Tödlicher Widerspruch

Flüchtlinge: Werden die Widersprüche in der Flüchtlingspolitik nicht beseitigt, geht das Sterben in der Ägäis unvermindert weiter.
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Wenn im Mittelmeer zwischen Griechenland und der Türkei auch dieses Jahr wieder zig hunderte Menschen ertrinken, so gehen auch diese Toten auf das Konto eines tödlichen Widerspruchs in der Flüchtlingspolitik.

Während Griechenland Flüchtlinge an seinen offiziellen Grenzen zur Türkei abweist, erhalten jene Flüchtlinge, die es von der türkischen Küste unter lebensgefährlichen Bedingungen auf die griechischen Inseln schaffen, genau diesen Schutzanspruch. Der Widerspruch treibt damit hunderttausende Flüchtlinge regelrecht zur oftmals tödlichen Überfahrt. Statt über einen Schusswaffeneinsatz an der Grenze oder noch mehr Abschottung zu diskutieren, sollte meines Erachtens viel eher endlich dieser Widerspruch beseitigt werden.

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Mit einem Rückführungsabkommen zwischen der Türkei und Griechenland könnten hunderte Menschenleben gerettet werden und gleichzeitig die Zahl der nach Europa kommenden Flüchtlinge reduziert werden. Solange in den Medien aber nur oberflächlich diskutiert wird und in den meisten Artikeln der Kern des Problems nicht mal ansatzweise erfasst wird, werden wohl auch unsere Politiker an ihrer nutzlosen, aber bei den Wählern beliebten Show (Obergrenze, Verschärfung des Familiennachzugs) festhalten, koste es die Flüchtlinge was es wolle, z.B. das Leben in der Ägäis.

08:15 17.02.2016
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