Welche Alternative für Rassismus benutzen sie?

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Es ist immer wieder erstaunlich zu welchen Äusserungen manche Menschen fähig sind. Vor allem wenn der Blogger einen nicht Deutschen Namen trägt und zugegeben bewusst offen provoziert. Dann können schon mal Sätze fallen wie :" Er ist ein Antisemit", " Ein Islamist", "Ein bezahlter Schreiber" oder aber auch " Er will die Scharia in Deutschland einführen". Diese Menschen merken nicht, wie rassistisch ihre Äusserungen eigentlich denn nun sind.

Das Migranten in Deutschland immer wieder rassistischen Angriffen ausgesetzt sind und die am meisten benachteiligte Gruppe in Deutschland ist, dürfte spätestens seit dem EU-Bericht allen klar geworden sein. Die Ablehnung "Der Anderen" fängt bei der Job-Suche an und macht selbst in einem Kindergarten keinen halt. War es nochhttp://www.merje.de/gegen_gewalt/bilder/bildung.gif vor ein paar Jahren verpönt, Menschen anderer Herkunft öffentlich zu benachteiligen oder zu beschimpfen, so ist diese moderne Art der Diskriminierung schon längst in der Mitte Deutschlands angekommen.

Natürlich hat sich das Feindbild verändert. Waren es früher alle Ausländer die als "Fremde" galten und daher abgelehnt wurden, so sind es nun die "Moslems" die für alles ihren Kopf hinhalten müssen.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell man als "Islamist" abgestempelt wird, obgleich man sich als "Laizist, Demokrat oder liberal" bezeichnet.
99,85 % der Moslems sind übrigens keine "Islamisten"!

Eine Studie im Auftrag der EU sagt dazu:

So meint beispielsweise die Hälfte der in Deutschland lebenden Türken, Diskriminierung sei weitverbreitet. Gefolgt werden sie von den Bürgern Ex-Jugoslawiens mit 46 Prozent.

37 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in den letzten 12 Monaten persönlich diskriminiert worden waren. 12 % wurden in den vergangenen 12 Monaten selbst Opfer rassistischer Vorfälle, wobei jedoch 80 Prozent dieser Betroffenen den Vorfall nicht der Polizei meldeten. Unter Türken lag die Quote, nicht gemeldeter rassistischer Angriffe bei 90 Prozent.

Der höchste Grad an Diskriminierung wurde von Roma berichtet. Die Hälfte aller Befragten gab an, dass sie in den letzten 12 Monaten diskriminiert worden waren. Afrikaner aus Ländern südlich der Sahara und Nordafrikaner berichteten ebenfalls über einen hohen Diskriminierungsgrad (41 Prozent bzw. 36 Prozent).1



Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit?

Der Begriff "Rassismus" wird in Deutschland relativ wenig benutzt. Dies liegt damit zusammen das dieses Wort einfach durch Wörter wie "Ausländerfeindlichkeit" bzw "Fremdenfeindlichkeit" ausgetauscht werden. Auch die Ermordung von Migranten (Früher Gastarbeiter, später Fremde heute Migrant) oder Anschläge gegen die Unterkünfte von Asylbewerbern, werden als ausländer- oder fremdenfeindliche Übergriffe bezeichnet.
Diese Art der Berichterstattung führt dazu, dass rassistische Übergriffe gar nicht als solche wahrgenommen werden. Dieses wiederum führt zu der irrtümlichen Annahme, dass es sehr wenige bis gar keine rassistische Straftaten in Deutschland begangen würden. Natürlich darf man die Geschichte Deutschlands nicht vergessen und die Nähe zur der Rassenideologie des dritten Reiches ausser acht lassen. Denn erst dadurch wurde dieses Wort verteufelt und versucht, so gut wie es geht, zu verdrängen. Ob es im Endeffekt die richtige Art des Umgangs mit dem Wort gewesen sei, darf man bezweifeln. Das der Schuss irgendwann in der Zukunft nach hinten gehen würde, konnten die Gründungsväter nicht wissen.

Aber auch der Begriff "Fremdenfeindlichkeit" ist ziemlich problematisch. Dieses Wort unterstellt dem Opfer, das er ein "Fremder"wäre und (im weitestem sinne) die Mehrheitsgesellschaft eben aggressiv darauf reagieren könnte.

Ein anderer Kandidat, das sowohl von der Politik wie auch durch die Medien sehr gern benutzt wird, ist der Begriff "Rechtsextremismus". Dieses Wort ist insofern problematisch, weil es zwar eine bestimmte Gruppe (meistens Junge Menschen) der Rechten Szene einordnet aber nicht vom Phänomen als Rassismus redet.

Zu Recht hat die Europäische Kommission, Deutschland mit den Worten:"In Deutschland wird noch zu wenig gegen die Diskriminierung von Ausländern und Minderheiten getan." gerügt.
Sie forderten die Bundesregierung auf; rassistische Motive bei allgemeinen Verbrechen besonders zu erwähnen und die Anti-Rassismus-Gesetze (in Deutschland mit dem Wort "Anti-diskriminierungsgesetz" ausgetaucht) in der Praxis vehement anzuwenden und nicht in einem zu engem Rahmen auszulegen.

Aber nicht nur die EU rügte die Bundesregierung sondern auch die UNO. Der Menschenrechtsrat der UNO, warf der Bundesregierung vor, dass sie nicht genug den Rassismus bekämpfen würden und sie sollten mehr Eigeninitiative bei der Aufdeckung von rassistischer Diskriminierung zeigen.

Das der Rassismus online sehr viel offener gezeigt und zur show gestellt wird dürfte inzwischen auch allen klar sein. Was früher hinter geschlossen Türen und Fenstern geschah ist seit Sarazzinz Buch hoffähig geworden. Alle muslimischen Bürger werden unter dem Generalverdacht gestellt, sie könnten ja "Terroristen" sein. Wenn dazu dann noch bestimmte Politiker laut rufen "Der Islam gehöre nicht zur Deutschland" und "Die Ausländer sollten sich dem Christlich-Jüdischem Leitkultur" anpassen, dann ist der Mob in seiner Denkweise bestätigt.

Dabei merken viele nicht wie krank diese Aussagen eigentlich im Kern sind.
Man stelle sich nun einmal vor..., ein Minister würde fordern: "Die homosexuellen sollen sich dem Heterosexuellen Kultur Deutschland anpassen..".
Oder ein Politiker würde sagen: "Der Atheismus gehöre nicht zur Deutschland".
Womit er insofern recht hätte, das zumindest die Kultur Deutschlands nicht vom Atheismus geprägt ist.
Darf man in einer Demokratie einem Menschen vorschreiben wie er leben möchte?
Das Grundgesetz erlaubt es jedem Menschen der in diesem Land lebt, die völlige Freiheit so zu leben wie er/sie es für richtig hält, sofern diese Personen anderen keinen schaden zufügen.

Artikel 2

(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Artikel 3

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
Artikel 4

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
...



Würden sie nicht auch sagen, dass Menschen wie der Herr Innenminister Friedrich oder aber auch CSU-Chef Horst Seehofer dir Grundrechte der muslimischen Bürger, die in diesem Land leben, verletzt haben?
Nun bin ich kein Richter und auch kein Anwalt aber die Grundrechte des einzelnen ist im Grundgesetz nicht nur fest verankert sondern auch bewusst sehr leicht verständlich niedergeschrieben.
Ich persönlich fühle mich in Deutschland, durch solche Aussagen in meinen Grundrechten aufs tiefste verletzt.

Übrigens was will man uns eigentlich sagen?

"Der Islam gehört nicht zur Deutschland" bedeutet soviel wie "Wer ein Moslem ist, hat hier nichts zu suchen!".
Ob man es nun so herum, oder so herum liest.
Zurück bleibt nur ein bitterer Geschmack von Rassismus...
Oder Fremdenfeindlichkeit?
Oder doch eher Ausländerfeindlichkeit?
Und zwei neue Wörter sind dazu gekommen, "Islamphobie" und "Islamfeindlichkeit.

Aber Rassismus? Nein, das passiert nicht in Deutschland.



Mustafa Çelebi


1 Migazin

2 Die Presse

18:33 01.04.2011
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Muhabbetci

Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du. (Ghandi)
Muhabbetci

Kommentare 252

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