Arbeitsunfähigkeitswelle alarmiert Virologen

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Nach jüngsten Erkenntnissen von Virologen breitet sich in vielen Betrieben eine bisher unbenannte Krankheit weiter aus. Soeben wurde bekannt, dass Telekom, Post und Postbank bereits rund 25.000 betroffene Mitarbeiter im Durchschnittsalter von 47 Jahren für arbeitsunfähig erklärt und in den vorzeitigen Ruhestand versetzt haben (Welt, 04.07.2009). Als Grund dafür wird von den Konzernspitzen „verschärfter Wettbewerb“ angegeben.

Virenexperten haben hinter der Formulierung einen hochansteckenden Erreger ausgemacht, der eine weltweite Pandemie auslösen könne, ja, vermutlich längst ausgelöst habe. Sie vermuten eine hohe Dunkelziffer an unerkannt Befallenen, die von ihrer Infizierung nichts spürten oder spüren wollten und sich und andere in Gefahr brächten und auf die Nerven gingen.

„Die Mitarbeiter von Telekom, Post und Postbank hatten Glück, dass ihr Zustand rechtzeitig erkannt wurde und sie in Hausquarantäne gesetzt wurden“, so die Experten. Nach ihren Erkenntnissen trete die Seuche in zwei Typen auf. Bei Typ E2C2 würden die Befallen nicht über starkes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen klagen. Sie würden überaupt nicht klagen, sondern setzten sich vorbildlich für höchste Effizienz in ihrem Unternehmen ein. Sie würden alle Symptome und Warnsignale ignorieren und mit gesteigertem Einsatz immer weiter arbeiten, auch wenn sie schon längst arbeitsunfähig seien.

Diese Personen benötigten dringend eine medizinische Versorgung. So weit müsse es aber nicht kommen. Wer Frühsymptome wie Motivation, Leistungsbereitschaft, Flexiblität und Effizienz an sich erkenne, solle zu Hause bleiben und sich in Ruhe auskurieren.

Der Virus vom Typ B1C1 sei hochansteckend und heimtückisch und könne wie die Schweinegrippe durch die Massenmedien übertragen werden. Und er gebe nach Einschätzung der Experten Anlass zu größter Sorge. Dieser Typ befalle vorwiegend Top-Entscheider und Leistungsträger in Wirtschaft und Politik. Hier werde die Symptomatik vom zumeist mitbefallenen beruflichen und familiären Umfeld überhaupt nicht wahrgenommen, so dass der Krankheitsverlauf ungehindert in sein Höchststadium eintreten könne.

Mit diesem Typ Befallene neigten dazu, ihren Krankheitsverlauf als Karriere zu interpretieren. Sie würden sich gern in zwanghaften Projekten verzetteln (Wirtschaftswachstum, Agenda 21) und Scheußlichkeiten wie Fallmanager, Excellenzcluster und Outsourcing verbreiten. Diese Personen sollten nach dringendem Rat der Experten bei den ersten schweren Symptomen wie Kienbaum, Berger oder McKinsey umgehend unter ärztliche Aufsicht gestellt und in den rechtzeitigen Ruhestand versetzt werden.

23:04 10.07.2009
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