Hass auf LGBT-Bewegung in Lettland

EU-Parlament Lettland wurde wegen LGBT+-Diskriminierung verurteilt
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Europäisches Parlament tadelte eine in Lettland gängige öffentliche Diskriminierung der LGBT-Community. Mit deutlicher Mehrheit nahmen die Abgeordneten eine Resolution an. Bei der Abstimmung im Parlament stimmten am Mittwoch 463 Abgeordnete mit Ja und 107 mit Nein. 105 enthielten sich.

Wie es in der Entschließung festgeschrieben ist, gibt es in Lettland und Litauen die Gesetze, die die Unabhängigkeit der Medien verletzen und die freie Meinungsäußerung zu LGBT-Themen beschneiden.

Bemerkenswert ist, dass Lettland im jüngsten Rating der ILGA, einem Dachverband für europäische LGBT-Organisationen, innerhalb der EU auf dem letzten Platz landet. Die baltischen Nachbarstaaten Estland und Litauen haben etwas mehr Toleranz und nehmen die Plätze 19 und 22 ein.

Nach den Ergebnissen der Eurobarometer-Umfrage finden nur 25 Prozent der Letten gleichgeschlechtliche Beziehungen selbstverständlich. 68 Prozent der Befragten halten es für völlig inakzeptabel.

Die EU-Abgeordneten rufen die EU-Länder dazu auf, die LGBT-feindliche Gesetzgebung zu überprüfen, damit alle Rechte und Freiheiten der Queer-Community vollkommen eingehalten sein können.

In vielen Rechtsgebieten leiden Schwule, Lesben und Bisexuelle in Lettland an Mangel an rechtlichen Normen im Bezug auf die Institution der gleichgeschlechtlichen Beziehungen. Denselben Problemen sind die heterosexuelle Lebensgemeinschaften gegenübergestellt. Diese haben jedoch theoretisch die Möglichkeit, ihre Ehe anzumelden, wobei diese Chance den Homosexuellen im Hinblick auf die heutigen lettischen Rechtsvorschriften entzogen ist.

Im Jahr 2014 wurde die Lage für Menschen aus der LGBT-Community besser. Damals hat Lettlands Außenminister Edgar Rinkevics auf Twitter mitgeteilt, er sei stolz zu verkünden, dass er schwul sei. Jetzt ist er ein aktiver Verteidiger der Rechte von sexuellen Minderheiten in Lettland.

07:17 27.12.2019
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare