Will die Türkei noch in die EU?

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Das Land am Bosporus gilt als rückständig, und zurückgeblieben. Warum auch immer hat sich in den Köpfen vieler Europäer solch ein Bild eingebrannt. Wer aber einmal in der Türkei war, weiß das die Türkei schon längst in der Moderne angekommen ist.

Hauptgrund für dieses Bild in den köpfen der Menschen ist, das Deutschland, Frankreich, Österreich, Niederlande und die Schweiz alles tun, damit dies auch so bleibt. Dabei hat die Türkei die Wirtschaft der EU und Amerikas weit hinter sich gelassen. Daher fordert auch die OECD den EU-Beitritt der Türkei zu beschleunigen. Der OECD-Wirtschaftsexperte Andrew Dean sagte:“"Wir glauben, dass ein EU-Beitritt der Türkei positiv wäre“.http://koptisch.files.wordpress.com/2010/07/04_02_16_merkel_tuerkei_eu.jpg
Das Wirtschaftswachstum der Türkei ist fast doppelt so hoch wie der Europäische durchschnitt laut IWF Bericht „Regional Economic Outlook: Europe“.
2011 wird die Türkei Partnerland von BITKOM und CEBIT. Trotzdem stellt sich Deutschland und Frankreich quer und verhindert damit den Beitritt der Türkei in die EU.
Türkei ist weltweit auf platz 15 der Wirtschaftsstärksten Länder und wird wahrscheinlich von Platz 15 auf 13 hochjagen. Von den Europäischen Ländern sind in den G20 nur Deutschland, Italien, Frankreich und das Vereinigte Königreich vertreten.

Derzeit kursiert am Bosporus ein böser Witz. Frage: Wann wird die Türkei Mitglied der Europäischen Union (EU)? Antwort: Im Jahre 2180. Warum? Weil in den Gesprächen zwischen Ankara und Brüssel 35 Verhandlungskapitel bewältigt werden müssen – und nach fünf Jahren gerade mal ein Kapitel abgeschlossen ist. Für die übrigen 34 braucht es also noch 170 Jahre.
Gar nicht witzig findet das der türkische EU-Chefunterhändler Egemen Bagis. Er nennt den Verlauf der Beitrittsverhandlungen frus­trie­rend, unfair, unhaltbar. Niemand wisse, wo das hinführe, sagt der türkische Staatspräsident Abdullah Gül. «Wenn ihr uns nicht wollt, dann sagt es auch, haltet uns nicht hin», soll Regierungschef Tayyip Erdogan dem deutschen Aussenminister Guido Wes­ter­wel­le kürzlich gesagt haben.1



Obwohl viele Länder Europas mit weitaus schlechterer Wirtschaft aufgenommen worden sind, wurde die Türkei immer vertröstet? Jetzt ist aber etwas eingetroffen was der EU nicht gefällt, das auch der Grund ist weswegen die OECD die Türkei im Boot haben möchte. Die Türkei ist für Ausländische Investoren sehr lukrativ geworden, zugleich aber ist die Türkei sehr zögerlich mit dem Beitritt in die EU und drängt auch nicht mehr wie sie es früher getan hätten aufgenommen zu werden. Man stelle sich einmal vor, die Türkei würde von selbst aus nicht mehr in die EU wollen, was dann geschehen kann liegt auf der Hand. Jetzt schon hat die Türkei wirtschaftliche Abkommen mit vielen Nachbarstaaten getroffen.
Die EU, vor allem Deutschland und Frankreich sollte ihre Politik noch einmal überdenken und sich für den Beitritt der Türkei in die EU stark machen. Denn sollte dieser Kurs so weiter gehen, fürchte ich wird die Türkei die EU verschmähen.
Persönlich bin ich (noch) für den EU-Beitritt der Türkei obwohl selbst mir so langsam Zweifel aufkommen ob die Türkei diesen Schritt wagen sollte. Einst steht jetzt schon fest, die Türkei wird eines der Wirtschaftsstärksten Länder in Europa werden.

Mustafa Çelebi
1 Quelle










05:25 08.12.2010
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Geschrieben von

Muhabbetci

Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du. (Ghandi)
Muhabbetci

Kommentare 118

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