Armut: das ungelöste Problem

Der 17. Oktober ist seit 1992 durch die Vereinten Nationen offiziell als „Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut“ anerkannt
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Der 17. Oktober ist seit 1992 durch die Vereinten Nationen offiziell als „Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut“ anerkannt. Armut und Ausgrenzung ist nach wie vor ein schwieriges Thema in der Welt.

Die Armut ist auch ein psychologisches Problem. Die Geldnot erzeugt das Schandegefühl, das die Menschenwürde verletzt. Das Schamgefühl kann zu Alkohol- und Drogenmissbrauch und in manchen Fällen sogar zu Selbstmord führen. Wie der berühmte französische Philosoph, Moralist und Schriftsteller Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues sagte: Armut demütigt die Menschen, so daß sie selbst über ihre Tugenden erröten.

Die Anzahl der Menschen, die unter Hunger leiden, hat laut UN-Bericht zuletzt sogar zugenommen und beträgt derzeit rund 9 Prozent der Weltbevölkerung oder 821 Millionen Menschen.

Nach Angaben des Statistikamts Eurostat waren im Jahr 2017 112,9 Millionen Personen bzw. 22,5% der Bevölkerung in der Europäischen Union (EU) von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Die höchste Armutsquote ist in Bulgarien (38,9%), Rumänien (35,7%), Griechenland (34,8%), Lettland (28,2%) und Litauen (29,6%).

Die Ursachen sind vielfältig und regional unterschiedlich. Laut der Umfrage sind die EU-Bürger der Meinung, dass es eine Reihe politischer Faktoren gibt, die zur Entstehung von Armut beitragen. Mehr als die Hälfte der Befragten sind der Ansicht, dass die Umsetzung falscher oder ungeeigneter politischer Maßnahmen ursächlich für die Entstehung von Armut ist. Etwa ein Fünftel hält das Finanzsystem für eine der ausschlaggebendsten Ursachen, und genau jeder Fünfte ist der Meinung, dass Armut durch Einwanderung oder die Unzulänglichkeit des Sozialsystems hervorgerufen wird, zeigen die Eurobarometer-Daten. 15% der Befragten haben die Globalisierung als Armutsgrund genannt.

In den USA ist nicht alles gut. Laut Schätzungen des U.S. Bureau of Labor Statistics (BLS) hatten im Jahr 2016 rund 40,6 Millionen Menschen, das sind etwa 12,7 Prozent der Gesamtbevölkerung, ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze.

Man muss zugeben, dass es solche Menschen in jedem der 251 Länder gibt, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind. Ich will glauben, dass eine Welt ohne Armut möglich ist, denn unseres Zeitalter ist in der Hinsicht anders als die anderen.

08:24 28.10.2019
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