Altersarmut? Nach der geilen Party?

Rentenreform? Christine Lieberknecht, Ministerpräsidentin von Thüringen, hat zum Handeln gegen die drohende Altersarmut in Deutschland aufgefordert. Wie? Ist die Party schon zu Ende?
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Was sind sie alle am Schreien, die Alten? Sie waren es, die ihr privates Leben mit Staatssubventionen durchfinanziert haben und uns Jungen eine enorme Schuldenlast aufgebürdet haben. Wenn sie jetzt schreien, sie fürchteten sich vor Altersarmut, dann sollten wir zurück schreien: Nicht noch mehr Champagner für die Alten!

Nein, die heute lebenden Alten – die Noch-Nicht-Rentner – haben eigentlich keine besondere Leistung für unser Gemeinwesen erbracht. Ihre Eltern hatten Deutschland und Europa wieder für sie aufgebaut und wohl gebettet. Wohlernährt durften sie dann ihre Jugend durch randalieren und feiern. Sie mussten sich nie besonders um etwas kümmern, es war immer alles da. Je erwachsener sie wurden, desto mehr nahmen sie sich dabei von Vater Staat. Mehr als ihnen zustand. Die Politik gab es ihnen bereitwillig. An die Generation ihrer Kinder – sofern sie überhaupt welche haben – verloren sie beim ganzen Geldausgeben keinen Gedanken. Im Jahr 1980, als die meisten der Alten schon in Arbeit oder Ausbildung waren, hatte die Bundesrepublik einen Schuldenstand von ungefähr 240 Milliarden Euro. Heute sind es über zwei Billionen. Was muss das für eine geile Party gewesen sein.

Doch das Champagnerfrühstück wird ausfallen müssen. Und niemand anderes als die Alten selbst sind Schuld daran. Weil Kinder ja nur Ärger machen und beim Urlaub stören, wurde auf sie verzichtet. Die nachfolgende Generation ist deshalb schlicht nicht groß genug, die Menge an begangenen Fehlern auszubügeln, das Mehr-Haben-Wollen zurückzuzahlen. Das wissen alle. Vor allem die Alten. Und dennoch versuchen sie mit einem riesigen Einkaufswagen den Champagner für morgen einzukaufen. Aufstockungen hier, Zuschüsse dort, Kürzungen und Gebühren hingegen nur bei den Jungen.

Eine Debatte darüber? Fehlanzeige! Diskussionsbeiträge in den Medien landen meist bei den schönen Künsten im Feuilleton. Und eine Debatte in der Politik, sogar innerhalb der Parteien, wird unterdrückt. Die Alten – allen voran Frau von der Leyen – merken, dass sich Widerstand rührt. Mit aller Gewalt versuchen sie diesen und seine Ideen zu unterdrücken, ihnen Gehalt abzusprechen. Gegenwehr? Null! Die Jungen geben sich schon damit zufrieden, einmal in der Öffentlichkeit gestanden zu haben. Sie wollen ja schließlich auch mal alt und Minister werden. Und sie haben ja selbst so viele alte Wähler.

Damit die Alten morgen aber nicht mit einem gewaltigen Kater vor dem völligen Nichts stehen und die Jungen nicht als Lohnsklaven die Champagnerrechnung begleichen müssen, gilt es, die entscheidenden Weichen anders zu stellen. Jeder weiß, dass die Flasche Wasser, die man am Abend nach der Party noch widerwillig trinkt, am nächsten Morgen den größten Schmerz verhindert. Diese Flasche Wasser müssen die Alten jetzt trinken! Und wenn sie schlau sind, mischen sie ein paar Tabletten dazu. Eine Tablette heißt Rentenreform.

23:11 15.10.2012
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Geschrieben von

MisterManta

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