großen" – Eva-Maria Stange (Rot-Rot-Grün), Markus Ulbig (CDU) und Dirk Hilbert (FDP) – bereits mehr als ein halbes Dutzend weiterer Kandidaten.

War ich 2008 noch fast allein als unabhängiger, parteiloser Versuchskandidat (neben dem damals Dresden-bekannten Politikurgestein Friedrich Boltz), hatte sich doch seitdem einiges in Sachen Pluralität getan. Zudem sprang die Presse dieses Jahr schon sehr viel eher an – bereits vor dem Termin, die Kandidaten mittels Unterstützerunterschrift zu "richtigen" Kandidaten machen zu können, die dann zur eigentlichen Wahl (am 7. Juni)auch auf dem Stimmzettel stehen werden. Mit anderen Worten: die Dresdner Presse und diverse Blogger begannen bereits zwei Monate früher mit der "Berichterstattung". Das kann man wohl prinzipiell als Erfolg für Dresden werten, auch wenn sich einige Kandidaten spöttische Verrisse gefallen lassen müssen.

Einen Überblick über alle bisherigen Kandidaten-BewerberInnen findet man u.a. hier.

Zurück zum Abend ...

Wie geht man mit Satire um?

Ich hatte mich dann dazu entschlossen, den PARTEI-Mono-Dialog zu unterbrechen, setzte mich an den Tisch und kam auch recht bald zu Wort. Meine durchaus ernst gemeinte Frage, wann es denn in Dresden den ersten parteilosen Oberbürgermeister geben würde, ging allerdings kläglich unter, weil sie a.) vermutlich "zu ernst" und b.) "zu unpersönlich", weil an alle im Raum Anwesenden gestellt war.

Ebenso scheiterte meine Frage, inwieweit die PARTEI nach der Machtübernahme mit den "Homofürsten" umzugehen gedenken würde. Die Frage war allerdings eher PARTEI-intern, denn es waren einige PARTEI-ler die im November 2014 auf einer der ersten PEGIDA-Spaziergänge selbigen durch ihre "Homofürsten"-Bewegung unterwandert hatten und keiner der anwesenden Nicht-PARTEI-ler wusste, worum es ging. Zudem hatte ich die Frage auch noch an Lara Liqueur gestellt, die offenbar selbst nicht so genau wusste, wer die Homofürsten waren ... und somit verpuffte auch dieser versuchte Gag meinerseits im Nichts. Partei-Chef Retzlaff antwortete nach der Veranstaltung nochmals auf die Homofürsten angesprochen sinngemäß nur scherzhaft: "Jetzt sind die Mikrophone aus ... da brauche ich keine Fragen mehr beantworten."

"Richtige" Politiker mischen sich ein

Nach und nach setzten sich andere – primär die anwesenden OBs und Ex-OBs – an den Tisch. Den Beginn machte Lommatzschs OB, Frau Maaß (FDP). Sie sagte den durchaus wichtigen und griffigen Satz: "Ein OB kann eigentlich nichts entscheiden, ist jedoch für alles verantwortlich."

Genau solche "Binsen", die dennoch vermutlich die wenigsten sich so bewusst vor Augen führen, sah ich selbst als informative Highlights des Abends. Denn in der Tat handelt es sich hierbei um einen Spagat zwischen Macht und Ohnmacht, dessen man sich als (100% ernsthafter) OB-Kandidat durchaus bewusst sein sollte.

Der Neugersdorfer OB (? - Name ist mir entfallen) verwies auf den tschechischen Begriff für Oberbürgermeister, der sinngemäß "Fürsorger" bedeuten würde, und auf den quasi familiären Charakter der ganzen Sache. Als er dann noch einige Worte auf Tschechisch sagte, konterte Retzlaff in fließendem Tschechisch, was vermutlich selbst einige seiner PARTEI-Genossen etwas verblüfft haben dürfte.

Was kann Lara Liqueur wirklich?

Nun kann man von Lara Liqueur vermutlich nicht allzu viel erwarten. Ihre Kandidatur ist – aus meiner Sicht – zum einen eine PR-Kampagne in eigener Sache, zum anderen im Sinne der Queer-Schwulen-Lesben-wieauchimmer-Bewegung. Dieses Ziel hat sie schon vor ihrer offiziellen Zulassung als OB-Kandidatin zu 130% erfüllt.

Ob sie sich selbst lächerlich macht, liegt an ihr. Sie nutzt Die PARTEI, Die PARTEI nutzt sie. Und die Symbiose passt – allein dass die SLpB eine solche Veranstaltung unterstützt, ist als Erfolg zu werten. Letztlich profitiert auch die SLpB davon, weil Politik nunmal auch auf den Bürger zugehen lernen muss. Humor ist da ein probates Mittel, denn die Zeiten, wo man Wähler mit kostenlosen Kugelschreibern ködern konnte, sind auch in Dresden vorbei.

Im Übrigen, eine Bemerkung von Frau/Herrn Liqueur fand ich wirklich nachdenkenswert – zugegeben, ich hatte sie bereits vor rund 13 Jahren ... auf eine Frage zwecks Hochwasserschutz in Dresden angesprochen, meinte sie sinngemäß, dass ein Hochwasser doch auch alle Dresdner irgendwie zusammenbringen würde. Man hilft sich gegenseitig usw. usf.

Genau dieses Gefühl hatte ich beim sog. "Jahrhundertshochwasser" 2002 auch. Dresdens Innenstadt war nahezu autofrei und somit entspannt entschleunigt, die Straßen waren mit Menschen gefüllt und in der Kiesgrube in der Dresdner Heide schippte neben mir Ex-OB Herbert Wagner Sand in die Säcke. Hochwasser lösen indirekt Hierarchien etwas auflösen; es verbindet, denn alle haben sozusagen einen gemeinsamen "Feind".

Was freilich nicht heißen soll, dass man das Thema Hochwasserschutz vollkommen ad acta legen, doch zumindest die philosophische Komponente nicht per se wegtechnisieren sollte.

Ein weiterer Vorteil von Lara Liqueurs Kandidatur trat aus meiner Sicht beim Redebeitrag von gerade erwähntem Ex-OB Wagner an Tageslicht. Wagner wurde kurz von Retzlaff gefragt, wie er sich denn gefühlt hatte, als er 2001 abgewählt worden war und der so Angesprochene antwortete mit einem spontanen "Befreit ...", was vermutlich zu einem der Heiterkeitshöhepunkte des Abends führte. Denn das hat ihm auch jeder im Raum abgenommen – ganz gleich, wie ernst er es selbst wirklich gemeint hatte. Danach überkam Wagner allerdings offenbar wieder seine Rolle als OB – auch 14 Jahre nach seiner Abwahl – und er begab sich weg vom Fish-Bowl-Tisch hin zum Podium und las einen gefühlt 5-minütigen Text vor, der – so war zumindest mein Gefühl – bestenfalls von den anwesenden Journalisten wirklich registriert worden war. Wagner wollte witzig wirken, doch in seiner etwas oberlehrerhaften, väterlichen Ansprache à la "Frau Liqueur, ich gebe Ihnen jetzt mal Tipps als OB" wirkte er ... nunja, lächerlich wäre das falsche Wort, weil zu ungenau ... doch nah dran war er definitiv. Ich behelfe mir mal eines Ausspruchs von Napoleon: "Vom Erhabenen zum Lächerlichen ist nur ein Schritt."

War es bei Wagner der Schritt vom Fishbowl-Tisch hin zum Rednerpult?

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Dresdens Ex-OB Herbert Wagner (1994-2001) liest
(... und liest ... und liest ... einen sicher sehr lesenswerten Text ... nur vielleicht zu einem ungünstigen Zeitpunkt
)

Im Nachgang

Abgesehen von den entspannten Gesprächen im Anschluss an die offizielle Veranstaltung, bei welcher das gesponserte Fass Bier sowie mehrere Flaschen einer regionalen Biersorte geöffnet und getrunken wurden, war für mich ein persönlicher "Höhepunkt" ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister von Gröditz, Jochen Reinicke. Selbiger war Anfang des Jahres sozusagen durch die Presse gegangen, weil er – bereits ab 2012 (zwei Jahre vor PEGIDA & Co., allerdings nach diversen Problemen mit der NPD „vor Ort“ und der eigenen Stadtbevölkerung) – einen unkomplizierten Ansatz zur Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen in der 8000-Einwohner-Gemeinde von Gröditz verfolgt hatte. Er nutzte leerstehende Wohnungen in Gröditz zur dezentralen Unterbringung und das Potenzial der mittlerweile knapp 90 Flüchtlinge (offiziell hätte Gröditz 59 aufnehmen sollen), indem er einigen Hilfsjobs verschaffte (Infos u.a. in diesem Artikel ganz unten). Damit gelang ihm ein simples, weil auf gesundem Menschenverstand beruhendes Lehrstück für menschennähere Politik, auch wenn es freilich immer Schwierigkeiten zu bewerkstelligen gab und gibt.

Für mich war der Abend auch insofern interessant, dass ich den Journalisten Michael Bartsch kurz kennenlernen konnte, dessen Buch "Das System Biedenkopf" ich zum Teil gelesen hatte, welches mir u.a. Einblicke in die sächsische bzw. Dresdner "Seele" und somit auch in die PEGIDA-Bewegung gab.

Last but not least ...

... durfte freilich auch der obligatorische Selfie mit der Oberbürgermeisterin in spe, Lara Liqueur, nicht fehlen, der mich – bei genauerer Betrachtung doch stark über meine eventuell existierenden homoerotischen Neigungen nachdenken ließ und lässt ... ob's nur am Bier lag? ;)

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Alles in allem ein wirklich gelungener Abend. Ein Dank an alle Beteiligten und Organisatoren – Veranstaltungen wie diese sollte es in Dresden häufiger geben. Gern auch in etwas zentralerer Lage, beispielsweise im Dresdner Rathaus.

Übrigens ... wer Angst hat, dass Humor die Politik ad absurdum führen könnte, hat vermutlich weder Politikverständnis noch Humor, was in dieser Kombination für alle Beteiligten nach hinten losgehen dürfte und – Achtung "steile These" – ja erst zu der Situation geführt hat, in der den Bürger tendenzielle Politikverdrossenheit überfiel, denn er war und ist vielen Politikern einfach überdrüssig geworden.

Michael Winkler, Dresden, 10.-13. März 2015

PS: Last but not least das Gedicht „Galgenberg“ von Christian Morgenstern:

Blödem Volke unverständlich
treiben wir des Lebens Spiel.
Gerade das, was unabwendlich,
fruchtet unserem Spott als Ziel.
Magst es Kinder-Rache nennen
an des Daseins tiefem Ernst;
wirst das Leben besser kennen,
wenn du uns verstehen lernst.

22:45 13.03.2015
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