mr_murdock

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RE: Finger weg von der Macht | 29.03.2012 | 11:21

"Sozialdemokraten, Grüne und Linke blicken missmutig auf den Erfolg der Neulinge. Schließlich verhindert jeder Einzug von Piraten in ein Parlament zurzeit faktisch eine Regierung links der Mitte und begünstigt die Bildung von großen Koalitionen. [...] "Denn dass sich trotz einer strukturellen linken Mehrheit in Deutschland keine rot-rot-grüne Regierung bildet, ist ja nicht etwa den Piraten anzulasten, sondern dem Personal der etablierten Parteien, das lieber weiter taktiert, anstatt Trennendes zu überwinden."

Ich weiß nicht, ob das wirklich nur Taktiererei ist. Vor allem gibt es diese "strukturelle linke Mehrheit", wie sie schon häufiger bezeichnet wurde, ja bereits um einiges länger als es die Partei der Piraten gibt.

Meiner Ansicht nach liegt das Problem vor allem bei der SPD. Sie will doch diese linke Mehrheit gar nicht nutzen - schon seit Jahren nicht. Das hat nichts mit "Taktieren" zu tun. Die Indizien sind doch offen sichtbar. Z.B. will die SPD doch gar keinen Wahlkampf gegen Frau Merkel führen, obwohl es wahrlich mehr als genug Angriffspunkte gäbe, weil man offenbar nach der BT-Wahl mit der CDU zusammen eine Große Koalition eingehen möchte. Im Grunde will man CDU-Politik machen - Nicht anderes (Klar, man könnte sagen, dass das Machtstreben ist, aber da glaube ich nicht. In der SPD-Spitze will man eigentlich genau diese Politik - anders ist das nicht zu erklären)
Die SPD hat sich schon seit mindestens einem Jahrzehnt völlig von ihren sozialdemokratischen Wurzeln entfernt und ist zu einer weiteren neoliberalen Partei geworden (die aber weiterhin den Anstrich einer sozialdemokratischen Partei trägt - und das ist gerade das perfide daran).

Letztlich tragen aber die Wähler die Verantwortung. Wenn es denn tatsächlich diese "strukturelle linke Mehrheit" gibt, also die Mehrheit der Deutschen sich tatsächlich eine mehr oder weniger linke Politik wünscht, dann müssen sie (die Wähler) endlich verstehen, dass die SPD eben nicht mehr für eine solche Politik steht und dann müssen sie endlich aufhören diese zu wählen. Die Wähler müssen verstehen, dass wenn sie für die SPD stimmen, sie letztenendes CDU-Politik bekommen werden. Wenn sie CDU-Politik wollen, dann könnten und sollten sie auch gleich CDU wählen. Wenn sie aber eine sozialdemokratische Politik wollen, dann sollten sie eben nicht mehr SPD wählen (und auf einen völlig abwegigen Sinneswandel hoffen) sondern sie sollten sich überlegen, welche linke Partei es denn noch so gibt, die man wählen könnte...

Nur zur Klarstellung, ich habe in meinem Leben eigentlich noch nie etwas anderes als Rot-Grün gewählt. Aber das ist vorläufig vorbei.