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RE: Israelkritik wird zum Antisemitismus gemacht | 09.01.2013 | 01:03

" Beim Antisemitismusvorwurf sind nach meiner Beobachtung nicht wenige Deutsche sehr empfindlich, "

In der Tat. Man kan den Deutschen vieles vorwerfen, ohne dass sie sauer werden, aber sie darauf anzusprechen, dass sie eventuell noch Makel haben, die denen ähnlich sind, die zu Hitler geführt haben, ist keine erlaubte Kritik (außer sie richtet sich gegen die Alibinazis von "rechts").

Ja, das schmerzt. Kann aber bei den kritischeren Zeitgenossen auch mal zu einer Erkenntnis führen.

Ja, Broder legt's drauf an. Und ob Augstein jetzt tatsächlich Antisemit ist oder nur antiisraelisch (Man beachte: Die Liste nennt ihn nicht explizit Antisemit, sie spricht von Anti-Semitic/Anti-Israel Slurs) oder nur ein schlechter Journalist - wer weiß das schon. Es geht ihm wohl eher darum, verbreitete Stimmungen einzufassen. Broder spircht nicht umsonst von Augstein als seinem "Lieblings-Antisemiten" - es gibt also wohl noch mehr.

"Na ja, ich habe diese Frage..."

Wie gesagt, der Wolffsohn-Kommentar sagt dazu alles. Ich habe den Eindruck, dass die "Frage" instrumentalisiert wird.

" Keine Frage, dass das ein großes Unrecht ist. "

Teilweise wird es geleugnet, siehe oben. In der Regel wird es zähneknirschend oder gleichmütig hingenommen. Selten aber wird gegen das Unrecht, das Israel geschieht oder anderes Unrecht in dem Maße und mit dem Eifer gestritten, der zu Tage tritt, wenn es um das Unrecht geht, das Israel anderen antut. Fragen sie mal die ganzen selbsternannten "Israelkritiker" fragen, wie oft sie Irankritik, Libanonkritik Ägyptenkritik, Jemenkritik oder Palästinakritik (schon das Wort klingt ungewohnt) betreiben: Eine ehrliche Antwirt würde lauten "Nö."

RE: Wann endet diese Erpressung? | 08.01.2013 | 20:48

" Dass Augstein gegen den Mainstream der deutschen Intellektuellen das israelkritische Gedicht von Günter Grass verteidigt hat, war der Auslöser. "

Entweder Herr Netzmann hat die Debatte um Grass nicht verfolgt, oder er lügt. Dass der Mainstream der deutschen Intellektuellen dem Gedicht von Grass ablehnend gegenüberstand, ist schlicht falsch.

RE: Wann endet diese Erpressung? | 08.01.2013 | 20:42

" Deswegen ist es um so dringlicher, Unrecht auch als Unrecht zu bezeichnen. "

Herr Netzmann: Fangen Sie doch mal an und kritisieren Sie auch mal libanesisches oder jordanisches oder türkisches Unrecht.

Das machen Sie nicht? Ach ja, sind keine Juden, stimmt.

RE: Wann endet diese Erpressung? | 08.01.2013 | 20:39

" Müssen wir Deutschen auf immer eine Nibelungentreue zu Israel wahren "

Diese dreckige Lügerei spricht Bände über diese Krikatur von einem Land, das sich Deutschland nennt.

Permanent fällt Deutschland Israel in den Rücken. Immer wieder finanziert Deutschland palästinensische Terroristen. Deutsche Bundestagsabgeordnete (!) sitzen in einem von einer islamistischen Terrororganisation organisierten Propagandatrip nach Gaza - und der Autor besitzt die Frechheit, von Nibellungentreue zu sprechen.

RE: Wann endet diese Erpressung? | 08.01.2013 | 20:34

Schon der Titel des Artikels ist eine Frechheit.

Israel erpresst Deutschland? Nicht EIN Beispiel staatlicher Erpressung nennt der Autor - oder ist das SWC Teil des israelischen Staates? Oder sind israelische Touristen der Staat Isreal?

RE: Israelkritik wird zum Antisemitismus gemacht | 08.01.2013 | 17:24

Mr Smith.

"Daraus konstruieren Sie - mal wieder, gäääähn - eine Nähe zur NPD"

Sie haben offenbar die Ironie meiner NPD-Anmerkung nicht verstanden. Ich habe oben schon geschrieben, was ich von der paranoiden Hexenjagd auf alles Rechte halte. Aus irgendeinem Grund hielt es TTG für nötig, zu "vermuten", ich käme aus der "rechten Ecke", weiter unten schreibt ELISREA irgeneinen Unsinn darüber, dass "Rechte" Juden instrumetalisieren. Und wenn ich mir noch ein paar hundert Posts mehr durchlese finde ich garantiert noch mehr solcher überflüssigen Anmerkungen, die keinen Wert haben, außer diesem exorzistischen Zeitgeist zu huldigen. Sie scheinen diese Luftnummer ja grundsätzlich nicht leugnen zu wollen ("mal wieder, gäääääähn"), kritisieren sie aber merkwürdigerweise (oder irre ich mich?) nur bei mir. Wie gesagt, Ironie.

Ironie mit einem Stückchen Wahrheit, nämlich dahingehend, dass in der Tat ein gewisser Refelx bedient wird - und nein, auch wenn Sie es nicht erkennen können: Die Debatte ist keineswegs aufgeladen, weil Kritik/Hetze nicht en vogue sind - im Gegenteil. Den Stein ins Rollen gebracht hat Broder, nicht Augstein. Augsteins Kolumne habe ich gelesen, bevor Broder oder das SWC sich irgendwie geäußert haben. Da war nichts neues. Soll ich Ihnen jetzt wirklich Links zu Artikeln rausuchen, die den gleiche Tenor haben wie Augstein? Die gab und gibt es zu Hunderten. Unterschied ist nur, dass Broder vorher wohl noch keinen der Autoren explzit als Antisemiten bezeichnet hat und das SWC davon Notiz geonmmen hat. Die Aufregung rührt vom Antisemitismusvorfurf her, nicht von Augsteins "Kritik". Das vielbenutzte "Darf man Israel kritisisieren" gibt es nur deswegen, weil die antiisraelischen Hetzer unserer Nation bestimmte Reflexe auslösen wollen - anscheinend mit Erfolg. Die Menschen regen sich über Wiederstand auf, den es nicht gibt, und das ist das perfide, niederträchtige daran.

Ich googlte gerade "Darf man Israel kritisieren" und hab zufällig das hier gefunden, Wolffsohn zum gleichen Thema:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/885073/

" Israelkritik setzen Sie mit antiisrealischen Parolen gleich. "

Wie gesagt, das liegt schlicht und ergreifend daran, dass die meiste sog. Israelkritik nichts anderes sind als Parolen. Sie haben Recht, es ist blanke Zeitverschwendung, sich überhaupt irgendwie zu äußern in einer Umgebung - und da spielt es keine Rolle, ob man den Freitag oder Spon oder den SPD-Ortsverein nimmt - in der selbst grundlegende Tatsachen geleugnet oder auf den Kopf gestellt werden. Es werden en passant haufenweise haarsträubende Lügen als Bindesweisheiten zur Diskussionsgrundlage gemacht - und stoßen auf breite Akzeptanz:

ANGNARIA :"Ist Israel das Opfer eines großen Unrechts? Da fällt mir aktuell echt nichts ein. "

In welchem Universum ist ständiger, organisierter und von den Nachbarstaaten geförderter Raketenbeschuss, mehrere Auslöschungsversuche durch Krieg, die Erziehung zum Hass von zig Milionen Arabern (und Türken) kein großes Unrecht?

Oder HERWIG SLADEK, der allen Ernstes die USA im Gegensatz zum Iran als "Schurkenstaat" (für Israel sei der Begriff übrigens noch "zu freundich") sieht...

Oder " Mir jedenfalls ist keine dahingehende Äußerung irgendeines ernstzunehmenden arabischen Staatsführers oder Spitzenpolitikers bekannt, daß man sich mit Israel anzulegen gedenke! "

Ich spar mir den Kommentar. Es wird eben von allen so hingenommen, weil es tief drinsitzt. Da fällt es einem - und da haben Sie Recht - leider schwer, sich wirklich zur Sache zu äußern.

RE: Israelkritik wird zum Antisemitismus gemacht | 07.01.2013 | 23:42

" Wenn sie bei den Amis "Obrigkeitshörigkeit" mit "Überlieferungshörigkeit" an die Schrift mit allen Kuriositäten der Glaubenrichtungen ersetzten, dann sind wir wieder im Boot. "

Worauf wollen sie hinaus? Die USA haben in 250 Jahren ihrer Existenz keinen Holocaust begangen, ob mit oder ohne angebliche Hörigkeit.

" Ich erinnere nur an den Satz im Krieg gegen den Osten: "Gegen den heidnischen, satanischen Kommunismus/ Bolschewismus".

Klar, aber wir müssen uns nicht streiten, dass das Propaganda war. Hitler war keinen Deut weniger heidnisch als Stalin.

RE: Israelkritik wird zum Antisemitismus gemacht | 07.01.2013 | 21:35

"Ich sehe da gewisse Unterschiede zwischen Freiwilligen und Wehrpflichtigen (u.a. auch halbe Kinder) und Wehrmacht, SS und SA. "

Ja zum Beispiel, dass es die SA nach 1934 de facto gar nicht mehr gab.

" Gewisse Unterschiede " ... Ähm, ja, so kann man's auch formulieren....

RE: Israelkritik wird zum Antisemitismus gemacht | 07.01.2013 | 21:30

" Kirche hat maßgeblich zu diesen obrigkeitshörigen Menschen beigetragen. "

Christentum bitte nicht mit Kirche verwechseln. Ansonsten haben Sie recht. Wobei die Frage ist, wie ein unchristliches Deutschland ausgesehen hätte (man müsste ja 1500 Jahre Entwicklung hypothetisch konstruieren).

Andererseits zeigen gerade die von ihnen angesprochenen Amerikaner - die bekanntlich ein diametral anderes Autoritätsdenken haben - dass Obrigkeitshörigkeit nicht mit Glauben einhergehen muss.

Über die zwiespältige Rolle der Kirchen lohnt es sich hier in der Tat nicht zu streiten.

Genauso selbstverständlich sollte aber wohl auch sein, dass der Nationalsozialismus - schon nach seinem Selbstverständnis - KEINE christliche Ideologie war.