RE: Die populistische Versuchung | 16.04.2013 | 17:40

@Andreas Kemper

Mag sein, aber woher weiß ich das. Ich weiß ungefähr aus welchen Gruppierungen die Grünen sich zusammengefunden haben. Ich weiß auch, was nach der Europawahl 1979 passiert ist. Ich weiß nicht im Einzelnen, wie die AfD installiert wurde, weiß aber, dass es auch da eine längere Vorgeschichte gibt. Warum die Vorgeschichte der AfD diese disqualifiziert, kann ich nicht erraten, wäre aber interessant.

Was die Demokratiefeindlichkeit betrifft. Ich sehe in der Tat wachsende demokratiefeindliche Bestrebungen aus der Mitte des Parteienspektrums, ob es nun ein Wesenszug etwa der CDU oder vielleicht von Angela Merkel ist, vermag ich nicht zu beurteilen, aber, um mit H.K. zu sprechen. Entscheidend finde ich in diesem Fall, was hinten rauskommt.

RE: Die populistische Versuchung | 16.04.2013 | 17:02

Das ist - pardon - so ein typischer Meinungsmedium-Artikel, wie sie mich bewogen haben, mein langjähriges Freitag-Abo zu kündigen. Was ich mir derzeit von einem Artikel zum Thema AfD erwarte sind Informationen. Bewerten kann ich dann schon selbst. Zitate ohne nachvollziehbaren Bezug, einseitige Polemik finde ich da eher lästig.

Grundsätzlich stehe ich dieser Partei kritisch gegenüber, ich sehe eine neue konservative Partei im Entstehen und ich habe noch nie konservativ gewählt, aber ob es sich um eine nationalliberale Partei handelt und was wir genau darunter verstehen wollen, das wüsste ich dann schon gerne. Nb: Wenn ich an die Gründungsphase der GRÜNEN denke, lange bevor sie sich dafür einspannen ließen, Deutschland am Hindukusch zu vertreidigen, was es da für Einlassungen einzelner gab, von links bis rechtsaußen und wie sie von den Medien ausgeschlachtet wurden...

Eine Aufsplitterung im konservativen Spektrum, eine konservative Partei, die der heutigen Form der Globalisierung widerspricht, eine konservative Partei, die Bürgerbeteiligung - nicht nur bei EU-Fragen einfordert - ich weiß nicht, ob das die AfD ist, aber der Artikel gibt mir auch keinerlei Aufschluss darüber. Der einzige, der immerhin ein paar Informationen und noch dazu ein paar sachliche Argumente liefert ist der Blogger Rupert Rauch, herzlichen Dank dafür.

RE: Ritalin-Wunderdroge oder Drogenrisiko? | 08.01.2013 | 21:22

Ich fand diesen Beitrag für mich sehr informativ, weil er eine differenzierte Sicht entfaltet und insbesondere die Gefahr hemdsärmeliger Diagnosen in den Vordergrund rückt, vielen Dank dafür.

Aus meiner Praxis als Lehrer kann ich beisteuern, dass es schon eine enorme Aufmerksamkeitsleistung ist, die Kindern, z.B. am Gymnasium, seit ein paar Jahren auch noch im G8-Modus, abverlangt wird. Wer da stört, denn wollen viele gerne ruhig stellen oder loswerden, völlig egal ob sich die Symptomatik als ADHS diagnostizieren lässt oder was auch immer. Im alltäglichen Gebrauch vermuten wir dann erst einmal ADHS, denn das ist zur Zeit am populärsten.

Eigentlich fast immer sind es Jungen, das macht die Sache noch ein bisschen suspekter, tatsächlich hatte ich noch nie ein Mädchen, bei dem eine ADH!S-Diagnose gestellt worden war. ADS hatte ich mal, wurde aber von Kollegen stark bezweifelt.

Unabhängig von ADHS scheint es Jungen im Durchschnitt schwerer zu fallen, 8 Stunden still zu sitzen, woran das liegt, darüber könnte man streiten.

Dass vermutlich einige dieser Störenfriede mit Ritalin behandelt werden, scheint mir nun doch angesichts der von Columbus entfalteten Argumentation gerade in Bezug auf die Einnahme und die Nebenwirkungen bzw. Nebenmedikamente bedenklich.

RE: HIV in Afrika und die böse Homöopathie | 30.11.2012 | 16:05

Was Columbus als verantwortungsvoller Autor hätte schreiben sollen, wissen Sie und ich nicht, dass er aber Ihre Überzeugungen vertreten sollte, ist für mich schwer nachvollziehbar.

Grüße

RE: HIV in Afrika und die böse Homöopathie | 29.11.2012 | 22:12

So wie ich den Text lese, hat Columbus nicht so sehr über Jeremy Sherr, nur am Rande über HIV und Afrika und überhaupt nicht für und wider Homöopathie geschrieben. Der Text handelt nach meinem Verständnis in erster Linie von der Verantwortung eines Autors, völlig egal ab Journalist oder Blogger, zu unterscheiden zwischen Überzeugungen und mit sorgfältiger Recherche belegten Argumenten. Es liegt sehr viel daran, nicht das eine für das andere auszugeben. Das sind, so finde ich, gerade hier sehr aufbauende, ermutigende Gedanken.

RE: Kulturelle Verzierungen | 05.10.2012 | 10:05

Ich kenne kaum eine schönere Feiertagsbeschäftigung. Es geht ja nicht nur um Steinpilze, es gibt noch eine große Menge anderer nicht im Supermarkt verfügbarer Pilze, nicht nur Steinpilze und die oben abgebildeten Maronis (die ja besonders belastet sein sollen). Rötelritterlinge, Reizker, Graublättrige Schwefelköpfe, junge Bowiste, Parasole, Samtfußrüblinge im Winter ... Meinen Kindern macht es großen Spaß selbst Pilze zu finden und die größere (achtjährige) isst sie mittlerweile auch mit Vergnügen.

RE: Der Kandidat täuscht | 05.10.2012 | 09:52

Sieh an, es geht also doch, seit langem mal wieder ein Artikel im Freitag, der Meinung nicht nur äußert, sondern mit Information verbindet ... von Albrecht Müller.

Vielen Dank dafür und mehr davon, dann könnte das Blatt direkt wieder interessant werden;-)

RE: Bloß keinen Konsens! | 25.09.2012 | 23:02

"Oder ist Demokratie vielmehr ein stets fortlaufender emanzipatorischer Prozess, den es immer wieder aufs Neue voranzutreiben gilt?"

Ich möchte ergänzen: Demokratie steht nicht zur Debatte! Sie ist zwar durchaus fragil und sie ließe sich auch zerstören, so wie wir auch unsere materielle Lebensgrundlage zerstören können, aber Demokratie ist dran. Entweder der demokratische, emanzipatorische Prozess wird weiter voran getrieben oder wir gehen den Bach runter. Wohlgemerkt: es geht darum, wie wir(!) uns einsetzen.

Was für eine Demokratie die Griechen hatten, wer da teilhaben durfte, das ist eine ganz andere Frage. Natürlich ist die Demokratie heute ein Produkt des kapitalistischen bürgerlichen Kultur, einschließlich Klassengesellschaft und unterschiedlichsten Formen der Repression, aber ihr Potenzial ist damit noch lange nicht ausgeschöpft und sie wegen ihrer Herkunft zu verwerden, wäre eine sehr kurzschlüsse Betrachtungsweise.

RE: Die Euro(pa)-Rettungs-Volksentscheids-Volte | 08.08.2012 | 23:20

@Klartext

Die EU-Belange sind heute noch sehr fern, allerdings ist das Interesse im Bewusstsein der sich verschärfenden Wirtschaftskrise innerhalb des Euro-Raums, in dem ja nun alle voneinander abhängen, stark gewachsen.

Zu sagen, "direkte Demokratie sei nur möglich, wenn alle Bürger Interesse daran habe", das ist ein erstaunlich weit verbreitetes Klischee und KO-Argument, wenn man bedenkt, dass parlamentarische Entscheidungen ja offensichtlich möglich sind, auch wenn nicht alle Abgeordneten anwesend sind und sich noch dazu ein Teil enthält. Warum um Himmels willen sollten denn bei direktdemokratischen Entscheiden plötzlich alle teilnehmen???

Von Direkter Demokratie kann man sprechen, wenn alle Wahlberechtigten, die von einem Entscheid betroffen sind, die Möglichkeit haben an der Entscheidung teilzunehmen. Ob 20, 30 oder 50 Prozent tatsächlich abstimmen ist zunächst einmal zweitrangig. Um ein allgemeines Desinteresse auszuschließen, setzen Volksentscheide in der Regel ein dreistufiges Verfahren voraus: Erst werden in einer Volksinitiative auf Bundesebene von mir aus 100.000 Unterschriften gesammelt; dann kann sich das Parlament ddamit befassen; anschließend müssen in beschränkter Zeit im Volksbegehren z.B. 1.000.000 Bürger ihr Interesse an einer Abstimmung bekunden und dann erst kommt es zum Entscheid.

Bei EU-Abstimmungen wären die Hürden entsprechend noch höher anzusetzen. Das stellt dann die Legitimation dar, einen Volksentscheid durchzuführen bei dem dann allerdings - unabhängig von der Zahl der Enthaltungen - die Mehrheit entscheiden sollte; so wie auch bei einer Parlamentswahl, bei der ja sehr viele Fragen en bloc vorentschieden werden, keine Mindestbeteiligung vorgeschrieben ist.

RE: Die Euro(pa)-Rettungs-Volksentscheids-Volte | 08.08.2012 | 22:29

@Klartext

Ich muss gestehen, ich verstehe nicht ganz, worauf Sie hinaus wollen. Ich verstehe auch nicht recht, warum Sie enttäuscht sind, vielleicht haben Sie aus meinem Artikel etwas anderes gelesen, als ich damit aussagen wollte. Imperativ hin oder her, konkret oder nicht: Ich weiß nicht, was ich davon halten soll, da müsste ich mich zunächst einmal intensiver mit diesem Spezialproblem befassen. Was ich allerdings sagen kann: Ich glaube nicht, dass die Frage des Geldtransfers entscheidende Problem für Griechenland darstellt, ich denke das ist allenfalls ein Symptom. Die dicken Bretter werden an anderer Stelle gebohrt, unter anderem bei den Kapitalmärkten, wo das Geld, wie Sie so schön sagen "per Mausklick" hin- und hergeschoben wird. Das ist aus meiner Sicht gar nicht die entscheidende Frage, was die Griechen mit ihrerm Geld anstellen. Da geht es um die Profiteure der Finanzmarktliberalisierung weltweit.

Warum ich immer wieder auf diesen "Volksentscheid" zurückkomme: Nun ja - das ist nun einmal mein Thema: die Gefahr des fortschreitenden Demokratieabbaus "von oben" und das notwendige ganz konkrete Eintreten "von unten", das heist von uns, für den Ausbau der direkten Demokratie.