Mike

Schreiber 0 Leser 0
Avatar
RE: Das Elend ist nie relativ | 25.08.2009 | 07:01

Während die Marxisten schmollend in der Ecke sitzen, neue Wege ersinnen, um ihren Karl doch noch unters Volk zu bringen, unentwegt Ränke gegen ihren erklärten Erzfeind Silvio schmieden, sind die Neoliberalisten fleißig dabei, sich ungehemmt und vernunftbegabt auf allen Ebenen auszubreiten, um aus den Extrementen der alten Dichter und Denker einen neuen Menschen zu remixen: den Egoisten.

Ein Wesen, bar jeden Mitgefühls, außer zu sich selbst, bar jeder Verpflichtung, außer zu sich selbst und bar jeden Talents, außer er besorgt es sich von anderen.

Soll das die Autorität sein, wie sie sich für die nächsten 1.000 Jahre darstellt? Nein, danke. Zum Glück ist das Sozialverhalten bei Tieren wesentlich ausgeprägter! Sonst wäre die Schöpfung definitiv ein Fehlschlag, und die Galaxie müßte, früher als geplant, lautlos in sich zusammenfallen.

Oder finden wir rechtzeitig eine gemeinsame Lösung in den sich gut verlaufenden Gesprächen? Vielleicht ein Tor zu einem Paralleluniversum, in das wir die gleichen Fehler transferieren, nur um ein mehrwertfaches brutaler?

D‘rum gehe hin Egoist, sei so frei, tu’ deinem Gewissen etwas Gutes, leiste dir eine Spende, auf das der Arme um sein Dasein ewig bettelt. Denn du bist Gott von Darwins Gnaden.

OT: ich will keine Debattenhoheit, ich möchte nicht Recht haben. Ich bin ein Freiwilderer, der Denken anstoßen und nicht unter Mehrwert drücken möchte. ;-)

RE: Das Elend ist nie relativ | 24.08.2009 | 17:34

@ poor on ruhr

Verzeihung, ursprünglich wollte ich „nicht“ vor „systemimmanet“ setzen, habe es aber vor lauter Erregung glatt unterschlagen. ;-)

Wieso erbärmlich? Sie entsprachen genau dem, was Marx UND die Neoliberalisten als die Mutter aller Werte auserkoren haben: Die individuelle Freiheit. Doch diese Freiheit führt letztendlich zur Unmenschlichkeit, der wir damals wie heute ausgesetzt sind. Weil es unter solchen Voraussetzugen keine gemeinsamen verpflichtenden Werte geben kann!

Erst wenn wir erkennen, das die Vorteile des Einen keine Rechtfertigung für die Nachteile des Anderen sein dürfen, haben wir den ersten wichtigen Schritt getan. Dergleichen gilt auch für die irreführende Behauptung, daß das Leid des Einzelnen auf einer freiwilligen Entscheidung beruht.

RE: Das Elend ist nie relativ | 24.08.2009 | 15:37

Armut systemimmanent oder wertneutral zu betrachten ist ein verhängnisvoller Irrtum, der uns zu den gleichen Unmenschen werden läßt, die wir so leidenschaftlich kritisieren.

RE: Das Elend ist nie relativ | 23.08.2009 | 21:08

@ Tiefendenker

Tief gedacht, aber nicht weit genug. Wer unter den Zinsen einfach hinwegtaucht, wird am Ende die gleichen Fehler begehen wie seine Vorgänger. Als Ersatz für die freie Marktwirtschaft tritt dann der totalitäre Staatskapitalismus auf der Stelle. Ich bin gespannt, ob „Der Freitag“ seine Mehrwertaneignung unter diesen Bedingungen verteidigen kann.

RE: Das Elend ist nie relativ | 22.08.2009 | 19:32

@ marsborn

Wäre schön, wenn die sich daran halten würden. ;-)

Auch das Christentum war dem Zins nicht wohlgesonnen. Abgesehen vom Glauben halte ich die Einführung der natürlichen Wirtschaftsordnung für machbar. Denke an den Brakteaten oder an den Modellversuch von Wörgl, sowie modernes Regiogeld. Beispiele aus der Praxis gibt es genügend.

RE: Das Elend ist nie relativ | 22.08.2009 | 18:36

@ poor on ruhr

Geld muß zinsfrei und nicht hortbar sein, sonst ist die Kluft auch nach 1.000 Schritten nicht überwunden.

RE: Das Elend ist nie relativ | 22.08.2009 | 16:34

@ h.yuren

Danke.

@ marsborn

Der Begriff „Armut“ ist für Deutsche zu abstrakt, weil wir ihn eher an Zahlen messen als an Menschen. Niemals würde man auf den Gedanken kommen, daß es sich um nichts anderes als um Wesen aus Fleisch und Blut handelt. Es sei denn, die Journallie ließe sich dazu herab, darüber ihren Senf und ihre guten Ratschläge zum Besten zu geben.

So haben diejenigen, die „arm sein“ mit Schaubildern zu relativieren versuchen, leichtes Spiel. Und wir spielen es brav mit. Weil Armut in reichen Ländern weniger am Äußerlichen festzumachen ist, sondern vielmehr im Verborgenen lebt, und nur selten ans Tageslicht kommt.

Wir alle würden Armut nicht erkennen, selbst wenn sie uns direkt gegenüber stünde. Erst sie sich offenbart, im Sinne von: „Hallo, da bin ich! Und nun?“, werden sämtliche Geschütze aufgefahren, um sie ganz schnell wieder verschwinden zu lassen. Dann sind die Medien überhäuft mit Lippenbekenntnissen, Absichtserklärungen, wohlgemeinten Gesten, usw. Und alle haben denselben Tenor: „Wir müssen die Armut bekämpfen!“

Irrtümlicherweise oder gerade deshalb werden Maßnahmen ergriffen, deren vorrangiges Ziel es ist, die ARMEN zu bekämpfen, anstatt die ARMUT. Ungefähr so, als müsse man sie ganz schnell in das tiefe Loch zurückbefördern, aus der sie einst gekrochen kam.

Armut, bleib’ gefälligst unten!

RE: Das Elend ist nie relativ | 22.08.2009 | 01:14

@ marsborn

Alle, die sich vor der Armut fürchten, sie verstecken wollen oder schlichtweg leugnen. Leute wie Du.

RE: Das Elend ist nie relativ | 21.08.2009 | 18:29

Wenn es gelingt, eine bestimmte Gruppe zu dämonisieren, dann ist diese unterlegen. Egal, was man über sie schreibt oder zu sagen pflegt: Armut wird stets assoziiert mit Krankheit und Schwäche. Im übertragenen Sinn läßt sich sogar ein plausibel klingender Satz bilden: arm an Mut (Adjektiv - Präposition - Nomen). Oder man macht eine Gegenüberstellung der Nomen „Armut“ (feminin) und „Mut“ (maskulin). Wer von beiden steht auf dem Siegertreppchen, obwohl Artikel 3 des Grundgesetzes etwas ganz anderes vermuten läßt?

Wenn es also Jemandem an Mut mangelt, so ist er zu Recht ein Feigling und hat die Armut verdient. Feiglinge oder Mutlose sind in einer vor Selbstvertrauen strotzenden Leistungsgesellschaft ungebetene Gäste. Deshalb müssen sie draußen bleiben, damit wir sie aus sicherheitsverglaster Entfernung bemitleiden können.