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RE: Prophezeit NASA-Studie den Weltuntergang? | 15.04.2014 | 17:46

"Angehäufter Reichtum / akkumuliertes Kapital" - das könnte man auch als ein Wohlstandsversprechen verstehen, welches in Zukunft eingelöst werden kann. Z.B. über das Eintauschen kleiner bunt bedruckter Papierscheinchen gegen Wohlstand, Luxus, ein gutes Leben in einer gated community etc. Nun muss dieses in Zukunft einzulösende Wohlstandsversprechen trotz alledem erarbeitet werden und zwar muss jemand dafür den Buckel krumm machen (auch wenn heute der Irrglaube vorherrscht, dass das Geld für uns "arbeitet"). Wenn ich mir anschaue, wie ungleich die zukünftigen Wohlstandversprechen heute schon verteilt sind, kann man sehr wohl sagen, dass nennenswerte Ansprüche auf die jetzige und zukünftige Akkumulation durch die Elite bestehen. Was sollte denn sonst der Reichtum des obersten Dezils weltweit ausdrücken?

Bemerkenswert sind auch die Querverweise zur Zoologie, an die ich auch denken musste, als ich mich an einen Museumsbesuch erinnerte. Dort ging es um eine Ausstellung über soziale Verbände im Tierreich. Tenor der zoologischen Forschung damals war, dass den Tieren, die in sozialen Verbänden leben (Wölfe, Affen usw.) nur ein ganz begrenztes "Set" von Verhaltensweisen zur Verfügung steht, die ein gewisses Maß an "Asozialität" und Ich-Bezogenheit zulassen. Nimmt solches Verhalten überhand, zerfällt der Verband und bestimmte (immaterielle) Güter, die aus der Kooperation im Verband erwachsen (Sicherheit gegen Feinde, Nahrung, Körperpflege), stehen nicht mehr zur Verfügung. Dann ist das soziale Gefüge am Ende und löst sich auf. D.h. unserer Ellenbogenmentalität sind gewissermaßen "zoologisch-funktionale" Grenzen gesetzt, könnten wir vermuten. Die Frage wäre dann, ob wir schon an dem Punkt angelangt sind, an dem wir mit der zunehmenden Auflösung unserer Solidargemeinschaft das langsame Ende des menschlichen Experiments betreiben?

RE: Hinter den Träumen | 13.08.2012 | 19:27

Also, aus meiner vierjährigen Erfahrung als Jugendberufshelfer kann ich diese hier geschilderten Eindrücke im Wesentlichen bestätigen. Die Unternehmen erwarten oft kleine perfekte Angestellte, die man nur noch ein wenig anlernen muss und die dann als normale Arbeitnehmer einsetzbar (und abrechenbar) sind. Dass Ausbildung und das Erlernen eines Berufes auch noch einen gesetzlichen erzieherischen und charakterbildenden Reifungsprozess der jungen Menschen beinhaltet, ist den Unternehmen in Zeiten von Kostendruck und Wettbwewerb oftmals wurscht. Wer hat schon Zeit, sich mit "verhaltenskreativen" Jugendlichen rumzuplagen, die auch noch Fehler im Produktionsprozess machen?

Klar ist, dass bei den Jugendlichen auch Defizite herrschen. Aber selbst dort, wo massiv an diesen Defiziten gearbeitet wird in Schulen, die eigene Beruforientierungskurse mit Unternehmenspraktika, Assessment Center, Bewerbungscoachings, Rollenspiele und sozialpädagogische Angebote machen (oftmals übrigens in der Freizeit und den Ferien), sind sich die Unternehmen trotzdem zu fein, diesen Jugendlichen eine Chance zu geben. Oft reicht es nicht mal für ein unbezahltes Schnupperpraktikum. Übrigens ein Phänomen, das einer Bekannten von mir in einer deutschen Wirtschaftsmetropole ähnlich ergangen ist. Die ist weiblich, hat Abitur und war an einem technisch-naturwissenschaftlichem Praktikum interessiert. Fehlanzeige!

Da wird einem beträchtlichen Teil der Jugendlichen vermittelt, "ihr seid nix wert - wir wollen euch nicht und können euch nicht gebrauchen!". Was bleibt sind dann staatliche sog. Benachteiligten-Ausbildungsprogramme. Erstaunlicherweise werden viele nach Abschluss dieser staatlich finanzierten Programme von den Personalservice-Agenturen mit Kusshand genommen und zum Teil in prekären Arbeitsverhältnissen regelrecht verheizt.

Was das alles in den Menschen anrichtet, möchte ich gar nicht wissen. Fakt aber ist, dass diese Form des gesellschaftlichen Ausschlusses nicht lange gutgehen wird.

RE: Kein Gott außer Allah | 10.10.2009 | 23:58

@ weinsztein
Versteh ich nicht, wieso weckt der Artikel Ressintements gegenüber Konvertiten?

RE: Kostenfaktoren aller Länder, vereinigt euch! | 05.10.2009 | 00:06

Hm - also "Hassfetisch" ist wohl ein bisschen übertrieben. Aber an irgend etwas erinnert mich der "Repressive Arbeitsdienst" (RAD). Was war das doch gleich? Ein demokratisches Staatswesen sollte sich eigentlich solcher arbeitsmarktpolitischen Instrumente nicht im Übermaß bedienen. Ist vielleicht ganz nützlich, wenn so'n paar Linke so eine Entwicklung misstrauisch beäugen und einen kritischen Dialog darüber am laufen halten...