RE: Die falschen Debatten | 11.11.2017 | 13:03

Voll d'accord, sehr treffend formuliert!

RE: Die falschen Debatten | 11.11.2017 | 03:21

Die verschiedenen Richtungen ("Flügel") einer Partei muss man zwar irgendwie unterscheidbar machen. Aber die immer wieder bemühten gesäßgeografischen Zuordnungen öden mich nur noch an. Wer sich da nach dem Empfinden stets empörungsbereiter oder denunziantischer ideologischer Platzanweiser angeblich bei der AfD, Tod oder Teufel anbiedert, geht mir am Gesäß vorbei. Wichtig ist nur, dass DIE LINKE nach wie vor denen Gehör verschafft, die in dieser Gesellschaft nach wie vor an den Rand gedrängt werden. Und sie sollte - um der AfD nicht genauso in die Hände zu spielen wie die "Volksparteien" CDU/CSU und SPD - niemals den Versuch machen, den Betroffenen einzureden, die eigene Wirklichkeit falsch wahrzunehmen. Politische Aufklärung gegen die Lebensrealität der Menschen ist zum Scheitern verurteilt. Und genau darum geht es Wagenknecht/Lafontaine.

http://www.ardmediathek.de/tv/NACHTCAF%C3%A9/An-den-Rand-gedr%C3%A4ngt-von-denen-die-ni/SWR-Fernsehen/Video?bcastId=247716&documentId=47356722

RE: Die falschen Debatten | 10.11.2017 | 21:43

Der langfristige "Weg zur Macht" wäre nicht die einzige Option für eine Partei, die im September 2017 trotz achtbarer 9,2 Prozent Stimmenanteil gleich durch zwei Parteien, AfD und FDP, vom Siegerpodest weggebissen wurde und unter den Oppositionsparteien - käme Jamaika denn zustande - derzeit nur den undankbaren dritten und letzten Platz belegt. Den unteren 25 Prozent der Bevölkerung eine glaubwürdige linke Stimme zu verleihen und vor allem denjenigen eine politische Heimat zu geben, die sich nicht erneut einer machtpolitisch stets verführbaren SPD an den Hals werfen wollen oder den Schalmaienklängen einer im Kern neoliberal-populistischen AfD-Propaganda widerstehen, ist für sich verdienstvoll genug.

Programmatische Geschlossenheit ist allerdings angesichts des gegenwärtig sich vollziehenden innerparteilichen Umbruchs der LINKEN, insbesondere des Wandels von der ostdeutschen Volks- und Protestpartei zur intellektuellen Alternative für eine "relativ privilegierte Schicht junger Städter", immer schwerer herzustellen. Wer beobachten konnte, wie in einem westdeutschen Kreisverband altgediente Gewerkschafter und die neuen Armen dieser Gesellschaft um den innerparteilichen Konsens ringen, kann sich den gemeinsamen Nenner jenseits "sozialromantischer Träumereien" mit den "Angehörigen eines jungen, akademischen Milieus, deren eigenes Linkssein eher stylisches Accessoire als eiserne Überzeugung ist", nur schwer vorstellen. Doch es gibt zu der Aufgabe, ein "effektives Narrativ" zu erarbeiten, "das es all diesen disparaten Gruppen erlaubt, sich mit einer gemeinsamen Sache zu identifizieren", keine Alternative. Falsch wäre es allerdings, wenn einer der Partei-Flügel die Richtungsentscheidung in den drängenden Fragen dieser Zeit für sich beanspruchte. Derzeit sollte man unter den Bedingungen eines innerparteilichen Burgfriedens beobachten, welche Konstanten sich im Nebel der kaum sicher prognostizierbaren wirtschaftlichen und weltpolitischen Entwicklungen herausschälen.

Derweil erfordert eine Grundsatzfrage die volle Aufmerksamkeit der politischen Akteure, die man bereits für entschieden hielt. Es geht - im nationalen wie internationalen Maßstab - um das Verhältnis zwischen Stadt und Land. Dass die Metropolregionen beständig wachsen und die ländlichen Gebiete, in denen weiterhin über die Hälfte der Bevölkerungen lebt, sich damit abzufinden hätten, eben abgehängt zu sein und Einbußen an Lebensqualität hinzunehmen hätten, ist nicht länger konsensfähig (und auch nicht verfassungskonform!). Damit steht ein gesamtgesellschaftlicher Umbau im Rahmen regionaler Entwicklungsstrategien auf der Agenda, wie er seit dem Ende des zweiten Weltkriegs nicht mehr stattgefunden hat. Mancher mag noch gar nicht verinnerlicht haben, welcher Handlungsbedarf sich da aufgestaut hat. "Der Erhalt beziehungsweise die Wiederherstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse ist mehr als eine gesellschaftspolitische Aufgabe. Sie ist ein grundgesetzlich verbrieftes Recht. Die Verantwortlichen in Bund, Ländern und Kommunen müssen dieses Recht ernst nehmen." schreibt Eva Quadbeck auf rp-online. Im Kampf um die Wählergunst und künftige Mehrheiten ist der große Ideenwettbewerb unter den Parteien ausgebrochen. Plötzlich entscheidet sich auf der kommunalen Ebene, wer demnächst die Nase vorn hat - selbst auf der großen politischen Bühne im fernen Berlin. Eine große Chance für die Linke, das im Osten bereits langjährig bewährte Profil der Kümmererpartei zum verbindenden Narrativ zwischen Parteiflügeln, Alt- und Neuwählern zu machen.

RE: Raus aufs Land | 10.11.2017 | 12:34

Hat sich nicht inzwischen längst herausgestellt, dass das Einsparpotenzial von Gebietsreformen nur minimal ist? Siehe https://www.zdf.de/politik/frontal-21/streit-um-gebietsreformen-100.html

Warum provoziert man also immer wieder Volksaufstände - für Nixundwiedernix?

Und haben wir nicht inzwischen einen Paradigmenwechsel in der Raumordnungs- und Regionalentwicklungspolitik? Ich empfehle hierzu die grundlegenden Hinweise von Prof. Holger Magel (siehe http://www.akademie-bayern.de/news.php).

RE: Parmesan und Partysan | 30.10.2017 | 10:07

Dann sind Sie vielleicht zu sehr Partysan. Machtjanix.