IBSM begrüßt Sprengung von Betrieben

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In Frankreich ist es gerade Mode, Chefs in Geiselhaft zu nehmen, oder mit der Sprengung von Betrieben zu drohen. Solche Methoden finden viele inakzeptabel. Die Initiative Brandneue Soziale Marktwirtschaft (IBSM) sieht das hingegen ganz anders und begrüßt solche Aktivitäten. In den letzten Wochen kam es in Frankreich immer wieder zu erpresserischer Gewalt. Zuletzt drohten die Arbeiter des Autozulieferers im französischen Tonneins damit, ihren stillgelegten Betrieb in die Luft zu sprengen, falls sie nicht eine Abfindung von 30 000 Euro bekämen. Ein dickes Lob bekamen die Arbeiter nun nicht unerwartet von Seiten der höchst einflussreichen IBSM.

Die sieht in der erpresserischen Gewaltandrohung eine, in der neuen sozialen Marktwirtschaft völlig normale unternehmerische Initiative, die Respekt verdiene. „Es wird etwas unternommen. Dafür wird Geld gezahlt. Das sind ganz normale Vorgänge, die uns nicht beunruhigen, im Gegenteil.“ so ein Sprecher. Und wenn es nun doch zu einer Sprengung der Fabrik gekommen wäre? „Kreative Zerstörung ist im Wirtschaftsleben nichts besonderes. Sie regt die Nachfrage an und beschleunigt den Wandel.“ so der Sprecher.

Mit weniger Verständnis blickt die Initiative dagegen auf die Jugendlichen, die in den Vorstädten von Paris, Hamburg oder Berlin Autos in Brand setzen. Es verstöre zutiefst, das sie ihre Gewaltakte mit keinerlei finanziellen Interessen verbünden, so der Sprecher der Initiative. Auch Amokläufe seien ihm völlig unverständlich. Wer sich und andere gefährde, ohne Aussicht auf einen ordentlichen Gewinn, habe sich vom Marktgeschehen bereits abgekoppelt.

Die französischen Arbeiter hätten dagegen verstanden, worauf es ankomme. Für ihr reales finanzielles Interesse machten sie von innovativen und marktkonformen Methoden Gebrauch. Erpressung und Geiselnahme seien im harten globalen Wettbewerb schließlich sehr erfolgreiche Vorgehensweisen, ohne die die Renditen der meisten Unternehmen um vieles niedriger lägen und armutsresistente Managergehälter wohl kaum zu finanzieren seien. Das hätten viele im Land noch nicht begriffen, so der IBSM-Sprecher. Aber man werde weiterhin für die brandneue soziale Marktwirtschaft werben, z.B. mit instruktiven Seminaren.

Zahlreiche IBSM-Seminaren wie „Drohpotentiale kreativ nutzen“, „Erpressung für Pressesprecher“, „Steuern runter, oder es kracht!“ und „Feuer und Flamme für hohe Rendite“ würden seit Jahren erfolgreich durchgeführt. In Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur sollen nun auch Umschulungen angeboten werden: vom Arbeitnehmer zum Geiselnehmer.

18:40 25.07.2009
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