Andreas Moser

Nach Abschlüssen in Jura und Philosophie studiere ich jetzt Geschichte, ziehe um die Welt und schreibe darüber.
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Andreas Moser
RE: Dieser Tag verdient nur einen Satz | 26.02.2018 | 23:25

Genau. Beides kann schön sein, beides kann gekünstelt wirken.

Trotz meiner bekannten Bewunderung für gelungene Satzkonstruktionen und meiner Liebe der Spielerei damit muss ich gestehen, dass mir solche Monstersätze beim Übersetzen ein Gräuel sind. Ich bin Übersetzer für Englisch und Deutsch und übersetze als Jurist naturgemäß, aber leider, hauptsächlich juristische Texte. Oft würde ich diese Sätze gerne zerhacken und damit zumindest in der Zielsprache leserlicher machen, aber dann funktioniert die Bezugnahme wie § 12 Absatz 2 Satz 3 nicht mehr. Manchmal rettet mich nur das Semikolon, wobei ich das jede Mal wie eine Niederlage empfinde.

RE: Dieser Tag verdient nur einen Satz | 26.02.2018 | 23:05

Tatsächlich bin ich Migrant, aber aus dem von Ihnen angesprochenen deutschen Wurzelgrund und, obwohl derzeit auf dem Balkan weilend, dem Deutschtum zumindest linguistisch sehr verbunden, werde aber nun, Ihrem Verbot zum Trotz und dadurch erst recht motiviert, rechtzeitig schon zur kleineren Schwester der großen Buchmesse, der in Leipzig, nach Deutschland zurückkehren, auf dass wir uns dort über den Wurzelgrundweg laufen und die Diskussion fortsetzen.

RE: Dieser Tag verdient nur einen Satz | 26.02.2018 | 23:00

Dankeschön!

Danach war ich fix und fertig wie nach einem Langstreckenlauf.

RE: Filmkritik "Die dunkelste Stunde" | 26.01.2018 | 18:51

"Weltabenteuer im Dienst" ist eine wirklich sehr gute Empfehlung, wie ich bestätigen kann, denn ich habe die Autobiographie des jungen Churchill bereits gelesen. "My Early Life" heißt sie auf Englisch.

Ein guter Einblick in eine andere Welt in einer anderen Zeit, mit Kriegsbegeisterung und Rassenüberheblichkeit, die uns heutzutage befremdlich vorkommt. Aber dass die beeindruckende Persönlichkeit Churchills schon lange vor dem Zweiten Weltkrieg angelegt war, wird offensichtlich. Wenn man sich vor Augen hält, was Churchill auch schriftstellerisch schon in jungen Jahren erreicht hat, kann man nur neidisch werden.

RE: Filmkritik "Die dunkelste Stunde" | 25.01.2018 | 20:57

Absolut richtig! Das kommt sogar in dem Film rüber, auch dass die Position der Churchill-Gegner aus der damaligen Sicht durchaus nachvollziehbar war.

Diese enge zeitliche Begrenzung finde ich gar nicht kritikwürdig, ich wollte nur die Leser warnen, die eine umfassende Churchill-Biographie erwarteten.

RE: Hüben und Drüben von Außen betrachtet | 20.01.2018 | 11:11

Magda,

das sind zwei wichtige Punkte, die Du ansprichst: Das Bewusstsein, jederzeit gehen zu können wenn es einem nicht mehr gefällt, und die bevorzugte Behandlung (von Abwesenheit von Repressionen und Druckmitteln bis zu bevorzugter ökonomischer Behandlung).

Das sind Fallen, in die viele Reisende tappen und dann erzählen, dass Kuba doch so wunderschön oder auch Nordorea ganz freundlich sei.

Ich fand die Interiews deshalb interessant, weil es sich dabei eben nicht um Touristinnen, sondern um durchaus gebildete und gut vorbereitete Germanistinnen handelte.

RE: Was machst Du an Silvester? | 17.01.2018 | 11:43

Aber hoffentlich nicht jedes Jahresende den gleichen.

RE: Was machst Du an Silvester? | 17.01.2018 | 11:43

Vielleicht gibt es da noch ein paar Zwischenschritte, aber die hätten die Alliteration zerstört.

RE: Wie wird man Schriftsteller? | 27.11.2017 | 19:07

Um den Einfluss der jeweiligen Kultur zu beurteilen, habe ich noch viel zu wenig von anderen polnischen bzw. japanischen Schriftstellern gelesen. Wie wir wahrscheinlich am besten aus der deutschen Literatur wissen, gibt es auch innerhalb eines Kulturkreises die unterschiedlichsten Stile.

Bei mir ist es so, dass ich immer Ideen für kürzere Geschichten habe, diese dann aber ausufern. Für richtig lange Werke fehlt mir aber das Talent zu komplexen Handlungssträngen.

Danke für die Warnung! Ich finde aber, dass das Schreiben auch den Blick schult und man ganz anders auf die Welt sieht, wenn man immer auf der Suche nach Material ist. Ich finde es z.B. nicht mehr so schlimm, wenn Pläne nicht klappen oder Unvorhergesehenes passiert. Je mehr schief geht, desto besser die Geschichte.

RE: "Tyll" von Daniel Kehlmann | 22.11.2017 | 19:28

Sie haben gut daran getan, zuerst einmal probezulesen. Ich habe das Buch aus der Bibliothek entliehen, und so wenigstens keine 23 Euro auf den Scheiterhaufen geworfen.

Dass Daniel Kehlmann eine Marke ist, stimmt schon, aber dass alle Kritiken unisono überschwenglich sind, kann ich mir dadurch noch nicht erklären. Vielleicht hätte mich das allein schon suspekt stimmen sollen. Jetzt bin ich gespannt auf "Justizpalast" von Petra Morsbach, das andere Buch dieser Saison, das ebenso überschwenglich besprochen wurde. Als Jurist bin ich sogar doppelt gespannt.

Gute historische Romane sind tatsächlich selten. Ganz spontan fällt mir einer ein: "Rote Zukunft" von Francis Spufford. Da geht es um den Modernisierungsschub in der UdSSR unter Chruschtschow, vor allem in er Volkswirtschaft. Der Roman ist zwar ziemlich technisch, und ich habe nicht alle mathematischen und kybernetischen Einzelheiten verstanden, aber ich kann mich erinnern, dass ich beeindruckt war. Wenn Sie an jener Zeit und der UdSSR interessiert sind, wäre das eine Empfehlung!