Minderwertige Leistung?

Diskriminierung Vom missglückten Umgang mit behinderten Kindern an deutschen Schulen.
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Sponsorenlauf an einer Grundschule. Alle Kinder machen mit. Auch der gehbehinderte Junge. Die Sponsoren zahlen pro gelaufene Runde. Jede Runde hat etwa 900 Meter, das Limit liegt bei 8 Runden. Die Sponsoren müssen schließlich auch ein- schätzen können, was zahlungstechnisch auf sie zukommen wird.

Der Junge, der eine Gehhilfe benötigt, hat vier Runden geschafft. Eine super Leistung finde ich, auf die er sehr stolz sein kann. Aber das darf er nicht, denn man hat sich entschieden, jede gelaufene Runde doppelt zu zählen. Somit stehen auf seinem Sponsoren- zettel nun 8 Runden.

Wie soll der Junge das interpretieren? Dass die von ihm erbrachte Leistung nicht gut genug ist, um damit auf Sponsorentour zu gehen? Was sagt er den staunenden Sponsoren, wenn es darum geht für acht gelaufene Runden zu kassieren? Sind sich diese Pädagogen denn nicht darüber im Klaren, was sie dem Jungen damit wohlmöglich antun?

Das Traurige ist nur, dass der geschilderte Fall kein Einzelfall ist. Immer wieder werden Leistungen behinderter Kinder auf eine ziemlich infantile Weise abqualifiziert. Diskriminierung durch vermeintliche Nettigkeiten. Ist das einfach sehr dumm oder doch eine perfide Gemeinheit? Könnte man mit diesem Unsinn vielleicht einfach mal aufhören und den Kindern erlauben stolz auf ihre tatsächlich vorhandenen Leistungen zu sein?

17:44 23.05.2014
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