Was sagt der Koran dazu..?

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Ich schrieb vor kurzem einen Artikel mit dem schönen Titel " Das Opferfest 2010". Ich ahnte nicht das es von extrem grosser Bedeutung für viele Tierschützer werden würde.


Dieser Artikel wurde von vielen Tierschützer Vereinen aufgegriffen und in ihren Homepages rein gesetzt. Selbst ins Englische wurde es übersetzt *. Allein im Facebook wurde der Artikel über hunderte mal weitergereicht.
Ich bekam sehr viel Zustimmung von Tierschützern, aber auch leider Kritik von bestimmten Personen. http://view.stern.de/de/picture/1531732/Tierfotografie-Tierportrait-Schaf-Tierkinder-Lamm-Tierbaby-lieb-510x510.jpg
Was ich aber in dem Artikel nicht berücksichtigt hatte, war , wie die Schlachtung denn zustande gebracht werden könnte.
Also schrieben mich viele Tierschützer an und baten mich, das ich einen Artikel darüber schreiben sollte, was der Koran über die Betäubung der Tiere sagen würde. Denn die Tierschützer möchten zwar, das kein Tier getötet wird aber sie sagen :" Wenn es denn nun sein muss, dann bitte auf eine Humane Art und weise".
Deswegen möchte ich mich hier dazu äussern und anhand des Korans zeigen was man tun sollte, oder aber auch nicht tun sollte.

Die gängige Meinung ist::" Das Tier würde nicht "halal" (rein) sein, wenn es betäubt wäre". Wie kommen denn diejenigen dazu dies zu sagen?

Es gibt eine einfache Art im Koran, wie man etwas als Halal oder Haram bezeichnen kann oder auf eine Frage diesbezüglich eine Antwort bekommen kann.
Der Koran sagt nämlich:

6:114 (Sag:) "Soll ich denn einen andern Richter suchen als Gott, wo er es doch ist, der die Schrift, im einzelnen dargelegt, zu euch herabgesandt hat?"



In einer anderen Sure:

29:51 Genügt es ihnen denn nicht, dass Wir dir das Buch herniedergesandt haben, das ihnen verlesen wird?



Damit ist es deutlich, das man nur den Koran nehmen muss um eine Antwort darauf zu bekommen, ob denn nun ein Tier betäubt werden darf oder nicht.

Dafür gibt es eine ganz einfache Koranische Formel. Alles wozu der Koran nichts sagt, liegt im ermessen des Menschen. Das heisst, wenn der Koran keinen ausdrücklichen Verbot ausgesprochen hat, dann muss der Mensch nach seinem Gutdünken, seinem Verstand und mit seiner Logik an die Sache rangehen.

Der Koran sagt über Tiere, das sie Völker wären wie wir es sind. Damit ist gemeint, das sie genau wie wir, lebende, fühlende Wesen sind.

6/38 Wahrlich kein Tier gibt es und keinen Vogel, der mit seinen Schwingen fliegt, die nicht Völker wie ihr wären. Als dann werden auch sie zu ihrem Herrn versammelt.



Der Prophet sprach :"Eine gute Tat an einem Tier ist genauso verdienstvoll wie eine gute Tat an einem Menschen, während eine grausame Handlung an einem Tier genauso schlimm ist wie eine grausame Handlung an einem Menschen. Wer immer auch freundlich zu den Geschöpfen Gottes ist, ist freundlich zu sich selbst."

An einer anderen Stelle sagte er:"Das unnötige Schlachten, Töten, Schlagen und grausame Behandeln von Tieren ist eine große Sünde."

Nun haben wir einen Fundament auf dem wir die Frage beantworten können, ob ein Tier betäubt werden sollte bevor es geschlachtet wird.

Frage 1: Gibt es irgendein Verbot im Koran der das Betäuben verbietet?
Antwort: Nein, dazu wird nichts im Koran erwähnt. Genau das Gegenteil ist der Fall. Man muss die Tiere gut behandeln, da sie fühlende Lebewesen sind wie wir.

Frage 2: Gibt es irgendeine Äusserung aus dem Munde Mohammeds der dies verbietet?
Antwort: Nein, gibt es nicht.

Wenn nun Gott nichts im Koran dazu gesagt hat und wenn der Prophet Mohammed nichts dazu gesagt hat, wer nimmt sich dann das Recht heraus zu sagen:" Betäuben wäre nicht halal".

10/59. Sprich: «Was ist mit euch los, das ihr etwas Halal(rein) oder haram(verboten) macht» Sprich: «Hat Allah euch (das) gestattet oder erfindet ihr Lügen wider Ihm?»



16/116. Und sagt nicht - auf Grund des Falschen eurer Zungen -: «Das ist erlaubt(halal), und das ist nicht erlaubt(Haram)», so daß ihr eine Lüge erdichtet gegen Gott. Die eine Lüge gegen Gott erdichten, sie haben keinen Erfolg.



Niemand also ausser Gott kann etwas verbieten.

Jeder Übergriff auf den Körper eines lebenden Wesens, der Schmerz oder Krankheit verursacht, steht im Widerspruch zu den Prinzipien des Islams.
Al-Hafiz, Basheer Ahmad Masri Imam

Also ist das Betäuben des Tieres, damit man dem Tier leid erspart die Pflicht eines jeden Moslems. Denn keine Schlachtung darf einem Tier unnötig leid zufügen.
Der Prophet selber liess niemals zu das ein Tier gequält, misshandelt oder irgendwie anders missbraucht wurde.

Also ist es die Pflicht eines jeden Moslems, das Tier zu betäuben. Denn der Koran sagt ja " Sie sind Völker wie ihr".
Würde man einen Menschen operieren ohne ihn betäubt zu haben?
Nein, das wäre eine unglaubliche Qual.
Warum spricht man diesen Tieren, die sich selbst dagegen nicht wehren können, dieses recht nicht zu?
Ohne zweifel würde der Prophet heute rufen, wenn er sehen würde was die Menschen aus seiner Religion gemacht haben:

25:30 Der Gesandte wird sagen: "O mein Herr! Mein Volk hat diesen Koran verlassen!"



Was sagte der Prophet noch über die Tiere?
„Es gibt keinen, der einen Spatzen töten oder etwas noch kleineres, der es nicht verdient hätte, am Jüngsten Tag vor Gott Rechenschaft abzulegen.“
Al-Furu Min-al-Kafi Lil-Kulini; 6:230.

Mustafa Çelebi

* Einen besonderen Dank für Vahana Hilke wegen der Übersetzung ins Englische.

Bild: stern.de

12:27 25.11.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Muhabbetci

Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du. (Ghandi)
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Muhabbetci

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