Bumm Batsch Bumm

Alltagslektüre 52 Bücher in 52 Wochen: Mikael Krogerus schaut sich Charles Hoffs Box-Fotoband "The Fights" an und fühlt sich wie früher, als er noch den Playboy las

Was habe ich gelesen? The Fights" target="_blank">The Fights von Charles Hoff

Seitenzahl: 127 Seiten

Amazon-Verkaufsrang: Nr. 63.288 der englischen Bücher

Warum habe ich es gelesen? Als Einführung in die Welt des Boxens

Worum geht es?
 Charles Hoff war der Superschwergewichtler der Box-Fotografie. Einer jener wenigen Fotografen, der die Schläge kamen sah, bevor sie einschlugen und somit den Einschlag festhielt, und nicht – wie die meisten Sportknipser – den Moment unmittelbar danach. Wer schon einmal versucht hat, ein Kind in Bewegung zu fotografieren, ahnt, was Hoff gelungen ist. Das Buch ist eine Sammlung seiner besten Schüsse, von den 1930ern bis in die 1960er: Joe Louis, Floyd Patterson, Sonny Liston, Sugar Ray Robison, der furchterregende Jake La Motta – Hoff hat sie alle erwischst. In ihren schwärzesten Stunden. Seine Bilder sind Stillleben der rohen Gewalt. Sie handeln von Stolz und Angst und dem vereinnahmenden Gefühl, wenn das eine dem anderen weicht.

Was bleibt hängen? Die Bilderserien sind begleitet von großartigen Essays der besten US-Sportschreiber: A.J. Liebling, Jimmy Cannon, James Baldwin. Am eindrücklichsten der Auftakt von Pulitzer-Preisträger Richard Ford. Er erklärt auf drei Seiten in schnörkellosen Sätzen die ganze kranke Faszination des Boxens. Und warum wir uns am stärksten zu dem hingezogen fühlen, vor dem wir uns am meisten fürchten.

Wie liest es sich? Die verstohlene Begierde, mit der man die brutalen Bilder betrachtet, erinnert an die Zeit, als man heimlich im Playboy blätterte.

Das beste Zitat? Der Auftakt des Ford-Essays: „I’ve hit a lot of people in the face. Where I grew up, in Mississippi, in the Fifties, to be willing to hit another person in the face with your fist meant something. It meant you were, well – brave. It meant you were winningly impulsive, considerate of but not intimidated by consequensce, admittedly but not too admittedly theatrical, and probably dangerous. Hitting was a move toward adulthood, the place we were all headed – a step in the right direction.“

Wer sollte es lesen?
 Alle, die nicht verstehen wollen, warum man sich schlägt.

Was lese ich als nächstes?Eine Frau zu sehen" target="_blank">Eine Frau zu sehen, von Annemarie Schwarzenbach.

Die Alltagslektüre: In seiner Kolumne unterzieht Freitag-Autor Mikael Krogerus jede Woche ein Buch seinem persönlichen Lese-Check. Zuletzt:Stuff White People Like von Christian Lander

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