"...und dabei anständig geblieben zu sein."

Satire!!! Von einem Innenminister zum anderen: Der Heinrich schreibt dem Horst.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Lieber Horst,

als einer Deiner Vorgänger sende ich Dir meine herzlichsten Glückwünsche zu Deiner erfrischend-beschwingten Amtsführung: Hinweg mit der Rationalität des Handelns - her mit den irren Winkelzügen. Das zeichnet schließlich unser Deutschtum seit einem guten Jahrhundert aus, mit so einer kleinen Pause von 69 (haha!) Jahren, die uns aber nicht weiter stören sollte. Wir haben zwar damals in anderen Dimensionen gerechnet - aber 69 Abgeschobene zum Geburtstag, da hätte ich mich sicherlich genauso gefreut wie Du. Immerhin sind ja auch 68 angekommen!

Horst, in vieler Hinsicht hast Du es einfacher als ich dazumal... Dir wird die Arbeit vom Mittelmeer abgenommen. Aber es ist dennoch schön zu hören, dass Du sogar an einige entsprechende Einrichtungen gedacht hast: "Ankerzentren", das klingt so nett... der Joseph hat mich damals doch falsch beraten, obwohl der doch was von PR verstand.

Was Du da machst, dass gehört eben zu den Dingen die man nicht leicht ausspricht. Du könntest sagen: Klar, steht im Koalitionsvertrag, machen wir - aber keiner hat eben zugesehen wie es aussieht, wenn 500 ertrinken oder 1000 ertrinken... Da hat keiner zugesehen, keiner hat es durchgestanden. Dies durchgehalten zu haben, und dabei - abgesehen von menschlichen Ausnahmeschwächen - anständig geblieben zu sein - ganz öffentlich - das ist schon eine wirkliche Leistung.

Also, immer treu und redlich,

mit kollegialem Gruß,

Dein Heinrich!

11:41 12.07.2018
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von