Was es war

Alltagskino Und schon wieder ist ein Jahr herum. Dies ist die letzte Folge in der Reihe 52-Filme-in-52-Wochen. Ein Rückblick 


Der Film des Jahres:The Bechdel Test. Kleine, kluge Anleitung, wie man erkennt, ob ein Film frauenfeindlich ist.

Beste Hauptrolle: Sofie Gråbøl als die überforderte, unbequeme, vom Ehrgeiz zerfressene Kommissarin Lund. Großartig.

Beste Nebenrolle: Christina Hendricks als Joan Harris (geborene Holloway) in Mad Men. Traumhaft schön und himmeltodtraurig zugleich.

Filme, die man sich gut mit dem/der Partner(in) ansehen kann:Der weiße Hai. Spannend, aber nicht zu sehr. Nachdenklich, aber nicht zu sehr. Machoid, aber mit interessanten Brüchen. Es steckt unheimlich viel drin, und ist aber gleichzeitig auch einfach beste Unterhaltung. Ein Klassiker.

Der Film, den ich wieder sehen werde:Shaun das Schaf. Das Beste, was aus England kam seit Blackadder.

Der Film den ich tausendmal sehen könnte: Heineken: Champions League Match vs Classical Concert. Grandiose Idee, brillante Umsetzung. Wenn Sie mal fünf Minuten nichts zu haben, schauen Sie diesen Clip. Werbung war nie besser.

Der lustigste Film:Homer the Heretic. Konkurrenzlos lustig.

Der spannendste Film:When a Stranger Calls. Angsteinjagend auf eine altmodische Art. Und toller Plot-Twist, der nicht nur mich, sondern auch Slavoj Zizek begeisterte.

Der beste Dokumentarfilm: Until the Light Takes Us. Großartig distanzlose Untersuchung einer viel zu lange belächelten und/oder falsch verstandenen Musikrichtung: Death Metal. Knapp dahinter: The September Issue über die Produktion einer Vogue-Ausgabe.

Der beste ausländische Film:El Secreto de Sus Ojos. Sinnlich, spannend, verstörend (in dieser Reihenfolge).

Der am heftigsten kommentierte Film:
 Tuntematon sotilas. Ein finnischer Kriegsfilm aus den 1950ern – wobei nicht so sehr über den Film debattiert wurde, sondern mehr über die Frage, welches der beste Kriegsfilm aller Zeiten sei.

Die größte Enttäuschung: Komm und sieh. Der russische (Anti)-Kriegsfilm war bewegend, löste aber nicht ein, was er versprach: der besten Kriegsfilm aller Zeiten zu sein.

Der Film, in dem ich wohnen will:Mad Men. Das Dom Perignon für Setdesigner. Ganz nebenbei auch eine klasse Geschichte.

Der beste Kinderfilm:Mary Poppins, trotz ihrer etwas bedenklichen Kernfamilien-Botschaft kann man nicht anders, als die singende Zauber-Nanny Julie Andrews ins Herz zu schließen. Höhepunkt: Die Step-Einlagen ihres Lovers Burt!

Der Film, über den ich lange nachdachte:Valhalla Rising. 
Nicolas Winding Refn ist der neue Herzog. Oscar-Preisträger in spätestens fünf Jahren. Dieser Film ist nur ein Vorgeschmack.

Die beste Fernsehserie:Das Verbrechen. Unheimlich spannende 10-teilige Krimiserie aus Kopenhagen. Im Vergleich zu den hochgeschriebenen US-Serien ist diese hier The Real Deal.

Der schlechteste Film:Enter the Void. Erwartbarer Drogen-in-Tokio-Quatsch aus der Feder des Film-Provokateurs Gaspar Noe. In einem Satz: Do not enter, avoid.

Der beste Dialog:Mad Men, 3. Staffel: Sally Draper (die Tochter): „I thought the baby would be a girl“.

Don Draper (der Vater): „I tought you’d be a boy.“ (Pause). „Not all surprises are bad“.

Die besten Tipps: kamen von Ed2murrow: Im Auftrag des Terrors und Soylent Green

Die besten Kommentare: gab der Leser "ich". (Der darüber hinaus in die Bloggergeschichte eingehen wird als Blogger mit dem ehrlichsten Nick.)

Mit dieser Folge endet die 52-teilige Film-Kolumne von Mikael Krogerus. Die anderen Teile kann man nachlesen.hier

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18:05 04.03.2011
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Ausgabe 41/2021

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