SEX

und Wörter. Eine Auswahl zum Thema Koitus.
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Kaum etwas bewegt uns so tüchtig und erfreulich, wie Sex. Warum sonst gibt es dafür so viele Wörter? Alleine für den ganz gewöhnlichen Geschlechtsakt gibt es mehr Synonyme, als zum Beispiel für das Kartoffelnschälen. Als mir das neulich so bewusst wurde, kam ich nicht umhin mich einmal ganz sachlich mit dieser Thematik zu befassen. Dabei musste ich feststellen, dass ich einen ganz schön dicken Wälzer schreiben müsste, wenn ich wirklich alle Begriffe für sämtliche Varianten des körperlichen Austausches aufzählen und interpretieren wollte. Das war mir wirklich zu viel Arbeit. Deshalb habe ich mich nur auf eine Auswahl von Begriffen beschränkt, die den schnörkellosen Koitus beschreiben.

Geschlechtsverkehr Dieses Wort muss wohl aus der hin und her Bewegung resultieren. Im Gegensatz zum Straßenverkehr erfolgt dieser Verkehr oftmals erst nach einem Stau.

Beischlaf Klingt meines Erachtens genau so merkwürdig, wie das Synonym miteinander schlafen. Beschreibt es nicht das, was man danach tut? Es handelt sich vermutlich um ein Lockwort für Sexmuffel, wo die nachfolgende Belohnung den Reiz ausüben soll.

Koitus Dieser Begriff kann nur eine Ableitung von Koinzident (zusammen treffend, einander deckend) sein. Dafür spricht insbesondere die Sonderform Koitus Reservatus wo der Höhepunkt zumeist zusammen und gleichzeitig erreicht wird.

Vögeln Ein beim Volk sehr beliebter Begriff. Vermutlich stammt diese Wortschöpfung von einem Mann, der die Missionarsstellung aufgrund der Vogelperspektive bevorzugte.

Pimpern Eigentlich bayrisch für klimpern, klappern. Ein recht neumodischer Begriff, der gewiss aus dem weit verbreiteten Schlankheitswahn und den somit stark hervorstehenden und gegeneinander klappernden Beckenknochen resultiert.

Bumsen Mittlerweile völlig out. Den Vorgänger rumsen kennt heutzutage sicherlich keiner mehr. Außerdem hat der Begriff den negativen Beigeschmack von Versicherungsbetrug – siehe Auto-Bumser.

Poppen Eine Ableitung von populär? Wahrscheinlicher ist die Ableitung aus dem englischen pop für knallen, klatschen.

Knallen Bäh, wie vulgär! Männer, die so über die schönste Nebenbeschäftigung reden, wollen immer nur eines und hauptsächlich: irgendeine Frau.

Flachlegen Klingt für mich eher nach Kampfsport, als nach Sex. Oder nach der Spielerei mit Macht und Ohnmacht. Im Idealfall wäre ein betörendes Vorspiel gemeint, welches dem Spielpartner die Beine weg haut. Ist es aber nicht. Schade.

Geschlechtsakt Hat ein wenig was von Akt der Freundlichkeit oder Akt der Verzweiflung? Für manche Zeitgenossen kann der Beischlaf durchaus ein Kraftakt sein - zumindest ohne Viagra. Hört sich auf jeden Fall in irgendeiner Weise anstrengend an.

Rammeln Sagt man zwar so, meint aber das Decken von Hasen und Kaninchen. Für den menschlichen Geschlechtsakt ist Rammelei die passende Begrifflichkeit. Klingt aufgrund der Assoziation zu Hasen und Karnickeln für mich eher nach Hochleistungssport.

Ficken Dieser Begriff kann nur ein Hybrid der englischen und der deutschen Sprache sein. Das englische fuck meint Geschlechtsverkehr, während das deutsche fickerig einen nervösen/unruhigen Zustand beschreibt. Hier müssen die Zusammenhänge sicherlich nicht weiter erläutert werden. Es ist allerdings ein Irrtum zu glauben, dass eine Fickfackerei eine Orgie bezeichnet.

Liebesvollzug Hört sich wie eine Strafe an. Wer denkt sich eigentlich einen solchen Begriff aus? Juristen? Beamte? Juristen und Beamte?

Begattung Eher ein Begriff aus dem Tierreich. Beschreibt meines Erachtens aber auch durchaus eine ausgeprägt langweilige Rammelei.

Kopulation Auch dieser Begriff wird gewählt, obwohl er neben Verbindung die Veredlung von Gehölzen bezeichnet. Vielleicht wurde so ursprünglich der Spruch „dumm fickt gut“ nett umschrieben?

Vereinigung Hierbei muss ich (leider) an Mengenlehre denken. Zwei Mengen werden in einer Schnittmenge vereinigt. Ein Kompromiss eben.

Befruchtung Bienchen und Blüten ... was sonst?

Schnackseln Eigentlich ein Wort aus Österreich, welches durch eine fürstliche Verbalpeinlichkeit auch in Deutschland sehr populär wurde.

Sechs Hier sehe ich zwei Interpretationsmöglichkeiten. A) Es handelt sich schlichtweg um einen Aussprachefehler. B) Wer Sechs sagt und Sex meint, will mit diesem ganzen Schweinkram eigentlich nichts zu tun haben.

23:27 07.07.2012
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