Wildschwein-Plage in Berlin

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Immer öfter wagen sich übermütige Wildschweine in menschliche Siedlungen. Zur Zeit ist einer dieser ruppigen Vertreter im Entwicklungshilfe-Ministerium zu Gast. Das verwirrte und aggressive Tier markiert dort breitbeinig sein neues Revier und richtet in kurzer Zeit größtmöglichen Schaden an. Laut Polizeibericht hört es auf den Namen Dirk Niebel.

Während es zunächst durch schrill drohende Laute und unerträgliches Imponiergehabe auffiel, gibt es inzwischen unter einer schweinchendickartigen Minister-Maske Interviews in menschlicher Sprache. Darin fordert der Eindringling freie Wildbahn und ein rüdes und wildschweingerechtes Klima. Das borstige Männchen im Dienstgrad eines Hauptmanns der Reserve, hat dazu bereits zahlreichen Gleichgesottenen Einlass verschafft, mit denen er die robuste Wildschwein-Plage auch in ärmere Länder ausdehnen möchte. Deren Bewohner finden sich nun plötzlich in grunzender Gesellschaft und müssen sich mit dem rüpeligen Wildwest-Keiler im Schwarzwildjäger-Stil fotografieren lassen. Das ist leider kein Einzelfall. Flegelhaftes Schwarzwild ist auch in andere Ministerien eingedrungen, richtet Verwüstungen an oder vergaloppiert sich mit der gierigen Rotte im Ausland. Die Kanzlerin schweigt tierfreundlich.

Viele aufgebrachte Menschen blasen jetzt zur Hetzjagd auf die unsympathischen Alles-Fressen. Doch das ist natürlich keine Lösung. Alle Hoffnung richtet sich nun auf die Vorschläge von Veterinär-Pädagogen. Nach deren Meinung könne man sie durchaus zu artgerechtem Verhalten erziehen: Gärten und Parks durchwühlen und in Mülltonnen nach Essbarem stöbern. Wenn sie diese zumutbare Arbeit ablehnen, soll die Bundesagentur Schweine im Weltraum eingeschaltet werden.



11:48 16.03.2010
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