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Der Kolonisator, der im anderen Menschen ein Tier sieht, nur um sich selber ein ruhiges Gewissen zu verschaffen, dieser Kolonisator wird objektiv dahin gebracht, sich selbst in ein Tier zu verwandeln. … Man erzählt mir von Fortschritt und geheilten Krankheiten. Ich aber spreche von zertretenen Kulturen, […] von Tausenden hingeopferten Menschen. … Ich spreche von Millionen Menschen, denen man geschickt das Zittern, den Kniefall, die Verzweiflung […] eingeprägt hat

Aimé Cesaire



Genau das ist das Problem. Der Westeuropäer, der seit 400 Jahren nichts andereshttp://www.intifada.at/sites/default/files/beitrag/Apartheid_Latuff.jpg gemacht hat, als in der Weltgeschichte wie ein Barbar alle Kulturen zu zerstören, vergewaltigen, ermorden oder zu Kolonisieren. Er hat die Indios zu Millionen hingeschlachtet, die Afrikaner als Sklaven zu hunderttausende aus ihren Ländern entführt, den Indianern ihren Glauben aufgedrückt, den Indern ihre Kultur eingetrichtert und dem Muselman wie einen Neandertaler behandelt. Es war immer der Westeuropäer der den anderen Kulturen diktiert hat, wann und wie sie sich zu demokratisieren haben, wann und wie sich zu welchen Kriegsverbrechen zu bekennen haben, wann und wie sich zu verhalten haben, wann und wie sie ihre Religion zu liberalisieren haben. Dabei spielte es nie eine Rolle, dass es immer der Westeuropäer war der die Kriege angefangen hatte, beide Seiten mit Waffen belieferte und schmunzelnd diesen, mit seinen Worten; "Halbaffen" beim töten zuschaute. Dabei haben sie sich aber damit gerühmt, den kranken Menschen jenseits von Bosporus zivilisiert zu haben. Sie haben gelogen, geplündert und sich wie Barbaren aufgeführt. Es war nicht der Westeuropäer der sich für die Menschenrechte stark machte, sondern immer die unterdrückten Völker die jahrhundertelang, auf brutalste Art und weise kolonisiert oder massakriert wurden.
Es war Gandhi, Martin Luther King, Malcolm X, Nelson Mandela,Aung San Suu Kyi u.s.w.
Der Westen, der diese Menschen versklavt, ihnen ihre Religion aufgezwungen, sie massakriert, ermordet, bekriegt und ihnen jede Würde genommen hat, hat sich nicht geschämt ihre Rebellion gegen das Unrecht auf dieser Welt, die ja von dem Westeuropäer ausging, als die seinigen auszugeben.

Wie Aimé Cesaire trefflich zur Sprache brachte:

„Was man Hitler im Grunde nicht verzeiht ist] nicht das Verbrechen an sich, das Verbrechen am Menschen, dass es nicht die Erniedrigung des Menschen an sich, sondern dass es das Verbrechen gegen den weißen Menschen ist, dass es die Demütigung des Weißen ist und die Anwendung kolonisatorischer Praktiken auf Europa, denen bisher nur die Araber Algeriens, die Kulis in Indien und die Neger Afrikas ausgesetzt waren“



Jetzt sind die Kolonialherren wieder auf dem Kreuzzug; den anderen vorzuschreiben wann sie sich zu demokratisieren haben, wann sie ihre Religion als "überholt" anzusehen und wann sie sich gefälligst zu welchem Genozid bekennen sollten. Dabei geht es dem Kolonialherren nicht um die Frage, ob und wann welches Volk, weswegen massakriert wurde, nein, dem Westeuropäer geht es nur darum, dass alle anderen die Schuld tragen sollten, nur er selbst nicht. Denn der Westeuropäer ist sich seiner Schuld bewusst, dass er es war der diese Völker dazu gebracht hat sich zu massakrieren.
Es waren nicht die Muslime oder die Inder oder die Afrikaner oder die Indianer die den 1.und den 2. Weltkrieg anfingen. Nein es war der Westeuropäer, der alle Länder mit sich zusammen in den Elend stürzte. Er war es der nach belieben die einzelnen Länder mit Waffen belieferte und sich zurück zog, während diese sich bekriegten, mit einem Schmunzeln im Gesicht. Wenn es nicht die Waffen waren dann war es das Erdöl, und wenn nicht das Erdöl dann die Blutdiamanten.

Jetzt ist es wieder soweit, die Kolonialmächte werfen dem Mann an Bosporus vor, dass er sich doch gefälligst zu dem Genozid an Armenien bekennen solle. Nein, man macht es sogar zur einer Bedingung, damit der Mann am Bosporus an der Europäischen Gemeinschaft teilhaben kann. Einer Gemeinschaft die selbst mehr Völkermorde hinter sich hat, als dassman sie zählen könnte.

„Es gibt keine Vendée mehr. Sie ist mit unserem Säbel der Freiheit niedergemacht worden, mitsamt Frauen und Kindern. Ich habe sie in den Sümpfen und Wäldern von Savenay begraben. Man kann mir keine Gefangenen vorwerfen. Ich habe alles ausgelöscht.“



Es ist ekelerregend wie die Kolonialherren über den Mann am Bosporus richten ohne sich ihrer eigenen Geschichte zu schämen, nein vielmehr noch, ihre eigene Geschichte geschickt vertuschen.
Niemand würde auf die Idee kommen Israel eines Völkermordes an den Palästinensern zu beschuldigen, die Amerikaner an den Afghanen oder den IRAKern zu beschuldigen, die katholische Kirche an den Indios zu beschuldigen. Letztere mussten sich vom Papst anhören, das es ja nur zu ihren besten gewesen wäre. So wäre ihnen die Hölle erspart!

Der mexikanische Menschenrechtler Abel Barrera erklärte:"Es ist eine ethnozentrische, rassistische und wenig respektvolle Sicht der indigenen Kulturen." Die venezolanische Ministerin für indigene Völker, die Indianerin Nizia Maldonado, bezeichnete die Kolonisierung Lateinamerikas als Völkermord.
Nach Angaben des katholischen Indianermissionsrates in Brasília wurden allein in Brasilien zwischen1500 und 2001 etwa 1.470 indianische Volksgruppen ausgerottet.

Das Bleichgesicht, wie ihn die Indianer vortrefflich beschreiben ist nie bereit gewesen seine Genozids an dem Indianer zuzugeben. Denn der Kolonialherr macht keine Fehler und wenn dann haben das diese Neandertaler herbeigesehnt. (Laut dem Papst sollen sich die Indios das wirklich herbeigesehnt haben!!!)

"Es ist arrogant und respektlos, unser kulturelles Erbe als zweitrangig zu bewerten."
Jecinaldo Satere Mawe, Leiter des Amazonas-Stammes Coiab


Aus der Sicht des Europäers ist der Schwarze "Neger", der Türke "Nationalist" die Indios "Selbst schuld", die Moslems "Terroristen", die Ureinwohner auf jeglichem Kontinent "unzivilisiert" und daher müssen sie Zwangszivilisiert werden.

Ich hatte gehofft das der Westeuropäer so gerecht wäre, sich hinzusetzen und mit mir die Historischen Zusammenhänge aufzuarbeiten. Aber anstatt auch nur den Versuch zu machen die Osmanischen Türken zu verstehen und die Zusammenhänge aufzuarbeiten, hat man sich mit einer mir unverständlichen, irrsinnigen kolonialgebären auf den Artikel gestürzt und alles andere ausgeblendet. Denn der Mann am Bosporus hat sich halt zu diesem Genozid zu bekennen, wenn die westlichen Mächte dies verlangen. Niemand hat sich auch nur die Mühe gemacht nachzuschauen wer den Krieg anfing, wie viele osmanische Türken massakriert wurden, woher die Waffen kamen, welche Westeuropäische Mächte ihre Finger im Spiel hatten. Dabei hat der Westeuropäer keine Ahnung davon was der Armenier für eine Religion hat, wie seine Kultur aussieht, was er für Essgewohnheiten hat, welche Musik er mag, nein sogar die Nationalflagge ist dem Europäer unbekannt. Eigentlich ist dem Europäer die armenische Bevölkerung nicht von Bedeutung. Es geht nur um das eine "Der Westen hat es gesagt, alle anderen haben es zu akzeptieren".

Das der Westen bei diesen "zwangszivilisierungen", alle Menschen brutal niedergemetzelt, ermordet, kolonisiert und ganze Landstriche vernichtet hat, war dem Westeuropäer schon immer egal. Völkermorde machen nur unzivilisierte, der Westeuropäer aber bringt die Demokratie!
Obwohl ich, "der kranke Mann von Bosporus", beide Seiten beschuldigt habe, zwecks Grausamkeiten; war es den meisten egal. Trotzdem wurde mir vorgeworfen, ich hätte das Leid der Armenier geleugnet!

Niemand kam auf die Idee die Armenier zu fragen warum sie ihre Archive nicht öffnen, warum sie nicht bereit waren, sich einem Historikerkommission zu stellen. Niemand war bereit die Historischen Fakten aufzuarbeiten, niemand war bereit sich zu fragen wie viele osmanische türken durch die Armenier ermordet wurden. Aber darum ging es ja auch gar nicht...
Nein, das interessiert nämlich eigentlich niemanden. Warum sollten die Türken besser sein als die Deutschen, der deutsche hat den Holocaust, dann muss halt der Türke auch einen Genozid haben! Das war es was unausgesagt zwischen den Zeilen zu lesen war und nur darum ging es im endeffekt. Die Quellen und Archive waren bei der Suche nach der Wahrheit nur hinderlich, daher wurden sie schnell wieder wegtorpediert.
In der Not zivilisiert man die "Halbaffen" halt unter zwang!

Mustafa Celebi

17:42 30.12.2011
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Muhabbetci

Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du. (Ghandi)
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Muhabbetci

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