Andreas Moser

Nach Abschlüssen in Jura und Philosophie studiere ich jetzt Geschichte, ziehe um die Welt und schreibe darüber.
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Andreas Moser
RE: Das unbekannte Deutschland | 07.10.2018 | 17:51

Das stimmt schon. Ich bin auch nicht nicht einer von der Sorte, die immer rufen "lerne erst einmal dein eigenes Land kennen", wenn man in die Ferne schweift. Und klar sind Bolivien oder Israel objektiv spannender als (Ost-)Deutschland.

Aber im eigenen Land wählt man, nimmt an Diskussionen teil und muss es, wie beim Anlass dieses Artikels, manchmal gegenüber Aussenstehenden erklären. Und außerdem würde man es (so hoffe ich) viel schneller begreifen als z.B. Transnistrien, weil man sich mit jedem unterhalten kann, nicht nur mit denen, mit denen man eine Fremdsprache teilt.

Ein aktueller Grund ist auch mein Geschichtsstudium, wo ich sehe, dass wir hauptsächlich aus westdeutscher, bundesrepublikanischer Sicht auf die deutsche Geschichte blicken. Ich war z.B. vor kurzem auf einem Seminar über die Verbrechen der Wehrmacht. Alle westdeutschen und österreichischen Kommilitonen erzählten, wie sehr sie die Wehrmachtsausstellungen ab 1995 wach gerüttelt und sensibilisiert hätte. Dann meldete sich ein in der DDR aufgewachsener Kommilitone und bemerkte: "Mich hat das damals überrascht, dass es überhaupt einer Diskussion bedarf. Natürlich war die Wehrmacht verbrecherisch, das war doch schon immer bekannt."

RE: Das unbekannte Deutschland | 07.10.2018 | 17:42

Mit Bereisen meine ich auch gut vorbereitetes, langsames Reisen mit offenen Augen und Ohren und viel Neugier.

RE: Dieser Tag verdient nur einen Satz | 26.02.2018 | 23:25

Genau. Beides kann schön sein, beides kann gekünstelt wirken.

Trotz meiner bekannten Bewunderung für gelungene Satzkonstruktionen und meiner Liebe der Spielerei damit muss ich gestehen, dass mir solche Monstersätze beim Übersetzen ein Gräuel sind. Ich bin Übersetzer für Englisch und Deutsch und übersetze als Jurist naturgemäß, aber leider, hauptsächlich juristische Texte. Oft würde ich diese Sätze gerne zerhacken und damit zumindest in der Zielsprache leserlicher machen, aber dann funktioniert die Bezugnahme wie § 12 Absatz 2 Satz 3 nicht mehr. Manchmal rettet mich nur das Semikolon, wobei ich das jede Mal wie eine Niederlage empfinde.

RE: Dieser Tag verdient nur einen Satz | 26.02.2018 | 23:05

Tatsächlich bin ich Migrant, aber aus dem von Ihnen angesprochenen deutschen Wurzelgrund und, obwohl derzeit auf dem Balkan weilend, dem Deutschtum zumindest linguistisch sehr verbunden, werde aber nun, Ihrem Verbot zum Trotz und dadurch erst recht motiviert, rechtzeitig schon zur kleineren Schwester der großen Buchmesse, der in Leipzig, nach Deutschland zurückkehren, auf dass wir uns dort über den Wurzelgrundweg laufen und die Diskussion fortsetzen.

RE: Dieser Tag verdient nur einen Satz | 26.02.2018 | 23:00

Dankeschön!

Danach war ich fix und fertig wie nach einem Langstreckenlauf.

RE: Filmkritik "Die dunkelste Stunde" | 26.01.2018 | 18:51

"Weltabenteuer im Dienst" ist eine wirklich sehr gute Empfehlung, wie ich bestätigen kann, denn ich habe die Autobiographie des jungen Churchill bereits gelesen. "My Early Life" heißt sie auf Englisch.

Ein guter Einblick in eine andere Welt in einer anderen Zeit, mit Kriegsbegeisterung und Rassenüberheblichkeit, die uns heutzutage befremdlich vorkommt. Aber dass die beeindruckende Persönlichkeit Churchills schon lange vor dem Zweiten Weltkrieg angelegt war, wird offensichtlich. Wenn man sich vor Augen hält, was Churchill auch schriftstellerisch schon in jungen Jahren erreicht hat, kann man nur neidisch werden.

RE: Filmkritik "Die dunkelste Stunde" | 25.01.2018 | 20:57

Absolut richtig! Das kommt sogar in dem Film rüber, auch dass die Position der Churchill-Gegner aus der damaligen Sicht durchaus nachvollziehbar war.

Diese enge zeitliche Begrenzung finde ich gar nicht kritikwürdig, ich wollte nur die Leser warnen, die eine umfassende Churchill-Biographie erwarteten.

RE: Hüben und Drüben von Außen betrachtet | 20.01.2018 | 11:11

Magda,

das sind zwei wichtige Punkte, die Du ansprichst: Das Bewusstsein, jederzeit gehen zu können wenn es einem nicht mehr gefällt, und die bevorzugte Behandlung (von Abwesenheit von Repressionen und Druckmitteln bis zu bevorzugter ökonomischer Behandlung).

Das sind Fallen, in die viele Reisende tappen und dann erzählen, dass Kuba doch so wunderschön oder auch Nordorea ganz freundlich sei.

Ich fand die Interiews deshalb interessant, weil es sich dabei eben nicht um Touristinnen, sondern um durchaus gebildete und gut vorbereitete Germanistinnen handelte.

RE: Was machst Du an Silvester? | 17.01.2018 | 11:43

Aber hoffentlich nicht jedes Jahresende den gleichen.

RE: Was machst Du an Silvester? | 17.01.2018 | 11:43

Vielleicht gibt es da noch ein paar Zwischenschritte, aber die hätten die Alliteration zerstört.