M. Valeed A. Sethi

Ich (34, Sohn pakistanischer Flüchtlinge) bin Kinderchirurg in der Region Hannover. Ich arbeite für die Hilfsorganisation Humanity First.
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M. Valeed A. Sethi
RE: Ist das noch Neugier oder schon Rassismus? | 01.07.2020 | 18:27

Sehr geehrter Flegel,

Sie sind doch gar nicht angesprochen. Hier war @Waschbaer angesprochen. Ich habe an Ihrer Art der Kommunikation nichts auszusetzen. Ich bin nur mit dem Inhalt nicht einverstanden. Ansprechen können Sie mich, wie es Ihnen beliebt.

RE: Ist das noch Neugier oder schon Rassismus? | 01.07.2020 | 13:43

Sehr geehrte Frau Waschbaer,

Sehr geehrter Herr Waschbaer,

Wenn Sie auf formelle Anrede Wert legen, dann nutzen Sie auch gerne meinen Titel. Des Weiteren ist es anhand Ihres Namens nicht ersichtlich, mit welchem Geschlecht die Ansprache zu sein hat. Würde dies für mich offensichtlich, zum Beispiel in dem Sie Ihren ganzen Namen offenlegen würden, würde ich natürlich auch das korrekte Geschlecht verwenden. Ansonsten bietet uns unsere Muttersprache ja eine gute grammatikalische Lösung des hier vorliegenden Problems, nämlich die Benutzung des generischen Maskulinums.

Die Anrede "Liebe/Lieber" ist im Übrigen eine neutrale bis formlose Ansprache. Wenn der Nachname des Gesprächspartners nicht bekannt ist, und Ihr Profilname offenbart sich mir nicht auf dem ersten Blick als Nachname, dann ist das durchaus eine gängige Ansprache.

"BEWUSSTES Einverleiben aller Menschen in die Gemeinschaft Ihrer LIEBEN BRÜDER?" Was ich davon halten soll, weiß ich auch nicht. Weil ich Muslim bin, will ich bestimmt alle Menschen in meine Gemeinschaft einverleiben, weil ich nicht die höchste Form formeller Anrede verwendet habe? Ist das Ihr Ernst? Und das am Tag gegen antimuslimischen Rassismus? Entlarvender hätte Ihr Beitrag kaum noch sein können.

Wenn Sie keine inhaltlichen Argumente haben und deshalb auf Vorurteile gegenüber dem islamischen Glauben zurückgreifen, ist das eine Bestätigung dessen, was ich in meinem Blog geschrieben habe.

Im Übrigen habe ich sehr viel positive Resonanz von den Lesern erhalten. Diejenigen, die den Kommentarbereich geflutet haben, können an zwei Händen abgezählt werden. Ich würde also von einem lauten Entsetzen von Wenigen sprechen.

RE: Ist das noch Neugier oder schon Rassismus? | 01.07.2020 | 12:00

Absolut richtig. Freie Entscheidung der Eltern bzw. der Sorgeberechtigten.

RE: Ist das noch Neugier oder schon Rassismus? | 01.07.2020 | 11:59

Lieber Grenzpunkt o,

ich habe nicht behauptet, dass die Beschneidung der Benutzung von Kondomen überlegen wäre. Das sagt die Studie auch nicht. Außerdem gibt es neben HIV ja noch andere sexuell übertragbare Krankheiten, gegen die die Beschneidung protektiv wirkt. Da wäre zum Beispiel HPV, HSV oder Syphilis. Aber ich glaube Sie stören sich am Begriff "protektiv". Dieses heißt mitnichten, dass es sich hier um einen 100%igen Schutz handelt sondern lediglich, dass der Schutz im Vergleich zur nicht-Anwendung der Methode höher ist.

Es steht Ihnen natürlich frei, sofern Sie Englisch können, den Originalartikel, den ich verlinkt habe, selbst zu lesen. Hätte ich hier nur populistisch etwas in den Raum stellen wollen, hätte ich wohl kaum die Originalarbeit verlinkt.

Im Übrigen gilt die Rate an Beschneidungen in Ländern mit einer hohen HIV-Prävalenz bei der WHO als eines der wichtigsten Parameter für einen erfolgreichen Kampf dieser Länder gegen die Ausbreitung des HI-Virus.

Dass man all diese wissenschaftlichen Fakten in Deutschland nicht wahrhaben möchte ist der gesellschaftlich-religiösen Voreingenommenheit geschuldet.

RE: Ist das noch Neugier oder schon Rassismus? | 01.07.2020 | 09:52

Lieber gelse,

laut der oben zitierten Metaanalyse, im Übrigen die umfangreichste Metanalyse bisher mit einem Beobachtungszeitraum von über 10 Jahren, ist die männliche Beschneidung protektiv gegen diverse sexuell übertragbare Krankheiten wie zum Beispiel auch HIV, wenn Sie idealerweise im Alter von ca. 6 Jahren durchgeführt wird.

Der Eingriff ist sehr risikoarm, aber natürlich ist kein Eingriff frei von Risiken. Aber Impfungen sind zum Beispiel auch nicht risikofrei. Trotzdem impfen wir unsere Kinder um ihnen den bestmöglichen immunologischen Schutz zu gewähren. Ähnlich ist es aus medizinischer Sicht bei der männlichen Beschneidung zu sehen.

RE: Ist das noch Neugier oder schon Rassismus? | 01.07.2020 | 05:42

Lieber moinmoin,

es geht nicht um Wichtigkeit einzelner Themen, sondern darum, dass es in diesem Blog weder um Religion noch um Beschneidung geht. Ich weiß, es fällt schwer, beim Thema zu bleiben und seinen Ressentiments nicht freien Lauf zu lassen, aber versuchen Sie es wenigstens

Trotzdem, weil Sie sich für das Thema Beschneidung offensichtlich sehr interessieren: Die männliche Beschneidung ist eine abrahamtische Tradition und hat somit in allen abrahamitischen Religionen eine Grundlage. Also auch im Islam. Außerdem ist die männliche Beschneidung von namhaften kinderärztlichen Gesellschaften wie der "American Academy of Pediatrics" empfohlen. Siehe hierzu eine Metaanalyse aus 2012: https://pediatrics.aappublications.org/content/130/3/585

RE: Ist das noch Neugier oder schon Rassismus? | 30.06.2020 | 17:00

Liebe Biene,

Ihr Kommentar ist am Blog vorbei.

Gerne werde ich zu diesem Thema einen eigenen Blog schreiben. Bis dahin bitte ich Sie um Geduld.

Mit freundlichen Grüßen

RE: Ist das noch Neugier oder schon Rassismus? | 27.06.2020 | 15:42

Liebe Biene,

das war mir nicht bewusst. Und obwohl die Datenlage laut Ihrer Quelle für Asien mehr als dürftig ist um verlässliche Aussagen machen zu können, glaube ich nach der Recherche Ihrer Quelle, dass das Problem in Asien wahrscheinlich unterschätzt wird. Ich werde mich hierzu mittelfristig besser informieren. Vielen Dank für den Denkanstoß.

An der Grundaussage ändert sich aber nichts, dass weibliche Beschneidung in christlichen wie auch muslimischen Gesellschaften vorkommt. Und sie ist gleichermaßen zu verurteilen. Sie hat weder im Islam noch im Christentum eine Grundlage.

Da ich selbst in Westafrika beruflich tätig bin, weiß ich, dass dort die weibliche Beschneidung vor allem auf die Traditionen der lokalen Naturreligionen zurückgehen.

2. Der Kampf gegen jede Form des Terrorismus und Extremismus ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Die Lösung ist nicht, die Opfer dieser Gewaltideologien aus der Öffentlichkeit zu verbannen, sondern vielmehr die Hetzer und Hassprediger. Den Kampf gegen den Antisemitismus kämpft man ja auch nicht, in dem man den Juden sagt, Sie sollen bitte ihre Religion nicht öffentlich ausleben.

RE: Ist das noch Neugier oder schon Rassismus? | 27.06.2020 | 14:04

Liebe Biene,

nachdem Sie die Diskussion eröffnet hatten, haben Sie sich aber sehr fleißig zurückgehalten :-).

Und nun inhaltlich zu Ihrem Kommentar:

Ja, ich bin Muslim. Da ich obendrein ja auch Kinderchirurg bin, habe ich schon viele Kinder beschnitten. Die weibliche Beschneidung, auf Sie anspielen, hat wiederum mit dem Islam nichts zu tun. Es handelt sich hierbei um eine afrikanische Tradition, die gleichermaßen von Christen und Muslimen in einigen Ländern durchgeführt wird. Viele Christen und Muslime in einigen afrikanischen Ländern haben sich nämlich die Traditionen der jeweiligen Naturreligionen beibehalten.

Die Frage, ob ich selbst weibliche Beschneidungen durchführe, nehme ich jetzt mal als Ironie auf.

Während ich Ihrem übrigen Kommentar fast vollständig zustimmen kann, muss ich aber wohl bei Ihnen dennoch "einpacken". Ich bin Beauftragter für interreligiösen Dialog in der Stadt und Region Hannover. Es ist also meine Aufgabe, unsere religiösen Werte nach außen zu präsentieren.

In diesem Blog geht es aber nicht um Religion. Dieses Thema war ohnehin von einigen Hetzern in diesem Forum ins Spiel gebracht worden, als sie inhaltlich nichts mehr beizutragen hatten. Sie aber müssen sich die Frage stellen, ob gläubige Muslime nicht frei ihre Religion ausleben können und trotzdem bei anderen gesellschaftlichen Themen mitreden dürfen, ohne zunächst ihre religiösen Überzeugungen zu verteidigen?

RE: Ist das noch Neugier oder schon Rassismus? | 27.06.2020 | 01:06

Lieber Waschbaer,

danke, dass Sie fragen. Mein Fazit hatte ich relativ weit am Anfang schon formuliert: "Entscheidend ist, an welcher Stelle im Gespräch diese Frage gestellt wird und wie das Beziehungsverhältnis der Gesprächspartner zueinander ist."

Ich persönlich fühle mich aus der deutschen Gesellschaft nie ausgeschlossen, da ich mich als natürlichen Teil dieser Gesellschaft sehe. Ich fühle mich durch die Reduktion auf meine Hautfarbe eher belästigt. Aber mein persönliches Empfinden dient hier nur exemplarisch zur besseren Veranschaulichung. Mir geht es um "awareness" den Gefühlen der Gefragten gegenüber. Dass das notwendig ist zeigt die sehr üppige und kontroverse Diskussion.